Constantin d. Große und seine Zeit

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Constantin d. Große und seine Zeit aus numismatischer Sicht

Äußerlich auffallend an den Münzen der Ära von Kaiser Constantin I. ist nicht nur die vorzugsweise Ausprägung der lt. RIC mit Halbfollis bezeichneten neuen Nominale, sondern besonders die im Vergleich zu den Vorgängern deutlich flachere und idealisierte Porträtdarstellung. Obwohl grundsätzlich nicht selten, sind die Münzen dieses Herrschers in guter Qualität bis heute gesucht und sehr gerne gesammelt.

Constantin selbst, als erster christlicher Kaiser im römischen Imperium, führte im Jahre 312 eine neue Goldwährung ein, den Solidus, der den bis dahin vorherrschenden Aureus - der zwar noch einige Jahre in alter Form weitergeprägt wurde - nach und nach völlig verdrängte. Mit der Einführung der neuen Silbermünze Siliqua, die den Argenteus ablösen sollte, und der schwereren Miliarense, wird die massive Währungsreform fortgesetzt.

Ab dem Jahre 326 nimmt Byzantion, welches sich Constantin aufgrund der ausgezeichneten Lage zu seiner Residenz ausbauen läßt, die Tätigkeit als Münzstätte auf.

330 n.Chr. wird das ursprüngliche Byzantion feierlich in Constantinopel umgetauft und zur nunmehrigen Hauptstadt des Ostens erklärt. Vermutlich zur selben Zeit - wahrscheinlich aus genau diesem Anlass - erscheinen Stadtmünzen, die beide Hauptstädte gleichermaßen würdigen. Es handelt sich dabei um Kleinfollis mit Büsten der behelmten Stadtgöttinnen und der Umschrift CONSTANTINOPOLIS bzw. VRBS ROMA.

Noch bevor das Christentum zur Staatsreligion erklärt wird, lässt der Kaiser Münzen prägen, die auf seiner Helmzier ein Christogramm zeigen. Berühmt ist der Ausspruch, den er anlässlich einer bevorstehenden Schlacht gegen seinen Widersacher Maxentius tätigte und der ihm angeblich im Traum den für ihn positiven Schlachtverlauf prophezeite: In hoc signo vinces, "Unter diesem Zeichen wirst Du siegen".

Constantin gilt als Begründer des orthodoxen Glaubens, seine monarchistische Herrschaftsform, die er sich von der Kirche absegnen ließ, fand ihre Fortsetzung im byzantinischen Kaisertum, im europäischen Mittelalter mit gegenseitigem Abhängigkeitsverhältnis von Kaiser und Klerus, sowie im russischen Zarenkult.

Lebensdaten:

geb. 274 in Naissus (heutiges Nisch / Serbien), als Sohn des Constantius I., Chlorus

306-307, Caesar

307-337, Augustus (bis 309 Filius Augustorum)

gest. 337 während eines Feldzugs in Mesopotamien

Während seiner Regentschaft zu Caesaren ernannt, wurden die Söhne Crispus, Constantin II., Constantius II., Constans; sowie Delmatius (Neffe)

Hanniballianus (Neffe) wurde zum Rex ernannt

Münzprägungen für: Stiefmutter Theodora, Mutter Helena, Frau Fausta

Erläuterung:

RIC = Roman Imperial Coinage, Standardwerk

 

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