Daran erkennen Sie defekte Fahrwerke

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Daran erkennen Sie defekte Fahrwerke

Die Sicherheit beim Auto ist über die Jahre und Jahrzehnte stetig verbessert worden. Das hängt zum einen damit zusammen, dass die Hersteller schon bei der Konstruktion des Pkw das Thema Sicherheit sehr groß schreiben: Durch anhaltende Belastungstests werden die Fahrzeuge permanent überprüft. Zum anderen ist eine regelmäßige Wartung oberste Pflicht, um die Sicherheit des „Verschleißteils Auto“ zu gewährleisten.

Mit das Wichtigste: Durch eine regelmäßige Überprüfung schützt man nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen. Viele Dinge lassen sich dabei selbst erledigen bzw. selbst beachten. Das fängt etwa im Innenraum an, beispielsweise mit der Überprüfung der Sicherheitsgurte etc. Wichtig ist jedoch auch die Achtsamkeit bei allen äußeren Komponenten. Hier ist beispielsweise die regelmäßige Überprüfung des Reifendrucks bzw. des Reifenprofils zu nennen.

Thema Fahrwerk

Damit ist auch schon ein Bereich des Fahrzeugs genannt, auf den durch den direkten bzw. indirekten Kontakt zum Boden stetig große Kräfte wirken: das Fahrwerk. Zwar sind die wenigsten in der Lage, ein Fahrwerk bzw. bestimmte Komponenten des Fahrwerks in Eigenregie zu reparieren. Jedoch gibt es untrügliche Anzeichen für einen Defekt, auf die man achten kann, um dann schnellstmöglich die Werkstatt des Vertrauens aufzusuchen.

Dieser Ratgeber möchte auf einige dieser Anzeichen näher eingehen. Er wird Ihnen vermitteln, woran Sie defekte Fahrwerkskomponenten erkennen können. Dazu wird er Ihnen auch etwas zur grundlegenden Funktionsweise dieser Komponenten erklären. Selbstverständlich kann der Ratgeber nicht alle Eventualitäten voraussehen, und erhebt deswegen auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Sollten Sie am Kauf von Fahrwerkteilen interessiert sein, wird Ihnen dieser Ratgeber am Ende noch einige Tipps und Hinweise zum Erwerb mit auf den Weg geben können.

Das Fahrwerk: seine Teile und möglichen Defekte

Im Folgenden wird Ihnen der Ratgeber die verschiedenen Teile des Fahrwerks kurz vorstellen und einige besonders störanfällige Komponenten benennen, bzw. erklären, wie man einen Defekt vorzeitig erkennen kann. Das Fahrwerk ist dabei als eigenständige Baugruppe innerhalb des Pkw zu sehen (bei Pkws mit einer selbstragenden Karosserie). Diese Baugruppe besteht aus sämtlichen (beweglichen) Teilen, die die Verbindung zur Fahrbahn sicherstellen.

Das Rad stellt den Kontakt zur Fahrbahn her

Der direkte Kontakt zur Fahrbahn wird durch die Räder hergestellt. Die Räder bestehen wiederum aus einer Gruppe von Teilen, oft wird in der Praxis dabei das „Rad“ mit der „Felge“ verwechselt. Als Rad bezeichnet man jedoch den gesamten „Körper“. Dieser besteht aus der Felge, dem Reifen und der Radscheibe mit Nabenteil. Dabei wird der Reifen auf die Felge aufgezogen. Die Radscheibe dient wiederum zur Befestigung an der Radnabe. Da das Rad der einzige Kontaktpunkt des Autos zur Straße ist, besitzt es wesentlichen Einfluss auf die Fahrdynamik. Da die Räder zu den ungefederten Massen des Pkws gehören, sollten sie daher möglichst leicht sein.

Abrieb der Räder

Da die Räder unterschiedlich hohen Belastungen ausgesetzt sind, werden hier hohe Ansprüche hinsichtlich der Festigkeit der Räder und dem Abrieb der Reifen gestellt. Diesen Abrieb können Sie leicht selbst überprüfen, indem Sie das Profil des Reifens über einen gewissen Zeitraum begutachten. Die Gründe für einen zunehmenden Verschleiß des Reifenprofils sind dabei vielfältig. Sucht man sie am Rad selbst, könnte zum Beispiel ein zu geringer Reifendruck schuld sein.

