Buschbohnen, Kidneybohnen, Grüne Bohnen & Co im Garten pflanzen

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Buschbohnen, Kidneybohnen, Weiße Bohnen & Co: Welche Bohnensorte ist für meinen Garten geeignet?

Ob als Auftakt zu einem gelungenen Menü, als Salat oder als köstliche Beilage zu Kartoffeln, Fleisch oder Fisch: Die eiweiß- und eisenreichen Bohnen sind ein äußerst vielfältiges Gemüse. Besonders lecker sind frische Bohnen aus dem eigenen Gemüsegarten! Gibt es etwas Schöneres, als sein Gemüse selbst zu ernten? Der Anbau der Hülsenfrüchte ist gar nicht schwer: Die schmackhaften Pflanzen sind pflegeleicht und wachsen in fast jedem Garten hervorragend. Erfahren Sie hier mehr über die verschiedenen Bohnensorten und über den Anbau von Bohnen.

Garten-, Feuer- und Ackerbohnen - Bohnensorten im Vergleich

Weltweit gibt es zahlreiche Nutzpflanzen, die als Bohnen bezeichnet werden. In Deutschlands Gemüsegärten sind Gartenbohnen in ihrer großen Farbvielfalt besonders häufig zu finden. Feuer- oder Käferbohnen, deren gefleckte Samen meist schwarz, braun oder violett sind, sind ebenfalls in den Gärten anzutreffen, wenn auch seltener. Die rustikalen Ackerbohnen dagegen werden kaum in den deutschen Gemüsegärten angebaut.

Gartenbohnen oder "Grüne Bohnen"

Gartenbohnen sind vor allem unter der Bezeichnung "Grüne Bohnen" bekannt. Dies ist ein zusammenfassender Begriff für verschiedene Gartenbohnenarten: Sie sind sowohl als kletternde Stangen- als auch als Buschbohnen erhältlich. Zu den Grünen Bohnen zählen Variationen wie die Prinzessbohnen, die Delikatessbohnen, die Keniabohnen ebenso wie die gelben Wachsbohnen und die weißen Bohnen. Die dunkelroten Bohnen, die vor allem durch das populäre Gericht Chili con Carne bekannt geworden sind, heißen Kidneybohnen (deutsch: Nieren-Bohne). Die aus Peru stammenden Hülsenfrüchte gehören ebenfalls zur Gattung der Gartenbohnen. Sie besitzen wertvolle Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Calcium, Magnesium und Eisen. Roh dürfen Grüne Bohnen nicht verzehrt werden, da sie Phasin, einen äußerst giftigen Eiweißstoff, enthalten. Phasin wird erst durch das Kochen der Bohnen zerstört.

Feuerbohnen

Feuerbohnen (auch als Käferbohnen bekannt) heißen nicht etwa so, weil sie besonders scharf schmecken. Ihren Namen verdanken die Hülsenfrüchte den hellroten Blüten, die die rankende Pflanze schmücken. Aufgrund ihrer Blüten werden sie oftmals als Zierpflanze eingesetzt. Im Gegensatz zu anderen Bohnensorten ist die frostempfindliche Pflanze mehrjährig, wird meist jedoch nur einjährig kultiviert. Sie wird vor allem in Süd- und Nordeuropa angebaut, da sie die hier herrschende Kälte besser vertragen als die empfindlicheren Gartenbohnen.

Ackerbohnen

Ackerbohnen (weitere Bezeichnungen: Pferde-, Sau- oder Dicke Bohnen) sind bereits seit dem Altertum in Europa bekannt, stehen allerdings im Vergleich zu den milderen Gartenbohnensorten weniger auf dem Speiseplan der Deutschen. Im Rheinland und in Westfalen werden die Bohnen, die überwiegend als Tierfuttermittel angebaut werden, jedoch gern gegessen. „Dicke Bohnen mit Speck" sind ein traditionelles Gericht in diesen Regionen Deutschlands.

Im Gegensatz zu den Grünen Bohnen schätzen die Dicke Bohnen kühles und feuchtes Klima und sind nicht frostempfindlich. Sie gedeihen hervorragend an der Nordseeküste. Die Aussaat kann bereits bei Bodentemperaturen von 2 °C erfolgen. Die Dicken Bohnen sind einjährige Pflanzen, die eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern erreichen.

Der Anbau von Grünen Bohnen

Für den Anbau in deutschen Gemüsegärten eignen sich die Gartenbohnen, die zudem bevorzugt auf dem Speiseplan der Deutschen stehen, besonders. Der Anbau von Garten- bzw. Grünen Bohnen ist, unabhängig von ihrer Art, besonders einfach und auch für Gartenanfänger geeignet.

