Damit Sie nie im Dunkeln stehen: an Ersatzglühbirnen denken!

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Damit Sie nie im Dunkeln stehen: an Ersatzglühbirnen denken!

Jeder Autofahrer weiß den Komfort des motorisierten Gefährts zu schätzen, wenn es darum geht, ihn sicher und schnell an das gewünschte Ziel zu bringen. Vor allem bei schlechtem Wetter, bei Nebel oder bei Dunkelheit sind da die Beleuchtungseinheiten am Auto besonders wichtig. Niemand möchte plötzlich eine ausfallende Lampe haben, egal ob es sich dabei um einen Blinker, einen Scheinwerfer oder eine Bremsleuchte handelt. Um im Notfall schnell wieder Licht in die Dunkelheit zu bringen und den Durchblick zu behalten, sollten Sie immer ein paar Ersatzglühbirnen im Auto dabei haben. Das kostet Sie nicht viel Aufwand beim Kauf und schützt Sie im Zweifel davor, nicht weiterfahren zu können.

Was Sie beim Kauf von Ersatzglühbirnen alles beachten sollten, welche Arten von Leuchtmitteln für welche Beleuchtungen am Fahrzeug die besten sind und vieles mehr, erklärt Ihnen dieser Ratgeber.

Moderne Leuchtmittel am Auto sind längst keine einfachen Glühbirnen mehr

Der Begriff Glühbirne bezeichnet im Allgemeingebrauch oft alle Arten von Leuchtmitteln. Doch eine Glühbirne ist eigentlich eine ganz bestimmte Art von Leuchtmittel, die auch in Fahrzeugen nach und nach verdrängt wird. Schon in den 70er Jahren waren in Kraftfahrzeugen Halogenlampen als Standard vorgeschrieben. Wir möchten Ihnen in diesem Ratgeber erklären, welche Arten von Leuchtmitteln es gibt und in welchen Beleuchtungsteilen am Auto Sie mit welchen Leuchtmitteln rechnen können. So können Sie sich für alle betreffenden Teile des Autos die passenden Ersatzleuchtmittel auswählen und sind immer ausgerüstet, wenn einmal etwas ausfallen sollte.

Verschiedene Halogenlampen im Vergleich: von der H1-Lampe zur H7-Lampe

Altbewährt ist im Bereich der Scheinwerfer die H4-Lampe. Doch wenn es auf dunkler Straße bei Nacht und kaum Straßenbeleuchtung durch die Finsternis geht, dann hat eine herkömmliche H4-Lampe ganz schön zu kämpfen. Der Fahrer sieht erst spät, wenn eine Kurve kommt, und muss sich durch die Dunkelheit fast tasten und blinzeln. H4-Lampen waren viele Jahrzehnte der Standard an Autos. Bevor es bessere und neuere Lampen gab, nannte man Sie schlicht Jod-Lampe. Im Inneren dieser Halogenlampe befindet sich nämlich Gas, z. B. Brom oder Jod (daher die Bezeichnung Jod-Lampe). Diese Art der Lampe kann Abblendlicht und Fernlicht erzeugen, das kennen sicher viele noch von Ihren alten Autos oder aus der Kindheit. Sie verfügt über zwei Glühwendeln, um diese beiden Lichtformen hervorzubringen. Im Gegensatz zu klassischen Glühbirnen hält sie zudem höhere Temperaturen aus. Auch hat sie mehr Leuchtkraft.

H1-Lampen kamen dagegen zusammen mit H3-Lampen im Jahr 1964 auf und verwendeten beide nur eine einzige Glühwendel. Die H4-Lampe war demgegenüber ein Fortschritt und wurde deshalb zum Fahrzeugstandard. H4-Lampen mit ihren 1000 Lumen Leuchtkraft können zum Aufrüsten verwendet werden, wenn Sie Ersatzleuchtmittel kaufen möchten.

Noch mehr Licht auf die Landstraße als alle ihre Vorgänger wirft allerdings die neuere H7-Lampe, die im Jahr 1995 auf den Markt kam. Auch diese Lampe arbeitet mit nur einer Glühwendel und braucht daher Reflektoren um Abblend- und Fernlicht zu erzeugen. Sie hat jedoch mit 1500 Lumen deutlich mehr Leuchtkraft als die H4-Lampe. Werfen Sie doch einmal einen Blick darauf, welche Scheinwerfer Sie haben, und wechseln Sie gegebenenfalls auf eine andere Halogenlampe.

