DVBT-Antennen für Innen und Außen

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DVBT-Antennen für Innen und Außen

Kabel- und Satellitenrundfunk sind nicht die einzigen Möglichkeiten, Fernsehprogramme zu empfangen. Der digitale Antennenrundfunk DVB-T und der Nachfolger DVB T2 HD decken als weitere Übertragungsmöglichkeiten den Bedarf vieler Haushalte ab. Über eine Antenne empfangen Sie die wichtigsten Programme. Im vorliegenden Ratgeber erhalten Sie viele Informationen zu den metallischen Empfängern. Sie erfahren, welche Besonderheiten es beim Antennenrundfunk gibt, worauf Sie beim Kauf achten sollten und wie Sie ihre Antenne am leichtesten ausrichten. Nutzen Sie diese kurze Einführung als erste Orientierungshilfe bei der Auswahl eines passenden Geräts.

Was bedeutet DVB-T und DVB-T2 HD?

DVB-T bedeutet Digital-Video-Broadcasting-Terrestrial. Es handelt sich dabei um eine Form der digitalen Rundfunkübertragung. Sie umfasst Fernsehen und Radio. DVB-T ist der Nachfolger des analogen Antennenfernsehens. Die Ausstrahlung erfolgt in den meisten europäischen Ländern flächendeckend über Sendemasten. DVB-T stellt die Grundversorgung im Bereich Rundfunk sicher.

Seit Mai 2016 gibt es in Deutschland eine DVB-T-Nachfolger-Technik, nämlich DVB-T2 HD. Die 2 bezeichnet die 2. Generation, die Abkürzung HD steht für High Definition. Vorerst nur in bestimmten Regionen zu empfangen, soll bis 2019 die Umstellung flächendeckend und deutschlandweit erfolgen.

Andere wichtige Übertragungsarten sind DVB-C (Cable) und DVB-S (Satellite). Der Antennenrundfunk arbeitet mit der gleichen Komprimierung. Das Signal wird in MPEG-2 und MPEG-4 verdichtet. Dies sind die Standard-Verfahren zur Digitalisierung von Signalen. Die Übertragung der Daten erfolgt in Form von kompakten Paketen. Sie enthalten zusammen­gefasste Fernseh-, Audio- und Zusatzdaten.

Beim DVB-T werden Programme auf den Frequenzen VHF- (Very High Frequency) und UHF- (Ultra High Frequency) übertragen. Auf jedem Frequenzbereich befinden sich mehrere Kanäle, auf jedem Kanal mehrere Sender. In Deutschland sind sie zu 3 Empfangspaketen á 4 Sender zusammengefasst. Dazu zählen die Programme der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, wichtiger Privatsender und einiger Drittanbieter.

Bei DVB-T2 HD werden die zu empfangenen Daten verbessert und in stark komprimierten Paketen gesendet. Die Datensignale für Radio und TV werden terrestrisch verbreitet. Im Gegensatz zu DVB-T hat die neue Technik eine höhere Bandbreiteneffizienz, das Signal ist also schneller und robuster.

Wie empfangen Sie DVB-T und DVB-T2 HD?

Im einfachsten Fall genügt eine DVB-T-Box. Sie schließen diesen preisgünstigen Empfänger an den Fernseher an. Optional verwenden Sie ein Kombigerät. Es erlaubt Ihnen den Empfang von Antennen- und Satellitenprogrammen. Bedient wird es per Fernsteuerung. Die Nutzung ist dann sinnvoll, wenn Sie terrestrische Programme aus Österreich und Schweiz empfangen möchten. Programme, die über Satellit verschlüsselt sind, empfangen Sie über Antenne.

Eine weitere Möglichkeit ist ein integrierter Tuner im Fernsehgerät. Empfang ist damit möglich, sobald eine Antenne angesteckt wird. Mit USB-DVB-T-Sticks empfangen Sie terrestrisches Fernsehen ergänzend auf ihrem Computer.
Wenn Sie DVB T2 HD empfangen wollen, benötigen Sie ebenfalls ein Empfangsgerät. Für gewöhnlich handelt es ich dabei um einen Receiver und eine Antenne. Einige Fernsehgeräte können auch mit integrierten Empfangsgerät erworben werden. Wenn Sie bereits über ein Empfangsgerät für herkömmliches DVB-T verfügen, können Sie dieses für den DVB-T2 HD Empfang auch umrüsten.

