Computer, Tablets & Netzwerk – wie Sie Ihre persönliche EDV aufbauen

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Computer, Tablets & Netzwerk – wie Sie Ihre persönliche EDV aufbauen

Besitzen Sie mehrere Computer oder Laptops? Arbeiten Sie damit räumlich getrennt auf mehreren Etagen? Transportieren Sie Ihre Daten noch per USB-Stick von einem Rechner zum anderen und können Sie nur von einem Arbeitsplatz aus drucken? Mit einem Heimnetzwerk verbinden Sie Ihre Geräte miteinander und können Daten, Drucker und Speicherplatz überall verfügbar machen. Die folgenden Hinweise führen Sie zu einem maßgeschneiderten Netzwerk.

Erste Schritte zum Heimnetzwerk

Führen Sie zunächst eine erste Bestandsaufnahme Ihrer Heim-EDV aus. Welche Geräte liegen vor und welche Möglichkeiten der Netzwerkanbindung haben sie? Möchten Sie feste Arbeitsplätze mit sogenannten Workstations (PCs mit festem Aufstellungsort) einrichten? Oder arbeiten Sie gern ortsunabhängig und stellen Ihr Laptop im jeweiligen Raum auf? PCs und Laptops weisen zumindest einen LAN-Anschluss auf und benötigen somit eine Netzwerkverkabelung. Schauen Sie hierzu einmal in die Gerätebeschreibungen, der LAN-Anschluss sollte eine Übertragung von mindestens 100 Megabit leisten. Optional kann auch jeweils eine WLAN-Funktion verfügbar sein, dann kann die Integration in ein Heimnetzwerk auch kabellos erfolgen. Beziehen Sie auch Tablet-PCs in Ihre Überlegungen ein. Ein Tablet ist deutlich kleiner als eine Workstation oder ein Laptop und kann dabei viele wichtige Funktionen übernehmen. Beispielsweise sind E-Mail-Korrespondenz, Internetrecherche und Mediennutzung wie Film- und Musikabruf damit möglich.

Wo befindet sich Ihr Internetzugang und welche Technik ist vorhanden?

Werfen Sie einen Blick auf Ihren Internetzugang. In der Regel handelt es sich bei der verwendeten Technik um einen DSL-Router oder ein Kabelmodem mit Router-Funktion. Der Einfachheit halber wird im Folgenden beides als Router bezeichnet. In der einfachsten Ausstattung ist der Router mit nur einem Netzwerkanschluss ausgerüstet und es kann daher nur ein Computer via Netzwerkkabel daran angeschlossen werden. Besser ausgestattete Modelle bieten Anschlussmöglichkeiten für bis zu vier Rechner und eine zuschaltbare WLAN-Funktion, die zudem einen kabellosen Zugang zum Netzwerk ermöglicht. Einige Varianten bieten zusätzlich noch USB-Anschlüsse an, mit denen ein Drucker oder eine externe Festplatte im Netzwerk verfügbar gemacht werden können. Wenn Ihr Router zu wenige Netzwerkanschlüsse für Ihre Zwecke hat, müssen Sie ihn nicht gleich austauschen. Es kommt vielmehr eine weitere Netzwerkkomponente infrage, die im Fachjargon „Switch“ genannt wird. Ein Switch wird direkt mit dem Router (dies wird als „uplink“ bezeichnet) gekoppelt und kann wahlweise acht, zwölf oder sogar 16 Netzwerkmitglieder mit ihm verbinden. Neben der reinen Netzwerkanbindung können bestimmte Switch-Typen auch den Datenverkehr optimieren. Für ein kleines Heimnetzwerk reichen die einfacheren Modelle im unteren Preissegment jedoch völlig aus.

Wie sind Ihre Räumlichkeiten ausgestattet?

Wenn Sie Ihre Bestandsaufnahme abgeschlossen haben, machen Sie sich Gedanken über die eigentliche Gerätenutzung je Raum. Im klassischen Arbeitszimmer mit genügend Freiraum hat eine Workstation durchaus Ihren festen Platz, auch der Drucker und Zubehörteile wie externe Festplatten oder Scanner sollten hier aufgestellt werden. Im Optimalfall befindet sich hier auch der Router bzw. das Kabelmodem. Ein Jugendzimmer sollte ebenfalls einen festen PC-Arbeitsplatz aufweisen. In den restlichen Wohnräumen bis hin zum Wintergarten nutzen Sie einfach Ihr Laptop oder den Tablet-PC. Für Ihr Wohnzimmer sollten Sie sich eine besondere Variante anschauen: den Einsatz eines sogenannten Net-Toprechners. Hierbei handelt es sich um einen Miniatur-PC, der auf der Rückseite eines Fernsehgerätes mit einer speziellen Halterung angebracht wird und dort unsichtbar seine Arbeit verrichtet. Die Halterung nennt sich VESA-Aufnahme und kann bei modernen „Fernsehern“ in extra dafür vorbereitete Gewindebuchsen eingeschraubt werden. Für die Bedienung setzen Sie eine kabellose Bluetooth-Tastatur mit integrierter Mausfunktion ein. Auf eBay werden zahlreiche Nettops und dazu passende Fernseher und Bedienungselemente angeboten.