In den Gemüsegärten sind zwei Varietäten von Gartenbohnen anzutreffen, die, entsprechend ihrer Wuchsrichtung, Stangen- oder Buschbohne heißen. Stangenbohnen wachsen in die Höhe und müssen deshalb während ihres Wachstums durch Rankhilfen gestützt werden. Buschbohnen dagegen sind niedrig wachsende Pflanzen, die keine stützende Hilfe benötigen, sondern frei wachsen.

Bohnen lieben lockeren, humusreichen und neutralen Boden mit einem pH-Wert von 6,5. Sonnige, windgeschützte Standorte sind ideal für einen erfolgreichen Bohnenanbau. Bodentemperaturen unter zehn Grad sind für die Gartenbohne schädlich.

Bevor die Bohnen im Frühjahr gesät werden, sollte der Boden zunächst erst einmal grob umgegraben werden. Zusätzlich ist es sinnvoll, den Boden zu düngen. Als Dünger eignet sich selbst hergestellter Kompost aus dem eigenen Komposter oder Stickstoffdünger aus dem Fachhandel. Die Stickstoffdüngung darf jedoch nicht zu üppig sein, da ansonsten die Ausreifung gefährdet ist. Vor der Aussaat sollte der Boden feucht, aber nicht schlammig-nass sein.

Tipps für den Anbau von Stangenbohnen

Der Anbau von Stangenbohnen erfolgt zwischen Mai und Mitte Juni nach den Eisheiligen, da Gartenbohnen im Allgemeinen sehr frostempfindlich sind. Die Bodentemperatur sollte mindestens zehn Grad betragen.

  • Damit die getrockneten Bohnensamen ausreichend keimen können, benötigen sie Feuchtigkeit. Lassen Sie sie dazu vor der Aussaat über Nacht in Wasser einweichen.
  • Besorgen Sie Bohnenranken, damit die Stangenbohnen Halt finden. Die Ranken sollten etwa 250 bis 300 Zentimeter lang und maximal fünf Zentimeter dick sein.
  • Platzieren Sie die Bohnenranken senkrecht in Ihrem umgegrabenen Gemüsebett. Graben Sie sie tief in den Boden ein, damit sie auch stärkere Winde leicht überstehen.
  • Säen Sie nun etwa sechs bis sieben Bohnen um die Stange ein. Der Abstand der Bohnensamen zueinander sollte etwa sieben bis acht Zentimeter betragen. Achten Sie darauf, dass Sie die Bohnen nicht zu tief einsetzen: maximal drei Zentimeter sind ausreichend.
  • Bedecken Sie die Bohnensamen anschließend mit lockerer Erde.
  • Nach der Aussaat werden die Samen direkt gegossen, damit die Erde gut durchfeuchtet ist.

Nach dem ersten Frost werden die einjährigen Pflanzen gerodet. Im nächsten Jahr können an derselben Stelle erneut Bohnen angebaut werden, da bei den wenig anspruchsvollen Pflanzen kein Fruchtwechsel angewendet werden muss.

Tipps für den Anbau von Buschbohnen

Buschbohnen sind eine zweite Variante der Gartenbohnen. Da sie nur eine maximale Höhe von etwa 80 cm erreichen, benötigen sie keine Rankhilfe. Es gibt frühe und späte Bohnen, die entweder bereits Ende Juni oder ab August geerntet werden können.

  • Lassen Sie den Samen wie bei der Stangenbohne über Nacht keimen.
  • Lockern Sie den Boden, damit Sie die Buschbohnen einsetzen können. Buschbohnen werden idealerweise in Reihen eingesät. Der Abstand zwischen den einzelnen Reihen muss mindestens 40 cm betragen, der Abstand zwischen den Samen beträgt etwa 5 cm.
  • Wie die Samen der Stangenbohnen werden auch die Buschbohnensamen nur locker in das obere Erdreich gelegt. Gießen Sie die Samen vorsichtig und achten Sie darauf, dass sie in der Erde bleiben.
  • Sobald die jungen Bohnenpflanzen etwa zehn Zentimeter Höhe erreicht haben, werden sie stabilisiert. Dazu wird die Erde um das jeweilige Pflänzchen angehäuft.

