Bremsbeläge wechseln

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Bremsbeläge wechseln (am Beispiel eines Honda Civic)

Achtung:
die Bremsbeläge sind Bestandteil der allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE), außerdem sind sie vom werk
aus auf das jeweilige Modell abgestimmt.
es empfiehlt sich deshalb, nur die vom Automobilhersteller freigegebenen Bremsbeläge zu verwenden.

Hinweis:
abgefahrene Bremsbeläge verursachen beim bremsen ein Quietschgeräusch.
dieses Geräusch wird durch bleche verursacht, welche an die Bremsbeläge angenietet sind und beim erreichen
der Verschleißgrenze die sich drehende Bremsscheibe berühren.

Ausbau:
Stellung der Vorderräder zur Radnabe mit Farbe Kennzeichen.
dadurch kann das ausgewuchtete rad wieder in derselben Position montiert werden.
Radmutter lösen dabei muss das Fahrzeug auf dem Boden stehen.
Fahrzeug vorn aufbocken und Vorderräder abnehmen.

Achtung:
sollten die Bremsbeläge wieder verwendet werden, so müssen sie beim
Ausbau markiert werden.
ein Wechsel der Beläge von der Außen und Innenseite und umgekehrt oder auch vom linken zum rechten rad is
nicht zulässig.
grundsätzlich alle Scheibenbremsbeläge an beiden Vorderrädern gleichzeitig ersetzen, auch wenn nur ein Belag die
Verschleißgrenze erreicht hat. dabei sollten auch die Zwischenbleche erneuert werden.
Belaghaltefedern müssen dagegen nur erneuert werden, wenn sie verformt oder beschädigt sind.

*WO VORHANDEN, die schrauben von der Bremsschlauchhalterung abschrauben.

DER BREMSSCHLAUCH BLEIBT ANGESCHLOSSEN: WIRD ER GELÖST LÄUFT BREMSFLÜSSIGKEIT AUS UND
BEIM EINBAU MUSS DAS BREMSSYSTEM ENTLÜFTET WERDEN.

*Schraube vom unteren Führungsbolzen abschrauben
*Bremssattel nach oben schwenken
*Äußeren Bremsbelag mit Zwischenblech aus dem Bremssattel nehmen
*Inneren Bremsbelag und ggf. Zwischenblech aus dem Bremssattel
nehmen

Hinweis:
Die Zwischenbleche vom innerem Bremsbelag sind bei einigen Modellen
91 nicht vorhanden.

Der Bremsbelag mit dem Verschleißanzeigeblech liegt innen, dies ist
beim Einbau der neuen Bremsbeläge zu beachten.

*Bremsbelag-Haltefedern herausnehmen


Einbau:

Achtung :
Bei ausgebauten Bremsbelägen nicht auf das Bremspedal treten, sonst
wird der Kolben aus dem Gehäuse herausgedrückt. In diesem Fall
Bremssattel komplett ausbauen und Kolben in der Werkstatt einsetzen
lassen.

*Führungsflächen bzw. Sitz der Beläge im Gehäuse mit einer Weichmetall-
bürste, anschließend mit Lappen und Spiritus reinigen. (FETTFREI)
Keine mineralölhaltigen Lösungsmittel oder scharfkantigen Werkzeuge
verwenden.

*Bremsbelag-Haltefedern einsetzen

*Der folgende Arbeitsgang ist nicht unbedingt notwendig, jedoch
empfehlenswert: Um ein Quietschen der Scheibenbremsen zu verhindern,
die Rückseiten der Bremsbeläge sowie die Zwischenbleche an den
äußeren Kanten dünn mit Antiquitschpaste (Kupferpaste), z.B.
Molykote M77, Plastilupe oder Liqui Moly LM-508-ASC, DÜNN bestreichen.

Achtung:
Paste nicht auf die Bremsflächen kommen lassen, ggf. mit Spiritus
abwischen.

*Vor Einbau der Beläge ist die Bremsscheibe durch Abtasten mit den
Fingern auf Riefen zu untersuchen.
Riefen dürfen nicht tiefer als 0,4 mm sein.
Riesige Bremsscheiben können abgedreht werden (Werkstattarbeit),
sofern sie noch eine ausreichende Dicke aufweisen.

*Bremsscheibendicke messen, bei erreichen der Verschleißgrenze
erneuern ( 91-95 Verschleißgrenze bei 19,0 mm )
( 87-91 Verschleißgrenze bei 17,0 mm )
für 87-91 mit der 1,3 Liter maschine Verschleißgrenze 10,0 mm

*Bremskolbenmanschette auf Anrisse prüfen.
Eine beschädigte Manschette umgehend ersetzen lassen, da
eingedrungener Schmutz schnell zu Undichtigkeiten des Bremssattels
führt.
Der Bremssattel muss hierzu zerlegt werden (Werkstattarbeit).