Normalerweise ist hier der Receiver-Austausch ausreichend, die Antenne ist meistens in der Lage, die Signale von DVB-T als auch von DVB-T2 HD zu empfangen. Falls DVB-T2 HD in Ihrem Umkreis noch nicht ausgestrahlt wird – die neuen DVB-T2-HD-Receiver sind in der Lage, auch noch das herkömmliche DVB-T-Signal zu empfangen.

Was für eine Antenne benötigen Sie?

Es gibt Antennen zur Installation in der Wohnung und solche für den Außenbereich. Die Entscheidung hängt davon ab, wie weit der nächste Sendemast entfernt ist. Ist die Entfernung groß, benötigen Sie eine Antenne auf dem Dach. Bei geringeren Entfernungen bringen Sie sie an der Wand an. Ältere Anlagen können unter Umständen reaktiviert werden. Informieren Sie sich hierzu bei einem Techniker.

Je näher sich Ihr Wohnort an einem Sendemast befindet, desto weniger leistungsfähig muss die Antenne sein. Bei großer Nähe genügt eine passive Stabantenne. Ist die Entfernung größer, nutzen Sie aktive Antennen. Über die Entfernungen informieren Sie sich im Internet. Die Standorte der Sendemasten sind auf Karten vermerkt. Beim Kauf im Internet achten Sie auf das Rückgaberecht. Falls ihre Antenne keinen Empfang hat, können Sie sie innerhalb der zweiwöchigen Widerrufsfrist zurückschicken.

Die Zimmerantenne ist in städtischen Ballungsräumen verbreitet. Es gibt zwei verschiedene Arten, passive und aktive. Am Fenster ist der Empfang besser als in den hinteren Bereichen des Zimmers. In oberen Etagen ist er besser als im Keller. Bei guten Empfangsbedingungen verwenden Sie eine passive Stabantenne. Sind die Bedingungen nicht ideal, nutzen Sie eine aktive Antenne mit eingebautem Signalverstärker. Achten Sie darauf, dass der Empfang für alle Sender gleich gut ist.

Aktive Antennen nehmen Signale für DVB-T und DVB-T2 HD besser auf als passive Stabantennen. Ihr Nachteil besteht darin, dass Sie eine externe Stromversorgung benötigen und entsprechen mehr Strom verbrauchen. Darüber hinaus sind sie aufgrund des integrierten Verstärkers häufig teurer in der Anschaffung als passive Zimmerantennen. In der Regel liegt der Strom am Receiver an. Die Antenne wird über das Verbindungskabel gespeist. Andere Geräte werden separat mit einem Netzteil betrieben. Sie sind nicht von der Versorgungsspannung des Antennenkabels abhängig. Im Menü von Receiver oder Fernseher deaktivieren Sie entsprechend die Antennenversorgung.

Einige Antennen verfügen über DECT- und GSM-Filter. Damit sind sie gegen störende Einflüsse von Handys und drahtlosen Telefonen geschützt.

Ist der Empfang schlecht, schafft ein Antennenverstärker Abhilfe. Mit einem Regler stellen Sie den Pegel nach Bedarf ein. Achten Sie auch darauf, dass die Antenne nicht zu nah am Receiver oder an der Top-Box steht. Signalüberlagerungen verschlechtern das Bild. Beeinträchtigungen entstehen weiterhin durch Energiesparlampen, ältere Kühlschränke, billige Drahtlostelefone oder die Alarmanlagen benachbarter Häuser. Entfernen Sie die betroffenen Geräte so weit wie möglich aus dem näheren Radius des Receivers.

Worauf müssen Sie beim Kauf einer Antenne für DVB-T und DVB-T2 HD achten?

Wichtig ist zunächst die Entscheidung, ob Sie eine aktive oder passive Antenne benötigen.  Achten Sie bei aktiven Antennen darauf, mit welcher Speisespannung sie betrieben werden. Nicht alle Receiver unterstützen die gleiche Spannung.