Die wärmeliebenden Bohnenpflanzen müssen regelmäßig gewässert werden. Düngen ist während der Wachstumszeit aber nicht mehr nötig. Nach dem ersten Frost werden die einjährigen Pflanzen gerodet. Im nächsten Jahr können an derselben Stelle erneut Bohnen angebaut werden, da bei diesen Pflanzen wie auch bei den Stangenbohnen kein Fruchtwechsel angewendet werden muss.

Wer ganzjährig frische Bohnen ernten möchte, sollte die Pflanzen im Gewächshaus anbauen. Während Bohnen, die im Garten wachsen, erst nach den Eisheiligen ausgesät werden dürfen, ist der Anbau im Gewächshaus bereits im Januar möglich. Die erste Ernte erfolgt nach etwa zwei Monate.

Haupterntezeit für Bohnen

Die ersten Früchte der Grünen Bohnen können Sie etwa zwei Monate nach der Aussaat abgeerntet werden. Dazu werden die Bohnen mit einer scharfen Schere vorsichtig abgeschnitten. Achten Sie jedoch darauf, keine Ranken abzuschneiden! Besonders schmackhaft und knackig sind im Übrigen die jungen Bohnen.

Die Bohnen können Sie je nach Wuchs ab Ende Juni oder Anfang August ernten. Damit Ihre Ernte möglichst reichhaltig ausfällt, ernten Sie nicht alle Bohnenfrüchte auf einmal, sondern in Partien. Das bedeutet, dass sie die Hülsenfrüchte im Abstand von einigen Tagen abschneiden sollten. Nehmen Sie auch die Hülsen der Buschbohnen regelmäßig ab, um über einen längeren Zeitraum ernten zu können.

Tipps für eine reiche Bohnenernte

  • Baden Sie die Bohnensamen vor der Aussaat in einem Bad aus Kamillentee. Dies fördert das Wachstum des Saatguts und beugt Krankheiten vor. Ebenfalls eignet sich ein Bad aus Baldrianblütenextrakt. Lassen Sie die Bohnensamen etwa 15 Minuten in diesem Bad und trocknen Sie sie anschließend auf einer Zeitung. Die Aussaat erfolgt noch am selben Tag.
  • Anstatt die Bohnen als Samen in den Boden zu pflanzen, können Sie sie in einem Topf ziehen und nach den Eisheiligen in den Boden pflanzen.
  • Beseitigen Sie regelmäßig das Unkraut, da dieses das Wachstum der Gartenbohne verringert. Es entzieht dem Boden Nährstoffe, die eigentlich die Bohnen benötigen.
  • Bedecken Sie den Boden um die jungen Pflanzen mit Mulchmaterial wie Rindenmulch, Rasenschnitt oder Stroh. Diese Maßnahme verhindert nicht nur das Unkrautwachstum, sondern auch die Bildung von Pilzen. Zudem bleibt der Boden feucht.
  • Pilzerkrankungen an Bohnen können Sie nicht bekämpfen, sobald die Bohnenpflanzen davon befallen sind. Allerdings sollten Sie die Bohnen im nächsten Jahr an einer anderen Stelle einpflanzen und die Stangen und benutzten Gartengeräte gründlich mit kochendem Wasser reinigen.
  • Blattläuse schädigen die Pflanzen nachhaltig. Sie hemmen das Wachstum und stoppen die Fruchtbildung, wenn die Bohnenpflanzen nicht rechtzeitig von den Läusen befreit werden. Ein hilfreiches biologisches Mittel zur Bekämpfung von Blattläusen ist eine Mischung aus Wasser und Kernseife. Lösen Sie rund 100 bis 150 g Kernseife in einem Liter auf und spritzen Sie das Mittel auf die mit Blattläusen befallenen Pflanzen.
  • Vermeiden Sie, neben den Bohnen Liliengewächse wie Zwiebeln oder Lauch zu pflanzen. Diese Nachbarn wirken sich negativ auf das Wachstum der Bohnen aus. Als gute Pflanznachbarn eignen sich dagegen Erdbeeren.

Wichtige Informationen für die Zubereitung von Bohnen

  • Bohnen müssen aufgrund ihrer giftigen Inhaltsstoffe, die zu schweren Verdauungsstörungen führen können, vor dem Essen mindestens 10 bis 15 Minuten gekocht werden.
  • Grüne Bohnen bleiben nicht lange frisch und knackig. Damit Sie Ihre Ernte lange Zeit genießen können, sollten Sie die Bohnen einfrieren. Damit sie ihre schöne Farbe behalten, müssen Sie die Bohnen jedoch vor dem Einfrieren blanchieren.
Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber