CDs, DVDs oder Videokassetten – wann brauche ich welches Speichermedium?

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CDs, DVDs oder Videokassetten – wann brauche ich welches Speichermedium?

So unscheinbar und selbstverständlich die Datenträger auch daherkommen mögen – in Bezug auf ihre unterschiedlichen Fähigkeiten trennen sie Welten. Nicht nur im Fassungsvermögen, auch im Preis und in der Haltbarkeit grenzen sich die Rohlinge eines jeweiligen Typs gegen Alternativen ab.

Und selbst innerhalb einer Linie tun sich Gräben auf: CD-Rohlinge sind nicht gleich CD-Rohlinge, stets ist auf die genaue Bezeichnung zu achten, um den Einsatzrahmen konkret abstecken zu können. Die Computerindustrie wirft zudem ständig neue Modelle auf den Markt, mit oftmals bescheidenen Neuerungen. Wirklich sinnvolle Fortschritte, wie sie beim Umstieg von VHS zu DVD offensichtlich waren, sind längst nicht mit jedem frisch auf den Markt gelangenden Datenträger verbunden – im Gegenteil: Meist fand bloß eine kleine Optimierung statt, die vor allem das Kaufinteresse wecken soll.

Bedingt durch das Vorhandensein der Magnetbänder fällt die VHS-Kassette im direkten Vergleich natürlich stark ab, Kapazität und Wiedergabequalität hinken den Möglichkeiten der kleinen runden Scheiben hoffnungslos hinterher. Dennoch lohnt ein Blick auf die spezifische Eigenart der klobigen Kassetten.

Grundlage der Datenspeicherung im Multimediasektor wie in der Arbeitswelt stellt die CD dar. Der beschriebene Rohling ist Standard, wenn auch nicht jeder Rohling gleich ist. Ähnliches gilt für den direkten Nachfolger, die DVD.
Erfahren Sie anhand dieses Textes alle nützlichen und interessanten Details rund um das Thema „Rohling". 

Optisch gleich, dennoch verschieden: CD-Rohlinge

Wer regelmäßig Multimediadateien braucht, kommt um die Frage nach dem bestmöglichen Speichermedium nicht umhin. Herkömmliche CD-Rohlinge bieten sich natürlich an, doch tut der zweite Blick not, um das passende Format ausfindig zu machen. Etwas unspektakulärer verhält es sich bei reinen Daten-CDs, hier spielt die Ressource wegen des prinzipiell geringen Platzbedarfs meist eine untergeordnete Rolle, ausschlaggebend wirkt sich dann eher die Kosten-Nutzen-Rechnung aus – vor allem bei regelmäßig stattfindenden Datensicherungen von Office-Dateien.

Die Speicherkapazität

Die Industrie hat den Standard eines CD-Rohlings bei 700 Megabyte festgesetzt. Dabei handelt es sich um eine internationale Norm, Rohlinge dieser Art sind im Grunde überall auf der Welt gleich und können dementsprechend konsumiert werden. Wo genau Sie die Packung erworben haben, spielt keine Rolle – der Rohling lässt sich am heimischen Computer problemlos bearbeiten.

Etwas anders verhält es sich mit den vorhandenen Spezialversionen, die etwa über eine maximale Kapazität von 900 MB verfügen. Diese sind eher selten und mit ihren gerade einmal 200 MB zusätzlichem Speicherplatz nicht unbedingt ein Quantensprung, können aber insbesondere Filmfreunden wertvolle Dienste erweisen: Oftmals reicht eine 700 MB große CD nicht aus, um einen Film komplett darauf ablegen zu können. Um eine lästige Zweiteilung zu vermeiden, lohnt hier der Einsatz des 900er-Rohlings.

