CDs von David Bowie: Wissenswertes zur Biographie des Künstlers und der Entstehung seiner Hits

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CDs von David Bowie: Wissenswertes zur Biographie des Künstlers und der Entstehung seiner Hits

Von Art-Rock bis Dance-Pop, Folk bis Metal, Soul bis Industrial und Musical bis Electronica - kein anderer Musiker hat sich so geschmeidig wie einflussreich durch die Genres bewegt wie David Bowie. Als Pop-Künstler hat er ein komplexes Bild von sich geschaffen, das sich mit neuen Veröffentlichungen noch immer weiterentwickelt. Im Laufe seiner langen Karriere hat der britische Musiker und Schauspieler viele der Musikrichtungen, die er sich zu eigen machte, revolutioniert. So ist er der erste Rockmusiker, der mit seinen selbstentworfenen Charakteren, wie etwa Ziggy Stardust und Aladdin Sane, Rollen schuf, die durch ausgefeilte Bühnen-Outfits auch für das Publikum klar erkennbar von seiner eigenen Person getrennt waren. Aber nicht nur in Bezug auf die Rezeption seiner bemerkenswerten Songtexte spielten die Looks eine große Rolle für den Beginn von Bowies Erfolg. Mit seinem androgynen Auftreten traf er den Nerv der Zeit und prägte den Glam-Rock mit.

David Bowie, der schon mit der Single „Changes" sein Motto deutlich machte, beließ es jedoch nicht bei dem mit Feminität und Homosexualität spielenden Glam-Image. Allein 24 Soloalben hat der sich immer neu erfindende Allround-Künstler veröffentlicht, dazu kommen zahlreiche Kollaborationen, Konzertalben, Soundtracks und Kompilationen. Es verwundert nicht, dass der virtuose Charakterdarsteller parallel auch eine Schauspielkarriere verfolgt. Filme wie Nicholas Roegs „Der Mann, der vom Himmel fiel" prägen Bowies Bild als einmaligen Künstler mit. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen Überblick und Hintergrundinformationen über das vielseitige musikalische Werk von David Bowie und seine besten Alben, ob Sie nun Ihre Sammlung vervollständigen oder Ihr Pop-Wissen erweitern wollen.

„Ground Controls to Major Tom" – anfängliche Startschwierigkeiten mit „David Bowie - Space Oddity"

Von Little Richards „Tutti Frutti" und später von Beat-Poeten und Jazz inspiriert, die ihm sein Vater und sein älterer Halbbruder nahe brachten, sang, spielte und komponierte der 1947 in Brixton, London als David Robert Jones geborene Bowie schon seit dem Alter von 15 Jahren in verschiedenen Bands. Auch seine Zusammenarbeit mit dem Tänzer, Pantomimen und Choreograf Lindsay Temp beeinflusste ihn. Nachdem er 1967 bei Decca sein erstes, wenig erfolgreiches Album „David Bowie" veröffentlicht hatte, das von Musical- und Folksongs geprägt war, benannte er 1969 auch sein zweites Album nach seinem neuen Künstlernamen. Diesen legte er sich wegen der Ähnlichkeit seines bürgerlichen Namens zu dem des Monkees-Sängers Davy Jones zu und würdigte damit seinen Helden Jim Bowie, den amerikanischen Pionier und Soldat des 19. Jahrhunderts. Das zweite Album, „David Bowie - Space Oddity", wurde von Tony Visconti produziert und enthielt mit „Space Oddity" Bowies erste erfolgreiche Single. Unter dem gekürzten Titel „Space Oddity" wurde das Album später neuveröffentlicht. Der Song „Space Oddity" wurde zuerst für den Promotionfilm „Love You Till Tuesday" aufgenommen, mit dem Bowies Manager Kenneth Pitt seinen letzten Versuch unternahm, ihn bekannter zu machen. In der Weltraumballade singt Bowie aus der Sicht des fiktiven Astronauten Major Tom, der später von dem deutschen Sänger Peter Schilling aufgegriffen wurde, und bringt berührend dessen Stimmung in der Weltraumkapsel zum Ausdruck. Bereits hier zeigt sich David Bowies Vorliebe für das Erfinden von Charakteren und das Thema Weltraum sowie seine Art der Aneignung: Zu dem Charakter inspirierte ihn Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum". Als Rückblick auf den Beginn von David Bowies musikalischer Entwicklung ist das zwar etwas unzusammenhängende Album somit besonders interessant.

