Chaos auf CD: Welche Punk-Bands jede Party aufmischen

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Chaos auf CD: Welche Punk-Bands jede Party aufmischen

Wissenswertes über Punk

Punk ist eine Stilrichtung der Rockmusik. Erst Mitte der 1970er-Jahre entstand er zusammen mit der gleichnamigen Jugendkultur. Hochburgen und Keimzellen zugleich waren New York City und London in Großbritannien. Aus der Subkultur des Punks entwickelte sich der Punkrock mit eigenen Variationen. Eine Art des Punks zu tanzen, ist der sogenannte „Pogo", der ursprünglich als Protesttanz gegen den vorherrschenden Discotanz gedacht war.

Der Tanz zum Punk: Pogo

Entgegen aller Rhythmen und konventionellen Vorgaben rempeln und springen Punks beim Pogo recht wild zu den Klängen der Punkmusik. Sid Viscious soll angeblich die Initialzündung geliefert haben. Als er bei einem seiner Konzerte der Sex Pistols, die zur ersten Stunde der Punkmusik zu zählen sind, aufgrund der sehr beengten Verhältnisse seinem Bewegungsdrang nachgab, hüpfte er wild auf der Bühne und sprang ins Publikum, wo er weiter machte. Während des Springens rempelte er die Zuschauer an. Diverse Reporter, die jeden Schritt Sid Viscious´ verfolgten, interpretierten seine Bewegungen als den neuen Tanz, der bis dahin zur neuen Musikbewegung noch gefehlt hatte. Weil Viscious auf und ab sprang, wie auf einem Pogo-Stick, benannten die Reporter diese Art der Energiebewältigung schlicht mit dem Begriff „Pogo". Damit war der Name geboren und er hat sich bis in die Gegenwart durchgesetzt.

Die englischen Sex Pistols sind eine der berühmtesten Punkbands

Bereits 1973 taten sich drei Collegefreunde zusammen, klauten Instrumente und anderes Musikequipment und machten Musik. Bei den drei Studenten handelte es sich um Steve Jones, Paul Cook und Warwick Nightingale. 1974 kam ein vierter Musiker dazu, Glen Matlock. Er spielte Bass und war bei dem allerersten Auftritt auf einer Feier Anfang 1975 dabei. Nightingale, der für den ersten Song verantwortlich ist, wurde aus der Band geschmissen und Jones übernahm die Gitarre. Im August stieß John Lydon dazu und die Formation der bis dato noch namenlosen Band stand fest. John Lydon, Steve Jones, Paul Cook und Glen Matlock sind die Gründungsmitglieder der Sex Pistols. Die Band existierte nur knapp vier Jahre von 1975 bis 1978. Glen Matlock wurde im Jahr 1977 durch Sid Viscious ersetzt.

Am 5. November absolvierten die Sex Pistols auch erstmals unter diesem Namen ihren ersten offiziellen Auftritt. 1976 nach einem Konzert beim „100 Club Punkt Festival" kam die populäre Plattenfirma EMI auf die Pistols zu und machte einen Vertrag mit der aufstrebenden Punkband. Allerdings lief die Zusammenarbeit schwierig ab. Die Mitglieder der Band waren bekannt für provokante Auftritte und querulantes Verhalten. EMI löste den Vertrag deshalb 1977 wieder auf und A&M nahm den Platz ein – doch eine Platte wurde noch immer nicht veröffentlicht. Zum guten Schluss unterzeichneten die Mitglieder einen Vertrag bei Virgin, einem Label, dem sie ambivalent gegenüberstanden, doch es gelang ihnen mithilfe dieser Plattenfirma die Single „God Save The Queen" pünktlich zum Thronjubiläum der Königin von England auf dem Markt zu platzieren. Die Platte schoss augenblicklich an die Spitze der Charts. Es geht allerdings das Gerücht um, dass die verantwortlichen Redakteure schnell eine Abwertung vornahmen, um ihre Loyalität zur Queen zu beweisen. Fakt ist, dass der Song viele Wochen dauerhaft auf Platz 2 stand. Nach diesem öffentlichen Start in die Plattenläden folgte die einzige Langspielplatte der Band namens „Never Mind the Bollocks, Here´s the Sex Pistols". Nebenher wurden zahlreiche Einzelstücke produziert. „Silly Thing", „Anarchy in the UK", „Pretty Vacant" und „No One Is Innocent" sind nur einige von vielen Songs, die Sie auf CD oder Platte kaufen können.