Für einen guten Empfang ist ein leistungsstarker Verstärker notwendig. Die Signalverstärkung wird in dB angegeben. Vergleichen Sie die Werte verschiedener Angebote. Filter zur Entstörung des Funksignals tragen ebenfalls zur Qualitätssteigerung bei.

Je nach Standort muss die Antenne mechanischen Anforderungen standhalten. Beim Aufstellen in der Wohnung sind stabile Standfüße wichtig. Sie verhindern das Wegrutschen. Einige Geräte nutzen auf metallischen Untergründen die Magnettechnik.

Das Kabel ist idealerweise so lang, dass bei der Positionierung der Antenne viele Möglichkeiten realisierbar sind. Damit Receiver, Antenne und Fernseher sich in ihrer Funktionsweise nicht beeinträchtigen, ist eine Länge von mindestens 2 m angebracht.

Bei Außenantennen ist der Temperaturbereich wichtig. Moderne Geräte widerstehen Tempe­raturen von -20 - +65°C. Auch bei schlechtem Wetter sollte der Empfang nicht beeinträchtigt sein. Zum Materialschutz der Antenne tragen wasserdichte Verkleidungen und Schutztüten für die Kabel bei.

Um DVB-T2 HD zu empfangen, ist der Neukauf einer Antenne für gewöhnlich nicht erforderlich. DVB-T-taugliche Antennen sind auch für die nächste DVB-T-Generation einsetzbar. Wichtig ist nur der entsprechende Receiver. Alte DVB-T-Receiver können die DVB-T-HD-Signale nicht in ein TV-Bild umwandeln. DVB-T2-HD-geeignete Receiver hingegen können auch das DVB-T-Signal empfangen. Einige Nachbarländer empfangen schon seit mehreren Jahren DVB-T2, sodass DVB-T2-taugliche Empfangsgeräte auch bei uns erhältlich sind. Ob diese aber auch für deutsche Standards gelten, ist oft nicht ersichtlich. Achten Sie darum beim Kauf einer Antenne für DVB-T2 HD unbedingt auf das grüne DVB-T2-HD-Logo. Damit ausgezeichnete Geräte sind für Deutschland uneingeschränkt tauglich.
 

Wie richten Sie die Antenne aus?

Verfügen Sie bereits über eine Anlage, lassen Sie sie von einem Fachmann inspizieren. Er sagt ihnen, ob neben der Montage zusätzliche Justierungsarbeiten notwendig sind. Sie können Verstärker und Anschlussdosen betreffen. Je nach Wohnort müssen sie für unterschiedliche Frequenzen geeignet sein.

Der erste Schritt bei der Montage ist der Anschluss der Antenne an den Receiver. Haben Sie dies getan, rufen Sie das Receivermenü auf dem Fernsehbildschirm auf. Sie bekommen dort die Signalstärke angezeigt.

Der nächste Schritt ist die Ausrichtung der Antenne. Sie nehmen sie in die Hand und bewegen sich damit im Raum. Behalten Sie dabei stets die Anzeige der Signalstärke im Auge. Wenn der Zeiger weit ausschlägt, ist der Empfang gut. Ideal sind Standorte auf Fensterbrettern oder Schränken. Im Internet können Sie herausfinden, wo sich der nächste Sendemast befindet und die Antenne dementsprechend ausrichten.

Haben Sie guten Empfang, schalten Sie einmal quer alle Sender durch. Dabei achten Sie darauf, ob die Qualität konstant bleibt. Die Empfangsstärken können von Sender zu Sender stark variieren. Wenn der Empfang bei allen Sendern gut ist, eignet sich der Standort der Antenne gut. Durch langsames Drehen verbessern Sie ihn zusätzlich.

Viele DVB-T-Receiver verfügen neben dem Eingang auch über einen Ausgang. Daran können Sie über ein Kabel einen Receiver in einem anderen Zimmer mit dem Signal versorgen. Die Qualität ist marginal geringer.
 

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Welche Vorteile hat DVB-T2 HD und DVB-T gegenüber analogem Fernsehen?

Der erste große Vorteil besteht in der Kompression. Auf der Bandbreite eines einzigen analogen Kanals können 3–14 Sender in Standardauflösung ausgestrahlt werden. Mit HD-Auflösung und MPEG-4-Komprimierung sind 3-6 Sender möglich. In den meisten Regionen Deutschlands empfangen Sie 8-32 Sender. Das sind weniger als beim digitalen Kabel aber mehr als bei analogem Antennenfernsehen. HD-Programme gehören in den frühen Stadien des DVB-T nicht dazu.

