Creative Audigy 2 ZS Soundblaster vs. Philips SBC 724

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Ich möchte den Testbericht kurz halten.

Zum Test standen mir zwei Soundkarten, Creative Audigy 2 ZS und Philips SBC 724.


Ersteindruck:
Auf den ersten Blick schaut die Creative wertiger aus. Alle Kontakte vergoldet, vergoldetes Markenlogo. Und ein Firewire Anschluss.
Die Philips Soundkarte hält sich da eher zurück, nur mit Plastik umhüllte Anschlüsse (die allerdings besser sind, siehe weiteren Text).
Die Creative strahlt durch ihren großen Audigy 2 Signalprozessor, was man von der Philips nicht behaupten kann, ein mickriger Via Prozessor.
Doch der DAC und damit die wichtigste Komponente für die Musikwiedergabe ändert dann das Erscheinungsbild. 
Die Creative besitzt einen DAC von Cirrus Logic aus den USA. Dagegen kann die Philips mit einem Wilson Chip aus England trumpfen.

Klangcheck:
Getestet wurden beide Karten an einer Anlage mit 2 neutralen Telefunken L 50 (keine Emotionen, keine übergroße Bühne, aber dafür exakt) und abwechselnd 2 Grundig Super-Hifi 230a (relativ große Bühne, beeindruckender/lebendiger Klang dank AlNiCo Konushochtönern) Lautsprechern und einem Bassreflex Subwoofer. Beide Lautsprecherpaare haben vergleichsweise mit Kalotten prägnante Höhen. Als Verstärker dienten zwei separate Endstufen, die eine 2 Kanal mit 2x 75 Watt, die andere 2x50 Watt RMS versteht sich natürlich. 
Die Lautsprecher wurden ausgewählt, wegen ihres Konushochtöners. Dieser  spielt im Monitoringbereich, also bei  0° Abstrahlwinkel zum Hörer präziser und hochauflösender als viele Kalotten. 
Die Creative zeigte sich sehr analytisch. Sie gab alle Details wieder. Allerdings kann dies je nach Anlage (die meisten spielen im Hochtonbereich etwas über der Frequenznulllinie) schnell nervig werden. Die Höhen waren sehr prägnant vorhanden, was ein längeres Hören bei hohen Lautstärken ausschloss. Der Tiefbass lies dabei etwas zu wünschen übrig, Filmbässe unterhalb von 40 Hz waren weniger effektvoll vorhanden als bei der Philips. Womit die Philips  vor allem überzeugen konnte, war der warme Klang. Nichts war überspitzt, die Höhen waren unaufdringlich und über mehrere Stunden genießbar. Andere Lautsprecher wie die Braun L420, Heco, Canton spielten mit ihren Kalotten unemotional und langweilig, was allerdings an den Lautsprechern selbst liegt.
Der Unterschied zwischen der Creative und der Philips ist gewaltig, bevor man seine Lautsprecher wechselt, sollte man evtl. die Soundkarte austauschen:
a) die Creative spielt analytisch, die Philips warm in den Höhen und mit schönem Tiefbass unterhalb von 40 Hz (für die die Filme mit Kinosaalbässen erleben möchten)
b) die vergoldeten Metall-Klinken Anschlüsse der Creative sind mehr Optik als Funktion. Den empfindliche Endstufen rauschen durch den Kontakt zu Metall und damit zu weiteren Komponenten im Computer.
c) die Software von Philips bietet sinnvollere Einstellmöglichkeiten wie die Anhebung des Basses bei 31 Hz, was bei der Creative fehlt.

Support:
Creative wird von vielen Spielen unterstützt, was man von der Philips nicht behaupten kann. Diese gibt oft keinen Sound wieder, man muss umständlicherweise im Windows Sound Menü die Hardwarebeschleunigung auf 0 setzen. Die Philips Software gefällt auf Anhieb mit ihrem Sound Agent 2, der sehr übersichtlich und sinnvoll aufgebaut ist. Keines der Effekte ist empfehlenswert, da diese den Klang nur verschlechtern. 

Fazit:
Für mich ist die Philips aufgrund ihres sehr charmanten Sound Agent 2 und der sehr britischen warmen Klangeigenschaften der klare Testsieger. Wer Spiele spielt, dem empfehle ich die Creative zu nehmen, aufgrund der Treiberunterstützung. Wer viel Musik hört und Filme anschaut, der wird die SBC 724 lieben. Tiefe, druckvolle Bässe mit angenehm warmen Höhen. 


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