Brandungsangeln Eine urige Art Meeresfische zu fangen

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Brandungsangeln

auch als

Strandangeln

bezeichnet

Ist eine urige Weise Fische zu fangen, keiner der hier gefangenen Fische ist jemals mit Menschen in Berührung gekommen. Die Umgebung ist meist nur von der Natur geprägt, auch in unseren Breiten. Wer hier am Ufer steht,  ist genau wie Otto Neandertaler mit der wirklichen Natur konfrontiert.

Nun ein persönlicher Rückblick über 60 Jahre. 

Mein persönlich erstes Meeresangeln war eine besondere Art de Brandungsangelns.Mit meinem Grossvater, ein ganz besonderer Mensch, erst heute beginne ich seine Art zu verstehen, stand ich in Sylt am Strand.

Er hatte einige Tauwürmer, eine Spule mit 25 Meter  Schnur, sowie einige Haken mitgebracht. Als Beschwerung diente eine Schraubenmutter. Die Rolle und die Rute entfielen, der Rutenhalter wurde durch stramme Haltung des Anglers ersetzt.

Die Würmer, Wattwürmer waren zu schwierig zu beschaffen, wurden auf den Haken gespiesst, die Mutter in die Schnur geschlauft. Ein Schleuderwurf und der Köder landete dicht neben einer Buhne im Wasser. Als Bissanzeiger diente das Fingerspitzengefühl. Die erste Scholle werde ich nie vergessen. es gibt zwar ein schwarz-weísses Foto von diesem Fisch, die leuchtend roten Punkte der Scholle sind mir bis heute in der Erinnerung. Ich rieche noch den Tang an den Buhnen, spüre noch den Fisch in der Hand.

Nun zum richtigen Brandungsangeln.

Die Mitte der 60 Jahre sieht mich in Lübeck. Die Ostsee ist gleich um die Ecke. Die Sommerabende sind lang. Mit den damals üblichen Vollglasruten stellen wir Aal und Hornhecht nach. Knicklichte waren noch nicht im Handel, Die Strandlaternen von Timmendorf leuchten den Angelplatz aus. Der Bissanzeiger ist die empfindliche Fingerkuppe.

Je nach Wetter fangen wir. Wurde es zu kalt blieben wir im Hause. Aber uns war selten zu kalt. Dann sagte uns ein Uraltangler ( damals fast so alt wie ich heute) Weisser Strand, kein Fisch am Land.

Danach waren wir öfter im Hause.

Nun aber wirklich zum Brandungsangeln nach heutigem Verständnis.

Ein früher Herbsttag der schon den Winter ahnen lässt. Wir sind schon mal an der Ostsee. Die Tage werden merklich kühler, dafür sind auch Abend und Nacht länger. Das Meerwasser ist fast noch sommerwarm. Die Sandspierlinge, auch Tobiasfische genannt, toben in den Rinnen, den sogenannten Badewannen, vor dem Strand herum.

Später im Jahr werden die Fänge besser, wir wollen es aber schon mal versuchen.

Wir bauen den Angelplatz auf. Das Gerät haben wir mit einem Strandroller hierher gebracht.

Als erstes legen wir ein grosses Laken auf die Erde. Ein ausgedientes helles Bettlaken ist für diesen Zweck sehr gut geeignet. Den Platz dafür suchen wir sorgfältig aus. Wenn der Sand zu uneben ist, glätten wir ihn zB. mit einen Brett. Das Laken beschweren wir handlichen Steinen. das  Angelgerät wird darauf plaziert.

So ist unser Gerät vom Sand geschützt.   