Die Bildqualität ist bedeutend besser als beim analogen Antennenfernsehen. Reflexionen und Geisterbilder treten dank der neuen Technologie nicht mehr auf. Das digitale Signal bietet eine bessere Qualität und ist umfassender gegen Störungen geschützt. Darüber hinaus nutzt sie die vorhandene Bandbreite sparsamer.
Ein weiterer Vorteil ist die Mobilität. Mit einem USB-DVB-T-Stick empfangen Sie von jedem Ort aus Antennenfernsehen. Sendemasten sind flächendeckend verteilt. Zur Bildausgabe benötigen Sie lediglich einen Computer, Mini-Fernseher oder DVB-T-Handy.

DVB-T verursacht wie der Satellitenempfang keine laufenden Kosten. Sie müssen lediglich den Receiver und eine Antenne kaufen. Antennen sind günstig und können für wenig Geld erstanden werden. Kabelmieten wie bei DVB-C sind nicht zu entrichten. Einzig die Rundfunkgebühren verbleiben.

DVB-T2 HD hat den Vorteil einer verbesserten Bildqualität und bietet sogar eine höhere Auflösung als Satellit oder Kabel. Darüber hinaus werden mehr Programme für den Verbraucher zur Verfügung stehen.
 

Welche Nachteile gibt es bei der Nutzung von DVB-T und DVB-T2 HD?

Die Programmauswahl ist bedeutend geringer als bei DVB-S und DVB-C. Die Bild- und Tonqualität sind ebenfalls schlechter. Bei schnellen Bewegungen auf dem Schirm kommt es zur Entstehung von Artefakten (Klötzchenbildung).

DVB-T-Signale sind störanfällig. Ausfälle des Signals treten häufig auf. Beeinträchtigungen durch andere Signale machen sich in plötzlichem Einfrieren des Bildes, Knackgeräuschen und Bildausfällen bemerkbar. Bei Störungen hilft die Bundesnetzagentur nur dann, wenn es sich um eine fest an der Außenwand angebrachte Anlage handelt. Zimmerantennen werden nicht repariert. Viele der heutigen Fernsehgeräte haben eine sehr hohe Auflösung. Aufgrund der geringen Signalstärke kommt es mit DVB-T daher häufig zu einem stockenden und verpixelten Bild.

DVB-T2 HD hat eine schnellere und robustere Signalstärke und entspricht dem technischen Standard der modernen TV-Geräte. Ein Nachteil könnten allerdings die Folgekosten dieser Empfangsart sein. Während beim DVB-T lediglich die Anschaffungskosten anfallen, planen die privaten Sender eine regelmäßige Gebühr für ihre Programme zu entrichten.

Für wen lohnt sich DVB-T und DVB-T2 HD?

DVB-T ist für Nutzer geeignet, die wenig fernsehen und lediglich die wichtigsten Hauptsender empfangen wollen. Die geringere Bildqualität ist bei sporadischer Nutzung des Fernsehers zu verschmerzen. DVB-T kann ergänzend zum Kabel- oder Satellitenempfang genutzt werden. In grenznahen Regionen empfangen Sie ausländische Kanäle, die über Satellit verschlüsselt sind. Parallel zum HD-Hauptfernseher sind Geräte mit Antennenschluss als Zweitfernseher für Kinder- oder Gästezimmer geeignet.

Eine dritte Nutzungsmöglichkeit ist für Menschen interessant, die viel reisen. Durch die flächendeckende Verbreitung von Sendemasten empfangen Sie DVB-T mit der geeigneten Antenne an vielen Orten. USB-DVB-T-Sticks ermöglichen den Empfang am Laptop. In Hotelzimmern wird er zur Alternative des spärlichen Fernsehprogramms mancher Hotels.

Die neue Technik DVB-T2 HD hingegen ist absolut für TV-Genießer geeignet. Brillante Auflösung, eine riesige Programmauswahl sowie die komprimierte Datenübertragung machen die DVB-T2-HD-Technik zur gleichwertigen Option zu Kabel und Satellit.
 

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