Chips statt Geld: pokern um Jetons

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Chips statt Geld: Pokern um Jetons

Der internationale Poker-Boom hat durch die starke Medienpräsenz und die vielfältigen Online-Möglichkeiten längst auch Deutschland gepackt. Viele Spieler möchten aber neben dem Wettbewerb mit Online-Gegnern auch Erfahrungen im Live-Poker sammeln, also das Gefühl erleben, mit echten Gegnern an einem echten Pokertisch zu spielen. Ob Sie nun gelegentlich im Familienkreis pokern, das eine oder andere Privatturnier mit Freunden veranstalten oder im professionellen Rahmen aktiv werden wollen – Pokerchips gehören zur unverzichtbaren Grundausstattung. Daher gibt es zahlreiche Angebote mit Pokerchips für jedes Budget, jeden Bedarf und jeden Geschmack. Um Ihnen Ihre persönliche Kaufentscheidung zu erleichtern, finden Sie hier eine Zusammenfassung wichtiger und interessanter Informationen.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Pokerchips und Jetons bzw. Plaques?

Der Begriff „Jeton" hat in Europa eine lange Tradition als Bezeichnung für Spiel- oder Wertmarken und ist in etwa mit dem englischen „token" gleichzusetzen. Die Spielmarken in klassischen Casinos tragen diesen Namen wegen des französischen Ursprungs vieler Spiele zu weiten Teilen noch heute, während man z.B. beim Poker, das aus dem englischsprachigen Raum stammt, die Spielmarken als Chips bezeichnet. „Plaques" nennt man größere, meist rechteckige Casino-Spielmarken von hohem Geldwert, die entsprechend selten sind und daher auch über einen gewissen Sammlerwert verfügen. Da sie unter den Spielern mittlerweile schon fast als Statussymbol gelten, werden sie relativ teuer gehandelt, aber im privaten Spiel praktisch nicht eingesetzt.

Die Maße und das Gewicht von Pokerchips

Obwohl es keinen allgemein gültigen Standard für Pokerchips gibt, orientieren sich die meisten Hersteller an den Maßen der gängigen Original-Casinochips. Dabei liegt der Durchmesser bei ca. 39 mm und die Dicke beträgt etwa 3,5 mm. Vor allem beim nachträglichen Kauf von Chip-Racks oder Chip-Trays zur Aufbewahrung Ihrer Chips sollten Sie darauf achten, ob Ihre Chips die entsprechende Größe haben. Das Gewicht bewegt sich bei den meisten Chips zwischen 10 g und 12 g, wobei je nach Material auch erheblich leichtere bzw. schwerere Pokerchips angeboten werden. Prinzipiell ist das Gewicht aber kein wirkliches Kriterium für die Qualität von Pokerchips; in der Praxis ist es viel wichtiger, dass sich die Chips gut stapeln und zählen lassen.

Das Design von Pokerchips

Was das Design von Pokerchips betrifft, sind der Gestaltung heute kaum noch Grenzen gesetzt. Eine äußerst beliebte Variante stellen die sogenannten Suited and Dice-Chips dar, die am Rand jeweils andersfarbige oder auch geprägte Karten- bzw. Würfelsymbole tragen. Bei den Bildern oder Zahlenwerten in der Mitte der Chips, den Inlays, handelt es sich überwiegend um Aufkleber, die - je nach Preisklasse - mit dem Chip versiegelt werden. Bei den preisgünstigeren Kunststoffchips wird auf diese Versiegelung häufig verzichtet, sodass die Aufkleber sich mit der Zeit lösen, die Chips sich schlecht reinigen lassen und sich auch nicht besonders angenehm anfühlen. Unter dem Begriff Laser-Chips versteht man Pokerchips mit holografischen Inlays, die im Laserdruckverfahren hergestellt werden. Den größten Freiraum für die individuelle Gestaltung bieten Keramik-Chips, die direkt und bis an den Rand bedruckt werden können.

Welche Materialien werden für Pokerchips verwendet?

Trotz der optischen Ähnlichkeit der meisten Pokerchips haben die bei der Herstellung verwendeten Materialien großen Einfluss auf die Qualität und dementsprechend auch auf den Preis.

Eine gängige Variante, vor allem in Verbindung mit preisgünstigen Komplettsets oder –koffern für Einsteiger, sind Kunststoffchips aus ABS-Kunststoff, Polypropylen oder einer Mischung daraus. Diese Kunststoffchips, die häufig etwas abfällig als „Supermarkt-Chips" bezeichnet werden, gibt es in einer Vielzahl von Varianten und mit unterschiedlichem Gewicht. Einige davon wiegen nicht mehr als 2 g und haben außer einem geriffelten oder geprägten Rand auch keinerlei Verzierungen. Teilweise finden sich auch aufgedruckte Muster an den Rändern, die sich allerdings beim Gebrauch schnell abreiben. Abgesehen davon, dass diese meist einfarbigen Chips sehr glatt und dementsprechend schlecht zu zählen und zu stapeln sind, besteht hier immer das Risiko, dass einer der Mitspieler die Gelegenheit nutzt und eigene Chips einschmuggelt.

Hohe Qualität: Chips aus einer Mischung von Ton und Kunststoff

Qualitativ höherwertig sind die sogenannten Clay-Composite-Chips, die aus einer Mischung von Ton und Kunststoff hergestellt werden. Im Inneren des Chips befindet sich meist ein Metallplättchen oder auch eine Metallspirale, was für ein höheres Gewicht und einen angenehmeren Klang sorgt. Der Ton-Anteil im Material bewegt sich im Allgemeinen zwischen 4 und 8 Prozent, das Gewicht liegt normalerweise etwa bei 10 g. Wird ein hoher Anteil Ton verwendet, kann aufgrund des Eigengewichts des Materials auf den Metallkern verzichtet werden. Bei gut verarbeiteten Clay Composite-Chips ist die Farbe nicht nachträglich aufgepresst, sondern durchgängig; ebenso werden die „Edge Spots", also die kontrastfarbigen Randteile, aus farbigem Material eingepresst, sodass sie auf beiden Seiten des Chips symmetrisch sind. Das jeweilige Design wird als Inlay aufgebracht und versiegelt. Durch den Materialmix entsteht eine etwas rauere Oberfläche, die das Zählen und Stapeln der Chips erleichtert, und sich auch angenehm griffig anfühlt.

Auch bei den als „Full-Clay-Chips" bezeichneten Pokerchips handelt es sich eigentlich um Clay Composite-Material, wenn auch durchweg ohne Metallkern, denn Chips aus reinem Ton wären viel zu brüchig und empfindlich. Allerdings kann der Ton-Anteil hier bis zu 90 Prozent betragen, was den Chips einen ganz eigenen Klang und eine wunderbar griffige Oberfläche verleiht. Damit lassen sich die Pokerchips bis in schwindelnde Höhen stapeln, und für das Erlernen und Durchführen von Chiptricks bieten sie optimale Voraussetzungen.

Einzigartig in Klang und Design: Paulson-Chips

Die bekanntesten und beliebtesten Clay-Composite-Chips sind „Paulson Chips". Als globaler Marktführer in der Produktion von Casino-Chips ist das Unternehmen dafür bekannt, dass sämtliche hergestellte Chips der Qualität von originalen Casino-Chips entsprechen. Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie zwar ebenfalls im Spritzgussverfahren, aber in einzelnen Schritten gefertigt werden. Durch den hohen Ton-Anteil enthalten sie keinen Metallkern. Sie weisen keinerlei Grate auf, und auch wenn sich die Inlays anfangs vielleicht ein wenig glatt anfühlen, sind Paulson-Chips einzigartig in Klang und Design.

Immer beliebter: Chips aus Keramik

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Keramik-Chips, weil man die gesamte Fläche für ein individuelles Design nutzen kann. Ein gutes Beispiel dafür sind die mittlerweile recht bekannten Nevada Jacks. Keramik-Chips haben ein Gewicht von rund 10 g, einen angenehmen Klang und sind, anders als der Name vermuten lassen würde, außerordentlich robust. Darüber hinaus liegt ihr Preis trotz der guten Qualität meist unter dem von Clay-Composite-Chips. Im Großen und Ganzen lassen sich Keramik-Chips in zwei Kategorien einteilen: Die deutlich preisgünstigere Variante hat eine glatte Oberfläche, die im Tampon-Verfahren bedruckt wird. Der Nachteil daran ist, dass sich beim Gebrauch der Chips das Design durch die Reibung abscheuert. Die teureren Keramik-Chips verfügen über eine strukturierte Oberfläche, in welche die Farbe - je nach Hersteller überwiegend im Sublimations-Druckverfahren – bei etwa 200 Grad Celsius regelrecht eingebrannt wird.

Die richtige Anzahl und Stückelung Ihrer Pokerchips

Die Frage nach der „idealen" Zusammenstellung lässt sich leider nicht pauschal beantworten, weil mehrere wichtige Faktoren dabei eine Rolle spielen. Bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen, sollten Sie sich also mit folgenden Punkten auseinandersetzen: Wie viele Spieler werden an dem Spiel teilnehmen? Wird als Ringgame oder im Turnier-Modus gespielt? Wird im Limit-, Pot-Limit- oder No-Limit-Format gespielt? Steigen die Einsätze im Spielverlauf an? Müssen Re-Buys und Add-Ons berücksichtigt werden?

Jede Variante hat ihre Eigenheiten, die sich im Chip-Bedarf wiederspiegelt. Für ein Spiel im Ringgame-Modus mit gleichbleibenden Blinds sind vier bis fünf Werte bzw. Farben völlig ausreichend, während Sie für den Turnier-Modus ein bis zwei höhere Werte zur Verfügung haben sollten, um im weiteren Spielverlauf bei steigenden Einsätzen die kleineren Werte aus dem Spiel herausnehmen zu können. Schon alleine der Übersichtlichkeit halber sollten sich nicht mehr als maximal vier verschiedene Werte auf dem Tisch befinden. Prinzipiell empfiehlt es sich, den Kauf von Pokerchips mit einer gewissen Nachhaltigkeit zu planen, denn wenn während eines Spiels ein bestimmter Wert nicht mehr in ausreichender Stückzahl vorhanden ist oder im Laufe der Zeit mehr Spieler teilnehmen, sollten Sie nach Möglichkeit einzelne Chips nachkaufen können.

Bei einem Ringgame sollten Sie idealerweise pro Spieler 80 bis 100 Chips einrechnen, womit Sie für sämtliche Spielvarianten optimal gerüstet sind. Insofern empfiehlt sich für bis zu vier Spieler ein 300er-Set, für bis zu sechs Spieler ein 500er-Set, für bis zu acht Spieler ein 750er-Set und für bis zu zehn Spieler ein 750er- oder 1000er-Set.

Chips im Poker-Turnier

Im Turnier-Modus bietet es sich an, jedem Spieler Startchips im Wert von z.B. 1500 Punkten zu geben, daher brauchen Sie erheblich weniger Chips pro Spieler. Wenn wir zu Beginn des Turniers einen Big Blind von 50 haben, könnte beispielsweise jeder Spieler vier Chips im Wert von 25, acht Chips im Wert von 50 und zehn Chips im Wert von 100 Punkten erhalten. Zum Austausch der kleineren Werte im späteren Turnierverlauf sollten Sie hier auf die Werte 500 und 1000 zurückgreifen können. Inklusive entsprechender Reserven brauchen Sie also bei zehn Turnierteilnehmern 50 Chips im Wert von 25, 100 Chips im Wert von 50, 100 Chips im Wert von 100, 25 Chips im Wert von 500 und 25 Chips im Wert von 1000 Punkten. Insofern ist für bis zu zehn Spieler im Turnier-Modus ein 300er-Chipset mit fünf Farben bzw. Werten völlig ausreichend.

Reinigung und Pflege Ihrer Pokerchips

Grundsätzlich können Sie leicht verschmutzte Pokerchips mit lauwarmem Wasser und Seife reinigen, wobei Sie bei den preisgünstigeren Chips vorher ausprobieren sollten, ob die Inlays sich nicht lösen. Bei stärkeren Verschmutzungen hat sich das kurzzeitige Einweichen mit einem Oxi-Fleckenmittel bewährt; anschließend können Sie die Chips mit einer weichen Zahnbürste von eventuellen Schmutzresten befreien. Häufig wird empfohlen, Pokerchips nach dem Reinigen mit einem anorganischen Öl wie Paraffin- oder Silikonöl zu behandeln. Dafür sind allerdings nur die hochwertigen Clay-Chips geeignet, deren Farbintensität von dieser Behandlung profitiert, wobei die Inlays nicht geölt werden sollten. Composite- und Keramik-Chips hingegen sind für das Ölen nicht geeignet.

Für all diejenigen, denen das zu viel Arbeit ist, gibt es gute Nachrichten: Kurioserweise wurde schon mehrfach getestet, ob man Pokerchips im Geschirrspüler oder gar in der Waschmaschine reinigen kann – und zwar durchaus erfolgreich. Vorsichtshalber sollten Sie aber erst testen, ob Ihre Chips den jeweiligen Temperaturen auch wirklich standhalten.

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