Wiederbeschreibbarkeit - RW

Eine bedeutende Unterscheidung in der Handhabung eines Rohlings stellt die Fähigkeit des Wiederbeschreibens dar. CDs mit dem sogenannten „RW"-Symbol (rewritable) sind jederzeit zu formatieren und neu zu brennen, ein Vorgang, der jedoch gewisse Risiken birgt. Je öfter der Rohling beschrieben wurde, desto anfälliger erweist er sich beim Abspielen, auch wenn die Hersteller laut Verpackung eine bestimmte Anzahl von Speichervorgängen als unproblematisch erscheinen lassen. Ratsam ist es daher immer, nur ausgesuchte Daten auf einer wiederbeschreibbaren CD zu sichern, wie etwa sich schnell verändernde Daten, die einer permanenten Aktualisierung unterworfen sind. Dauerhaft zu sichernde Dateien, etwa Dokumente oder Fotos, lohnen sich kaum als RW-Kopie. Hier bleibt eine herkömmliche CD-R (das R steht für „Record", also Aufnahme) erste Wahl.

Umgang mit dem Klassiker: die CD als digitales Archiv

Eine vermeintlich banale Frage stellt sich nach einigen Jahren und einer stetig anwachsenden Sammlung an Rohlingen: Wie lagere ich die CDs korrekt und ohne Datenverlust? In der Tat kennt die Branche unterschiedliche Aufbewahrungsmöglichkeiten, bereits beim Kauf kann der Kunde über die entsprechende Verwendung bestimmen. Entweder bezieht er die CD in der klassischen Hülle aus Kunststoff oder – für die großen Stückzahlen – auf eine Spindel gesteckt. In der einzelnen Hülle wirkt die separat verstaute CD deutlich ordentlicher, die Hülle erfüllt ihre Schutzfunktion und liegt zudem gut in der Hand. Bei der in die Höhe gehenden Spindel schwingt hingegen immer ein wenig der Eindruck des spontanen Stapelns mit. Doch so nebensächlich, wie es auf den ersten Blick scheint, ist der Aspekt der passenden Lagerung nicht. Tatsächlich entscheidet sie mit über die Haltbarkeit der einzelnen Rohlinge.

Wer die Spindel bevorzugt, sollte dies vor allem bei einem kontinuierlich hohen Bedarf an frischen Rohlingen tun, denn die unvermeidbare Reibung erzeugt mit der Zeit Kratzer. Hinzu kommt die fehlende Transportsicherheit bzw. sie muss in Form von Papierhüllen oder sogenannten „Slimcases" – besonders dünnen Kunststoffhüllen – extra erworben werden. Für die dauerhafte Archivierung ist die Spindel ein denkbar ungünstiger Ort. Einen Vorteil besitzt sie allerdings mit der durch sie besorgten relativen Dunkelheit. Denn anders, als die transparente CD-Hülle, die beim Einfall von Tageslicht leicht Schaden nimmt, lagern die Rohlinge auf der Spindel eng gesteckt und ohne Luftdurchlässigkeit übereinander, was eine Einwirkung von außen unmöglich macht. Grundsätzlich sind physische Datenträger, die über eine beschriebene oder beschreibbare, also empfindliche Oberfläche verfügen, immer im Schrank oder in der Schublade zu lagern.

Die Haltbarkeit von CDs gehört zu den großen Streitthemen der Branche, von fünf bis 1.000 Jahre reichen die Prognosen und Versprechungen der Anbieter.

Vorsorge dank Standard: DVD-Brenner leisten wichtige Archivarbeit

Zu Anfang bedeuteten DVD-Brenner eine enorme Investition, mittlerweile gehören entsprechende Laufwerke zur Grundausstattung eines PCs. Dadurch haben sich das maximale Datenvolumen und vor allem die Qualität deutlich verbessert, gerade bei den verschiedenen Formaten des Multimediabereichs sind die Vorzüge offensichtlich. Die durchschnittliche Kapazität eines DVD-Rohlings liegt bei 4,7 Gigabyte. Darüber hinaus gibt es auch hier zwei unterschiedliche Varianten: Ebenso wie bei der CD kennt die Industrie den wiederbeschreibbaren und den einfachen Rohling.

