Dämmmaterial Dämmaterial Glaswolle Steinwolle

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Dämmmaterial wird in so genannte WLG - Wärmeleitfähigkeitsgruppen - eingeteilt. Die heute gängigsten sind WLG 032 035 und 040. Dabei handelt es sich um einen Wert, aus dem hervorgeht, welche Wärme in einer bestimmten Zeit verloren geht (nicht ganz korrekt, aber zum Verständnis ausreichend). Je kleiner der Wert, umso geringer ist der Wärmeverlust!

Und hier die richtige Formel: Der Wärmedurchgangskoeffizient hat den Formelbuchstaben U (bis vor kurzem K). Er wird ausgedrückt in W/(m²K), also W (Leistung) geteilt durch die m² (Fläche in Quadratmeter) sowie K (Temperaturänderung in Kelvin/Grad).

Zur Verdeutlichung: Material von 120mm Dicke bei WLG 035 hat die gleichen Dämmwerte wie 140mm in WLG 040!

Andersrum bedeutet es aber auch, je kleiner die WLG-Zahl wird umso dünner kann das Material werden! Dann gibts da aber noch einen Unterschied zwischen den verschiedenen Materialien. So entspricht bei gleicher WLG 10cm Styropor etwa 12cm Steinwolle oder etwa 12 cm Foamglass. Wobei aber auch noch genau der Verwendungszweck beachtet werden muß! Styropor z.B. ist nicht feuchtigkeitsbeständig! Davon zeugen unzählige Styroporplatten am Grund von Baggerlöchern oder Seen. Deshalb wird bei der Dämmung im Erdbereich Styrodur verwendet, also die "bunten Styroporplatten". Diese Platten sind auch auf Dauer feuchteresistent und können Feuchtigkeit im Erdreich auch nicht speichern, so wie Styroporplatten.

Beispiel:

2cm WLG005 hat etwa den gleichen Dämm-Wert wie 8cm 020, oder 12 cm 030, oder 14cm 035,oder 16cm 040. Also egal welches von den vorgenannten Dämmmaterialien in der entsprechen Dicke man nimmt, die Heizkosten haben den gleichen Wert! Nur sieht 8cm Dämmung an der Fassade besser aus als 16cm. Und der entsprechende Preis muß natürlich dann auch noch gegenüber gestellt werden.

Mittlerweile gibt es "geschlossenzelligen PU-Schaum" mit einer WLG von 020! Wenn alle Randbedingungen erfüllt würden, wäre das z.B. die Superisolierung im Kellerestrich, Kälte kommt nicht mehr hoch! Natürlich auch im Dachstuhl sehr zu empfehlen, da durch die Folienbeschichtung unter anderem auch störende Funkwellen (EMV) stark abgeschwächt werden. Aber der absolute Traum im Bereich von Superisolierungen sind Vakuum-Isolierungen. Hier werden WLG-Werte bis zu 005 erreicht! Optimal für Fensterwangen oder Rollokästen. Hier entsprechen 2cm in WLG 005 immerhin 16cm Styropor in WLG 040! Mit dem Nachteil, dass man das Material  nachträglich nicht bearbeiten kann. Das Produkt muß in den Endmaßen beim Hersteller bestellt werden, da es in Alu-Folie eingeschweißt ist.

Eine in Deutschland recht unbekannte Isolierung ist Resol. Ein aufgeschäumtes Bakkelit, also dem ältesten Kunstharz zu neuem Leben verholfen. Wird in Irland von der Firma Kingspan hergestellt. Produktname Kooltherm. In Deutschland von einer einzigen Firma als Universaldämmung vertrieben, auch über ebay als 2.Wahl erhältlich. Resol ist eine Dämmung mit einer WLG von 021 bis 027, druckstabil und fast unbrennbar. Somit werden von einer Dämmplatte alle Forderungen erfüllt, die für die Kellerdeckendämmung, die Fassadenisolierung sowie die Dachisolierung und die Estrichisolierung gebraucht werden. Resol gibt es nackig, mit Fliesbeschichtung und Alubeschichtung, auch als diffusionsoffene Dämmung. Farbe ist rosa/orange. Da äüßerst druckfest und stabil optimal für den Bau von Wänden geeignet (Wohnwagen, Mobilheim, Dusche). Und bedint durch den Superdämmwert ist gegenüber den üblichen Dämmungen eine dünnere Platte erforderlich bzw. die Dämmung wird größer. Für umfassende Informationen die Niederländischen Internetseiten besuchen, denn dort wird Resol seit vielen Jahren erfolgreich verwendet!

