Damit hält, was sie versprechen: Zement, Gips und Mörtel

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Damit hält, was sie versprechen: Zement, Gips und Mörtel

Moderne Baustoffe erleichtern die Arbeit auf der Baustelle

Im Bauwesen wurde in den letzten Jahrzehnten sehr viel bewegt. Die Bauwerke der Neuzeit werden zunehmend komplexer und verlangen nach professionellen Lösungen in jeglicher Hinsicht. Die Aufgaben an das Personal aus den verschiedensten Fachbereichen steigen mit den neuen Herausforderungen. Auch in der Zukunft scheint dieser Prozess kaum aufzuhalten zu sein. Architekten, Hoch- und Tiefbauingenieure, Gebäudetechniker, Energieexperten und unzählige Facharbeiter werden zunehmend von modernen Technologien unterstützt. Die fortschrittlichen Technologien nehmen dabei Einfluss auf die Arbeit in den Planungsbüros und auf die Arbeitsprozesse direkt auf der Baustelle. Zu diesen hocheffizienten Lösungen zählen zum Beispiel leistungsfähige CAD-Systeme sowie innovative Geräte auf der Baustelle. So sind in der Zwischenzeit Ergebnisse möglich, die auf dieselbe Art und Weise vor einigen Jahren noch nicht denkbar gewesen wären. Doch nicht nur die modernen Gerätschaften im Büro und auf der Baustelle unterstützen das Personal und sorgen für eine hohe Qualität am Bau, sondern auch die Baustoffe, die im Laufe der Jahre ständig verbessert und perfektioniert wurden.

Die Definition von Baustoffen

Unter Baustoffen werden in der Regel Materialien bezeichnet, die zum Erstellen von Bauwerken, wie etwa Gebäude, Brückenanlagen und Straßen benötigt werden. Baustoffe, die auch Werkstoffe heißen, werden kategorisch in Rohstoffe, Sekundärrohstoffe, Hilfsstoffe und Halbzeuge unterteilt. Als Rohstoffe werden hier Materialien bezeichnet, die aus unbearbeiteten, natürlichen Ressourcen zusammengesetzt sind. Dazu zählen zum Beispiel Schottersteine und Sand. Diese Materialien werden bevorzugt bei Erdarbeiten als Auffüllungen verwendet. Bei den Bauwerken selbst kommen nur noch ausgesprochen selten reine Rohstoffe zum Einsatz. Rohstoffe, die industriell bearbeitet wurden, werden Sekundärrohstoffe genannt. Zu diesen Produkten zählen auf dem Bau grundlegende Materialien wie Beton, Zement, Glas oder auch Kunststoffe.

Hilfsstoffe und Halbzeuge

Da die Vorfabrikation im Bauwesen im Vergleich zu anderen Branchen einen relativ niedrigen Stellenwert hat, spielen die sogenannten Hilfsstoffe immer noch eine große Rolle bei Bauwerken. Hilfsstoffe sind Materialien, die für die Produktion eines Endprodukts gebraucht werden. Sie sind jedoch meist nur indirekt sichtbar, da sie zum Beispiel für die Montage von Bauteilen benötigt werden. Zu den Hilfsstoffen zählen Nägel, Schraubverbindungen, chemische Zusätze, Materialien für Schweißnähte sowie Farben und Lacke.
Unter dem Begriff Halbzeug versteht man in der Regel Erzeugnisse, die aus metallischen Rohstoffen gefertigt wurden. Hier ist der Grad der Vorfabrikation auch im Bauwesen schon relativ hoch. Typische, im Bauwesen eingesetzte Halbzeuge sind beispielsweise Stahlrohre, Metallbänder, Drahtverbindungen, Verbindungselemente aus Stahl, Stangen und Bleche.

Im Bauwesen wurden im Laufe der Jahre viele Werkstoffe nach und nach ersetzt. Moderne Hightech-Materialien, die überwiegend aus Kunst- und Verbundstoffen bestehen, nehmen in der Zwischenzeit einen großen Stellenwert ein. Trotz dieser vielen fortschrittlichen Entwicklungen gibt es Baumaterialien, die viele Neuerrungenschaften überdauert haben und auch in der Zukunft weiter eingesetzt werden. Zu diesen Materialien zählen zum Beispiel die Sekundärrohstoffe Zement, Gips und Mörtel.