Die Problematik der Abnutzung und des plötzlichen Datenverlusts durch ein zu häufiges Beschreiben des DVD-RW-Rohlings ist durch die insgesamt stärkere Leistungsdichte keinesfalls ausgeschlossen, im Gegenteil: Die Oberfläche einer DVD ist noch einmal empfindlicher gegenüber Einwirkungen jeder Art, natürlich auch extremem Lichtbefall. Potenziert wird das Problem noch einmal durch die populäre Verwendung sogenannter „Dual Layer". Dabei handelt es sich um ein Abspeichern in zwei Schichten, die übereinander auf der DVD abgelegt werden. Der große Pluspunkt ergibt sich aus der so zustande kommenden erweiterten Ressource – gerade bei Filmen mit Überlänge ein riesiger Vorteil. Der Nachteil liegt nicht zuletzt im erhöhten Kaufpreis und in der Unverträglichkeit mit vor allem älteren DVD-Laufwerken. Diese erkennen doppelt beschriebene DVDs oftmals nicht, aktuelle Modelle haben dieses Problem jedoch größtenteils abgestellt.

Ein ganz ähnlicher Konflikt herrscht diesbezüglich bei normalen CD-Rom-Laufwerken älterer Bauart, diese sind oftmals nicht in der Lage, bestimmte wiederbeschreibbare Rohlinge auszulesen. Aber auch das hat sich in den letzten Jahren zum Guten gewandelt. Um ganz sicher zu gehen, investieren Sie in ein zeitgemäßes CD-DVD-Laufwerk, der Preisverfall bei derartigen Accessoires ist enorm und bietet Ihnen somit zahlreiche günstige Optionen.

Technik aus vergangenen Tagen: die gute alte VHS-Kassette

Was nicht mehr zum Standard gehört, ist in der Unterhaltungselektronik in der Regel ein hoffnungsloser Fall – über kurz oder lang verschwindet das Format oder Gerät gänzlich aus den Regalen und Wohnzimmern. Das gilt sicher auch für die bewährten VHS-Bänder, die bis zur Jahrtausendwende im Grunde das Nonplusultra der Filmwiedergabe darstellten. Deren Ersetzung durch die DVD führte aber keineswegs zum plötzlichen Verschwinden sämtlicher Kassetten, sondern allenfalls zu einer Verdrängung und der entscheidenden Frage nach der Vereinbarkeit von VHS und DVD bzw. den Möglichkeiten einer rundum digitalisierten Entertainment-Welt. Da aufgrund von eindeutig besseren Qualitätsmerkmalen schwer auf DVD und Co. zu verzichten ist, bleibt als einzige, aber sinnvolle Option das Umwandeln der alten Bänder in ein digital abzuspeicherndes Format. Der Vorgang ist relativ einfach und setzt neben einem Videorekorder einen handelsüblichen PC voraus.

Rettung alter VHS-Kassetten mit Qualitätsgewinn

Als zusätzliches Equipment benötigen Sie lediglich einen „Analog-Digital-Wandler". Diesen schließen Sie an den Videorekorder an und verbinden das andere Ende mit Ihrem Computer. Die Schnittstelle am PC ist ein USB-Stecker, am VHS-Gerät meistens eine Scart-Buchse, wahlweise ein alternativer analoger Anschluss. Die eigentliche Aufgabe des Umwandlers besteht nun darin, die empfangenen analogen Signale in digitale und vom Rechner erkennbare zu transformieren. Anschließend werden diese auf der Festplatte abgelegt.

Doch damit nicht genug: Mithilfe einer entsprechenden Software lassen sich die Bänder noch erheblich auffrischen oder sogar ganz gewöhnlich schneiden, wie es die diversen Programme der Filmbearbeitung standardmäßig ermöglichen. Wem dieser relativ unspektakuläre Vorgang dennoch zu kompliziert ist, greift am besten auf einen DVD-VHS-Rekorder zurück. Dem Namen nach kopiert dieser das eingelegt Band in den DVD-Standard, als Bonus gelingt zudem eine Kopie in entgegengesetzte Richtung, nämlich von DVD auf VHS. Allerdings hat sich das Angebot in den letzten Jahren stark verkleinert, das Fortschreiten der virtuellen Datensammlungen und damit der unverkennbare Trend zum volldigitalen Umgang ohne physische Träger dürfte über einen längeren Zeitraum betrachtet das Aus für derartige Innovationen bedeuten.

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