Brother mfc dcp Tintenstrahldrucker alternative Tinten

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Nachdem ich so viele positive Rückmeldungen zu meinem Testbericht über den dcp 115c mit LC 900 Patronen von brother und viele Fragen zur Verwendung von möglichen Tinten bekommen habe, möchte ich meine persönlichen Erfahrungen, die sich um Kenntnisse der Nachfolgegeräte erweitert haben (dcp/mfc mit LC 1000), als ein paar Ratschläge und Tipps zur Handhabung dieser Geräte hier zusammenfassen und weitergeben:

Allgemeines zu Tinte und zur Druckkopftechnik:

Tinte setzt sich aus ca. 98% aus (destilliertes) Wasser und 2% aus Zusatzstoffen zusammen. Diese Zusatzstoffe setzen sich aus Farbe (1%) und 1% Additiven (Glycerol, Reiniger etc.) zusammen.

Merkmale von Tinte sind ihre Viskosität, die das Fließ- und Druckverhalten beeinflussen und ihre Farbe. Alle diese Merkmale sind vom Hersteller des Druckers genau berechnet, um optimale Druckergebnisse liefern zu können.

Zu unterscheiden sind weiterhin 2 Sorten von Tinten:

Pigmentierte Tinte (enthält Farbpartikel, die der Tinte die Farbe gibt)

Dye Tinte (enthält nur direkt eingefärbtes Wasser und Additive)

Die Druckerhersteller konstruieren die Druckköpfe (Düsen) speziell für eine der beiden Sorten.

Druckkopftechnik:

Es gibt z. Zt. zwei gängige Arten von Druckverfahren bei Tintendruckköpfen:

bubblejet (hier wird Tinte erhitzt und auf das Papier gedampft. Z. B. Canon)

Piezo (hier wird Tinte auf das Papier von einer Metallzunge geschleudert. Das Prinzip entspricht der einer Maultrommel. Z. B. Epson und Brother)

Dies zum allgemeinen Verständnis vorausgesetzt.

Nun zu den Ratschlägen und Erklärungen zu brother Druckern mit LC 900 und LC 1000 Patronensystem.

Benutzen Sie keine so genannten kompatiblen Patronen!

Auch wenn diese Aussage Sie jetzt erschrecken/überraschen sollte, aber der Druckkopf nimmt Ihnen Ihre Sparmaßnahme relativ schnell übel: Nach einer kurzen Zeit haben Sie schlechte Ausdrucke, weil der Feinfilter vor den Düsen die Tinte reinigt verstopft. Diesen können Sie nicht mehr reinigen oder austauschen, da der Druckkopf technisch bedingt als eine Einheit vergossen ist! Es fließt keine Tinte mehr. Die Zusammensetzung der Tinte entspricht i. d. R. nicht dem Original. Es fehlen die benötigten (richtigen) Additive. Zudem führen deutliche Konstruktionsunterschiede im Aufbau der Patrone zu Schwierigkeiten (s. u.).

Der Wechsel des Kopfes kostet übrigens fast mehr als ein neues Gerät und ist kein Garantiefall :-(

Empfehlung:

Wenn Sie wenig drucken sollten (<= 20Blatt/Monat), empfehle ich Ihnen dringend nur die Verwendung der original brother Tinte, die Sie hier bei eBay recht günstig bei Händlern bekommen können. Lesen Sie sich aber unbedingt das ganze Kaufangebot erst in Ruhe durch, bevor Sie solche Patronen kaufen! Es gibt "schwarze Schafe", die kompatible Patronen als originale ausgeben! Erst im Kleingedruckten finden Sie ggf. einen Hinweis auf kompatible Patronen. Diese Händler sind i. d. R. im Ausland ansässig (z. B. Südostasien)!

Der Vorteil von original brother Patronen:

Diese Tinte ist speziell für diese Geräte entwickelt und beinhaltet Additive, die den Kopf sauber halten. Sie benötigen tatsächlich weniger Tinte mit original Patronen, als wenn Sie kompatible Patronen benutzen, bei denen Sie die manuelle Reinigung recht häufig durchführen müssen. Diese Reinigungstinte füllt den Resttintetank, der dann schneller gewechselt werden muss (Fehler:Reinigen, Error 46). Übrigens sind das ca. 5ml ( 2ml BK je 1ml C/YM) pro manueller Reinigung, die mal eben so in den Resttintentank abgepumpt werden. Die Füllmenge einer Patrone beläuft sich auf ca. 15ml für BK und ca. 9ml je für C/Y/M. Den Gewinn oder Verlust können Sie sich gerne selber ausrechnen, wenn als Bekannt gegeben ist, das die original Patronen fast nie eine manuelle Reinigung brauchen, die kompatiblen Patronen jedoch bei fast jedem Neueinschalten des Geräts durchgereinigt werden müssen, um einen vernüftigen Ausdruck zu liefern. Der Wechsel des Resttintentanks kostet beim Servicepartner ca. 30 EUR und mehr.

