Brotkästen & Co: Wissenswertes über die Aufbewahrung von Brot

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Ratgeber für den Kauf von Brotkästen und Dosen: Wissenswertes über die Aufbewahrung von Brot

„Kleine Brötchen backen", „Broterwerb", „Abendbrot", „Unser täglich Brot"… Schon unsere Sprache zeigt uns, wie wichtig Brot für den Menschen ist. Es ist eines der ältesten Grundnahrungsmittel der Welt und wird auch heute noch täglich verzehrt. Der durchschnittliche Deutsche isst in etwa 80 kg davon pro Jahr und Deutschland kann weltweit mit den meisten Brotsorten aufwarten – 300 Sorten Brot und 1200 Sorten Gebäck werden hier hergestellt. Viele vermissen in anderen Ländern nach einer Weile ihr geliebtes Schwarzbrot, Graubrot und Mischbrot. Den Rekord im Brotessen halten trotzdem die Iraner mit gut 160 Kilogramm im Jahr. Obwohl Brot vor gut hundert Jahren noch doppelt so häufig konsumiert wurde wie heute, haben Nudeln, Kartoffeln und Reis es auch im 21. Jahrhundert nicht geschafft, dem Brot seine Vormachtstellung streitig zu machen.

Wer viel Brot isst, möchte es Zuhause natürlich auch gut lagern und aufbewahren, damit es möglichst lange frisch und lecker bleibt. Deshalb beschäftigen wir uns in diesem Ratgeber mit Brotkästen, Brotdosen und allen anderen Möglichkeiten, Brot aufzubewahren.

Von Weißbrot zu Roggenbrot - Brotsorten und ihre Geschichte

Als der Mensch vor 7000 bis 8000 Jahren im fruchtbaren Tal zwischen Euphrat und Tigris damit begann, Getreide anzubauen und einfache Fladenbrote zu backen, waren die Getreidesorten noch vorwiegend Weizenarten wie Emmer und Einkorn. Erst später, als der Getreideanbau auch in kälteren und feuchteren Gegenden wie in Europa ankam, wurden andere Getreidesorten wie Roggen eingeführt, weil diese das Klima dort besser vertrugen. Weizen und Roggen mischte man jedoch auch, sodass die ersten Sorten Mischbrot entstanden. Man geht davon aus, dass Deutschland deswegen noch heute so viele verschiedene Brotsorten hat, weil es über viele Jahrhunderte hinweg aus vielen kleinen Fürstentümern bestand, die ihre eigenen Backtraditionen ungestört fortführen konnten. In anderen Ländern, die schon früh eine zentrale Landesregierung besaßen, war das anders, denn die Regierungen waren schon im Mittelalter bemüht, die Produktion des Grundnahrungsmittels Brot zu regulieren.

So gibt es noch heute Weizenbrote, Mischbrote und Roggenbrote nebeneinander, auch wenn im Mittelalter Weizenbrote teuer waren und deshalb ein Statussymbol der Reichen. Wer so unterschiedliche Brotsorten lagern will, muss auch darauf achten, dass nicht alle von den gleichen Lagerbedingungen profitieren. Welches Brot in welcher Aufbewahrung am längsten frisch bleibt, erklären wir im Folgenden.

Warum Brot im Brotkasten besser aufgehoben ist als im Kühlschrank

In Zeiten von Kühlschränken mag es verwundern, dass Brot nicht auch darin aufbewahrt wird. Dafür gibt es jedoch triftige Gründe. Wenn Brot sehr kühl gelagert wird, dann altert es schneller als bei Zimmertemperatur. Es schmeckt dann schnell überhaupt nicht mehr frisch. Das liegt daran, dass das Brot im Kühlschrank schneller austrocknet als außerhalb des Kühlschranks. Der Geschmack leidet also im Kühlschrank, auch wenn das Brot dort länger haltbar bleibt als bei Zimmertemperatur. Nur im Sommer, wenn draußen besonders heiße Temperaturen herrschen und die Luft sehr schwül ist, sollte man Brot in den Kühlschrank legen, um es länger frisch zu halten. Weißbrotsorten und Mischbrot haben dabei dennoch unterschiedliche Bedürfnisse bei der Lagerung, die Sie beachten sollten. Je mehr Roggenanteil ein Brot hat, desto länger ist es haltbar, Weizenbrote dagegen trocknen sehr schnell aus. Roggen hält die Feuchtigkeit im Brot besser und auch Vollkornbrote und Sauerteigbrote halten sich aus diesem Grund länger. Weizenbrot sollte dagegen möglichst nicht lange gelagert und schnell verzehrt werden. Es hält sich aber meist für kurze Zeit auch in der Tüte vom Bäcker, bevor es anfängt, auszutrocknen.