Hier noch schnell ein paar moderne Baumängel, die bei der Fassadendämmung auftreten können! Bei den Dübeln mit Stahlnagel entsteht eine Wärmebrücke und somit nicht nur ein optischer Hinweis (Fleck)!       Dann gibts auch durchfeuchtete Styroporplatten, die also Feuchtigkeit ziehen konnten. Dämmung gleich Null, sieht ebenfalls häßlich aus.      Ameisen und anderes Getier suchen sich Löcher in der Fassade um dann zwischen Wand und Dämmung ihr Un-Wesen zu treiben.      Unten wird zumeist eine Metallleiste als Auflage des Dämmmaterials verwendet. Abgesehen von der Wärmebrücke (die dies nun mal ist)  wäre es sinnvoller, die Fläche darunter mit Styrodur zu beplanken und auf diesem dann die Wanddämmung zu gründen.       Ein weiterer "Mangel" ist der Grünbewuchs der Dämmfassade. Da die Dämmung keine Wärmespeicherung hat, kühlt die Fassade nach Sonnenuntergang sehr schnell aus. Kondenswasser bildet sich somit auch zügig. Das hat dann an den Dübeln (Metall-Wärmeleitung) Flecken zur Folge, weiterhin entsteht dieser Algen/Bakterienbelag. Teilweise kann man diesen Vorgang durch eine Fassadenimprägnierung (weiterer Ratgeber von mir) verzögern bzw. verhindern. Also Augen auf und genauestens nachfragen!

Sucht mal hier in ebay, ihr werdet genannte Materialien auch hier finden!

Stein/Glaswolle wird von den meisten Herstellern in 035 und 040 angeboten. Teilweise auch schon besser. Auch hier muß der Verwendungszweck beachtet werden. Für z.B. eine Kerndämmung muß Feuchteabweisendes Material benutzt werden.

Leider gibt es einen Hersteller, der sein Material nach Herstellung imprägniert. Er gewährt nur 5 Jahre Garantie auf sein Material. Gaaanz toll, wenn ihr euer ganzes Geld in ein Niedrigenergiehaus investiert habt und dessen Material drin habt. Nach 6/8 Jahren steigen die Heizkosten kontinuierlich an. Grund: Wasseraufnahme der Isolierung! Dadurch steigt der U/K-Wert der Fassade und wenn wie bei mir dann auch noch der Dachstuhl durchfeuchtet wird, dann wirds lustig. Ihr werdet angegriffen werden wegen "mangelhafter Dampfsperre" oder "Wäschetrocknung" im Wohnzimmer. Die Gutachter/Sachverständigen kennen dieses Problem meist noch nicht. Es ist ein moderner Mangel. Also Aufkleber der Verpackungen abreißen und aufheben, vom Bauunternehmer bestätigen lassen was er eingebaut hat.

Werde meinen Klinker wohl abreißen und dann einen neuen Wandaufbau in WLG022 wählen und mit 2 Zentimeter dicken Riemchen bekleben. Damit habe ich dann eine Dämmstärke von ca. 13cm in 022 erreicht und für die nächsten Jahre eine entsprechend geringe Gasrechnung.

Und... gaanz toll: es gibt natürlich auch noch einige Gesetze. ENEV heisst das wichtigste. Da wird uns vorgeschrieben, welche Dämmstärke wir bei einer Renovierung einzubauen haben! Und dass ein Wärmepass vorhanden sein muß! In diesem Jahr für alle, die vermieten. Demnächst auch für alte Häuser! Lasst Wärmebilder, Wärmepass und auch eine WLG/K/U-Messung der Wände/Dächer von eurem Haus machen, dann habt ihr schon mal eine Grundlage. Nicht nur Fachleute verstehen die Wärmebilder! Aber nicht den billigsten Anbieter wählen! Denn die Low-Cost-Variante macht lediglich einen Wärmepaß bezogen auf den Energieverbrauch und die Quadratmeter Wandfläche! Den könnt Ihr selber machen. Nehmt jemanden, der Euch das ganze Paket anbietet, ist teurer aber ihr wißt auch, wie und wo gespart werden kann. 

