Boss GS 10 - Seinem Trohnfolger würdig?

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Das Boss GS 10 ist der leider etwas untergegangene Vorgänger des GT Pro, wobei es sich um eine Desktopversion handelt nicht um ein 19' Rackteil.

Ich benutze das Teil schon seit gut 2-3 Jahren als Allrounder. Durch seinen USB anschluß kann ich das Teil als Externe Soundkarte und als Audio-Interface nutzen.

Es ist mit allen gängigen Betriebssystemen kompatibel und von Windows XP bis Mac OS kompatibel, wobei ihr unter Linux darauf achten solltet, dass ihr den ALSA-Treiber verwendet, da er der Einzige ist, der USB-Geräte ausreichend unterstützt. Das GS10 lief einwandfrei unter Ubuntu Studio und Musix. Unter Xubuntu und Suse mußte ich die Latenzen (Verzügerungszeiten) regulieren aber es lief. Unter Freespire und Linspire (ehemals Lindows) lief es trotz ALSA-Unterstützung gar nicht.

Die GS10-Technik basiert auf das GT6, wobei ihm einige Basssimulationen und virtuelle Mikrophonvorverstärker spendiert wurden. Es arbeitet mit dem Windows-Standardtreiber mit 16 bit und mit dem hauseigenen mit 24 bit. Im Grunde ist bei diesem Gerät die Latenzzeit egal, da man live über das Gerät mithören kann was man spielt oder singt, was wiederum den Vorteil hat, dass man die Monitorfunkrion in Cubase (Windows/Mac) oder Ardour (Linux/Mac) nicht benötigt. Dies spart Leistung gerade bei älteren PC-Sytemen, wie man sie gerne als Zweit-PC gerne im Proberaum rumfahren hat.

Die Simulationen sind BOSS/Roland sehr gut gelungen und man bekommt wieder als alter Zweifler bewiesen, dass die von Roland entwickelte COSM-Technologie sehr nahe an echte Verstärker rankommt. Natürlich bekommt man die Wärme eines Röhrenverstärkers nicht ganz so hin, doch wenn man eine Bandsättigungsmaschine oder einen Röhrenpreamp dazwischen koppelt, kommt man wieder seinem Ziel näher einen natürlichen Klang zu erzeugen. Meine Favoriten sind die MESA//BOOGIE Rectifier und HUGHES&KETTNER Triple Stack Simulationen für den Heavybereich und der Warmclean sowie der JC-120 für wirklich schön klingende Cleansounds.

Man kann jeder Einstellung einen Amp, einen Hall, einen Chorus, zwei verschiedene Effekte (In zwei Kategorien unterteil eine mit Sachen wie Tremol oder Wah und die zweite von Phaser bis Octaver) und EQ zuweisen, welchen ich zwar von der Bedienung ziemlich umständlich finde, aber klanglich anbete.

Die Effekte von Flnager bis Distortion sind größtenteils Bodentretern wie dem TubeScreamer von Ibanez oder dem Distortionpedal von Boss nachempfunden und stehen meiner Meinung den Originalen in nichts nach. Nur einen Effekt fand ich persönlich nicht so umwerfend: den Akustiksimulator. Man sollte am besten auf eine richtige Akustikgitarre zurückgreifen, die man per Line In mit der Fullrangepreset aufnehmen kann oder mit einem Overhead verstärken.
Bei der zweiten Variante empfehle ich aber einen Vorverstärker oder ein kleines Mischpult mit Phantomspeisung davorzuspannen, da das GS10 keine Phantomspeisung hat.

Der Mikrovorverstärker hat mich sehr begeistert. Er klingt sehr gut und hat ein weites Frequenzband. Was mir noch sehr gefiel, ist die Mikrosimulation ob bei den Amps oder dem Mikrovorverstärker. Es stehen 4 verschiedene Simulationen legendärer Mikros (z.b. Shure SM 57) zur verfügung, zwei dynmische und zwei Condenser. Ich hab alle mit einem Shure SM 58 und dem T.Bone MB-85BETA von Thomann getestet und beide konnten klanglich mit einigen Großkondensatormikros mithalten, obwohl es sich bei beiden um dynamische Exemplare handelte.

Die Oberfläche ist sehr übersichtilich. Hat man einmal den Dreh raus, wird man nie wieder zur Anleitung greifen müssen. Hinten hat man die Möglichkeit entweder per Klinkenkabel oder per XLR sein Mikrophon anzuschließen. Desweiteren befinden sich dort AUX In/Out, Digital Out und Midi I/O sowie je ein Amp I/O. Vorne hat man die Möglickeit sein Instrument und seine Kopfhörer per Klinken I/O anzuschließen.

Wenn man üben möchte und Hintergrundmusik braucht die nicht aus dem PC kommt, kann man seinen MP3- oder CD- Player per AUX anschließen und mit einem seperaten Lautstärkeregler steuern. Ich emphele aber persönlich die PC variante, denn wer so eine exquisite Soundkarte hat sollte diese auch nutzen. Darüberhinaus ist es möglich dem GS 10 einen Eingang zuzuweisen, sei es um mit dem Mikro einzusingen, mit der Gitarre einspielen oder per AUX Schallplatten zu digitalisieren, das GS10 meistert alles mit braovur ohne eigenrauschen. Zudem ist es möglich zwischen verschiedenen Ausgängen zu wählen ob an der  Stereoanlage am Basscombo oder am Gitarrenstack, das GS10 wandelt das Signal sauber um und klingt an den Amps natürlich.

Für den Recordingbereich oder zur Ideensammlung ist das GS10 für jeden Homerecordler eine Bereicherung. Liveeinsätze sind mit der passenden Midifußleiste (Roland FC50) möglich, was mich persönlich aber nicht ansprciht, weil die Umschaltung von den Bänken zu hohe Latenzzeiten aufweist.

Es stellt sich nun die Frage GS10 oder GTPro? Für Recording Aufgaben auf jedenfall das GS10 wegen seinen Simulationen und der Unterstützung von Bass, Gitarre und Mikro.  Den Schnick-Schnack mit Verstärkermischen oder Dynamische Umschaltung der Amps per Anschlag (Neue Funktionen des GT Pro) ist schön und gut für Liveanwendungen aber fürs Studio nicht nötig und die erste Funktion unterstützt die wesentlich günstigere GNX Serie von Digitech auch. Also Recordler lasst euch gesagt sein, spart Geld und greift auf das Teil zurück, wenn ihr euer Studio um einen Gitarrenprozessor erweitern lasst.
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