Carrera Motoren einlaufen lassen und die Kraft nutzen

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Anfangen wollen wir mit dem Herzstück  jedes Fahrzeuges "den Motor"
Gerade hierzu, gibt es 1000 verschiedene Meinungen die von logisch bis Voodo reichen.

Beginnen wir mit der Auswahl eines Motors. Viele denken das die Drehzahl einen guten Motor ausmacht. Je höher, desto besser! Das ist im Prinzip falsch. Es sind viel mehr Faktoren die hier zusammenwirken als man im ersten Moment denkt. Ein sehr hoch drehender Motor hat meistens ein sehr schwaches Drehmoment. Daraus ergeben sich folgende Nachteile. Die Bremswirkung ist um einiges schlechter als bei einem Drehmoment starken Motor. Man kann zwar über die Übersetzung einiges verbessern, aber das gleiche Ergebnis wie bei einem drehmomentstarken Motor wird man nicht erreichen.  Wenn das Fahrzeug als "rollender Magnet" unterwegs ist, fällt die schlechte Bremswirkung erst einmal nicht so gravierend auf. Fährt man wenig Magnet oder gar ohne und hat dazu noch ein recht schweres Fahrzeug, erscheint der Bremsweg ewig lang. Hier kommen also zwei weitere Faktoren ins Spiel. Das Gewicht und die Strecke. Ist die Strecke sehr kurvenreich und das Fahrzeug schwer, ist das Fahrverhalten von hochdrehenden Motoren eher schlecht. Hat man ein leichtes Fahrzeug und eine Strecke die viele lange Geraden beinhaltet, kann ein hoch drehender Motor durchaus effektiv sein.

Das einlaufen von Motoren
Es gibt wohl keinen anderen Punkt (vielleicht die Reifen) wo es soviel verschiedene Meinungen gibt. Von "in öl eingelaufen" bis zu "mit Neutronen beschossen" findet man hier manchmal echt kurioses. Wie und was man am ende macht und vor allem wie viel Aufwand man treibt ist jeden selbst überlassen. Sicherlich ist es auch davon abhängig ob man mit diesen Motor dann an Rennserien teilnimmt oder ihn nur zum "Spaßfahren" benutzt.

Rennserien Motor
1. Den Motor in der späteren Laufrichtung bei 6V ohne jegliche Anbauteile für ca. 2 Stunden laufen lassen. Vorher ein Tropfen Öl vorne und hinten auf die Motorwelle geben. Mit dem Öl sehr sparsam sein, da sonst die Gefahr besteht das die Kohlen verölen. Der Motor sollte am besten auf einer massiven Kupfer oder Messingplatte liegen, damit die Wärmeabfuhr verbessert wird. Nach ca. 2 Stunden den Motor dann nochmals auf 9V für ca. 30 Minuten laufen lassen. Durch diese Prozedur laufen sich die Kohlen bestens ein. Von einem einlaufen im destliiertem Wasser oder Öl halte ich nicht sehr viel. Da der Motoranker durch die Flüssigkeit abgebremst wird, ist die Belastung für den Motor wesentlich höher. (Aber wie vorher geschrieben, manche Leute schwören auf das Baden von Motoren) Jeder Motorenhersteller rät davon ab!

2. Da wir gerade dabei sind einen Rennserien Motor zu erschaffen, kommt jetzt ein Punkt der durchaus ins Geld gehen kann. Man besorgt sich mehrere Motoren gleicher Bauart und lässt sie alle den Punkt 1 durchlaufen. Ist dieses geschehen, kann man mit dem Selektieren beginnen. Vorraussetzung dafür ist ein stabilisiertes Netzteil und ein Ampere Messgerät. Am besten ist ein Netzgerät mit integrierter Ampereanzeige. Jeder Motor wird nun mit der späteren Betriebsspannung an das Netzgerät gehangen und dabei wird der Amperewert notiert. Da es bei allen Herstellern eine gewisse Streuung der Motoren gibt, ist das eine Möglichkeit den stärksten Motor zu ermitteln. Je höher der Amperewert desto besser. Aber Vorsicht! Sollte der Motor unsauber in den Motorlagern laufen ergibt sich auch ein höherer Amperewert der nicht auf einen besseren sondern eher auf einen schlecht laufenden Motor hindeutet. Eine weitere Möglichkeit ist die Messung der Drehzahl an der Motorwelle. Dazu gibt es digitale Meßgeräte. Ich persönlich halte weniger davon, da bei diesen Verfahren nur die Drehzahl gemessen wird. Ein Motor mit geringerer Drehzahl aber höheren Amperewert kann ein besseres Drehmoment besitzen.

3. Nun haben wir also den besten Motor herausgemessen. Wenn möglich sollte man den Motor nun mit Druckluft vom Kohlestaub reinigen. Als nächstes wäre das Getriebe an der Reihe. Der Motor wird samt Getriebe in das Fahrzeug eingebaut (ohne Felgen/Reifen). Danach werden die Zahnräder mit feiner Schleifpaste oder Zahnpaste eingeschmiert. Das ganze dient dazu die Zahnräder sauber aufeinander einlaufen zu lassen. Das geschieht bei 6V für ca. 2 Stunden. Danach wird alles gereinigt und mit Getriebefett versehen (weniger ist manchmal mehr). So sollte der Motor dann nochmals für ca.1 Stunde laufen. Sollte die Getriebeübersetzung später geändert werden, ist Punkt 3 zu wiederholen. Diese Einlaufprozedur sollte im Normalfall ausreichen. Es gibt auch Leute die so etwas über mehrere Tage praktizieren und wo der Motor dann rund um die Uhr gequält wird. Doch das, ist jedem selbst überlassen. Ich habe auch diese "Langstrecken-Einlaufprozeduren" getestet und konnte keine, sichtbar besseren Resultate feststellen. Jeder macht's halt auf seine Weise ;-)

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