Brautjungfern - Wissenswertes zu Mode, Aufgaben und Tradition

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Brautjungfern heute - Wissenswertes über eine Hochzeitstradition und Fashion-Tipps

Es ist eine Ehre, aber auch gleichzeitig eine Verpflichtung, als Brautjungfer für eine Hochzeit bestimmt zu werden. Viele praktische Fragen ergeben sich daraus. So fragen sich viele Frauen, welche Aufgaben auf sie zukommen werden. Auch was man anzieht und wie die Frisur aussehen sollte, ist nicht nebensächlich.

Die Tradition der Brautjungfern

Kaum jemand macht sich aber Gedanken darüber, woher der Brauch stammt, dass die Braut am Hochzeitstag von einer oder mehreren Brautjungfern begleitet wird. Auch die Frage, ob die Zuständigkeit sich ausschließlich auf den Tag der kirchlichen Trauung bezieht oder weit darüber hinausgeht, ist in diesem Zusammenhang nicht uninteressant.

Das Brauchtum, eine Brautjungfer zu bestimmen, geht weit zurück in heidnische Zeiten. Damals hatte die Brautjungfer die Aufgabe, die Braut vor bösen Geistern zu beschützen. Aus diesem Grund wurden Kleider gewählt, die dem Brautkleid fast zum Verwechseln ähnlich sahen. Es war auch durchaus üblich, mehr als eine Brautjungfer zu verpflichten. Wollte sich nun ein böser Geist in die Hochzeitsgesellschaft einschleichen, um der Braut etwas Böses anzutun oder sich gar in ihrem Körper oder Geist einzunisten, fand er nicht eine, sondern mehrere junge Frauen vor, zwischen denen er sich entscheiden musste. Das sollte die bösen Geister verwirren und sie von ihrem Vorhaben abbringen. Während also Brautjungfern eher dem spirituellen Schutz dienten, waren die Brautführer dazu da, die Braut vor durchaus irdischen Gefahren wie Wegelagerern, Räubern und Entführern zu schützen. Hierfür wurden in der Regel kräftige junge Männer aus dem Freundes- oder Familienkreis des Bräutigams ausgewählt.

Die Brautjungfern auf heutigen Hochzeiten

In der modernen Gesellschaft ist die Brautjungfer heute nach der Trauzeugin die wichtigste Unterstützung für die Braut. Sie ist auch nicht mehr allein am Hochzeitstag im Einsatz, sondern begleitet die Braut bei der Planung der Trauzeremonie, bei der Organisation der Hochzeitsfeier und organisiert in der Regel auch den Junggesellinnenabschied. Immer noch legen viele Bräute Wert darauf, dass ihre Brautjungfern noch unverheiratet und jung sind.

Bekleidung, Frisuren und Accessoires für Brautjungfern

Aber nicht nur bei den Aufgaben, sondern auch bei der Bekleidung der Brautjungfern hat sich vieles geändert. So ist es heute überhaupt nicht mehr gewünscht, dass die jungen Damen Kleider tragen, die dem Brautkleid zum Verwechseln ähnlich sind. Denn er einzig strahlende Auftritt gebührt an ihrem Hochzeitstag der Braut selbst. Trotzdem ist natürlich in den meisten Fällen festliche Mode gefragt, die bei mehreren Brautjungfern auch durchaus aufeinander abgestimmt sein sollte. Ähnliches gilt für Accessoires, Frisuren oder Blumengebinde.

Die Bekleidung von Brautjungfern und Gästen

Es gibt ein paar allgemeine Bekleidungsvorschriften, die für jeden Hochzeitsgast gelten. Niemand, außer der Braut, trägt ein weißes Kleid. Außerdem ist Schwarz, besonders bei den Damen, eine eher unerwünschte Farbe. Brautjungfern hingegen müssen noch viele weitere Dinge bei ihrem Outfit beachten. Grundsätzlich gibt die Braut den Stil der Bekleidung vor. Trägt sie ein langes Brautkleid, sollte auch die Brautjungfer in einem langen Kleid auftreten. Auf jeden Fall aber muss die Bekleidung mit der Braut abgesprochen werden. Besonders, wenn mehrere Brautjungfern ausgewählt wurden, ist es oft nicht einfach, einen einheitlichen Bekleidungsstil zu erreichen. Sicher ist es schön, wenn die jungen Damen alle gleich gekleidet sind. Aber nicht jedes Kleid passt zu jeder Figur. Deshalb ist hier auch sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Die Farbwahl bei Kleidung und Dekoration