LED-Scheinwerfer: Alternative Beleuchtung mit größerer Lebensdauer

Schon im Jahr 1992 kamen neben Halogenlampen auch LEDs als Beleuchtung für Fahrzeug im Außenbereich auf. Zunächst beschränkte sich das Angebot noch auf Rücklichter und Blinker, seit Anfang der 2000er Jahre wurden jedoch auch Scheinwerfer mit LED-Technik entwickelt. Solche LED-Scheinwerfer haben eine extrem lange Lebensdauer, da Leuchtdioden bis zu 100.000 Betriebsstunden lang halten. Sehr viel mehr als Halogenlampen. Licht kann von LEDs in fast allen Farben ausgestrahlt werden und die Technik hat in den letzten Jahren stetig leuchtstärkere Modelle hervorgebracht.

Xenon-Lampen: mehr Lichtausbeute als Halogenlampen mit Xenon

Möglicherweise ist Ihnen das bläuliche Licht von Xenon-Scheinwerfern schon einmal im Straßenverkehr aufgefallen. Der Gesetzgeber behandelt dieses Licht als wäre es weiß und hat Xenon-Licht auch für den Straßenverkehr zugelassen. Im Vergleich zu den üblichen Halogenlampen haben Xenon-Lampen einen geringeren Energieverbrauch und dabei eine höhere Lichtausbeute. Sogenannte Bi-Xenon-Scheinwerfer können inzwischen auch mit nur einer Lampe Fern- und Abblendlicht erzeugen. Herkömmliche Xenon-Lampen haben pro Seite immer zwei Leuchtquellen – eines für Abblendlicht, das andere für Fernlicht.

Xenon-Scheinwerfer nehmen am Markt noch einen eher geringen Teil der Scheinwerfer ein, da die Technologie noch recht neu ist. Tendenziell sind Sie eher bei höherpreisigen Fahrzeugen zu finden. Im Gegensatz zu einer Glühlampe ist das Licht von Xenon-Lampen kälter, jedoch auch wesentlich heller.

Das Nachlassen der Leuchtkraft bei Leuchtmitteln betrifft auch das Auto

Gefährlich, aber oft nicht bekannt, ist die Tatsache, dass auch Lampen an Scheinwerfern und Blinkern am Auto im Laufe der Jahre in ihrer Leuchtkraft nachlassen. Eine Lampe im Scheinwerfer muss also nicht gänzlich kaputt gehen, um im Straßenverkehr irgendwann gefährlich zu sein. Sie können auch eines Tages mit so wenig Leuchtkraft dastehen, dass es sich lohnt, die Lampe auszutauschen, obwohl sie eigentlich noch funktioniert. Eine normale Lampe verfügt im Laufe Ihres Lebens in etwa über tausend Betriebsstunden. Je nachdem wie häufig Sie fahren und unter welchen Bedingungen (Tag oder Nacht), kann eine Lampe also unterschiedlich lang halten. Es ist trotzdem auch für Wenigfahrer eine kluge Vorsichtsmaßnahme immer Ersatzlampen mit sich zu führen.

Der Kauf von Ersatzleuchtmitteln kann auch gleich zum Aufrüsten genutzt werden

Wenn Sie sich neue Ersatzleuchtmittel kaufen möchten, können Sie diese Gelegenheit auch gleich zum Aufrüsten verwenden. Es kann sich zum Beispiel als lohnenswert erweisen von H4-Lampen auf H7-Lampen umzusteigen, um mehr Leuchtkraft zu erhalten. Im Falle eines Ausfalls der alten Lampe können Sie dann gleich auf die neuere Technik umsteigen, auch wenn diese bei der Anschaffung vielleicht etwas mehr gekostet hat. Sie profitieren dann von mehr Leuchtkraft. Informieren Sie sich vorher aber, ob die neue Technik für Ihr Automodell auch geeignet ist, da sich nicht alle Lampen problemlos in alle Fahrzeuge einbringen lassen.