„Hunky Dory" - ein Album, das David Bowies Metamorphose widerspiegelt

Eine wichtige Bekanntschaft war für David Bowie der Gitarrist Mick Ronson, mit dem er zunächst zwei Songs und sein drittes Album aufnahm, auf dem Bowies Musik und Image die erste Metamorphose durchmachte: Auf dem Cover präsentierte er sich mit langen Haaren, Kleid und hohen Stiefeln; die Musik lässt sich als unausgeglichene Eskapade zwischen Hard-Rock, Metal und Blues beschreiben.

Durch einen Vertrag bei RCA Records, die ihm eine USA-Reise finanzierten, konnte sich Bowie jedoch weiterentwickeln und sammelte wichtige musikalische Erfahrungen. So brachte er 1971 in Begleitung der „Spiders from Mars" das reife Album „Hunky Dory" heraus, auf dem er Einflüsse von The Velvet Underground, Andy Warhol, Bob Dylan und Frank Sinatra durchsichtig macht und zu einem gelungenen Ganzen zusammenfügt. Das Album überzeugte mit den reifen Reinterpretationen zunächst Musikkritiker, nach Bowies Durchbruch wurde es auch bei einem breiteren Publikum mit Hits wie „Changes", „Life on Mars?" und der eindringlichen Hymne „Oh! You Pretty Things" sehr beliebt und ist bei eBay als remastered Version von EMI auf CD zu finden. Die Songtexte zitieren Nietzsches Übermensch-Theorie und imaginären Alieninvasionen - Themen, die sich durch Bowies Werk ziehen sollten.

Aufstieg und Fall von Ziggy Stardust und der Durchbruch von David Bowie

Schon beim Erscheinen von „Hunky Dory" war das Konzeptalbum „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars" fertiggestellt. Bowie erfand dafür die Figur des außerirdischen Ziggy Stardust, dessen Geschichte in den Songs wie „Moonage Daydream", „Starman" und „Ziggy Stardust" erzählt wird, die er vor allem auf einer Tour mit den „Spiders from Mars" in extravaganten Kostümen vorführte. Die aufsehenerregenden Bühnen-Shows, bei denen Bowie mit roter Vokuhila und engen Ziggy-Stardust-Kostümen wiederum mit der Bisexualität spielte, brachten ihm die Aufmerksamkeit der Medien und einem großen Publikum ein, noch bevor das „Ziggy-Stardust"-Album veröffentlicht wurde. Vorbereitet durch die Tour, war es David Bowies großer Durchbruch und ist bis heute sein beliebtestes Album. Es bestimmte die Wahrnehmung Bowies maßgeblich und machte ihn zur Ikone des Glam-Rocks.

Nach der neuen Kunstfigur Aladdin Sane benannte Bowie die Nachfolgerplatte, die an den Erfolg von „Ziggy Stardust" anknüpfte. Obwohl „Aladdin Sane" mit „The Jean Genie", „Time" und weiteren gelungenen Songs viele Hits enthält und die Figur mit dem pinken Blitz im Gesicht zum Wahrzeichen Bowies wurde, erreichte das Album nicht ganz die Qualität seines Vorgängers. Doch Bowie hielt sich nicht lange mit seinem Image als Glam-Ikone auf und ließ es beim letzten Konzert seiner „Ziggy Stardust – The Motion Picture"-Tour symbolisch mit der Figur Ziggy Stardust auf der Bühne sterben.

