Buch: Divids letzter Tanz von Jonas Winner

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Um dieses Buch bin ich lange herumgeschlichen, da mich die Thematik einerseits sehr interessierte. Andererseits sagen manche Rezensenten auch, dass es nichts für schwache Nerven sei, und die habe ich nunmal ;) Allerdings gab es auch Stimmen, die das Buch mit einem Film von David Lynch vergleichen ' und da musste ich es natürlich doch lesen!

Die Rahmenhandlung: Florian Baumgartner, etwas glückloser und in Madrid lebender Journalist bekommt überraschend den Auftrag, für eine deutsche Zeitschrift den umstrittenen Filmemacher David Mosbach zu porträtieren. Da David und Florian sich seit ihrer Kindheit kennen und bis zum Studium eng befreundet waren, nimmt er den Auftrag, wenn auch zögernd, an. Florian reist nach Berlin und erfährt, dass David seit Tagen vermisst wird. Florian recherchiert systematisch und findet schnell heraus, dass auch die Polizei David auf den Fersen ist und gegen ihn ermittelt: Man legt ihm zur Last, in seinen Filmen seien Menschen gequält und sogar getötet word...

Florian kann das nicht glauben und gerät bei seinen Recherchen in einen Strudel aus schockierenden Bildern und Erlebnissen, Schicht für Schicht werden Davids Filmkunst und seine Motive seziert und freigelegt ' und zum Schluss sind Realität und Film kaum noch voneinander zu trennen. Die Atmosphäre ist düster, das Tempo rasant. Teilweise war es mir persönlich zu rasant, ich hatte vor allem gegen Ende hin Probleme, der Handlung zu folgen. Zumal diese auch oft "kippt" und auch sehr philosophisch angehaucht ist. Die zentralen Frages kreisen um ethische Themen, was ist im Namen der Kunst erlaubt und was nicht? Was ist hier Realität und was Fiktion bzw wie soll man diese als Beteiligter eigentlich voneinander unterscheiden?

Die "harten" Szenen halten sich in Grenzen, so dass ich nicht sagen würde, das Buch sei irgendwie besonders eklig oder "nichts für schwache Gemüter". Mich hat es schon sehr aufgewühlt, aber eher wegen diesem ständigen Konflikt zwischen Fiktion und Realität.
Um ehrlich zu sein bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich den Schluss überhaupt verstanden habe oder ob da tatsächlich mehrere Deutungsmöglichkeiten in Betracht kommen. Es ist ein Buch, das einem noch lange nachhängt und über das man viel nachdenkt.

Insgesamt ein Buch, das in Tempo, Perspektive und Erzählstil tatsächlich an einen düsteren Film erinnern, man merkt Jonas Winner hier den Drehbuchautor wirklich an! Ich fand das Buch sehr lesenswert, es hat mich noch lange beschäftigt. Ich ziehe einen Stern ab, da mir viele Stellen einfach zu abgedreht waren und die Handlung sich in dem Versuch, immer noch eine weitere Steigerung, noch mehr Spannung zu erzeugen, teilweise für mich zu verworren und nicht mehr wirklich verständlich und verfolgbar war.
Ich denke, als Film wäre diese Geschichte ein Knaller!  - aus amazon

Schlagwörter:

David

Winner

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