Die Rutenhalter stellen wir in Ufernähe auf. Die montierten Ruten hineingestellt. Schräg dahinter, denWind im Rücken plazieren wir die Sitzgelegenheit. Der Abstand zu Ruten und Angelgerät muss richtig gewählt werden. Ist der Abstand zu den Ruten zu gross, sind wir nicht mit wenigen Schritten, bei einem Biss an der Rute, ist er zu gering erleiden wir eine Genickstarre. In kalten, stürmischen Herbstnächten schützen wir uns mit einem Schirm oder einer Muschel.Köder, Zange und Priest legen wir zwischen die Ruten- ständer, dort sind sie griffbereit. Die übrigen Geräte liegen auf dem Laken. Wollen wir etwas schnell aus der Hand legen, werfen wir es einfach auf das Laken. So geht es nicht verloren und "versandet" nicht.

Treffen wir noch im Hellen am Angelplatz ein; so beobachten wir eine Weile das Wasser. Immer stellen wir hinaus führende Priele fest. Das Wasser brandet nur scheinbar immer gegen das Land, an einigen Stellen läuft es auch wieder hinaus.Das wird erkennbar an den Schaumfahnen. In diesen Prielen bieten wir unsere Köder den Fischen an.

Angelbeginn:

Wir legen eine Rute soweit als möglich aus. Die zweite Rute wird nicht mit der letzten Kraft ausgelegt. Beide Ruten stellen wir in Rutenständer. Beide Ruten lassen wir so 10 Minuten liegen. Dann beginnen wir mit der langen Rute, in Intervallen, die Schnur einzuholen. Der Köder wird etwas 1m uber Grund eingeholt. Wieder ruhen lassen. Nach 1 Minute wieder einholen, liegen lassen. Bis der Köder uns vor den Füssen liegt. So findet man Rinnen und vor allen Dingen die " Buttnester und Dorschstrassen":

Wenn nach einiger Zeit die Bisse ausbleiben? Die bisher straffe Schnur wird gelockert, die Vorfächer werden umgebaut, alle Haken auf Grund, alle Haken frei spielend, den Schmuck an den Haken ändern, den Schmuck ganz weglassen, die Haken kleiner auch leichter nehmen. Mit einer simplen Idee habe ich mal einen Wettbewerb umgedreht. Ich habe in die Schnur gefasst und gezupft, nicht viel,so 20 cm. An dem angesprochenen Tag hat es Erfolg gebracht, in den letzten 30 Minuten fing ich noch 4 Fische. Damit gewann ich die Veranstaltung und wurde Niedersachsenmeister 1985.Das wichtige bei allen Angeln ist, beobachten, überlegen, fangen. Es gibt allerdings Tage da wollen die Fische nicht, so ein Fisch ist ja schliesslich auch nur ein Mensch.

Ich entsinne eine Veranstaltung bei der ich mit der "kurzen Rute" Fische fing. Die Weitwerfer, zu denen ich nicht zähle, hatten die Fische "überworfen".

Köder

Der gebräuchlichste und meist auch beste, ist der Wattwurm. Wer ganz sicher gehen will nimmt auch Ringelwurm ( Tausendfüssler auch Mottwurm) und Hering oder Makrele als Fetzenköder. Sozusagen geheim werden benannt Tobiasfisch ( Sandaal auch Topps ) und Muscheln. Die Muscheln mussen am Haken angebunden oder geklebt werden ( Kleber mit alphacryanolat). Auch verwendbar sind Krabben (Garnelen-Granat ) Tintenfisch. Wie am Anfang benannt, auch der klassische Tauwurm wird nicht verschmäht.

Kombinationen der benannten Köder sind manchmal fängiger. Diwe Verwendung von Lockölen ist bei Wettbewerben zu bestimmten Zeiten untersagt. Wer allerdings einige Fische für sich selber fangen möchte ist davon ja nicht betroffen.   

Geräte.

3 Angelruten 3 Angelrollen bespult mit 0,30 Monofil oder o,12 Dyneema, 1 Sitz 1 Brandungs Rutenhalter 1 Stirnlampe 1 Lampe für den Angelplatz 1 Messer 1 Priest 1 Zange 1 Schwamm 1 Handtuch 1 Stück Seewasserseife oder 1 Flasche mit Süsswasser

1 Gerätekasten mit verschiedenen Haken, guten Wirbeln, Reserve Vorfächer, Reserve Schlagschnur, Knicklichte, Halter dafür, 1 Reserve  Lampe.1 Behältnis für die Beute, alter Setzkescher oder auch ein Stoffeinkaufsbeutel, der auch als Gewicht für das Dreibein dient.