Die goldenen Kokain-Jahre: "Diamond Dogs", "Young Americans" und "Station to Station"

Nach Japan- und Russlandreisen mutierte der Künstler auf dem Cover des „Diamond Dogs"-Albums zu einem Menschenhund. George Orwells „1984" und die Kurzgeschichte „Ein Junge und sein Hund" von Harlan Ellison inspirierten ihn zu dem dystopischen Album, dessen Songtexte von strahlengeschädigten Kreaturen bevölkert sind. Dekadente Endzeitstimmung, die auch den Rock in Songs wie „Rebel Rebel" und „Chant of the Ever Circling Skeletal Family" in punkige Gitarren auflöst und das letzte Aufgebot der aufgedonnerten Kompositionen Bowies prägen das hybride Album, das schon bei seiner Veröffentlichung 1974 begeistert aufgenommen wurde und als CD erhältlich ist.

Während der „Diamond-Dogs"-Tour verwandelte sich Davis Bowie immer weiter in den „Thin White Duke", die bunten Outfits wichen einem Anzug, ausgezehrt und hungrig nach der amerikanischen Kultur zog er nach Los Angeles, wo er dem Kokain und dem Okkultismus verfiel. Doch selbst nach dieser Phase des Drogenkonsums veröffentlichte er 1975 das vom Philadelphia Sound inspirierte Album „Young Americans" auf dem sich in Hits wie „Fame" R'n'B und Soul zu einer Musik mischen, die Bowie selbt als „Plastic Soul" bezeichnet. Das Album „Station to Station" markiert den Höhepunkt dieser Ära.

„We can be Heroes": die „Berliner Trilogie"

Pleite und von Bertold Brecht, Fritz Langs „Metropolis" und den deutschen Bands Kraftwerk, Can und Tangerine Dream begeistert, zog Bowie 1976 nach Berlin, wo er in den Hansa-Studios mit Brian Eno und Tony Visconti die „Berlin-Trilogie" aufnahm, die als die drei künstlerisch wertvollen aber kommerziell etwas weniger erfolgreichen Alben „Low", „Heroes" und „Lodger" bekannt sind, die mit dem Titelsong „Heroes" und „Sound and Vision" aber auch große Hits enthalten. Außerdem produzierte er in seiner Berliner Zeit für den befreundeten und in Schöneberg lebenden Iggy Pop die Alben „The Idiot" und „Lust for Life".

Major Tom ist ein Junkie: „Scary Monsters"

Mit dem mittlerweile 14. Studioalbum „Scary Monsters - and Super Creeps" war Bowie sowohl künstlerisch als auch kommerziell erfolgreich. In dem Song „Ashes to Ashes" blickt er auf frühere Songtexte zurück und löst etwa die Weltraumerfahrungen Major Toms als Drogenerlebnisse auf.

Bowie war im Begriff, vom anerkannten Künstler zum Superstar zu werden. Er wechselte zu EMI und nahm zusammen mit Queen den einzelnen Song „Under Pressure" auf, der als Single sehr erfolgreich wurde. 

„Let's Dance" - ein kommerzieller Riesenerfolg auf der ganzen Welt

Das Album „Let's Dance" katapultierte David Bowie mit dem gleichnamigen Hit weltweit an die Spitze der Charts. Auch die weiteren Single-Auskopplungen „China Girl" und „Modern Girl" fanden mit ihrem Mix aus Rock, Funk und Disco ihren Weg auf die Tanzflächen. Doch Bowies größter kommerzieller Erfolg sollte gleichzeitig auch der letzte für lange Zeit sein. Die Alben, die er danach in den 1980er- und 1990er-Jahren auf den Markt brachte, finden allgemein weniger Lob als die aus seiner Schaffensära in den 1970er-Jahren.

Bowies Album „The Next Day"

Nach fast zehn Jahren Zurückgezogenheit tauchte Bowie 2013 an seinem 66. Geburtstag überraschend mit der besinnlichen Frage „Where Are We Now" wieder auf, einem eher melancholischen Song, in dem er sich an seiner Berliner Zeit zurückerinnert. Energischer und rockiger ist das zugehörige Album, das wenig später unter dem Titel „The Next Day" erschien und in England und Deutschland den ersten Platz der Album-Charts einnahm. Erstmals hat sich der singende Schauspieler nicht neu erfunden, sondern mit Anklängen an frühere Schaffensperioden ein gelungenes neues Album entwickelt.

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