Zusammen gerechnet haben Sie defakto auf mittlere Zeit mehr Geld ausgegeben für billige Tinte, wiederholt schlechte Ausdrucke, neuen Resttintentank und Zeitaufwand zur Störungsbehebung (ggf. Totalschaden!!!), als bei der Nutzung von original Tintenpatronen, guten Ausdrucken und störungsfreiem Betrieb!

Der Resttintentank hält ca. 2,5 Jahre bei normaler Verwendung des Druckers und wird auf Kulanz nach dieser Zeit von brother getauscht, wenn original Tinte benutzt wurde! (Da war doch was mit 3 Jahren :-))

Drucken Sie jedoch viel (>= 100 Blatt/Monat) können Sie die leeren original Patronen sehr einfach selber wiederbefüllen. Benutzen Sie dazu nur so genannte Dye-Tinte von seriösen Herstellern/Verkäufern. Diese Tinte hat keine Farbpartikel, die den Filter verstopfen. Gute Tinte ist aber etwas teurer als das "bunte, billige Wasser", was Ihnen z. T. hier bei eBay angeboten wird und zu Störungen führt!

Aber Achtung!

Teuere Tinte kann auch pigmentierte Tinte sein: Die Pigmente setzten den Kopf/Filter zu!!!

Durch die häufige Benutzung des Druckers wird die Refilltinte schneller verbraucht und steht nicht tagelang, was auch zu Druckkopffehlern (Eintrocknen durch falsche Viskosität und falschen /fehlenden Additiven) führen kann.

Hier lohnt sich der Refill (aber NICHT die Verwendung von kompatiblen Patronen!).

In den kompatiblen Patronen sind z. T. Mischtinten enthalten, die den Filter verstopfen. Zu dem sind diese Patronen anders konstruiert, was zum Auslaufen der Tinte ins Gerät und/oder zu Fehlinformationen für die Druckerelektronik führen kann.

Benutzen Sie die (leeren) original Patronen, so haben Sie die relative Sicherheit, das die Tinte fliesst und die richtige Tintenstand angezeigt wird. Bei kompatiblen Patronen ist das, wie geschrieben, nicht immer der Fall. Es "spinnt" ggf. die Tintenstandsanzeige bzw. signalisiert Ihnen, das keine Patrone vorhanden ist, obwohl Sie eine (neue) eingesetzt haben (nur bei kompatible Patronen). Auch das Herausnehmen der Patrone führt zu einer großen Sauerei, da der Tintenauslass kein Ventil besitzt, wie bei der originalen Patrone, sondern nur durch eine Folie versiegelt war.

Anleitungen zum Wiederbefüllen finden Sie im Internet unter dem Stichwort REFILL LC 900 oder LC 1000.

Die Patronen können nie ganz leer gedruckt werden. Es handelt sich dabei um die Notreserve, die das Gerät ggf. braucht, um die automatische Reinigung durchzuführen und der Nutzer noch keine neue Patrone eingesetzt hat. Die Notreserve beläuft sich auf ca.1ml. Damit kann das Gerät sich reinigen, während der Nutzer längere Zeit nicht zu hause ist und/oder die Patrone nicht gewechselt werden kann.

Es gibt Zeitgenossen, die auch diesen letzten Rest verdrucken wollen. Dabei versuchen sie den Drucker zu überlisten und merken nicht, wie Luft in die Kapillarröhrchen gerät, die sich später in den Druckkopf setzen kann und einen guten Ausdruck verhindert. Ich empfehle Ihnen dringend dieses Experiment nicht zu replizieren! Sie verschwenden mehr Tinte und viel Zeit für die danach erforderliche Reinigung (s. o.) als bei einem rechtzeigen, normalen Wechsel!

Betrieb des Geräts:

  • Lassen Sie das dcp / mfc IMMER am Netzstrom!