Übrigens: Im Kühlschrank nimmt Brot auch leicht die Gerüche anderer Lebensmittel an und schmeckt dann unangenehm danach. Dies ist ein weiterer Grund, warum es nicht im Kühlschrank gelagert werden sollte.

Schutz vor Schimmel besonders wichtig

Feuchtigkeitsverlust macht Brot altbacken, doch Schimmel lässt es verderben. Laut Gesetz müssen alle sogenannten Ganzbrote in Deutschland ohne Konservierungsstoffe gebacken werden. Deshalb ist es besonders wichtig, bei der Lagerung gegen Schimmelbildung vorzugehen. Wenn an einer Stelle des Brotes Schimmel auftritt, sollte man das ganze Brot wegwerfen. Denn auch wenn man den Schimmel nur an einer kleinen Stelle sieht, kann er sich unsichtbar bereits durch das ganze Brot ziehen. Und der Verzehr der giftigen Stoffe, die durch Schimmel entstehen, ist ungesund.

Was tun mit zu altem Brot?

Brot, dass zwar alt und ausgetrocknet ist, aber nicht schimmelt, muss nicht weggeworfen werden. Ist es völlig trocken, lässt es sich immer noch als Semmelbrösel nutzen. Dazu reichen eine haushaltsübliche Küchenreibe und ein Gefäß zur Aufbewahrung. Bei Bedarf können die Semmelbrösel dann zum Panieren oder für andere Gerichte verwendet werden. Für die Herstellung von Frikadellen kann solches Brot auch in Wasser getunkt werden, bis es weich ist und anschließend ausgedrückt zur rohen Frikadellenmasse gegeben werden. So werden Frikadellen schön locker. Ist das Brot noch nicht völlig hart, sondern lediglich etwas trocken, kann es durch Befeuchten und nochmaliges Aufbacken im Ofen noch gegessen werden.

Brot in die Tiefkühltruhe geben

Wer einmal zu viel Brot gekauft hat und es nicht lange genug bis zum Verzehr lagern kann, ohne dass es verdirbt, kann auch zur Tiefkühlmethode greifen. Auf diese Art hält Brot sich sehr lange und kann mit den entsprechenden Tricks auch so wieder aufgetaut werden, dass es wie frisch schmeckt. Man friert Brot als Laib oder in Scheiben im Gefrierbeutel ein, so hält es sich am besten. Wenn man es entnimmt, sollte es schonend bei Zimmertemperatur aufgetaut werden, am besten über Nacht, mindestens jedoch fünf Stunden bevor es gegessen wird. Anschließend kann man es für 10 bis 15 Minuten in eine feuchtes Küchentuch legen und dann kurz im Backofen erwärmen. So schmeckt es wieder richtig frisch. Wer keine Zeit dafür hat, kann das Brot aber auch einfach in den Toaster geben, um es kurz anzuwärmen.

Brot gut lagern im Brotkasten

Um Brot gut aufzubewahren, ist eine möglichst luftdichte Umgebung nötig, die es vor der Austrocknung schützt. Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad sind zur Lagerung am besten. Der Ort, an dem das Brot aufbewahrt wird, sollte zudem sauber und trocken sein. Schon lange werden dafür Brotkästen verwendet. In Deutschland sind Brotkästen zumeist um die 40 cm breit, zwischen 15 und 25 cm hoch und 20 bis 30 cm tief. Es gibt Brotkästen aus Holz, Kunststoff oder Metall. Die Kunststoffvariante gibt es beispielsweise von Tupperware. Mitunter findet man aber auch Brotkästen aus Keramik oder aus Emaille. Meist ist ein Brotkasten an der Vorderseite mit einer abgeschrägten Klappe ausgestattet oder verfügt über eine Rollklappe zum Öffnen. Heute werden Brotkästen vor allem zum Frischhalten von Brot verwendet, während sie ursprünglich wohl eher als Schutz vor Mäusen gedient haben.

