Chillen im Freien - so bekommen Sie guten Outdoor-Sound in den Griff

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Chillen im Freien - so bekommen Sie guten Outdoor-Sound in den Griff

Mit diesem Ratgeber gelingt Ihnen Draußen der beste Klang

Wenn sich die warmen Tage des Jahres ankündigen, treibt es nahezu jedermann nach Draußen. Dabei bieten besonders die langen und angenehmen Sommerabende und -nächte die Möglichkeit, Freunde zum Grillen in den Garten oder in die Natur einzuladen. Bei solch einem Anlass darf es natürlich nicht an Musik fehlen, die zum Relaxen oder Tanzen anregt. Damit Sie aber auch einen guten Klang bei Ihrer Outdoor-Veranstaltung haben, müssen Sie einige Dinge beachten. Die wichtigsten Punkte zu den Themen Gerätewahl, Übertragung und Positionierung haben wir in diesem Ratgeber für Sie zusammengetragen.

Ab in die Natur: Musiktechnologien für Draußen im Wandel der Zeit

Im Freien mit Freunden gemeinsam bei Musik zu chillen, ist beileibe keine Erfindung der letzten Jahre. Denn bereits in den 1950er Jahren kamen die ersten tragbaren Plattenspieler in Form von Phonokoffern auf. Dabei handelt es sich um einen kleinen Koffer, in dem wie bei einem normalen Plattenspieler ein Antrieb, Plattenteller sowie Tonarm eingebaut waren. Um den Transport zu erleichtern und um das Gerät zu schützen, konnte der Deckel zugeklappt werden. Die Stromversorgung erfolgte durch Batterien. Darüber hinaus verfügten viele Phonokoffer über Anschlüsse für eine Lautsprecherbox. Allerdings waren solche tragbaren Plattenspieler in der Anschaffung recht teuer. So musste ein Auszubildender in den 1960er Jahren mitunter ein halbes Jahr sparen, um die rund 120 DM beisammenzuhaben.

Vom Radiorekorder zum Smartphone 

Mit der Etablierung der Musikkassette wurde es aber leichter, im Freien die eigene Musik zu hören. Radiorekorder mit integriertem Kassettendeck gehörten in den 1970er und 1980er Jahren zur Grundausstattung von Jugendlichen. Neben ihrer leichten Handhabbarkeit boten solche Geräte im Vergleich zu Phonokoffern die Möglichkeit, eine größere Musikauswahl abzuspielen. Es war deutlich leichter 20 Kassetten bei sich zu tragen als die gleiche Anzahl an Schallplatten. Im weiteren Verlauf ihrer Entwicklung wurden Radiorekorder immer größer und wurden alsbald als „Ghettoblaster“ bezeichnet. Auf der anderen Seite wurden die Wiedergabetechnologien aber auch immer kleiner und transportabler. So war es in den 1990er oft die Regel, Musik über einen Walk- oder Discmen abzuspielen und an den Kopfhöreranschluss einen kleinen, batteriegetriebenen Lautsprecher anzuschließen. Mittlerweile haben der MP3-Player, Laptops und Smartphones ihnen den Rang abgelaufen.

Beschallungssysteme für Veranstaltungen

Neben diesen eher privaten Möglichkeiten, im Freien eine Gruppe zu beschallen, gibt es natürlich auch noch die große Variante per Beschallungssystem. Solche Anlagen kommen je nach Größe der Veranstaltung in unterschiedlichem Rahmen zum Einsatz. Für eine kleine Veranstaltung reicht eine ebenfalls kleine P.A., wie Beschallungssysteme im Fachjargon genannt werden. Diese bestehen aus mindestens zwei Lautsprechern, einem Verstärker sowie einem Mischpult. Natürlich wächst mit der Größe der Veranstaltung auch der Aufwand für die Beschallung. So finden bei Festivals zum Beispiel so genannte Delay-Lines Verwendung. Dabei handelt es sich um eine zweite Reihe Lautsprecher, die im hinteren Bereich eines Festivalgeländes postiert werden, um den Zuschauern in diesen Reihen ebenfalls einen guten Klang zu gewährleisten. Allerdings senden diese Boxen mit einer kleinen Zeitverzögerung, da der Schall von der Bühne länger braucht, um das Publikum in den hinteren Reihen zu erreichen. Durch die Verzögerung verstärken sich die Signale.

