Canon 24-105 mm 4.0L IS USM

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Ich besitze die Canon EOS 350D nun seit ein paar Monaten und bin sehr zufrieden mit der Kamera. Habe schon mehrere Objektive wie das Canon 50mm/2.8 und das Tamron 28-75/2.8DI, sowie das 17-85mm/4.0-5.6 IS USM besessen. Vor kurzem kündigte Canon ein neues Objektiv an, das Canon 24-105 mm 4.0L IS USM. Die Daten schienen mir wie für mich gemacht. Das Objektiv war leider in Deutschland nicht erhältlich und so musste ich es in Österreich bei electronic outlet bestellen. Bezahlt habe ich 985,60 Euro inklusive Versand.


Technische Daten
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Objektivtyp Kleinbild
Kameraanschluss Canon / AF
Lichtstärke 1:4
Brennweite 24-105 mm
Optischer Aufbau (Linsen/Glieder): 18/13
Fokussiermotor: USM
Naheinstellgrenze 45 cm
Kleinste Blende: 22
Manuelle Fokussierung: ja
Baulänge 107mm
Durchmesser 83,5 mm
Gewicht 670 g
Filterdurchmesser: 77mm


Lieferumfang
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Objektiv
Objektivdeckel
Gegenlichtblende
Lederetui
Objektivdeckel
Garantiekarte



Haptik (Handhabung)
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An meiner 350D passt das für ein L-Objektiv geringe Gewicht optimal. Die Kamera mit Optik ist klasse ausbalanciert. Schieber für die Umschaltung manueller/automatischer Fokus und IS an/IS aus liegen günstig und sind gut zu erreichen. Zoomen geht sehr leichtgängig und trotzdem absolut präzise. Kein Nachrutschen oder sonstiges, perfekt. Das gleiche gilt für die manuelle Fokussierung. Alles so wie ich es mir erhofft hatte.


IS (Image Stabilizer ) und USM (Ultraschallmotor)
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Der IS arbeitet absolut zuverlässig, mit 1/100 Sek. Verschlusszeit mache ich bei voller Brennweite noch verwacklungsfreie Bilder. Ohne IS wäre bei ca. 65mm Schluss. Faustregel für Kleinbild lautet: 1/Brennweite (Sekunde) verwackelt nicht. Da meine Kamera aber einen Crop-Faktor hat ergeben sich bei mir oben genannte Brennweiten. Der Brennweitenverlängerungsfaktor (Crop-Faktor) digitaler Kameras verändert nicht die tatsächliche Brennweite des Objektivs, sondern gibt den Wert an, mit dem man die tatsächliche Brennweite multiplizieren muss, um einen dem Kleinbild äquivalenten Bildausschnitt zu erhalten. Der USM arbeitet ebenfalls sehr schnell, absolut leise und hundertprozentig präzise.


Lichtstärke, Zoom, Schärfe und Farben
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Man sollte denken eine Lichtstärke von 4,0 setzt nicht gerade Maßstäbe. Normalerweise würde ich dem zustimmen. Es gibt Objektive die eine Lichtstärke von 2.8 oder sogar 1.8 und noch niedriger vorweisen. Meine Erfahrung hat gezeigt das man dann aber bei den meisten Optiken 1-2 Blenden abblenden muss um eine optimale Schärfe zu bekommen. Die meisten Zoomobjektive brauchen mehr Licht im Telebereich (z.B. 3.5-5.6). Dies ist beim 24-105 L nicht der Fall, bei Lichtstärke 4,0 (durchgängig) absolut scharf über den gesamten Brennweitenbereich. Die Farben sind canontypisch freundlich. Bei Offenblende lassen sich im vollen Telebereich herrliche mit der Kamera freigestellte (unscharfer Hintergrund) Bilder machen.


Verzeichnung und Farbsäume
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Alle Objektive haben eine mehr oder weniger starke Neigung zu Verzeichnungen. Damit ist nicht die perspektivische Verzerrung am Rande von extremen Weitwinkel-Objektiven gemeint, sondern die Tatsache, dass selbst bei Teleobjektiven eine gerade Linie am Bildrand nicht immer exakt parallel zum Bildrand dargestellt wird. Dabei wird zwischen tonnen- und kissenförmiger Verzeichnung unterschieden. Die Chromatische Aberration (Farblängsfehler) tritt auf, weil der Linsenrand das Licht wie ein Prisma in seine spektralen Bestandteile zerlegt. Schlechte Korrektur führt im Bild zu Farbsäumen. Da das Licht, welches die Linse am Rand passiert, am meisten zur Aberration beiträgt, verringern sich diese Fehler mit dem Abblenden. Eine einzelne Linse verursacht zahlreiche Abbildungsfehler, die sich in Unschärfen, Farbsäumen und Verzerrungen äußern. In Objektiven kombiniert man daher mehrere Linsen aus unterschiedlichen Glassorten, um die Fehler möglichst weitgehend zu eliminieren. Diese Aufgabe hat Canon bei meinem Objektiv hervorragend gemeistert. Verzeichnungen sind minimal von 24-30mm und von 100-105mm zu sehen. Im Brennweitenbereich von 30-100mm kann ich mit bloßem Auge selbst bei absolut geraden Linien nichts feststellen. Auch Farbsäume habe ich noch auf keinem meiner Bilder gesehen. Selbst nicht bei schwierigen Motiven wie Bäumen vor blauem Himmel mit Gegenlicht oder metallenen Motiven die gerne dazu neigen Farbsäume zu verursachen.


Fazit
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Das Objektiv ist sicherlich mit dem Anschaffungspreis von 985,60 Euro nicht billig. Nein das sicher nicht, aber es ist durchaus günstig. Ich neige ansonsten gerne dazu Produkte aufgrund eines hohen Preises abzuwerten. In diesem Fall sehe ich es anders. Wenn ich da an das 17-85mm 4.0-5.6 IS USM für ca. 500 Euro denke kostet dieses zwar nur die Hälfte ist aber lange nicht so gut. Das 24-105 schlägt das 17-85 um das Vielfache. Die Handhabung, der Stabilisator, keine nennenswerte Verzeichnung und eine einmalige Schärfe, selbst bei Offenblende, über den gesamten Brennweitenbereich führen zu den brillantesten Bildern die ich je gemacht habe. Von mir eine klare Empfehlung mit 5 Sternen für ein Objektiv das jeden Cent wert ist.

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