Carbamid-Peroxid schädigt Enamel

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In-office-Bleaching mit 35%igem Carbamid-Peroxid führt zu einer signifikanten Demineralisation der Enamelschicht. Daher sollten Bleaching-Prozeduren mit hohen Peroxid-Konztentrationen nur nach sorgfältiger Abwägung der Risiken durchgeführt werden.


Seit etwa einem Jahrzehnt setzen Zahnärzte zu Aufhellung der Zähne In-office-Bleaching-Produkte ein. Mit dieser Methode werden unmittelbar Ergebnisse erzielt, was zur steigenden Popularität geführt hat. Dennoch wird in der Literatur nach wie vor kontrovers darüber diskutiert, ob die Bleachingprodukte einen nachteiligen Effekt auf das Zahnhartgewebe haben. Eine britische Arbeitsgruppe hat daher mithilfe von Mikro-CT-Aufnahmen untersucht, welchen Einfluss 35%iges Carbamid-Peroxid auf die Zahnhartsubstanz hat.

Frisch extrahierte menschliche Molaren wurden für die Studie verwendet. Von diesen wurden 11 Schnitte angefertigt, die 2 Stunden einer 35%igen Carbamid-Peroxid-Lösung ausgesetzt wurden. Anschließend wurden die Probenkörper 24 Stunden in künstlichem Speichel gelagert. Die Schnitte wurden vor und nach der Bleaching-Prozedur mit einem Mikro-CT-Scanner (µCT80, Scanco, Schweiz) auf ihren Mineralgehalt hin untersucht.

Die Forscher stellten fest, dass 35%iges Carbamid-Peroxid zu einer signifikanten Demineralisation des Enamels bis in eine Tiefe von 250 µm führt. Der Mineralgehalt im Dentin wurde durch das Bleaching hingegen nicht signifikant beeinflusst.

Das "In-office-Bleaching" gilt als nicht-destruktive kosmetische Prozedur. Dieses Konzept muss nach Ansicht der Wissenschaftler nach den Ergebnissen der vorliegenden Studie neu überdacht werden.

Quelle: Efeoglu N et al.: Thirty-five percent carbamide peroxide application causes in vitro demineralization of enamel. Dental Materials 2006; article in press
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