Sound im Freien

Aus akustischer Sicht bietet die Beschallung im Freien geradezu perfekte Voraussetzungen. Im Gegensatz zu Räumen, welche jeweils über unterschiedliche Böden sowie Wände verfügen und daher den Schall immer anders reflektieren, muss die Wiedergabe von Musik in der Natur nicht mit solchen Schwierigkeiten kämpfen. Durch die Luft wird der Schall sozusagen aufgesaugt. Dies hat allerdings zur Folge, dass das Schallfeld schnell an Lautstärke einbüßt. Dadurch müssen Sie zwangsläufig mehr Leistung bei der Beschallung aufwenden. Nur wird Klang nicht unbedingt besser, indem die Lautstärke auf Anschlag gedreht wird. In solchen Fällen ist eine größere Anlage besser geeignet, um einen guten Klang im Freien zu gewährleisten.

Die optimale Lösung ist demnach abhängig von der Art und Größe der Veranstaltung, die sie planen, sowie den eingesetzten Musikanlagen.

Kleine bis große Lösungen

Wenn Ihr Chill & Grill im kleinen Kreis stattfindet, können Sie auf Geräte setzen, die mit Batterien und Akkus laufen. Aber auch hier sollten Sie auf Qualität achten. Batteriebetriebene Lautsprecher aus Plastik scheppern und besitzen ein geringes Frequenzspektrum. Legen Sie sich Boxen aus Faserplatten zu, die kaum Schwingungen erzeugen. Denn zusätzliche Vibration des Gehäuses stört das Klangbild, welches verzerrt. Des Weiteren sollten die Lautsprecher das gesamte hörbare Klangspektrum abdecken.

Um bei einer größeren Veranstaltung einen guten Klang zu gewährleisten, muss die Lösung ein wenig größer ausfallen. Sollte das Fest in Ihrem Garten stattfinden, greifen Sie einfach auf die Stromanschlüsse zum Betrieb einer Musikanlage und P. A zurück.

Wenn Sie ein Beschallungssystem abseits Ihres Hauses nutzen möchten, dann sind Sie oftmals auf eine externe Stromquelle angewiesen. Für gewöhnlich wird dabei auf benzinbetriebene Generatoren zurückgegriffen. Zwar gewährleisten diese Geräte eine recht sichere Stromzufuhr, wenn sie denn stetig aufgefüllt werden. Allerdings erzeugen Generatoren selber eine sehr große Lautstärke, sodass sie relativ weit entfernt aufgestellt werden müssen.

Analoge oder digitale Wiedergabe? Ihr Geschmack entscheidet!

Ob tragbarer Plattenspieler, Laptop, Radiorekorder oder MP3-Player, die Arten, wie Sie Musik hören können, gestalten sich heutzutage sehr vielfältig. Allerdings hat die Wahl des Wiedergabegerätes einen Einfluss auf den Klang. Denn jedes Wiedergabegerät, ob analog oder digital, hat seine Vor- wie Nachteile. Schallplatten zeichnen sich durch einen warmen Klang aus, jedoch sind die Lautsprecher in neuen Phonokoffern nicht wirklich leistungsfähig und besitzen ein begrenztes Spektrum, was wiederum nach separaten Lautsprechern verlangt. Die Musikauswahl ist zwangsläufig limitiert. Digitale Wiedergabegeräte wie der MP3-Player bestechen durch ihr großes Musikrepertoire sowie Rauschfreiheit. Allerdings fehlt es Musikfiles und vor allem MP3 an Brillanz im Klang. Darüber hinaus liegen Musikdateien häufig in unterschiedlichen Qualitäten und Lautstärken vor, die ein permanentes Nachjustieren zur Folge haben.

Kabel oder Funkübertragung

Bei Ihrer Party im Freien müssen Sie sich auch Gedanken hinsichtlich der Art machen, wie Sie die Anlage mit den Lautsprechern verbinden. Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen Funk- oder Kabelübertragung. Funkübertragung ist eine sehr elegante Lösung, da keine Kabelwege anfallen. Des Weiteren ist die Wiedergabe von digitalen Abspielgeräten komplett rauschfrei. Wird allerdings ein analoges Gerät angeschlossen, kommt es zu einem Hintergrundrauschen wie beim Radio. Jedoch müssen Sie bei Funkübertragung auf die Reichweite des Senders achten. Dies kann für den Gebrauch im Freien nicht ausreichen. Dann sind Kabel die Mittel der Wahl. Denken Sie daran: Kabelwege sind immer gleichbedeutend mit einem Verlust an Leistung, lässt sich aber manchmal nicht vermeiden.