Die hochentwickelten Materialien Zement, Gips und Mörtel

Zement, Gips und Mörtel sind im Bauwesen zwar schon sehr lange im Einsatz, gelten jedoch trotzdem als sehr fortschrittliche Materialien. Schließlich wurden diese Sekundärrohstoffe im Laufe der Zeit ständig weiterentwickelt und perfektioniert. Viele Verbesserungen sind für den Laien gar nicht sichtbar. Doch die Bauprodukte Zement, Gips und Mörtel weisen im Gegensatz zu früheren Zeiten weitaus bessere Eigenschaften auf, welche zum Beispiel maßgeblich die Leistungsfähigkeit und Verarbeitungsfähigkeit beeinflussen. Baustoffe sind im Regelfall genormt, um die Qualität der eingesetzten Materialien in einem gewissen Maß zu gewährleisten. Auf diese Weise haben die Beteiligten auf der Baustelle etwas mehr Sicherheit. Allerdings gibt es auch bei Zement, Gips und Mörtel immer noch Qualitätsunterschiede, die in vielerlei Hinsicht beschrieben werden können. Sie sollten aus diesem Grund beim Kauf von Zement, Gips und Mörtel einige Dinge beachten. Die umfangreichen und vielseitigen Produktpaletten der einzelnen Hersteller machen es darüber hinaus noch schwerer, sich für das Produkt zu entscheiden, das Ihren Anforderungen und Bedürfnissen voll und ganz entspricht.

Zement gilt als Baustoff mit langer Tradition

Schon zur Zeit der Römer wurden zementartige Materialien benutzt, um Bruchsteine für Mauerwerke zu binden. Damals bestand Zement überwiegend aus gebranntem Kalk. Zusätzliche Stoffe wie beispielsweise Ziegelmehl und Vulkanasche sorgten für eine bessere Qualität und für eine bessere Bindungsfähigkeit. Erst im 18. Jahrhundert wurde der Zement, wie es ihn heutzutage gibt, entdeckt. Die Erfindung des künstlichen, hydraulischen Kalks galt als wichtige Basis für weitere Errungenschaften in der Zementtechnologie. Dieser Zement entstand zu Anfang aus einem Kalkstein, der auf der Halbinsel Portland in England abgebaut wurde. Aus diesem Grund erhielt der Zement auch den Namen Portlandzement. Im Laufe der Jahre entstand dann der überbrannte Portlandzement, der wesentlich härter war als die Produkte aus der Vergangenheit. Dieser Portlandzement entwickelte sich schnell zu einem Produkt, das im Bauwesen eine breite Anhängerschaft fand.

Zement wird im Bauwesen als hydraulisches Bindemittel eingesetzt

Mit Zement werden in der Regel die Baustoffe Beton und Mörtel hydraulisch gebunden. Unter einem sogenannten hydraulischen Bindemittel versteht man einen Stoff, der nicht nur an der Luft, sondern auch unter Wasser aushärtet. Zement ist ein hydraulisches Bindemittel, das mit Wasser reagiert und dabei eine stabile Verbindung eingeht. Die Kristalle haben eine nadelförmige Struktur, die dafür sorgt, dass sich die Kristalle miteinander verkanten. Auf diese Weise wird für eine sehr hohe Härte und Festigkeit gesorgt. Zement gibt es aus verschiedenen Zusammensetzungen und in verschiedenen Festigkeitsklassen. Portlandzement besteht zum Beispiel aus Calciumoxid, Siliciumdioxid, Aluminiumoxid sowie Eisenoxid. Neben der Zusammensetzung hat auch der Brennvorgang sowie die Feinheit einen entscheidenden Einfluss auf die Materialeigenschaften. Ein sehr feiner Zement weist im Regelfall auch eine sehr hohe Härte auf.
Zement kann kategorisch in drei verschiedene Festigkeitsklassen eingeteilt werden. Dazu zählen die Klassen 32,5 MPa, 42,5 MPa sowie 52,5 MPa. Zement mit einer Festigkeit von 32,5 MPa gilt als weniger fest als Zement mit 52,5 MPa. Darüber hinaus findet eine Unterteilung in langsam- und schnellhärtende Zemente statt. Auf den Verpackungen finden sich zudem Angaben für die Art des Zements. CEM I steht für Portlandzement, CEM II für Portlandkompositzement, CEM III für Hochofenzement, CEM IV für Puzzolanzement und CEM V steht für Kompositzement.

Verschiedene Zementarten

Neben dem sehr bekannten Portlandzement sind auf Baustellen auch noch andere Zementarten im Einsatz. Der sogenannte Trasszement wartet mit einer Beimischung von Trass, einem Puzzolangestein, auf. Trasszement wird deshalb auch als Puzzolanzement bezeichnet. Mit dieser Beimischung kann die Wasserdichtigkeit erhöht werden. Darüber hinaus können Ausblühungen verhindert werden. Ein weiterer Zement mit speziellen Mischungen ist der Tonerdezement. Er weist einen hohen Anteil an Aluminium auf. Dieser Zement eignet sich jedoch nicht für tragende Strukturen. Zement, der besonders schnell aushärtet, wird als Schnellzement bezeichnet. Des Weiteren findet man Zemente mit speziellen Färbungen. Dazu zählt zum Beispiel der Weißzement, der einen sehr niedrigen Eisenanteil besitzt.

Gips gilt als Baustoff für den Innenausbau

Gips wurde schon im Mittelalter in Steinbrüchen abgebaut. Der Verwendungszweck dieses Materials ist vielfältig. So wird Gips nicht nur im Bauwesen, sondern auch im künstlerischen Bereich für die Kreation von Skulpturen und in der industriellen Produktion beim Erstellen von Formen verwendet. In dieser Hinsicht ist das gute Fließverhalten und die gleichmäßige Oberflächenstruktur im harten Zustand als positiv hervorzuheben. Im Bauwesen wird bevorzugt Gips für den Innenausbau verwendet. Der Grund dafür ist die Tendenz zur Wasserlöslichkeit. Daher können Gipsbaustoffe im Freien nur beschränkt verwendet werden. Dazu zählen beispielsweise geschützte Bereiche, der Gips muss jedoch in diesem Fall imprägniert werden. Auch in Nassbereichen kann Gips nur mit Einschränkungen zum Einsatz kommen. Schließlich ist Gips nicht nur wasserlöslich, sondern neigt auch dazu, Wasser zu ziehen. Gips kommt in Gebäuden bevorzugt bei der Gestaltung von Oberflächen wie zum Beispiel mittels Gipsputzen oder Gipsestrichen zum Einsatz.

Verschiedene Gipsarten

Grundsätzlich können Gipse in Gipsmaschinenputze und Gipshandputze unterteilt werden. Mit einem maschinentauglichen Gips können größere Flächen besonders schnell und effizient verputzt werden. Im Gegensatz dazu werden Gipshandputze mit der Gipserkelle oder mit feineren Handwerkzeugen aufgetragen. Sie eignen sich bevorzugt für kleinere Flächen sowie Ausbesserungsarbeiten.

Mörtel ist ein häufig und universell verwendeter Baustoff

Mörtel besteht in der Regel aus Gesteinskörnung und aus einem Bindemittel. Als Bindemittel wird normalerweise Zement verwendet. Auch der Mörtel ist ein Baustoff, der schon sehr lange verwendet wird. Um die Eigenschaften des Mörtels zu verändern, werden heutzutage oftmals noch weitere Zusatzstoffe beigemischt. Für das Anmachen des Mörtels wird Wasser verwendet. Um ein richtiges Aushärten zu gewährleisten, sollten Sie auf jeden Fall den sogenannten Wasserfeststoffwert beachten. Diese Zahl beschreibt das Mischungsverhältnis zwischen Wasser und Trockenmörtel. Mörtel ist ein Baustoff, der besonders vielseitig eingesetzt werden kann. Mit Mörtel können zum Beispiel Mauersteine verbunden oder Decken und Wände verputzt werden. In der Zwischenzeit warten die Hersteller mit sehr unterschiedlichen Produkten für diverse Anwendungen auf.

Verschiedene Mörtelarten, die im Bauwesen eingesetzt werden

Mörtel kann in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. In der Regel werden Mörtel als sogenannte Normalmörtel, Leichtmörtel, Edelputzmörtel, Einlagenputzmörtel für den Außenbereich, Sanierputzmörtel sowie als Wärmeputzmörtel angeboten. Wesentliche Unterschiede gibt es in der Aushärtung, bei der Größe der Gesteinskörner, bei den verwendeten Bindemitteln sowie bei Brandverhalten. Bezüglich der Aushärtung kann zwischen Luftmörtel, der an der Luft aushärtet, und zwischen dem hydraulischen Mörtel, der unter Wasser aushärtet, unterschieden werden. Als Körner-Zugabe werden beim Mörtel meist Sand, Kies oder auch Holzspäne verwendet. Die Größe der Gesteine darf bei Mörtel maximal vier Millimeter aufweisen. Die Bindemittel bestehen bei modernem Mörtel aus organischen Stoffen wie etwa Kunststoffen oder aus mineralischen Stoffen wie beispielsweise Zement, Anhydrit oder Gips. Sogenannte Brandschutzmörtel gewinnen in der Zwischenzeit immer mehr an Bedeutung, da sie dabei helfen können, die Verbreitung eines Feuers im Gebäude zu verhindern.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden