China Motorrad, Chinamotorrad, Roller aus China

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Nicht empfehlenswert - Das sollte Ihnen zu denken geben

Vor 2 Jahren ersteigerte ich mir einen 236 ccm Chopper vom Hersteller Jincheng. Das Krad wurde als "fahrfertig mit Übergabeinspektion" ausgeliefert.
Ich habe zum Glück gleich festgestellt, dass etwa 0,75 Liter Öl zuwenig eingefüllt waren.
Nach dem Laden der Batterie und auffüllen der ca 1,5 Liter überalterten Sprits mit 10 Litern frisch gezapften lief der Chopper zunächst zufriedenstellend und wurde sorgsam eingefahren.

Nach 500 km verlor ich eine wichtige Hutmutter für die Befestigung des Fußbremshebels.
Bei km 700 brach der billige Benzinhahn ab, nach 900 km verlor ich auch noch die spezielle Kopfschraube für die Befestigung des Schalthebels. Beide hinteren Blinker waren lose.
Mühsam hatte ich eine Werkstatt gefunden, welche bereit war, einen 1000-km-Kundendienst durchzuführen. Die Arbeiten wurden ordentlich erledigt, u.a. wurden bei den gefährdeten Verschraubungen Sicherungspaste eingebracht (Loctite o.ä.) welche werksseitig und vom Verkäufer "vergessen" worden waren. Leider konnte mir weder der Verkäufer noch irgendeine Werkstatt einen Ersatz-Benzinhahn beschaffen.
Bei km 1200 verlor der Motorblock massiv Öl. Die Werkstatt, bei der ich den KD durchführen ließ, wollte an das Krad nicht mehr ran, da keine Teile zu beschaffen waren und  der Schaden von außen nicht exakt zu orten war.
Ich habe dem Verkäufer das Motorrad zurückgeschickt zur Reparatur oder vertraglichen Rückabwicklung. Eine vollständige Beseitigung der Mängel wäre mir lieber gewesen, dazu sah sich der Verkäufer jedoch nicht in der Lage. Nach zähen Verhandlungen habe ich mich mit einer Vergütung von € 850  einverstanden erklärt, um dem Ärger nach 5 Monaten endlich ein Ende zu setzten. Mein finanzieller Verlust war jedoch wesentlich grösser: Werkstattkosten, montierte Satteltaschenhalter, umgepolsterte Sitzbank.
Der Verkäufer hat das Motorrad wenige Wochen später als Bastelobjekt für € 700  in Ebay verkauft.

Mein Verlust bei dieser Suuuper-Maschine war genau so hoch  (€ 700 )  wie bei einer 2 Jahre und 23.000 km gefahrenen  750er Kawasaki - das sollte Ihnen zu denken geben.

Ich werde nie mehr ein Fahrzeug aus China kaufen, bis ein Händler- und Werkstätten-Netz eingerichtet worden ist und wenigstens annähernd der Standard im Umgang mit dem Endverbraucher erreicht wird, wie er in Deutschland üblich ist.

Meine Erfahrung beziehen sich auf  rund 300.000 km auf etwa 20 verschiedenen Maschinen zwischen 50 und 1250 ccm und 3 bis 112 PS.


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