So ist es z.B. jetzt schon gesetzlich vorgeschrieben, dass Kellerdecken eines nicht geheitzten Kellers zum nächsten Stock wärmedämmend isoliert werden müssen! Oder aber die Decke zum nicht isolierten Dachstuhl ebenfalls isoliert sein muß. Habt ihr eine Wohnung vermietet, kann der Mieter den Wärmepass verlangen. Auch muß seit diesem Jahr beim Verkauf eines Hauses der Wärmepass vorgelegt werden. Bitte ladet das Gesetz z.B. im Bundesgesetzblatt-Portal.                                         

Weiteres Input findet ihr, wenn mit - enev - gesucht wird, auch entsprechene Sachverständige/Gutachter. Das ist auch ein wichtiger Punkt, warum alte Häuser äußerst schwierig zu verkaufen sind, denn der Käufer ist gesetzlich verpflichtet, das Haus den aktuellen Wärmedämmgesetzen anzupassen. Und wenn dann alte Betonsteine Verwendung fanden, dann ist eine Fassaden-Dämmung von etwa 20cm erfoderlich, wenn man nicht direkt wieder hinten anstehen will. Auch der Austausch der Fenster in aktuelle 1,1 k-Werte , ggf. der Austausch des Dachstuhls -Sparren nicht ausreichend dick genug f'ür Dämmung, da Aufsparrendämmung in Betracht ziehen!!-, Kellerfenster und Kellerdämmung ausführen und vermutlich Heizung austauschen. Verständlich, dass so zum Preis der Immobilie zusätzlich zum normalen Renovierungspreis auch noch die Gelder für die Wärmedämmung aufgebracht werden müssen. Da ist dann ein Neubau meist günstiger als der Umbau eines alten Hauses!

Da sich die Gesetze laufend ändern (aktuell ENEV 2007, die 2008 in Vorbereitung), zusätzlich aber auch noch Landesgesetze hineinwirken, ist eine konkrete Aussage, wieviel Dämmung an welchem Haus nicht möglich. Denn da spielt gravierend außer der Dicke des Mauerwerks auch noch die Art der Steine eine Rolle. So gibt es Steine, die völlig ohne Isolierung auskommen! Die sind dann zum Teil auch noch selbstverzahnend, d.h. da wird ein Haus ohne Kleber ohne Mörtel einfach Stein auf Stein gesetzt! Und das in hochisolierend! Sucht einen vernünftigen ehrlichen Fachmann, der Wärmebilder macht und den Wärmedurchgangswert der Mauer messen kann, dann habt ihr echte Daten und wißt auch, ob Feuchtigkeit negativ mitspielt. Der Preis lag bei den Messungen an meinem Haus bei unter 500.- für beides! Und aufgefallen sind dabei bei mir falsch eingestellte Sperrbolzen der Fenster, also nicht ganz dicht. Natürlich auch noch weitere Baumängel.

Bitte beachtet auch meinen anderen Ratgeber über Fassadenimprägnierung. Solltet ihr mir eure Erfahrungen mitteilen wollen, schreibt mich an! Sollte euch der Ratgeber helfen können, dann bewertet ihn bitte. Danke!

Styropor, Styrodur, Foamglass und vermutlich auch andere sind vermutlich geschützte Warenzeichen!

Deshalb: meine Ausführungen beziehen sich nicht auf die Warenzeichen, sondern auf das so umgangssprachlich genannte Material.

Und ganz zum Schluß: meine Ratgeber überarbeite ich regelmäßig. Sobald ich Kenntnis von neuen Materialien bzw. Mängeln erhalte, ergänze ich den Ratgeber. Freude bereiten mir Eure mir geschilderten Probleme und Erkenntnisse. Davon leben meine Ratgeber

 

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