Begriffe und Werte, die bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen sollten

Beim Kauf von neuen Lampen als Ersatz für eventuell ausfallende Lampen ist es nützlich einige Begriffe zu kennen, die häufig benutzt werden, um die Lampenleistung zu beschreiben.

  • Beleuchtungsstärke: Hier geht es um die Leuchtverteilung der Lampe, je größer diese ist, desto besser, gemessen wird in Lumen pro Quadratmeter.
  • Maximale Helligkeit: Besonders wichtig für den Nahbereich, also zum Beispiel bei der Fahrt in der Stadt; es wird die absolute Helligkeit unabhängig von der Fläche gemessen.
  • Blendung: Hier geht es um das Streulicht, je größer der Wert desto schlechter, da die           Beleuchtungsstärke pro Quadratmeter dadurch abnimmt.
  • Lichtstrom: Helligkeitsmaß in Lumen

So können Sie beim Kauf besser einschätzen, wie gut eine Lampe laut Herstellerangaben sein soll.

Wo und bei wem Lampen kaufen? Qualitätsunterschiede können sich drastisch bemerkbar machen

Wer sich neue Lampen kaufen möchte, wird auf dem Markt eine Fülle von schier unüberschaubaren Angeboten sehen. Der Preis schwankt hier auch bei Lampen derselben Sparte teils deutlich. Die Qualität tut dies allerdings auch. Vorsicht sollten Sie bei Billigprodukten walten lassen, denn diese können dann auch deutlich weniger Qualität aufweisen als andere Produkte: Viel Streulicht und wenig Lichtausbeute lassen Sie auf der Straße im Zweifelsfall im Dunkeln stehen oder blenden gefährlich den Gegenverkehr. Generell versprechen manche Hersteller oft mehr als die Lampen dann auch halten können. Schauen Sie sich deshalb am besten nach genormten Lampen um (ECE-Norm) und lesen Sie in Tests nach, wie die tatsächliche Leistung bei einem bestimmten Modell jeweils aussieht. Bekannte Hersteller von Lampen sind z. B. Firmen wie Osram, GE, Bosch und Philips.

Tipps zum richtigen und kompetenten Einbau von Ersatzlampen

Sie sollten beim Tausch beachten, dass Lampen in jedem Fall nicht einzeln ausgetauscht werden dürfen, sondern immer paarweise. So stellen Sie sicher, dass die beiden Lampen annähernd gleiche Leuchtkraft haben und nicht eine Seite deutlich weniger leuchtet als die andere. Das Alter der beiden Lampen sollte sich nicht unterscheiden. Vor dem Kauf sollten Sie auch überprüfen, ob Sie die Lampen überhaupt selbst wechseln können. Bei einigen Modellen ist dies nämlich nicht möglich und der Austausch kann nur mit erheblichem Aufwand in der Werkstatt durchgeführt werden. Bestellen Sie Lampen im Internet und bauen Sie anschließend selbst ein, ist es aber dennoch ratsam, anschließend eine Werkstatt aufzusuchen. Hier kann überprüft werden, ob der Scheinwerfer richtig justiert ist und bei Bedarf eine Korrektur vorgenommen werden. Ein nicht hundertprozentig perfekt ausgerichteter Scheinwerfer kann Sie nämlich wertvolle Lumen kosten, die Straße schlechter erhellen und dabei auch noch den Gegenverkehr stärker blenden. Xenonlampen sollten aus Sicherheitsgründen allerdings nur von einem Fachmann verbaut werden, der Einbau zu Hause ist nicht zu empfehlen.

Fazit: Ersatzleuchtmittel für den Pkw auswählen und nie im Dunkeln stehen

Die Auswahl an Ersatzleuchtmitteln für den Pkw ist verwirrend groß, wie Sie gesehen haben. Lassen Sie sich dadurch aber nicht von der Anschaffung abhalten. Im Notfall werden Sie dankbar sein einen Ersatz zur Hand zu haben. Überlegen Sie sich beim Kauf gleich, ob Sie vielleicht nachrüsten möchten und bessere Lampen kaufen, als Sie bereits im Auto verbaut haben. Und informieren Sie sich gründlich über die Werte und Leuchtkraft einzelner Lampen. Günstig ist auch bei Lampen an Kraftfahrzeugen keinesfalls besser.

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