Netzwerkanschlüsse in jedem Raum

Sind Ihre Räumlichkeiten durchgehend mit Netzwerkanschlüssen ausgestattet? Dann haben Sie leichtes Spiel, Ihr Rechner muss nur über ein Netzwerkkabel mit der jeweiligen Netzwerkdose verbunden werden.

Räume ohne Netzwerkanschlüsse

Wenn Sie in Räumen ohne Netzwerkverkabelung einen PC-Arbeitsplatz einrichten wollen, stellt die WLAN-Nutzung eine Lösung dar. Bei PCs ohne WLAN-Fähigkeit biete sich eine Nachrüstung dieser Funktionalität an. Diese Nachrüstung erfolgt über eine WLAN-Erweiterungskarte oder einen WLAN-Adapter. Falls Sie Ihren PC lieber nicht öffnen wollen, entscheiden Sie sich für den Adapter. Er wird einfach in einen USB-Steckplatze am Gehäuse eingesetzt. Achtung: Es gibt Räumlichkeiten, bei denen bauart- oder lagebedingt keine oder nur sehr schwache WLAN-Verbindungen möglich sind. Die WLAN-Signalstärke von Router oder Modem kann in diesem Fall mit einem Repeater über eine größere Distanz verstärkt werden. Steht Ihnen ein Laptop mit WLAN-Funktion zur Verfügung? Testen Sie mit diesem Laptop die Empfangsqualität in jedem Raum, das erspart Ihnen unangenehme Überraschungen bei der späteren Arbeit.

Die Netzwerkplanung

Nachdem Sie nun eine Vorstellung von der Geräteaufteilung und der Raumzuordnung haben, befassen Sie sich mit den eigentlichen Nutzungsmöglichkeiten.

Für geringe Ansprüche: minimalistische Heimnetzwerke

Das kleinste denkbare Heimnetzwerk besteht aus exakt zwei Rechnern und einem sogenannten „Cross-Over“-Kabel. Cross-Over Kabel sind anders verdrahtet als normale Netzwerkkabel und ermöglichen die direkte Verbindung zweier Computer ohne zusätzliche Hardware wie Router oder Switch. Bei dieser Netzwerkversion ist der Betrieb eines Druckers oder die Nutzung einer externen Festplatte möglich, wenn die betreffenden Geräte an einem Rechner fest angeschlossen werden und eine Freigabe für sie eingerichtet wird. Eine gemeinsame Internetnutzung ist auch realisierbar, je nach Betriebssystem wird sie über eine Internetverbindungsfreigabe ermöglicht. Einziger Nachteil hierbei: Der Rechner mit der eingerichteten Freigabe muss in Betrieb sein.

Für gehobene Anforderungen: vielseitige Heimnetzwerke

Wollen Sie mehr als zwei Rechner in Ihrem Heimnetzwerk mit vielfältigen Aufgabenstellungen betreiben? Dann betrachten Sie Ihren Router (ggf. in Verbindung mit einem Switch) als das Zentrum Ihres Heimnetzwerkes.

Gemeinsame Datennutzung

Einer der größten Vorteile eines Heimnetzes ist die gemeinsame Datennutzung. Stellen Sie sich dazu einfach einen großen Speicherplatz vor, der allen im Netzwerk befindlichen Rechnern zur Verfügung steht. Sie können damit dann Musik anhören, Filme anschauen, Dateien Ihrer Textverarbeitung ablegen und sogar Datensicherungen der beteiligten Computer und Tablets abspeichern. Wie kann nun solch ein Speicherplatz technisch realisiert werden? In Abhängigkeit bereits vorhandener Geräte können Sie auf die folgenden Lösungen zurückgreifen.