Man erkennt den zu niedrigen Reifendruck an der Hinterachse beispielsweise daran, dass das Heck in der Kurve ausbricht oder unruhig beim Spurwechsel reagiert. An der Vorderachse macht sich das Problem unter Umständen folgendermaßen fest: Das Auto „schiebt“ über die Vorderräder oder es fährt nicht mehr exakt geradeaus. Auch ein erhöhter Spritverbrauch kann Anzeichen für einen zu niedrigen Reifendruck sein.

Die Radaufhängung sorgt für die bestmögliche Radführung

Die Radaufhängung stellt die Verbindung zwischen Radaufstandsfläche und Karosserie her. Ihre wesentliche Funktion besteht in der Übertragung von Kräften bzw. Bewegungen vom Radträger an die Karosserie. Zu diesem Zweck werden innerhalb der Radaufhängung spezielle Lenker eingesetzt. Diese Lenker sorgen für die richtige Radführung und übertragen die verschiedenen Feder- und Dämpfungskräfte.

An der Vorderachse werden immer Lenker mit Kugelgelenken eingesetzt. Die Gelenke sind Voraussetzung für die optimale Bewegungsfreiheit zum Lenken. Hier sind mindestens drei Lenker erforderlich, ein unterer, ein oberer Lenker und eine Spurstange. An der Hinterachse wiederum sind Kugelgelenke nicht notwendig. Hier kommen fünf Gummilager oder Hülsengelenke sowie fünf Lenker zum Einsatz.

An diese Bauteile werden die allerhöchsten Ansprüche angelegt. Die Radaufhängung ist die wichtigste Komponente hinsichtlich eines stabilen Fahrverhaltens. Die in heutigen Pkws verwendeten Komponenten von Fahrzeugaufhängungen sind auf dem neusten Stand der Technik, was sich auch positiv in der Pannenstatistik widerspiegelt. Der seltene Fall eines Radaufhängungsdefektes ist beispielsweise an einem hörbaren Klappern zu bemerken. Dies ist ein Indiz dafür, dass die verwendeten Kugelgelenke zu viel Spiel besitzen.

Fahrwerksfedern gleichen Fahrbahnunebenheiten aus

Die Fahrwerksfedern erfüllen jedoch noch einen anderen Zweck, auf den das Ausgleichen von Fahrbahnunebenheiten hinweist. Sie gewährleisten, dass die Räder des Fahrzeugs einen sicheren und permanenten Kontakt zum Boden haben – und das unabhängig von der Fahrbahnbeschaffenheit. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die verschiedenen Kräfte – bspw. Antriebs- und Bremskräfte – auch sicher übertragen werden.

In modernen Automobilen werden vier unterschiedliche Federarten verwendet. Zum einen konventionelle, zylinderförmige Fahrwerksfedern. Zum anderen Federn mit „inkonstantem Draht“. Diese besitzen weichere Federenden, die den Fahrkomfort deutlich steigern können. Weiterhin gibt es Miniblockfedern, die in der Form einer Tonne konstruiert sind. Bei Belastung legen sich die Windungen der Federn ineinander. Letztlich kann die sogenannte Side-load-Feder die Reibung zwischen Kolbenstange und Dichtungen des Stoßdämpfers verbessern. Sie ist zu diesem Zweck bananenförmig konstruiert.

In den meisten Fällen halten Fahrwerksfedern sehr lange Zeit und sind daher relativ pflegearm. Jedoch sollten diese bei einer Inspektion auch immer auf sichtbare Schäden – Risse, Brüche etc. – geprüft werden. Ist eine Feder unter Umständen doch defekt, sind Schlag- und Quietschgeräusche beim Fahren (besonders auf einer unebenen Strecke) untrügliche Anzeichen hierfür. Das Aufsuchen einer Fachwerkstatt ist dann in jedem Fall geboten.

