Brett- und Gesellschaftsspiele für Kinder: Welches Spiel für welches Alter?

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Brett- und Gesellschaftsspiele für Kinder: Welches Spiel für welches Alter?

Brett- und Gesellschaftsspiele sind ein beliebter Zeitvertreib bei Jung und Alt. Ob im Winter im wohlig warmen Wohnzimmer oder im Sommer auf der Terrasse, ein Ort und eine Gelegenheit zu spielen finden sich immer. Dabei machen diese Spiele nicht nur eine Menge Spaß, sie schulen auch wichtige Fertigkeiten und Eigenschaften, wie etwa strategisches Denken, Kommunikationsfähigkeit, Zielstrebigkeit, Teamgeist oder Merkfähigkeit.

Erwachsene haben meist keine Schwierigkeiten, die Regeln der Spiele zu verstehen und sie zu ihrem Vorteil zu nutzen, Kinder können mit komplexeren Regeln aber schnell überfordert sein. Dann verlieren sie rasch den Spaß am Spiel und, wenn es oft genug passiert, irgendwann auch den Spaß an Brettspielen allgemein. Um das zu verhindern, sollte man seinen Kindern altersgerechte Spiele kaufen – nur, was ist altersgerecht? Die Altersangaben der Spielehersteller sind wenig verlässlich, denn diese setzen die Grenzen bewusst niedrig an, um eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen. Als Laie ist es daher schwierig, ein für das Alter des Kindes passendes Spiel zu finden. Dieser Ratgeber soll dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen.

Welche Art von Spiel soll es sein?

Bevor man sich daran macht, ein passendes Spiel zu finden, muss man sich überlegen, welche Art von Spiel man sucht. Klassische Brettspiele sind beispielsweise eher für eine größere Zahl von Spielern gedacht, sodass sie sich sehr gut für einen Spieleabend im Kreis der Familie eignen. Geschicklichkeitsspiele sind dagegen meist auch schon zu zweit zu spielen, außerdem sind die Regeln normalerweise so unkompliziert, dass die Kinder sie auch ohne Hilfe von Erwachsenen verstehen – daher eignen sie sich prima für einen Nachmittag, wenn ein Freund oder eine Freundin des Kindes zu Besuch kommt.

Kartenspiele

Kartenspiele sind in der Regel relativ einfach gehalten, es gibt aber natürlich auch die berühmte Ausnahme von der Regel. Eines aber haben alle Kartenspiele gemein: Sie brauchen verpackt nur sehr wenig Platz, daher sind sie der ideale Begleiter auf Reisen. Die große Mehrzahl der Kartenspiele ist, was die Zahl der Spieler angeht, zudem sehr flexibel. Die meisten Kartenspiele können schon mit zwei Spielern gespielt werden, aber auch bis zu sechs Spieler sind normalerweise kein Problem.

Eines der wohl bekanntesten Kartenspiele ist Uno – eine etwas komplexere Variante von Mau-Mau. Die Spieler bekommen zu Beginn einige Karten auf die Hand, die sie so schnell wie möglich loswerden müssen – allerdings darf man nur bei gleicher Farbe oder Zahl eine Karte auf den Ablagestapel legen. Zudem gibt es noch mehrere Sonderkarten sowie zahllose, von den Spielern selbst erstellte Zusatzregeln, die Uno zu einem abwechslungsreichen und spannenden Vergnügen für Spieler ab sechs Jahren machen. Kinder unter sechs Jahren sind meist mit dem schnellen, teils hektischen Spielverlauf von Uno überfordert.

Für ganz junge Kinder eignen sich vor allem Quartett-Kartenspiele. Hier müssen die Spieler bestimmte Karten einer Reihe sammeln. Meist sind zwar technische oder andere Daten zu den Objekten auf den Karten angegeben, vor allem bei Quartetten für ältere Kinder, aber die sind für das Spiel nicht unbedingt erforderlich.

Ebenfalls sehr bekannt ist das Kartenspiel zu Die Siedler von Catan. Ähnlich wie beim Brettspiel der Reihe müssen die Spieler hier versuchen, mit Hilfe von Rohstoffen Siedlungen und Straßen zu errichten. Das Spiel ist nur zu zweit zu spielen. Die Regeln sind zudem relativ komplex, daher eignet sich Die Siedler von Catan: Das Kartenspiel erst für Kinder ab zwölf Jahren.

Brettspiele - so finden Sie das passende Spiel für Ihr Kind

Diese Art von Spielen eignet sich perfekt für einen Spielenachmittag mit der Familie. Da meist mehrere Seiten an Regeln gelesen und den anderen Spielern erklärt werden müssen, empfiehlt es sich, Brettspiele zumindest am Anfang gemeinsam mit den Kindern zu spielen. Nach ein paar Partien kennen die Kleinen die Regeln dann und kommen problemlos ohne die Hilfe von Erwachsenen aus. Aufgrund des insgesamt etwas höheren Anspruchs von Brettspielen im Vergleich zu anderen Spielen gibt es nur relativ wenige Brettspiele, die sich auch für sehr junge Kinder eignen. Dafür werden aber bei diesen Spielen geistige Fähigkeiten sehr effektiv geschult. Eine nützliche Orientierungshilfe bei der Auswahl kann die Auszeichnung „Kinderspiel des Jahres“ sein, die vom gleichen Verein vergeben wird, der auch den begehrten Preis „Spiel des Jahres“ verleiht. Die Kinderspiele des Jahres sind thematisch und von der Komplexität her auf Kinder ausgerichtet, sodass man mit diesen Spielen nicht viel falsch machen kann.

