Buddha & Co - Antike Originale aus Indien und dem Himalaya

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Buddha & Co - Antike Originale aus Indien und dem Himalaya

Die Herkunft von Antiquitäten aus Indien und dem Himalaya

Indien mit dem angrenzenden Himalaya-Gebirge ist ein Land, das in den Ausmaßen in etwa ganz Europa entspricht. Die aus dem alten Indien stammenden Antiquitäten sind Erzeugnisse einer vor 4.000 Jahren herrschenden Hochkultur. Viele Originale aus dieser Zeit sind heute in Institutionen wie beispielsweise den ethnografischen Museen ausgestellt. Einige kostbare Stücke aus diesen und späteren Epochen kann man dennoch für seine privaten Zwecke erwerben.

Vor 1945 war Indien stets besetzt. Zuletzt war es eine Kolonie von Großbritannien. Daher ist im letzten Jahrhundert der Einfluss des europäischen Stils in den Antiquitäten erkennbar. Welche antiquarischen Objekte in Indien hergestellt wurden, welche Materialien verwendet und wie die Statuen und die anderen Originale anfertigt wurden, wird in diesem Ratgeber für Sie übersichtlich dargelegt. Sie erhalten ein Überblick über die indischen Antiquitäten wie Statuen, Figuren, Miniaturmalereien oder Silberarbeiten und es wird Ihnen etwas zu der Geschichte erzählt. 

Antike Buddha-Statuen

Buddha ist die Bezeichnung eines Menschen, der das Erwachen erfahren hat. Das bedeutet, dass der Mensch aus eigener Kraft Reinheit und Vollkommenheit seines Geistes erreicht und auf diese Weise von dem Kreislauf der Reinkarnation befreit wird. Der Mann mit dem Namen Siddharta Gautama, aus wohlhabendem Hause und zwischen dem 6. und 5. Jh. v. Chr. in Kapilawastu in Lumbini (Nordindien) geboren, war so ein Mensch und Begründer der Lehre des Buddhismus. Zugehörige dieser Religion verehren die Buddhastatuen und bringen dem Buddha Gaben an den Hausaltar.

Der buddhistische Einfluss kam bereits mit dem 3. Jahrhundert v. Chr. nach Indien und brachte eine neue Blütezeit in das Kunsthandwerk. Damals wurde mit den Materialien Holz und Terrakotta gearbeitet. Aus Bangladesh und Bihar stammen die bekanntesten Terrakottafiguren. Durch den persischen und griechischen Einfluss entstanden zu früher Zeit Skulpturen mit tierischen, blumigen, buddhistischen, hinduistischen, jainistischen und mohammedanischen Motiven. Die ersten Bildnisse von Buddha in seiner menschlichen Gestalt sind dagegen erst um das 2. bis 3. Jahrhundert n. Chr. belegt. Damals war die indische Kunstform durch die hellenistische Kultur geprägt. Alexander der Große hatte zu der Zeit bis Vorderasien alle Länder erobert. Auf diese Weise vermischten sich in Indien die Kulturen und dies prägte das indische Kunsthandwerk. Die indischen Buddha-Bildnisse sind die ältesten Beispiele für Darstellungen von ihm. Alle folgenden Abbildungen aus Tibet, China oder anderen Ländern sind später datiert. Die verwendeten Materialien waren meist farbiger Sandstein oder schwarzer Schieferstein. Seither ist die Bildhauerkunst in Indien bis ins Mittelalter ausgearbeitet worden.

Hinduismus: wertvolle antike Originalstatuen

Die dominierende Glaubensrichtung in Indien ist der Hinduismus. Ähnlich wie beim Buddhismus werden an einem Hausaltar Gebete vor einer Gottesfigur abgehalten und ihm Gaben mitgebracht. Der Hinduismus beinhaltet jedoch eine Vielzahl an Gottesbildern für die verschiedensten Gebetsanlässe. Leitende Gottesfiguren sind hierbei die Trinität Brahma, Shiva und Vishnu. Brahma ist die Darstellung der Schöpfung und wird meist mit vier Gesichtern, vier Armen, einem Gebetskranz und Veden, der ältesten indischen Literatursammlung, abgebildet. Sein Attribut ist die mystische Gans, die ihn an jeden Ort bringen kann, an den er möchte. Shiva ist der Gott der Zerstörung. Ikonografisch wird Shiva mit weißer Haut, einem dritten Auge auf der Stirn und drei horizontalen Aschestrichen dargestellt. Meist ist eine Schlange um seinen Hals gelegt und auf seinem offen liegenden Haar ist eine Mondsichel angebracht. Vishnu wird für gewöhnlich mit vier Insignien in seinen Händen dargestellt – einer Wurfscheibe, einem Schneckenhorn, einem Lotos und einer Keule. Er ist der Gott der Erhaltung. Sein Reittier Garuda ist ein Wesen, das halb Mensch und halb Adler ist.

Weitere Abbildungen antiker Originalstatuen

Ganesha, der Elefantengott, ist eine der wichtigsten weiteren Gottesfiguren im Hinduismus. Jeder Gottesdienst wird mit einem Gebet an ihn begonnen und beinahe jede hinduistische Familie hat eine Statue von Ganesha zu Hause. Als Schutzherr sind Weisheit und Intelligenz die Attribute der Gottheit. Er wird angebetet, wenn Glück für einen Lebenspfad benötigt wird, und er segnet das Zuhause. Die meisten Darstellungen der Gottheit sind Darstellungen als kleiner, roter, beleibter Mann oder als Kind mit großem Elefantenkopf. Seine Attribute sind sein Reittier und eine Maus als Symbol für Intellekt und Stärke bei Hindernissen. Die vier Arme stellen in der hinduistischen Kosmologie die göttliche überlegene Macht dar.

Die Materialien und Anfertigungen der alten Figuren

Die Tradition der Erstellung von Statuen zur Gottesverehrung des Hinduismus reicht über 1.000 Jahre zurück. Die Bronzefiguren werden als Beispiel im Wachsausschmelzverfahren produziert. Zunächst wird dazu ein Modell auf Basis von Bienenwachs hergestellt. Anschließend wird dieses mit Ton überzogen und im Ofen bei hohen Temperaturen gebrannt. Während dieses Vorgangs schmilzt das Wachs herunter und in der Tonfigur bildet sich ein Hohlraum. In diesen wird im nächsten Arbeitsschritt dann flüssiges Metall hineingegossen. Wenn das Metall nach einiger Zeit erkaltet ist, wird das Gefäß aus Ton zerbrochen und die gegossene Form kommt hervor. Die eigentliche Verarbeitung der Figur beginnt mit diesem Schritt. Kleinere Figuren können aus einem Stück Metall geformt werden. Für größere Objekte braucht es mehrerer solcher Metallmodelle. Die Verarbeitung zu einer großen Statue ist weitaus komplizierter als bei kleinen Objekten.

Antike Miniaturmalereien aus Indien

Neben den bekannten Statuen gibt es viele Miniaturmalereien aus Indien, die handgemalt sind. Zum einen gibt es Gottesabbildungen auf antiken Papieren wie Aquarelle und zum anderen kostbare Tuch- und Seidenmalereien. Baumwoll- und Seidenmalereien sind Textilien, die ihren Ursprung in Rajasthan und Nordindien hatten. Dort waren die Manufakturen auf ihre Herstellung spezialisiert. Madhubani-Gemälde, auch unter dem Namen Mithila-Malereien bekannt, sind eine weitere Art der Volkskunst, die auf handgeschöpftem Papier angefertigt wird. Diese Malereien sind gebräuchlich für die Wände der Altäre als Wanddekoration. Teilweise gibt es sehr alte Versionen, dessen Konservierung Schwierigkeiten birgt. Diese Werke sind äußerst lichtempfindlich und müssen speziell trocken und dunkel gelagert werden. Ansonsten bleichen sie schnell aus bei normalem Tageslicht.

Originale alte Silberarbeiten aus Indien

Weitere wertvolle antike Stücke sind die kostbaren alten Silberarbeiten. Sie stammen aus der Zeit von 1858 bis 1947, als Indien noch eine Kolonie des britischen Königshauses war. So wurde, durch den englischen Einfluss, im 17. Jahrhundert mit der Herstellung von brauchbaren Silberstücken für den europäischen Markt begonnen. Jede indische Region hatte ihre persönliche Motivik und stellte Schmuck- und Gebrauchssilber aus einer Mischung aus traditionellen indischen und europäischen Formen und Stilen her. Die traditionellen Silberarbeiten stecken voller Symbole der indischen Mythologien. Beispielsweise haben Wochentage ihre eigene Motivik. Sonntag wird durch einen Vogelmenschen dargestellt, Montag durch einen Tiger, Dienstag durch einen Löwen, Mittwoch durch einen Elefanten, Donnerstag durch eine Ratte, Freitag durch ein Schwein und Samstag durch eine Schlange. Des Weiteren gibt es viele Teile, die das Leben des Buddhas und den differenzierten Inkarnationen zeigen.

Neben dem Buddha-Lebenszyklus nimmt die indische Götterdarstellung einen großen Part der Silberhandwerke ein. Die wichtigsten Orte für die Produktion von solchen antiken Silberexemplaren sind Myanmar, Kalkutta, die Provinz der Bengalen, Cutch, Lucknow, Kaschmir, Madras und Bombay gewesen. Alle Regionen haben eigene Spezialitäten in Bezug auf die Herstellung, Qualität und Darstellung. Es gab keine Einheitlichkeit in der Materialität. Die Mischung des Silbers mit anderen Materialien ist variabel gewesen. Durchschnittlich haben sie einen Silberfeingehalt von 900 bis 1.000. Renommierte indische Silberfirmen waren die Firma Oomersee Mawjee & Sons aus Bhuj (Cutch) und Peter Nicholas Orr aus Madras. 

Wichtige Hinweise zum Kauf von Antiquitäten und Originalen

Wenn Sie am Kauf einer antiken Buddha-Figur oder anderen antiken Originalen aus Indien und dem Himalaya interessiert sind, dann sollten Sie einiges über die Einfuhrbestimmung von solchen Exponaten wissen. Der Export von Originalen ist nur unter erschwerten Bedingungen erfolgreich zu vollziehen. Mit Sondergenehmigungen dürfen pro Person drei antike Figuren in andere Länder eingeführt werden. Die Anfrage für solch eine Erlaubnis erteilt das Department of Fine Arts oder andere archäologische Institutionen oder Museen. Hierbei ist es irrelevant, ob es sich um Originale oder Replikate handelt. 

Wenn Sie gerne privat, ohne Wert auf die Echtheit zu legen, Figuren für Ihr Zuhause zur Dekoration erwerben möchten, dann gibt es eine Vielzahl von Objekten, die Sie bedenkenlos erwerben können.

Sollten Sie jedoch Originale wollen, die Sie als Sammler einholen möchten, dann achten Sie auf Herkunftsnachweise. Dieser Hinweis gilt nicht nur für Buddha-Statuen, sondern auch für andere Götterstatuen aus Indien, Silberarbeiten, Miniaturmalereien, Möbeln und Textilien. 

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