Die beste Art der Aufbewahrung: im Brottopf

Am längsten frisch hält Brot in einem Brottopf. Wie der Name bereits besagt, handelt es sich dabei um einen Topf, ähnlich einem Römertopf. Brottöpfe sind manchmal länglich, oft aber auch rund. In einem Brottopf wird das Brot ohne weitere Verpackung offen gelagert. Ursprünglich bestand er aus Holz (Zirbel), welches der Schimmelbildung entgegenwirken soll. Verbreiteter sind jedoch Brottöpfe aus Steingut, die gebrannt und mit Salz glasiert werden. Der Ton wird bei über 1000 Grad gebrannt und ist danach völlig feuchtigkeitsabweisend. Durch Glasur mit Salz kann sich im Inneren dann kein Schimmel festsetzen. Brot ist in solchen Brottöpfen dunkel, trocken und abgeschlossen gelagert und bleibt dadurch länger frisch.

Brotkästen und Brottöpfe regelmäßig reinigen

Damit Brotkästen und Brottöpfe optimal für die Lagerung von Brot geeignet bleiben, müssen sie regelmäßig gereinigt werden. Denn durch Brotkrümel, die von altem Brot zurückbleiben, können sich sonst Sporen von Schimmelpilzen verbreiten und frisches Brot schneller verderben. Es wird daher empfohlen, einmal wöchentlich den Brotkasten oder den Brottopf mit Essigessenz oder einer 1:1 Mischung aus Wasser und Essig auszuwaschen bzw. auszuwischen. Anschließend sollte alles mit einem Papiertuch trocken gewischt werden. Dadurch können sich Schimmelsporen nicht verbreiten und der Brotbehälter wird desinfiziert und kann seine optimale Wirkung entfalten. Eine Reinigung mit Haushaltschemikalien ist nicht nötig.

Brotdosen – für frisches Brot in der Schule und am Arbeitsplatz

Auch unterwegs möchte man oft frisches Brot als Mahlzeit bei sich haben, ob Sandwich oder belegtes Brötchen, es soll zur Mittagszeit noch lecker schmecken und nicht ausgetrocknet oder durchgeweicht sein. Daher gibt es Brotdosen für die Aufbewahrung des Pausenbrotes über einen kurzen Zeitraum. Meist bestehen sie aus Kunststoff, aber auch Varianten aus Metall befinden sich im Handel. Es gibt unzählige Varianten und Größen von Brotdosen und auch viele verschiedene regionale Bezeichnungen dafür, verbreitet sind z. B. auch die Namen Brotbüchse und Vesperdose. Mitunter findet man unter dem Namen Brotdose jedoch auch Brotbehälter aus Metall, die für die Lagerung von Brot Zuhause gedacht sind. Sie fungieren dann wie Brotkästen und Brottöpfe und sehen ihnen auch ähnlich.

Brotkorb – für die frischen Sonntagsbrötchen

Zu einer Ausstattung von Brotbehältern gehört natürlich auch der Brotkorb. Besonders am Wochenende möchten viele Menschen mit Stil frühstücken und dazu gehören frische Brötchen und oft auch andere Brotsorten oder Gebäck. Die perfekte Aufbewahrung am Tisch ist ein Brotkorb, den es in vielen Varianten und Stilen zu kaufen gibt. Häufig besteht er, wie der Name bereits besagt aus geflochtenem Holz, also einem Korb. Unter demselben Namen finden sich aber auch Brotkörbe aus Metall. Alle gemeinsam haben, dass sie oben offen sind. Häufig werden die Brötchen darin deshalb mit einem gemusterten Tuch im Landhausstil abgedeckt, um warm zu bleiben. 

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