Beliebte Brettspiele

Ein sehr bekanntes und beliebtes Brettspiel, das sich auch für Kinder eignet, ist Elfenland. Die Spieler schlüpfen in die Rollen von jungen Elfen und müssen versuchen, möglichst viele Städte des Elfenlands zu besuchen. Dabei bedienen sie sich so fantastischer Fortbewegungsmittel wie Trollwagen oder Drachen. Da die verschiedenen Reisekarten unterschiedlich effektiv sind, ist ein gewisses taktisches Geschick nötig, will man Chancen auf den Sieg haben. Dennoch eignet sich Elfenland durchaus bereits für Spieler ab acht Jahren.

Der absolute Klassiker unter den Brettspielen – zumindest in Deutschland – ist sicherlich Mensch ärgere dich nicht. Es gibt vermutlich niemanden, der nicht mit dem einfachen Spielprinzip vertraut wäre: Die Spieler würfeln und ziehen nach und nach ihre Figuren über den Spielplan in das sichere „Haus“. Dank dieses einfachen Spielprinzips, bei dem es lediglich auf das Würfelglück ankommt, eignet sich das Brettspiel auch schon für ganz junge Kinder ab vier Jahren.

Großer Beliebtheit erfreut sich auch Zooloretto – hier übernehmen die Spieler als Zoodirektor einen Zoo und müssen versuchen, die Gehege mit Tieren zu füllen und so Besucher in den Zoo zu locken. Das Spielprinzip erfordert zwar eine gewisse taktische Planung, ist aber doch so einfach, dass bereits Kinder ab sechs Jahren ohne Weiteres damit zurechtkommen. Dank der zahlreichen Erweiterungen, die für Zooloretto erschienen sind, kann das Spiel immer wieder verändert werden und bietet so neue, spannende Herausforderungen.

Ein perfektes Beispiel für eine Kombination aus Spaß und Lerneffekt ist Ubongo. Bei diesem Spiel, das an den Videospielklassiker Tetris erinnert, müssen die Spieler bestimmte geometrische Formen auf einem Spielplan anordnen – dabei darf natürlich nichts überstehen und es dürfen keine Lücken bleiben. Wer als Erstes die Formen richtig angeordnet hat, erhält Edelsteine, von denen man möglichst viele einer Farbe sammeln muss. Da es hier fast ausschließlich auf räumliches Vorstellungsvermögen ankommt – das nebenbei durch das Spiel hervorragend trainiert wird – eignet sich Ubongo bereits für Kinder ab sechs Jahren.

Tikal ist ein Spiel für etwas ältere Kinder ab zehn Jahren. Die Spieler müssen als Archäologen versuchen, Tempelruinen in Mittelamerika freizulegen. Dabei ist ein relativ hohes Maß an strategischer Planung nötig, was jüngere Kinder überfordern würde. Ältere Kinder aber können sich über ein spannendes und komplexes Spiel freuen, bei dem bis zum Schluss offen ist, wer die Partie gewinnen wird.

Geschicklichkeitsspiele

Geschicklichkeitsspiele eignen sich meist sehr gut für Kinder, da die Regeln normalerweise sehr einfach sind und es – wie der Name schon sagt – vor allem auf das Geschick ankommt. Hier sind Hand-Auge-Koordination und andere motorische und feinmotorische Fähigkeiten gefragt – und genau diese Fähigkeiten werden auch zugleich trainiert.

Eines der beliebtesten Geschicklichkeitsspiel ist Jenga. Hier müssen die Spieler der Reihe nach einen Baustein aus einem Turm entfernen – bis der Turm schließlich zusammenbricht. Da für Jenga recht viel Fingerspitzengefühl erforderlich ist, eignet es sich nicht für ganz junge Kinder, da ihnen noch die nötige Feinmotorik fehlt, für alle Spieler ab sechs Jahren ist es aber ein kurzweiliger und unkomplizierter Spaß.

Ebenfalls sehr beliebt ist Carabande, eine Art Autorennen als Brettspiel. Die Spieler müssen ihre „Autos“ – kleine Holzsteine – mit dem Finger über eine Rennstrecke schnippen. Da es allerdings an verschiedenen Stellen keine seitliche Streckenbegrenzung gibt, muss man Fingerspitzengefühl beweisen, um schnell, aber eben auch nicht zu schnell voranzukommen. Da hier die Feinmotorik nicht ganz so gefordert wird wie bei Jenga, kommen auch schon Kinder ab fünf Jahren mit Carabande zurecht.

Was man beim Kauf von Brett- und Gesellschaftsspielen beachten sollte

Generell sollte man bei gebrauchten Spielen darauf achten, dass sie vollständig angeboten werden – hier hilft ein Blick in die Artikelbeschreibung weiter. Sollte dies nicht ganz klar sein, sollte man unbedingt beim Verkäufer nachfragen, denn ein unvollständiges Spiel ist nicht nur ärgerlich, sondern oft auch unbrauchbar, zumindest, wenn wichtige Teile fehlen. Bei Neuware kann man dagegen ohne Bedenken zugreifen, da man sich hier an den Hersteller wenden kann, falls einmal ein Teil fehlen sollte. Die riesige Auswahl an Produkten macht den Einkauf über eBay zu einem bequemen und abwechslungsreichen Vergnügen.

Fazit

Die Auswahl an Brett- und Gesellschaftsspielen ist immens, aber mit diesen Tipps finden selbst Unerfahrene problemlos ein Spiel für ihre Kinder. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass das Spiel altersgerecht ist. So werden die ganz Kleinen nicht überfordert, während größere Kinder ebenfalls noch Spaß an Spielen haben, die ihrem Alter entsprechen. Dadurch haben die Kinder auch an verregneten Tagen oder im Urlaub immer einen Zeitvertreib, mit dem sie zugleich wichtige Fähigkeiten und Eigenschaften trainieren.

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