Einsatz einer vorhandenen USB-Festplatte mit einem USB-Server

Haben Sie schon vor der Heimnetzwerkplanung eine große externe Festplatte mit USB-Anschluss zur Datenarchivierung eingesetzt? Diese externe Festplatte kann als zentrale Datenhaltung verwendet werden, für die Einbindung in das Heimnetzwerk ist jedoch eine Schnittstelle nötig. Hierzu lohnt sich eine Schnittstelle, die Geräte mit USB-Anschluss durch Zuweisung von Netzwerkadressen in einem Netzwerk erreichbar macht. Die Router-Dokumentation hilft Ihnen bei der Einrichtung weiter. Fehlt Ihrem Router eine USB-Anschlussmöglichkeit, kann ein externer USB-Server diese Aufgabe übernehmen. In der Regel verfügen USB-Server über mehrere USB-Anschlüsse und können unterschiedliche Geräte wie Festplatten, Scanner oder auch Drucker verwalten. Die Verwaltung erfolgt über Ihren Internetbrowser, indem Sie eine bestimmte Netzwerkadresse eingeben und die am USB-Server angeschlossenen Geräte in Ihrem Heimnetzwerk freigeben. Bei Festplatten ist auch eine gezielte Ordnerfreigabe für gewisse Netzwerkbenutzer möglich. Ein Beispiel: Alle Benutzer können Musikdateien abrufen, jedoch nur Sie allein haben Zugriff auf Textverarbeitungsdaten.

Einsatz einer eigenständigen Netzwerk-Festplatte

Wenn Sie mit der gemeinsamen Datenverwaltung neu beginnen wollen, setzen Sie eine Netzwerkfestplatte, auch NAS (Network Attached Storage) genannt ein. Achten Sie beim Kauf eines NAS auf ausreichenden Speicherplatz, zwei Terrabyte sollten es mindestens sein, wenn Sie Videofilme und Datensicherungen speichern wollen. Wenn Sie größere Datenmengen langfristig verwalten wollen, schauen Sie nach einem aufrüstbaren System. Einige NAS-Server können bis zu vier Festplatten aufnehmen. Die Einrichtung und Freigabe der Datenbereiche erfolgt über einen Internetbrowser. Sobald ein NAS-Server mit Ihrem Netzwerk verbunden ist, ist er mit eigenem Namen und eigener Netzwerkadresse für alle Netzwerkteilnehmer sichtbar. Die Veraltungsoberfläche selbst wird mit einem Administrator-Passwort geschützt und gestattet die Einrichtung und Freigabe von Festplatten und Ordnern.

Ein Alt-PC als NAS-Server

Alternativ zum Kauf eines NAS ist auch der Einsatz eines Alt-PCs möglich, der mit einem NAS-Betriebssystem ausgerüstet wird. Von Vorteil ist hierbei die nahezu beliebige Aufrüstfähigkeit. Nachteilig ist der Stromverbrauch. Ein veralteter PC wird deutlich mehr Energie verbrauchen als ein modernes NAS-System.

Einer für alle: Drucker im Heimnetzwerk

Ein weiterer Vorteil von Heimnetzwerken ist die Bereitstellung von Druckern. Sie möchten gern ortsunabhängig drucken, aber Ihr Office-Drucker ist nicht netzwerkfähig? Es besteht kein Grund, den ansonsten einwandfrei funktionierenden Drucker durch ein Modell mit LAN-Anschluss oder WLAN-Funktion zu ersetzen. Auch hier kann ein USB-Server Ihrem Drucker die gewünschte Netzwerkfähigkeit verleihen. Wenn Sie sich dagegen schon länger mit der Anschaffung eines neuen Office-Druckers beschäftigen, dann wählen Sie ein Gerät mit LAN-Anschluss und zuschaltbarer WLAN-Funktion. WLAN ermöglicht Ihnen einen nahezu wahlfreien Aufstellungsort innerhalb der WLAN-Reichweite, Ihr Drucker muss also nicht unbedingt in der Nähe Ihres Routers aufgestellt werden.

Weltweiter Spielespaß im Heimnetzwerk

Die Vernetzung Ihrer Rechner bietet neben den Vorteilen bei der Computerarbeit auch einen hohen Unterhaltungswert. Es gibt netzwerkfähige Spiele, die von der ganzen Familie oder gemeinsam mit Freunden und Bekannten intern im Heimnetzwerk gespielt werden können. Wird zudem der Internetzugang einbezogen, so eröffnet sich eine weitere Unterhaltungsdimension. Alle Heimnetz-Benutzer können in speziellen Online-Programmen weltweit miteinander spielen.

Abschließende Empfehlungen

Wenn Sie WLAN-Komponenten in Ihrem Heimnetzwerk einsetzen wollen, achten Sie auf eine ordnungsgemäße Verschlüsselung. Nur auf diese Weise können Sie Ihr Netz vor unbefugtem Zugriff oder krimineller Nutzung schützen. Seit einem BGH-Urteil von 2010 ist für Funknetzbetreiber die Datenverschlüsselung gesetzlich vorgeschrieben. Nutzen Kinder und Jugendliche Ihr Heimnetzwerk? Lassen Sie keine uneingeschränkte Internet-Nutzung zu und schränken Sie die Möglichkeit der Spiele-Installation ein.

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