Das alles auf einen Strandroller, der Weg zu guten Angelplätzen kann weit sein.

Das macht das Angeln komfortabler, notwendig ist es nicht

1 Schirm oder 1 Muschel 1 Termosflasche mit heissem Kaffee ( geht auch mit Tee )

 

Extra Tipps.

Vor dem Angelbeginn ein Startwurf ohne Vorfach, nur mit dem Blei. Dann die Schnur laufen lassen und rückwärts vom Wasser weggehen, dann Schnur straff einholen, das mehrfach wiederholen. Das lockert die Verspannungen in der Schnur. Die nächsten Würfe werden immer weiter, die Schnur entspannt sich, wird nass, reckt sich. Wichtig ist auch in diesem Fall, niemals Schnur mit einem Automaten aufziehen lassen. Das scheint zwar bequemer zu sein, aber alle Automaten verdrehen die Schnur. Kein Automat ist in der Lage die Schnur so auf die Rolle zu bringen wie die Rolle selber. Daher lieber Angler, von Hand aufgespulte Schur läuft besser im Wurf. Wer seine wirkliche Wurfweite wissen will, muss sich an den Strand stellen und nicht ins Wasser, sondern parallel dazu werfen. Dann abschreiten, besser abmessen. Alle Wurfentfernungen über 100m sind nicht schlecht, über 150m recht gut, über 170m toll und über 200m sensationell. Aber echt gemessen, nicht gelogen.

Bei den Angelruten nimmt der Angler in Körpergrosse bis 1.80 eine 3,90m Rute ab 1,85 4,20 ab 1,90 4.50. Zierliche Damen werden am besten mit Ruten von 3,60.

Hier sei in allen Fällen zu Steckruten geraten

Die Rollen als Stationärrollen mit jeweils mindestens 1 Ersatzspule mit dünnerer Schnur. Mit einer Multirolle kann man weiter werfen aber die Angler in diesem Land sind von Beginn ihrer Passion es gewöhnt mit Stationärrollen zu angeln. Der Weg zur Multirolle dauert 1 Jahr. Er soll sich allerdings lohnen. Wer aber heute mit der Stationärrolle fischt und es morgen mal wieder mit der Multirolle versucht hat oft Probleme.

Hier noch eine  Anmerkung. Der erste Mensch den ich über 200m habe werfen sehen war Paul Kerry. ich habe manche Jahr beim Werfertag den Schiedsrichter gemacht. Alle Werfer ( In der Zeit vor 1997) warfen mit Stationärrollen. Wir hatten ein Feld bis 200m ausgesteckt. Paul Kerry warf 4 Würfe aus dem Feld 1 mal links 2 mal rechts und einmal über die 200m Marke. Heute sind die Werfer auch in Deutschland zu den Multirollen übergegangen.   

Alles in einem derben Futteral.

Der Angler sitzt gut auf einer Sitzkiepe, das Angelgerät ist gut darin untergebracht.

Die oft angeratene Keulenschnur ist gut wenn es um weite Würfe geht. Wer es günstiger möchte knotet sich mit dem Chirurgen, besser dem Albrigt Knoten eine Keule an die Hauptschnur.Diese Knoten sin sehr klein und laufen besser durch die Ringe Länge der Keule mindestens 10m.   

Hier ein besonderer Tipp Bevor man einen Knoten zu zieht anfeuchten, die Schnur verbrennt so nicht.

Wenn sich nun noch Fragen ergeben? Es gibt keine dummen Fragen, alledings dumme Antworten.

1000 Angeln

Alte Salztrasse 2

29549 Bad Bevensen

05821 967176

Fax 967 177

1000-angeln.de

 

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