Der Stoßdämpfer sorgt für die Reduzierung der Schwingungen der Fahrzeugfeder

Dadurch ist seine Bezeichnung „Stoßdämpfer“ eigentlich etwas irreführend. Stoßdämpfer und Fahrzeugfedern sind das direkte Verbindungsglied zwischen Fahrwerk und Karosserie. Beide zusammen gleichen die Unebenheiten der Fahrbahn aus. Um die Schwingungsenergie der Feder zu reduzieren bzw. zu bremsen, wandelt der Stoßdämpfer diese in Wärme um. Dies geschieht mittels Flüssigkeitsreibung.

Der Dämpferkolben befindet sich in einem mit Öl gefüllten Zylinder, in dem er sich auf- und abbewegen kann. Bestimmte Ventile im Kolben sind dafür zuständig, die Federschwingung direkt abzubremsen. In heutigen Fahrwerken kommen besonders Gasdruckdämpfer zum Einsatz. In älteren Ölstoßdämpfern minderte die Bildung von Verschäumung die Wirkung des Dämpfers. Diese Verschäumung entstand dabei durch die Entwicklung von Gas. In heutigen Gasdruckdämpfern hält Stickstoff das Öl unter Druck und verhindert die Gasbildung.

Es gibt viele Anzeichen dafür, dass Stoßdämpfer defekt sein können.

Kurze Auflistung der häufigsten Symptome:

  • Radaufhängung, Radlager und Federn sind stark verschlissen.
  • Der zurückgelegte Bremsweg ist länger, Aquaplaning setzt früher ein.
  • In Kurven und bei Ausweichmanövern kommt das Fahrzeug leichter ins Schlingern.
  • Es gibt weniger Bodenhaftung bei Unebenheiten auf der Fahrbahn.
  • Die Wirkung des Anti-Blockier-Systems ist deutlich gemindert.
  • Die Scheinwerfer des Fahrzeugs blenden.

Das Lenksystem ist für die Richtungssteuerung des Pkw zuständig

Die Lenkung ist, was das Thema Sicherheit betrifft, eines der meistgeprüften Komponenten während einer Inspektion. Das Lenksystem muss ein präzises Fahren ermöglichen und deshalb sehr „feinfühlig“ eingestellt sein. Dass man das Lenkrad überhaupt bewegen kann, wird dabei durch das Lenkgetriebe, das Lenkgestänge und die Lenkhebel sichergestellt. Diese übertragen die Bewegungen des Lenkrades auf die Achsschenkel und Vorderräder.

Dabei unterliegt die Lenkung auch einem nicht gerade geringen Verschleiß. Das liegt insbesondere am Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten des Lenksystems. So müssen die Lenkstangen bzw. Spurstangenköpfe die größten Kräfte übertragen. Dabei können Sie sich mit der Zeit abnutzen und ausschlagen. Die Faltenbälge am Lenkgetriebe werden ebenfalls stark beansprucht und mit der Zeit mürbe. Bei einer Undichtigkeit der Servolenkung kann weiterhin die Kraftunterstützung versagen. Die Zahnräder des Lenkgetriebes können sich ebenfalls mit der Zeit abnutzen, was man durch ein erhöhtes Spiel bemerkt, wenn man im Stand am Lenkrad dreht.

Die Bremse bringt das Fahrzeug zum Stillstand

Das Fahrzeug wird abgebremst oder ganz zum Stillstand gebracht, wenn Bremsbeläge und Bremsscheiben aufeinandergepresst werden. Hier entsteht durch Reibung Wärmeenergie. Zu diesem Zweck bestehen die sogenannten „Reibbeläge“ aus einem speziell gemischten Werkstoff. Dieser ist hoch belastbar und sehr temperaturbeständig.

Bremsdefekte stellen ein sehr hohes Unfallrisiko dar. Über 40 % der technisch bedingten Unfälle rühren von defekten Bremsen her. Auch sind wieder viele Teile am Werk, die perfekt miteinander arbeiten müssen. Bremsleitungen und –Schläuche, Bremsbeläge, Bremstrommeln, Bremsflüssigkeit. Ein regelmäßiger Check der Bremsen ist unabdingbar.

Zwar kann man indirekt merken, dass etwas mit der Bremse nicht in Ordnung ist (Geräuschentwicklung, Kontrollleuchte etc.). Das Beste ist jedoch die direkte Sichtkontrolle.

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