Achtung:
Bei hohem Bremsbelagverschleiß Leichtgängigkeit des Kolbens prüfen.
Dazu einen Holzklotz in den Bremssattel einsetzen und durch Helfer
auf das Bremspedal treten lassen.
Der Bremskolben muss sich leicht in das Gehäuse zurück drücken lassen.
Zur Prüfung muss der andere Bremssattel eingebaut sein.
Darauf achten das der Bremskolben nicht ganz herausgedrückt wird.
Bei schwergängigem Kolben Bremssattel instand setzen (Werkstattarbeit).

*Bremskolben mit Rücksetzverrichtung z.B. Hazet 4970/3 zurückdrehen.
Es geht auch mit einem Hartholzstab (Hammerstiel), dabei jedoch
besonders darauf achten, dass der Kolben nicht verkantet wird und
Kolbenfläche sowie Staubkappe nicht beschädigt werden.

Achtung:
Beim Zurückdrücken des Kolbens wird Bremsflüssigkeit aus dem
Bremszylinder in den Ausgleichsbehälter gedrückt.
Flüssigkeit im Behälter beobachten, evtl. Bremsflüssigkeit mit einem
Saugheber absaugen.

SICHERHEITSHINWEIS:
Zum Absaugen eine Entlüfter- oder Plastikflasche, die nur mit
Bremsflüssigkeit in Berührung kommt.
Keine Trinkflaschen verwenden.
Bremsflüssigkeit ist giftig und darf auf gar kein Fall mit dem Mund über
einen Schlauch abgesaugt werden. Saugheber verwenden.
Auch nach dem Belagwechsel darf die Max-Marke am Bremsflüssigkeits-
Behälter nicht überschritten werden, da sich erwärmte Bremsflüssigkeit
ausdehnt. Ausgelaufene Bremsflüssigkeit läuft am Hauptbremszylinder
herunter, zerstört den Lack und führt zur Rostbildung.

Achtung:
Das Verschleißanzeigeblech befindet am inneren Bremsbelag.

*Äußeren Bremsbelag mit Zwischenblech in den Bremssattel einsetzen.
*Inneren Bremsbelag und ggf. Zwischenbleche einsetzen.
Noch mal Zwischenbleche sind bei einigen Modellen bis 91 nicht vorhanden.
*Gesäuberte, trockene Schrauben der Führungsbolzen am Gewinde mit
Sicherungsmittel, z.B. Loctite Typ 243, bestreichen.
Korrodierte und beschädigte Schrauben erneuern.
*Bremssattel nach unten schwenken und Schraube am unteren
Führungsbolzen mit 28Nm anschrauben.

Achtung:
Bei Modellen bis 91 werden unterschiedliche Schrauben am unteren
Führungsbolzen verwendet.
Das Anzugsdrehmoment von 28Nm gilt für schrauben mit einem
Gewindedurchmesser von 8mm, ist eine Bundschraube eingebaut mit
einem Gewindedurchmesser beträgt das Anzugsdrehmoment 50Nm.

*Schrauben für Bremsschlauchhalterung mit 10Nm anschrauben.
*Vorderräder so ansetzen, dass die beim Ausbau angebrachten
Markierungen übereinstimmten.
Vorher Zentriersitz der Felge an der Radnabe mit Wälzlagerfett dünn
einfetten.
Radmuttern NICHT fetten oder ölen. Korrodierte Radmuttern erneuern.
Räder anschrauben.
Fahrzeug ablassen und Radmuttern über Kreuz mit 110Nm festziehen.

Achtung:
Bremspedal im Stand mehrmals kräftig niedertreten, bis fester
Widerstand spürbar ist.
Dadurch werden die Bremsbeläge an die Scheibe angelegt und nehmen einem Betriebszustand entsprechenden Sitz ein.

*Bremsflüssigkeitsstand im Ausgleichsbehälter prüfen, ggf. bis Max-
Marke auffüllen.

Sicherheitskontrolle durchführen:

SIND DIE BREMSSCHLÄUCHE FEST???
BEFINDET SICH DER BREMSSCHLAUCH IN DER HALTERUNG???
SIND DIE ENTLÜFTUNGSSCHRAUBEN FEST???
IST GENÜGEND BREMSFLÜSSIGKEIT EINGEFÜLLT???

Bei laufendem Motor Dichtheitskontrolle durchführen:
Hierzu Bremspedal mit 200 bis 300 N (ca.20 - 30 Kg) etwa 10 sec.
betätigen.
Das Bremspedal darf nicht nachgeben.
Sämtliche Anschlüsse auf Dichtheit kontrollieren.

Neue Bremsbeläge vorsichtig einbremsen, dazu Fahrzeug mehrmals
von ca. 80km/h auf 40km/h mit geringem Pedaldruck abbremsen.
Während einer Fahrstrecke von rund 200km unnötige Vollbremsungen
vermeiden.

Link:
Bremsbeläge
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