Die optimale Positionierung der Lautsprecher

Bei Beschallungssystemen sollten Sie die Lautsprecher so ausrichten, dass diese mit der Gruppe, die es zu beschallen gilt, ein gleichseitiges Dreieck bilden. Die Lautsprecher befinden sich immer auf einer Höhe und bilden eine gerade Linie. Beim Abstand müssen Sie sich auf Ihr Gehör und Ihren persönlichen Geschmack verlassen. Wenn die Seitenlängen und der Hörabstand relativ klein sind, erhalten Sie einen deutlichen Klang mit Präzision der Mitten, allerdings weniger Raumtiefe. Bei größeren Seitenlängen ist der Raumklang breiter. Jedoch verfügt der Klang über weniger Mitten und hat ein diffuseres Klangbild. Letztendlich gilt es, einen Kompromiss zu finden, da bei einer Party im Freien die Leute meist in Bewegung sind. Je nach Größe der Veranstaltung müssen Sie die Seitenlängen zwangsläufig vergrößern. Wenn Sie jedoch allen Anwesenden einen guten Klang bieten möchten, lohnt es sich, die Anlage um zwei Lautsprecher aufzustocken, um zwei Punkte gezielt zu beschallen. Die Hochtöner der Lautsprecher sollten sich idealerweise auf Kopfhöhe befinden. Auf diese Weise gelangt der Klang am besten zu den Hörern. Je nach Entfernung müssen die Boxen eventuell leicht angewinkelt werden, wenn der Klang zu klirrend ist. Umgekehrt gilt das Gleiche für dumpfen Klang.

Schutz der Anlage

Musikanlagen im Outdoor-Betrieb sind zwangsläufig anderen Bedingungen ausgesetzt als das heimische Gerät. Demnach verlangt das Abspielen von Musik im Freien nach zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Natürlich können Sie bei einmaligen Veranstaltungen auch Ihre Heimanlage nutzen, wenn Sie allerdings öfters Outdoor mit Musik chillen wollen, sollten Sie dem Schutz der Anlage Bedeutung beimessen.

In diesem Fall müssen Sie auf die Angaben zur Schutzart bei Lautsprechern und Anlagen achten. Diese werden bei elektrischen Geräten als so genannter „IP-Code“ dargestellt. Dabei bezieht sich die erste Kennziffer auf den Schutz vor Fremdkörper, die Zweite auf den Schutz vor Wasser. Je höher eine Ziffer, desto sicherer ist die Anlage. So böte ein hypothetisches Gerät mit IP00 keinerlei Schutz, IP99 einen extrem großen. Lautsprecher für Draußen werden im Fachjargon als „Allweather-Boxen“ bezeichnet.

Wenn Sie jedoch auf Ihre eigene Musikanlage Outdoor zur Beschallung zurückgreifen möchten, sollten Sie Folgendes beachten. Vermeiden Sie den direkten Bodenkontakt der Geräte. Zum einen schützen Sie diese vor der Feuchtigkeit am Boden, zum anderen vor unachtsamen Mitmenschen. Idealerweise sollten Anlage und Boxen auf Tischen oder speziellen Ständern fixiert werden. Darüber hinaus sollten Sie stets Abdeckplane oder Gerätekoffer zur Hand haben, sodass Sie bei den ersten Regentropfen die Musikanlage vor dem Wasser sichern können. Für den Fall, dass Sie Ihre Heimanlage im Freien nutzen wollen, kann sich die Anschaffung von Kabeln mit Goldüberzug lohnen, die vor Korrosion schützen. Denn selbst wenn es ein schöner Tag ist, in den Abendstunden kommt es aufgrund der kühleren Umgebungsluft automatisch zu Kondensation an Elektrogeräte im Freien, da sie durch den Betrieb aufheizen. Zusätzlichen Schutz bieten an dieser Stelle Überziehlaschen aus PVC für Kabel und Anschluss. Des Weiteren sollten alle genutzten Audiokabel über einen dicken PVC-Mantel verfügen. Solche Kabel sind deutlich robuster und halten stärkere Witterungsbedingungen besser aus.  

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