Bei manchen Hochzeiten werden Farben vorgegeben. Sie spiegeln sich dann nicht nur in der Dekoration, sondern möglichst auch in den Kleidern der Brautjungfern wieder. Manche Brautleute greifen auch auf Traditionen zurück. In Süddeutschland ist es zum Beispiel üblich, das bei großen Hochzeiten Freunde des Hochzeitspaars – also quasi männliche und weibliche Brautjungfern – den Hochzeitszug begleiten und dazu Outfits tragen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind. Wer die US-amerikanische Tradition bevorzugt, wählt mehrere Brautjungfern aus, die dann alle identisch gekleidet sein sollen.

Stilberatung für Brautjungfern

Männer haben es in der Regel leicht, weil sie lediglich die Farben von Anzügen, Krawatten und Einstecktüchern aufeinander abstimmen müssen. Bei den Damen ist es etwas schwieriger, weil sich schließlich jede Brautjungfer, unabhängig von Größe oder Figur, in dem Kleid, das sie trägt, auch wohlfühlen soll. Deshalb raten Stilberater davon ab, feste Stoffe oder voluminöse Schnitte zu wählen. Günstig sind zum Beispiel Kleider im Empirestil, die nach unten weit und fließend fallen. Sie sind für ausgeprägte weibliche Rundungen genauso gut geeignet wie für sehr schlanke Frauen. Stoffe wie zum Beispiel Crêpe de Chine, Seide oder Chiffon sind dafür ausgezeichnet geeignet.

Auch bei der Farbauswahl muss man umsichtig vorgehen. Empfehlenswert sind sehr feminine Töne aus der mittleren Farbschiene wie zum Beispiel Lavendel oder zartes Violett. Solche Farben stehen hell- und dunkelhäutigen Frauen gleichermaßen gut. Wer es gern ein wenig auffälliger mag, kann auch zu kräftigeren Farben greifen. Generell dürfen Farben, die in den aktuellen Kollektionen festlicher Damengarderobe angesagt sind, natürlich auch bei der Kleiderauswahl für die Brautjungfer eine Rolle spielen.

Übrigens: Früher war es üblich, dass die Braut für die Kosten des Kleides ihrer Brautjungfer aufkam. Das ist heute meist nicht mehr der Fall. Lediglich wenn die Braut sehr exakte Vorgaben macht, wie das Brautjungfernkleid auszusehen hat, sollte man über eine Kostenbeteiligung nachdenken.

Bei den Frisuren für eine Brautjungfer kann man natürlich keine allgemeingültigen Vorgaben machen. Darüber entscheidet zunächst einmal die Haarlänge. Während es früher üblich war, dass Brautjungfern eine eher strenge Frisur mit eng anliegenden Haaren trugen, ist die Frisurenordnung heute eher großzügig geregelt. Ein schönes Bild ergibt sich, wenn zum Beispiel der Haarschmuck auf den der Braut abgestimmt wird. Ähnlich sieht es mit den Accessoires aus. Trägt die Braut zum Beispiel Handschuhe, darf auch die Brautjungfer ihren Auftritt damit verschönen. Auch Fächer, Broschen oder Bänder, die zum Brautkleid gehören, können sich in abgewandelter Form, aber möglichst in gleicher Farbe, auch im Outfit der Brautjungfer wiederfinden.

Grundsätzlich gilt: Eine Brautjungfer ist bei der Hochzeit elegant gekleidet und ihre Kleidung passt zum Brautpaar, sowohl in der Farbe als auch im Stil. Das Kleid sollte festlich sein, aber nicht zu auffällig. Nur so ist gewährleistet, dass die Braut auf jeden Fall der strahlende Mittelpunkt der Gesellschaft ist. Die Brautjungfer unterstreicht also die Schönheit der Braut, ohne selbst im Vordergrund zu stehen.

Nach Absprache mit der Braut trägt die Brautjungfer einen kleinen Blumenstrauß, der ein Miniaturabbild des Brautstraußes darstellt. Für die Beschaffung dieses Blumenschmucks ist auf jeden Fall das Brautpaar verantwortlich.

