DIE BIET - SPIONAGE

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Seine Konkurrenz zu kennen, ist ein großer Vorteil. Doch wie kundschaftet man bei eBay anonyme Mitbieter aus? Durch ihr Verhalten - das ist nämlich alles andere als geheim.

Wieder kurz vor Schluss überboten worden. Dabei war die Stehlampe schon fest für die Wohnzimmerecke eingeplant. Hätte man nicht doch etwas später in den Bietkampf einsteigen sollen? Jetzt geht die Jagd nach der passenden Beleuchtung wieder von vorne los. Aber diesmal schauen wir uns die Konkurrenz genau an und schlagen sie mit ihren eigenen Waffen. Denn obwohl eBay den Namen des Höchstbietenden anonymisiert hat - man kann seine Konkurrenten ziemlich einfach ausspionieren. Wie das geht? Einfach auf den durch Sternchen unkenntlich gemachten eBay-Namen des Bieters klicken, dann erscheint die Gebotsübersicht mit seinem Bietverhalten in den letzten 30 Tagen. Wer wissen will, wie viele Konkurrenten er bei einer Auktion hat, kann die Zahl der Beobachter unter wortfilter.de/Tools/beobachter/beobachter.php bequem auslesen. Wenn man seine Mitbieter besser kennt, kann man sie bei Auktionen leichter besiegen. Ich stelle ihnen vier häufige Bieter-Typen vor.

1. DER ZOCKER

Dieser Artikel gehört mir! Und zwar oft schon Tage, bevor das Angebot ausläuft. Der Zocker kann seinen Bietfinger nicht ruhig halten. Wird er überboten, erhöht er in 1-Euro-Schritten so lange den Preis, bis er wieder Höchstbietender ist. Die Anzahl seiner Gebote auf einen Artikel ist deswegen höher als eins. Einzige Ausnahme: Er ist alleiniger Interessent. Seine Gebotsaktivität (der Prozentsatz seiner Gebote, die an den aktuellen Verkäufer gingen) ist niedrig - der Zocker bietet eben gern und viel auf unterschiedliche Artikel, was sich am Verhältnis der Gebotsanzahl zur Anzahl der unterschiedlichen Artikel, auf die er geboten hat, ablesen lässt. Gebotsrücknahmen macht er hin und wieder - wenn nach dem Bietrausch das böse Erwachen kommt.

BESTE GEGENMASSNAHME: Erst in letzter Sekunde bieten. Dann hat der Zocker keine Chance mehr, höherzugehen.

2. DER VERGESSLICHE

Sicherheitshalber gehe ich mit! Der Vergessliche bietet erst einmal einen Euro, damit er ja die Erinnerungsmails von eBay bekommt, wenn der Artikel ausläuft. Die Entscheidung ob er die Ware auch will, vertagt er auf später. Und dann ist die Auktion doch ohne ihn zu Ende gegangen - der Vergessliche hat auch seine E-Mails ignoriert. Deswegen ist die Anzahl seiner Gebote oft bei eins und die Ausbeute seiner gewonnenen Auktionen mager. Das Verhältnis von Geboten zu unterschiedlichen Artikeln ist fast gleich. Der Vergessliche ist oft selbst überrascht, wenn er den Zuschlag bekommt. Seine Aktivität bei einem bestimmten Verkäufer ist deswegen gering. Gebotsrücknahmen kommen selten vor - einen Euro kann er immer entbehren.

BESTE GEGENMASSNAHME: Braucht man nicht. Der Vergessliche vergisst die Auktion sowieso. Gefährlich wird es nur, wenn ihn jemand erinnert.

3. DER BEQUEME

Er liebt den Bietagenten von eBay und setzt sein Gebot gleich zu Beginn einer Auktion, spätenstens aber einige Stunden vor Ende - schließlich geht dann das System automatisch bis zu seinem Maximalgebot mit. Und er hat schließlich Besseres zu tun, als vor dem Computer zu sitzen. Ob er eine Auktion gewonnen hat, schaut er gemütlich am nächsten Tag nach. Die Anzahl seiner Gebote ist deswegen durchwachsen: Sie hängt von der Aktivität seiner Konkurrenten ab. Es kann allerdings zu Gebotsrücknahmen kommen - der Bequeme wird oft von hohen Preisen überrascht und mag sich kaum erinnern, dass ihm ein T-Shirt am Tag zuvor wirklich so viel wert war.

BESTE GEGENMASSNAHME: Einen hohen Preis bieten. Erhöhen kann der Bequeme sein Maximalgebot schließlich nicht mehr, weil er nicht an seinem PC sitzt.

4. DER PROFI

Die Arbeit mit mehreren Browser-Fenstern ist für den Profi normal. Schließlich muss das Gebot (das natürlich eine genau berechnete Höhe hat) in der allerletzten Sekunde abgegeben werden. Bequeme Profis lassen dafür ein Sniperprogramm arbeiten, das automatisch kurz vor Schluss für sie bietet. Sie geben deswegen stets nur ein Gebot ab - und gewinnen. Das Verhältnis von Gebotszahl zu Artikel ist genau 1:1. Gebotsrücknahmen sind ein Fremdwort - ist doch alles vorher genau kalkuliert worden.

BESTE GEGENMASSNAHME: Ein besseres Sniperprogramm benutzen. Und eine noch schnellere Internet-Leitung.

 

DIE OPTIMALE STRATEGIE,WIE SIE SCHNÄPPCHEN ERSTEIGERN

Erst eimal sollten Sie wissen, ob es sich bei dem Artikel um ein Unikat handelt oder ob das gleiche Modell öfter angeboten wird. Weil sie bei einem Unikat eine andere Bietstrategie verfolgen sollten als bei einer Mehrfachauktion. Ist ein Angebot einmalig, sollten Sie sich genau überlegen, was Ihnen der Gegenstand wert ist. Denn nur ihre Wertschätzung für das Produkt zählt - der Marktpreis kann durchaus niedriger sein. Wenn Sie sich mit der Gebotshöhe ganz sicher sind, erst in der allerletzten Sekunde. So halten sie Ihre Wertschätzung geheim und kein anderer kann sich an Ihnen orientieren.Wenn Sie sich unsicher sein sollten, dann ist es geschickter, früher zu bieten. So sehen sie , ob andere mitgehen und was Ihrer Konkurrenz der Gegenstand wert ist. Sie können sich dann einfach an der Wertschätzung der anderen orientieren. Die Frage ist eben immer, wie gut Sie sich mit einer Sache und ihrem Wert auskennen. Wenn ihr Modell jede Stunde einmal ausläuft und einen Mindestpreis von zehn Euro hat - bieten Sie sofort. So schrecken Sie andere interessenten ab und signalisieren: Das ist mein Hut, ich habe da schon drauf geboten, nimm du den nächsten in einer Stunde! Worauf Sie unbedingt noch achten sollten! Wählen Sie keinen prominenten Höchstbetrag wie 100 Euro, das nehmen auch viele iher Mitstreiter. Mit einer krummen Zahl, also 101,11 Euro, bekommen Sie den Zuschlag viel eher.

 

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