Es gibt viele Nutzer, die die Stromverbindung zum Drucker unterbrechen oder einen sogenannten Switch benutzen. Damit ist eine Steckdosenleiste gemeint, die beim Einschalten des PCs die Peripherie (Monitor, Drucker, etc.) mit einschaltet.

Für brother Tintengeräte führt dies zum schnellen Tod, da die automatische Reinigung nicht arbeiten kann und dann der Kopf bzw. die Tinte in den Kapillarschläuchen von der Patronenhalterung hin zum Druckkopf ggf eintrocknet. Als Ergebnis erhalten Sie einen eingetrockneten Druckkopf und die Meldung : "Fehler:Drucken" bzw. Error 41. Totalschaden!

  • Stellen Sie das Datum und Uhrzeit beim Gerät ein und lassen es mit dem Netztstrom verbunden.

Am An/Aus Schalter (dcp) bzw. Stand-by-Fax Schalter (mfc) können Sie das Gerät ausschalten. Doch bitte nicht vom Netzstrom nehmen: Sie löschen diese Daten und verhindern die automatische Reinigung! Im übrigen durchlaufen die Geräte immer nach Wiederherstellung mit der Netzstromverbindung einen ausgiebigen Reinigungslauf der nur Tinte kostet (5ml für den Resttintetank!). Bei der automatischen Reinigung verbraucht das Gerät jedoch nur ca. ein Zehntel: 0,5ml für alle Farben zusammen!

  • Drucken Sie einmal die Woche den Druckqualitätstest aus, wenn Sie sehr selten drucken! Dies hilft die Düsen einmal kurz durchzutesten und diese sich reinigen zu lassen!
  • Drucken Sie IMMER bis der Drucker "streikt" und Ihnen Patrone leer meldet!

Ein angefangener Druckjob ist nicht verloren, auch wenn Ihnen Ihr PC was anderes erzählen will! Der Speicher des Druckers hat den Ausdruck zwischengespeichert und druckt -nach dem Wechsel der Patrone- wieder weiter ;-). Der PC meldet danach übrigens, das der Druckjob ordnungsgemäß erledigt ist.

Der Hinweis auf eine fast leere Patrone (WENIG FARBE XY) soll den Nutzer dran erinnern, bald eine neue Patrone zu besorgen. Sonst nichts! Die Patrone ist noch nicht leer. Dieser Hinweis erscheint, wenn die Patrone noch ca. 1/3 gefüllt ist! Wechseln Sie zu früh, verschenken Sie erstens Tinte und zweitens veräppeln Sie ggf. den eingebauten Zähler, der Ihnen den Tintenstand anzeigt: Dieser Zähler (eigentlich: Tropfenzähler) rechnet nämlich die verbrauchte Tintenmenge aus und wird beim Einsetzen einer neuen Patrone intern auf Null gesetzt. Setzen Sie zu früh eine neue Patrone ein (wenig Farbe XY) und melden dem Drucker nicht den Wechsel, rechnet der Zähler mit den Werten der alten Patrone weiter und meldet Ihnen plötzlich die neue Patrone nach kurzer Zeit als LEER!

Beachten Sie bitte immer das Display! Es führt Sie eigentlich sehr verständlich beim Wechsel der Patrone.

Aufstellung des Geräts:

Stellen Sie das Gerät nie direkt an eine Wärmequelle (Heizung oder direkter Sonnenschein). Die Tinte nimmt Ihnen die erhöhten Temperaturen übel und vertrocknet. Die optimalen Aufstellungsort und die erforderliche Betreibstemperatur finden Sie übrigens auf den ersten Seiten bzw. letzten Seiten des Handbuchs beschrieben.

Firmware Update

Führen Sie regelmäßig ein Firmware update durch! Auf der Homepage von brother finden Sie die entsprechenden Hinweise und Programme für Ihr Modell. Mit Hilfe eines kleinen Updateprogramms ist dies innerhalb von 2 Minuten online erledigt.

Weiter Tipps und Lösungen

Weitere Hinweise zur Benutzung des Geräts bzw. Tipps finden Sie auch auf der Homepage von brother.

Ich hoffe, diese Hinweise und Tipps haben Ihnen etwas mehr Verständnis für Ihr brother Tinten dcp/mfc gegeben und erleichtern Ihnen die Handhabung des Geräts.

Über Rückmeldungen freue ich mich!

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