Bücher von Sagen und Legenden finden

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Bücher von Sagen und Legenden finden

Sagen und Legenden – woher stammen sie?

Legenden und Heldengeschichten sind viel älter als die ersten Bücher. Die Menschen überlieferten sie früher mündlich von Generation zu Generation und sie hatten verschiedene Zwecke. Einerseits wurden sie benutzt, um übernatürlich erscheinende Geschehnisse zu erklären und andererseits dienten sie zur Festigung einer Glaubensgemeinschaft oder Religion. Doch zunächst einmal zur Definition der Begriffe. Als Sage bezeichnet man eine Geschichte, welche auf einer mündlichen Überlieferung basiert und von einer fantastischen, surrealen Handlung geprägt ist. Das Ganze wird verknüpft mit realen Orten oder Personen und erweckt somit den Anschein, dass es sich um einen Tatsachenbericht handelt. Der Begriff der Sage wurde erst relativ spät in der Literaturgeschichte erwähnt, geprägt wurde die Sage von den Gebrüdern Grimm im 19. Jahrhundert. Legenden umfassen Geschichten, die personengebunden sind und Lebensabschnitte oder gar das komplette Leben dieser einen Person umschreiben. Der Protagonist steht dabei immer im Mittelpunkt einer oder mehrerer außergewöhnlicher Taten oder Handlungen. Legenden sind in der Literatur bereits sehr lange bekannt, im Mittelalter wurden häufig Legenden von religiösen oder heiligen Personen geschrieben.

Die verschiedenen Formen von Sagen und Legenden

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen der Sagen und Legenden. Da sind zunächst die Göttersagen, welche sich auf die Entstehung der Welt, die Beziehungen zwischen den Menschen und Göttern und Kämpfe um die Herrschaft konzentrieren. Beispiele von Göttersagen finden sich oftmals in der alten griechischen Mythologie, aber auch die Erzählungen um die germanischen Götter fallen darunter. Als Heldenepos bezeichnet man die Sagen und Legenden, deren Handlungen sich nur um eine Person oder gar nur eine besondere Tat drehen. In der germanischen Literatur finden sich einige Vertreter des Heldenepos, wie die Sage um Siegfried den Drachentöter. Schließlich existieren noch die Volkssagen, welche als Handlungsschauplätze immer real existierende Orte haben. Diese sind meist in der näheren Umgebung des Gebietes, wo sie erzählt werden, gewählt und verknüpfen diese Schauplätze mit übernatürlichen Geschichten und Fantasiewesen. Hier können beispielhaft die Kyffhäuser- und Loreleysagen genannt werden. Die Kyffhäusersage macht den gleichnamigen Berg im Harz zum Zentrum der Handlung um die Rückkehr des Kaisers Barbarossa, der angeblich im Herzen des Berges schläft.

Sagen für junge Leser

Bei Sagen und Legenden handelt es sich meist um kurze Geschichten und Erzählungen, die sich oftmals gut zum Vorlesen eignen. Es gibt eine Vielzahl von Kinder- und Jugendbüchern, die aus speziell für junge Leser ausgewählten Sagen bestehen. Für die Kleinsten finden Sie auf eBay Bücher zum Vorlesen, während für die Heranwachsenden dann Bilderbücher und erste Kurzgeschichten zum selber Lesen zu finden sind. Mit diesen jugendfreundlichen Erzählungen der deutschen Sagen und Legenden bringt man seinen Kindern gleichzeitig ein Stück deutscher Literatur in unterhaltsamer Form näher.

Sagen und Legenden aus dem deutschen Raum

Bereits zu den Zeiten der Germanen gab es viele Legendenerzählungen, die teilweise beeinflusst waren von den skandinavischen Göttersagen. Dennoch gibt es viele eigenständige, germanische Sagen und Legenden, die einen Einblick in das Denken und Handeln der frühen Germanen geben. Eine sehr alte Sage stammt aus dem Erzgebirge und handelt von dem Berggeist Rübezahl. Als einer der frühen Sammler von deutschen Sagen und Legenden wurde der 1630 in der Altmark geborene Johannes Praetorius bekannt, welcher auch die ersten niedergeschriebenen Versionen über den Rübezahl verfasste. Rübezahl hat die Gabe, den Menschen in verschiedenen Körpern zu erscheinen und ist rechtschaffenen Leuten gegenüber freundlich gesinnt und hilft den Armen. Er kann jedoch auch jähzornig sein, wenn man ihn verspottet, dann bringt er Unwetter über die Menschen. Als Symbol der deutschen Sagen gilt wohl die Geschichte von „Siegfried dem Drachentöter“, welche sogar vielfach verfilmt wurde. Als Teil der Nibelungensage erzählt es die Geschichte von Siegfried aus Xanthen am Rhein, und erste Darstellungen auf Bildern datieren den Ursprung der Geschichte auf das 11. Jahrhundert. In der nordischen Mythologie taucht eine ähnliche Geschichte mit dem Protagonisten Sigurd auf, sodass man davon ausgeht, dass die Sage ihre Wurzeln sowohl in der germanischen als auch der nordischen Mythologie hat. Siegfried verkörpert mit seiner Jugend, seiner Kraft und seinem Mut den typischen Helden, dem es gelingt, im Kampf einen Drachen zu töten.

Deutsche Sagen aus der jüngeren Vergangenheit

Sagen und Legenden müssen nicht zwangsläufig mehrere Jahrhunderte alt sein. Die Gebrüder Grimm veröffentlichten 1816 und 1818 mit den „Deutschen Sagen“ ihre ersten beiden Werke, welche spezifisch Sagen und Heldenerzählungen aus dem deutschen Raum in den Mittelpunkt stellten. Obgleich diese Bücher nicht so erfolgreich waren wie die eher für Kinder gedachten Märchenbücher der Gebrüder Grimm, sind die Grenzen zwischen den Märchen- und Sagenerzählungen schwimmend. Für ihre Bücher sammelten Jacob und Wilhelm Grimm über Jahre Sagen und Legenden aus dem deutschen Raum und veröffentlichten diese als gesammelte Bände. Eine davon war der „Rattenfänger von Hameln“, welches ein gutes Beispiel für eine Sage ist. Der Ort der Handlung ist die moderne mittelalterliche Stadt Hameln in Niedersachsen und die Geschichte so absurd wie spannend. Hameln wird von einer Rattenplage heimgesucht und ein Fremder taucht in der Stadt auf, und verspricht, die Stadt von den Ratten zu befreien. Er schafft dies mithilfe seiner Pfeife, auf der er eine Melodie spielt, die alle Ratten anlockt. Pfeifend wandert er aus der Stadt und ihm im Schlepptau folgen alle Ratten. „Der Rattenfänger von Hameln“ gilt als eine der bekanntesten deutschen Sagen, ist in über 30 Sprachen übersetzt worden und zählt in den Vereinigten Staaten und Japan sogar zum Unterrichtsstoff.

Sagen und Legenden um Ritter

Im Mittelalter waren die Ritter ein hoch angesehener Personenkreis, um die viele Sagen und Legenden erschaffen wurden. Besonders in England wurden viele Geschichten über Ritter und ihre Taten erzählt, darunter die „Artussage“. Die Sage um die Ritter der Tafelrunde wurde um 1150 vom Dichter Wace das erste Mal ersonnen und in vielen weiterführenden Geschichten über die Jahrhunderte fortgeführt. Es gibt keine fest Anzahl an Rittern, die an dem runden Tisch, welcher die Tafelrunde verkörpert, teilnehmen. In einigen Erzählungen sind es gar einige Hundert Ritter, die Teil von König Artus Ritterrunde sind, andere Sagen stellen einzelne Ritter in den Mittelpunkt oder limitieren die Anzahl der Ritter auf ein bis zwei Dutzend. Die Artussage diente dem deutschen Dichter Wolfram von Eschenbach als Ideengeber für seine Rittersage „Parzival“. Die aus 25.000 Versen bestehende Sage wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erschaffen und erzählt von den Abenteuern der Ritter Gawan und Parzival auf der Suche nach dem Heiligen Gral. Obgleich Gawan und Parzival Mitglieder der Tafelrunde sind, wird dies nur am Rande erwähnt. Haupthandlung der Saga ist aber der Heilige Gral, jenes mystische Objekt, welches seinem Besitzer ewige Jugend und Glückseligkeit gewähren soll. Parzival beeinflusste in den darauf folgenden Jahrhunderten vielfach die deutsche Kunst und Literaturlandschaft, so wurde Richard Wagner von der Parzivalsaga 1882 zu seiner Oper Parsifal inspiriert.

Legenden und Heldenerzählungen aus dem alten Griechenland

Vielen bekannt sind sicherlich die Heldenerzählungen aus dem antiken Griechenland. Dazu zählen auch die Göttersagen, die ebenfalls als Mythen bezeichnet werden, und welche in Sagenzyklen unterteilt sind. Die Göttersagen behandeln die Mythen der Schöpfung des Olymps, wo in der griechischen Mythologie die Götter ihren Sitz haben. Eine der bekannten Heldensagen ist die Geschichte von Odysseus. Odysseus ist ein Held in der griechischen Mythologie, der im 12. Jahrhundert vor Christus gelebt haben soll. Ein Teil seiner Abenteuer, die Heimreise Odysseus mit dem Schiff nach dem Trojanischen Krieg, wurde vom griechischen Dichter Homer erschaffen und erstmals im 7. Jahrhundert vor Christi schriftlich festgehalten. Der „Odyssee“ getaufte Epos wurde vielfach als Buch aufgelegt und zählt zu den ältesten und wichtigsten Dichtungen der altgriechischen Literatur. Ebenfalls vielfach nacherzählt werden die Geschichten aus dem trojanischen Sagenzyklus, das vielen bekannte trojanische Pferd kommt hier vor, ist aber nur ein Teil der Sage um Troja und den Trojanischen Krieg.

Die nordische Mythologie

Als auf dem Gebiet des heutigen Skandinaviens noch die Wikinger und Nordgermanen lebten, hatten die Bewohner einen eigenen, tief verwurzelten Glauben. Diesen fassen wir heute unter dem Begriff der „nordischen Mythologie“ zusammen und sie war geprägt von unzähligen Heldenlegenden. Bereits aus dem ersten Jahrhundert nach Christus liegen Überlieferungen von Erzählungen aus dem nordischen Raum vor. Heute sind vor allem die Legendenerzählungen über Thor und die Walküre Brünhild in Erinnerung geblieben. Die Legenden um Thor und seinen Hammer, den Mjölnir, sind allgegenwertig in der nordischen Mythologie, auch wenn dies nur einen Teil des Glaubens der nordischen Völker ausmachte. Aus Island stammt eine der ersten Sammlungen der skandinavischen Helden- und Göttersagen, die um 1220 von Snorri Sturluson niedergeschrieben wurden. Dieses Werk hat sich unter dem Namen „Edda“ bis in unsere Zeit gehalten und erzählt in drei Büchern einen Großteil der nordischen Helden- und Götterwelt. In anderen Teilen Skandinaviens erschienen ebenfalls gesammelte Werke von Heldenerzählungen, zum Teil jedoch deutlich später. Der finnische Nationalepos, die Kalevala wurde von Elias Lönnrot zwischen 1835 und 1846 auf Basis mündlicher Überlieferungen niedergeschrieben. Die Darstellung der Erzählungen in Vers und Gesangform ähnelt dabei der Edda, der Inhalt ist jedoch begründet auf der finnischen Väinämöinen-Legende. Väinämöinen ist die Hauptfigur in der Kalevala und verkörpert den klassischen Helden, dessen Leben von Geburt an erzählt wird.

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