Bandauflösung und Comeback

1978 löste sich die Band wieder auf, weil sie nach eigenen Angaben zerstritten und zerrüttet war. Am 16. März 1996 jedoch kam es einem Comeback: Vier Mitglieder der Sex Pistols verkündeten vor laufenden Kameras in London, dass sie eine Welttournee durchführen wollten. Das taten sie auch und tourten von Juli bis Dezember 1996. Auch in den darauf folgenden Jahren ließen die Pistols immer wieder von sich hören, so zum Beispiel zum 50. Thronjubiläum der Queen und zu anderen Gelegenheiten. Diverse Live-Mitschnitte und Bonusmaterial von aktiven Phasen der Sex Pistols sind in großer Zahl auf dem Markt und können auf CD, DVD und anderen Medien erworben werden.

The Clash ist Vorbild zahlreicher späterer Punkbands

The Clash, was im Deutschen „der Zusammenprall" heißt, gründeten sich im Jahr 1976 in London und gaben ihr erstes Konzert am 4. Juli 1976 als Vorgruppe der Sex Pistols. The Clash unterzeichneten im Februar 1977 einen Vertrag bei der marktführenden Plattenfirma CBS Records. Die Band gilt zusammen mit den Ramones und den Sex Pistols zu den Urgesteinen und prägendsten Bands überhaupt in der Punkrockgeschichte. Die Gründungsmitglieder von The Clash sind Joe Strummer, der im Dezember 2002 verstarb, und der den Gesang sowie die Gitarre übernahm, Paul Simonon als Bassist und Sänger, Mick Jones und Keith Levene, die ebenfalls Gitarre spielten und sangen sowie Terry Chimes, der am Schlagzeug saß. Ein kurzes Zwischenspiel gaben Nick „Topper" Headon von 1977 bis 1982 als Schlagzeuger und Sänger sowie Rob Harper als Schlagzeuger. Bei der Auflösung der Band 1985 bestand die Besetzung aus Joe Strummer und Paul Simonon sowie Nick Sheppard als Sänger und Gitarrist, Vince White als Gitarrist und Pete Howard am Schlagzeug.

Abwechslungsreicher Punkrock  

Bekannte Platten, die auch auf CD zu haben sind, sind „Give ´Em Enough Rope", erschienen 1978, „London Calling" von 1979 und „Combat Rock" von 1982. Auf dem letztgenannten Album finden Sie Klassiker wie „Rock The Casbah" und „Should I Stay Or Should I Go?". Das letzte Album „Cut the crap" war ebenfalls ein großer Erfolg, bevor sich die Band endgültig auflöste. Die auf das Musikgeschehen großen Einfluss ausübende Band The Clash ist für viele nachfolgende Bands ein prägendes Vorbild. U2, Green Day und The Cure berufen sich auf The Clash, und auch die deutsche Band Die Toten Hosen coverte einzelne Songs auf ihren Alben und hat sogar einen ganzen Titel komponiert, der fast zur Gänze aus Songzeilen der Vorbilder besteht. Alle Platten der genannten Bands sind eine gute Wahl, wenn Sie einen Querschnitt der abwechslungsreichen Punkrockmusik hören wollen.

Iggy Pop ist der „Godfather of Punk"

Den Beinamen „Godfather of Punk" hat sich Iggy Pop redlich verdient. Geboren am 21. April 1947 in Muskegon, Michigan, unter dem bürgerlichen Namen James Newell Osterberg, entwickelte er sich zum Sänger, Komponisten und Schauspieler. Er wird als einer der wichtigsten Wegbereiter des Punkrocks bezeichnet, weil er exzessive Auftritte liebt und sich auf der Bühne extrem exzentrisch gibt. Iggy Pop ist, wie seine Berufskollegen der Sex Pistols auch, in die „Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen worden. Ihm gefällt dieser Status nach eigener Aussage, während die Sex Pistols die Aufnahme nicht befürworteten und der Zeremonie deshalb bewusst fern blieben.

Iggy Pop kommt aus einer Wohnwagensiedlung und begann seine Musikerkarriere 1962 bei den Iguanas. Er war der Schlagzeuger der Band, dessen Name er sich auslieh und zu seinem Künstlernamen „Iggy" abkürzte. Mitte der 1960er-Jahre verschrieb er sich dem Blues. Er ging nach Chicago und schloss sich diversen Bluesbands an, um das Wesen des Blues kennenzulernen. 1967 gründete er dann mit Ron Sheton, Scott Sheton und Dave Alexander die Band The Psychedelic Stooges. Er sang und war meist mit nacktem Oberkörper auf der Bühne. Über einen Auftritt im Grand Ballroom in Detroit kam die Band, die sich inzwischen als The Stooges bezeichnete, an einen Plattenvertrag bei Elektra Records.

Iggy Pop und The Stooges veröffentlichten zusammen drei Alben. Das Erste kam 1969 unter dem Namen „Stooges" auf den Markt. Produziert wurde es von John Cale, der auf der Platte auch die Viola spielt. 1970 folgten „Fun House" und 1973 „Raw Power". Beim letzten Album hatte der Musiker David Bowie erheblichen Einfluss auf die Qualität der Platte. Mit den Platten von Iggy Pop können Sie Anhänger von Punkmusik nicht nur auf jeder Party begeistern, die Originalpressungen sind natürlich auch echte Leckerbissen für überzeugte Anhänger des Punk, Sammler und Fans von Iggy Pop.

Punkrock entwickelte sich von einer Protestbewegung zu einer kommerziellen Geldmaschine

Einfachheit und Dilettantismus, die Kennzeichen des frühen Punkrocks, sorgten zwar in der Anfangszeit für einen Hype bei den jugendlichen Anhängern, doch im Laufe der Jahrzehnte nutzte sich auch dieser Trend ab. Kreatives Potenzial, das bei aller Einfachheit bei jeder guten Punkband vorhanden sein muss, zeigte sich längst nicht bei allen Bands, die sich die Stilrichtung Punkrock auf die Fahnen schrieben. Anfang der 1980er-Jahre kristallisierten sich verschieden Splittergruppen heraus, die als Untergruppierungen des Punkrocks zu betrachten sind. So gibt es Bands, die im musikalischen Kern dem Punkrock treu geblieben sind, andere feiern den Punkrock als Show-Event und wieder andere Bands entwickelten aus den typischen Punkrock-Elementen neue, jedoch nach wie vor punkrockbasierte Musikrichtungen. Platten von den Pogues, die sich als Folk-Punker bezeichnen, finden ebenfalls bei vielen Fans Anklang.

Deutscher Punk

Bekannt und beliebt ist im deutschsprachigen Raum zum Beispiel die Band Die Ärzte. Sie liefern auf ihren ersten Platten zuverlässigen Punk-Rock der BRD. Während die erste Kurz-LP mit dem Namen „Uns geht´s prima" schon fast eine Rarität ist, markiert das Album „Debil" den Durchbruch der Ärzte. Das nächste Album „Im Schatten der Ärzte" schaffte es dann auch in die deutschen Charts. Auch mit Platten der Toten Hosen können Sie eine Party aufmischen. Den Durchbruch schaffte die Band aus Düsseldorf mit der LP „Ein kleines bisschen Horrorshow". Auf der Platte ist das Stück „Hier kommt Alex", das –wie viele andere Stücke der Platte auch - als Bühnenmusik für das Theaterstück „ A Clockwork Orange" diente. Die Platte „Unter falscher Flagge" von 1984 ist ebenfalls ein Meisterstück der Punkrockmusik. Aber auch mit den Alben „Damenwahl", dem Live-Album „Bis zum bitteren Ende" oder der jüngeren Produktion „Ballast der Republik" greifen Sie tief in den Fundus deutscher Punkrockkultur.

Übrigens: Auf einschlägigen Partys  sind auch Platten, CDs und DVDs von Punkrockbands wie zum Beispiel Dead Kennedys, Black Flag, Slime, Dalily Terror, Green Day, The Offspring, Wizo oder ZSK sehr beliebt.

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