Brief an mein Leben von Miriam Meckel

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Ich habe mir das Buch gleich nach VÖ gekauft und es an einem Wochenende gelesen, denn ich konnte es partout nicht mehr aus der Hand legen! Miriam Meckel beschreibt ihre Umwelt und ihr Fühlen sehr detailliert, sodass es möglich ist, sich nahezu absolut in ihre Erlebnisse und Situation hinein zu versetzen. Scheinbar banale Erläuterungen zu gewissen Dingen um sie herum, gewinnen mit jeder Seite an Bedeutung - denn nur durch ihre besondere Art der Beschreibung wird klar, wie kontrastreich ihre Erfahrungen in der Klinik im Vergleich zu ihrem bisherig "normalen" Leben sind. Dieses Buch berührt außerdem sonderbar, da man es von der Autorin und Professorin sonst nicht kennt, derartig private Details zu erfahren. Und umso mehr berührt es besonders, da die letztendliche Klarheit des Buches sehr lehrreich für die eigene Person ist - aber wie Miriam Meckel bereits schrieb, wird Wissen nur in den seltensten Fällen tatsächlich umgesetzt. (In den seltensten Fällen wird das Buch wohl nicht aus dem Interesse im Umgang mit Erschöpfungsproblematiken gekauft.)

Ich wehre mich gegen Meinungen, die besagen, dass es in diesem Buch lediglich um Erfahrungen einer Privilegierten ginge, dass dies nichts mit dem Leben und möglichen Stolpersteinen eines Otto-Normal-Bürgers zu tun hat.
Egal in welcher gesellschaftlichen Schicht lebend, so trägt jeder seine Erfahrungen und Lasten mit sich.
Falsch wäre es, zu erwarten, Frau Meckel hätte hier eine wissenschaftliche Abhandlung zum Thema "Burn Out" aufgetragen. Es ist ihre Geschichte, so wie es tausend weitere Geschichten gibt, die es wert wären, beschrieben zu werden. Letztendlich kann man sich als ebenfalls Betroffener jedoch nur bedanken, dass Frau Meckel dieses sehr persönliche Buch veröffentlicht hat. Wie sie es auch beschrieb, ist Krankheit in unserer Gesellsschaft immer noch ein Manko - besonders in Teilen unserer Gesellschaft, in denen hoher Leistungs- und Erwartungsdruck herrschen. Hier kann man es sich einfach nicht erlauben, "schlapp" zu machen. Und jedweder Meinung tritt Frau Meckel mutig entgegen. Hätte sie es nur "für sich" verarbeiten wollen, wäre eine Veröffentlichung des Buches nicht nötig gewesen. Und deswegen meine ich, dass Frau Meckel auch aufgrund ihrer präsenten Person einen dankbaren Schritt für alle Betroffenen gegangen ist.

Alles in allem empfinde ich das Buch als empfehlens- und lesenswert. Wie auch immer man die Veröffentlichung dieses Buches und die Haltung Miriam Meckels dazu bewerten mag, es ist ein sehr gelungenes Buch !
(aus amazon)
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