Die Aufgaben einer Brautjungfer

So ganz verallgemeinern lassen sich die verschiedenen Aufgaben, die eine Brautjungfer heute rund um eine Hochzeit übernimmt, nicht. Es hängt natürlich vieles davon ab, wie sich die Brautleute den schönsten Tag in ihrem Leben vorstellen. Grundsätzlich aber kann man sagen, dass die Zuständigkeiten einer Brautjungfer die folgenden Bereiche umfassen:

  • Sie unterstützt die Braut bei der Planung der Hochzeitsfeier.
  • Sie berät bei der Auswahl des Brautkleides.
  • Wenn ein Junggesellinnenabschied geplant ist, übernimmt die Brautjungfer die Organisation und kümmert sich an diesem Abend speziell um die Braut.
  • Bei der kirchlichen Trauung geht die Brautjungfer hinter der Braut und trägt – falls vorhanden – die Schleppe.
  • Während der Trauung übernimmt sie den Brautstrauß.
  • Bei der anschließenden Feier ist die Brautjungfer immer zur Stelle, wenn es organisatorische Fragen zu klären gibt oder die Braut Unterstützung benötigt.

Die Organisation des Junggesellinnenabschieds

Ein manchmal etwas heikles Thema ist die Organisation des Junggesellinnenabschieds. Hier muss die Brautjungfer auf jeden Fall einen kühlen Kopf bewahren und sollte deshalb auch nicht zu viel Alkohol trinken. In schwierigen Situationen steht sie der Braut zur Seite und sorgt dafür, dass keine unvorhergesehenen Zwischenfälle diesen Abend beeinträchtigen können.

Seelischer Beistand für die Braut

Um ihren Aufgaben gerecht zu werden, sollten Brautjungfern die Braut sehr gut kennen. So erfassen sie intuitiv Stimmungsschwankungen und können beruhigend eingreifen, wenn die Nervosität bei der Braut zu stark ansteigt. Das ist häufig besonders kurz vor der Trauung der Fall. Die Brautjungfer fährt auf der Fahrt zur Kirche auf jeden Fall im Brautwagen mit. Wenn das Fahrzeug nicht groß genug ist, überlässt sie diesen Platz auf der Rückfahrt dem frischgebackenen Ehemann.

Brautjungfer oder / und Trauzeugin

Die Brautjungfer ist die wichtigste Helferin der Braut, sowohl bei der Vorbereitung als auch am Hochzeitstag selbst. Sie hat allerdings keine rechtliche Funktion. Bei einer Trauzeugin sieht das anders aus.

Die Trauzeugin bekräftigt durch ihre Unterschrift auf der Hochzeitsurkunde, dass die Ehe rechtmäßig geschlossen wurde. Bei manchen kirchlichen Zeremonien werden die Trauzeugen auch in den Ablauf der Trauung mit einbezogen, indem sie kurze Ansprachen halten oder den Trauspruch vorlesen. Normalerweise sind zwei Trauzeugen üblich, von denen einer aus dem Umfeld des Bräutigams und der andere aus dem Umfeld der Braut stammt. Bei weniger traditionell eingestellten Brautpaaren verwischen sich diese Funktionen jedoch häufig. Es ist heute nicht mehr ungewöhnlich, dass die Trauzeugin der Braut gleichzeitig auch als Brautjungfer auftritt.

Fazit

Stimmen Sie rechtzeitig mit der Braut ab, in welchem Stil die Hochzeit gefeiert wird, und informieren Sie die Braut über ihre eigenen Bekleidungsvorstellungen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lassen sich so auch leichte Differenzen schnell aus dem Weg räumen. Wenn die Braut sehr exakte Vorgaben macht, scheuen Sie sich nicht, auch das Thema einer Kostenbeteiligung anzusprechen. Eine gute Möglichkeit, die finanziellen Belastungen im Rahmen zu halten, bieten auch Secondhandkleider oder das Ausleihen von festlicher Garderobe. Wichtig ist, dass sich auch die Brautjungfer mit ihrem Kleid, den passenden Accessoires und ihrer Frisur wohlfühlt und so nicht von ihren wesentlichen Aufgaben am Hochzeitstag abgelenkt wird.

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