Bonsaischale, Ballbrause & Werkzeug: wichtige Utensilien für die Zucht der Miniatur-Pflanzen

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Bonsaischale, Ballbrause & Werkzeug: Diese Utensilien helfen Ihnen bei der Zucht der Miniatur-Pflanzen

Bonsaibäume sind beliebte, künstlich klein gezüchtete Pflanzen, die sich in vielen Wohnungen oder auf vielen Balkonen und Terrassen finden lassen.

Das Hobby der Bonsaikunst ist heute weltweit verbreitet und findet immer neue begeisterte Anhänger.

Um einen Bonsai zu züchten und zu pflegen, benötigt der Bonsaibesitzer eine Reihe an unterschiedlichem Werkzeug und anderem Zubehör. Nur mit den richtigen Utensilien lassen sich perfekte Imitationen der großen Bäume schaffen.

Die Tradition der Bonsai-Kunst

Die Chinesen entwickelten schon früh Techniken, mit deren Hilfe normale Bäume klein blieben. In China waren Bonsaibäume seit 700 n. Chr. eine Kunstform, die eine perfekte Nachbildung der realen Welt darstellten. Nicht nur die Zwergbäume allein waren das Ziel dieser speziellen Züchtungen. Die Chinesen bildeten mithilfe der Bonsaibäume, kleinen Steinen und Moosen ganze Landschaften nach.

Um die Zucht der kleinen Bäume möglichst zu perfektionieren, entwickelten die Chinesen praktische Werkzeuge, mit deren Hilfe die vielen notwendigen Eingriffe vereinfacht wurden.

Buddhistische Mönche entdeckten auf ihren langen Reisen durch China diese faszinierenden kleinen Landschaften, die in flachen Schalen gehalten wurden. Sie brachten im 10. Jahrhundert das Wissen über Techniken und Werkzeuge mit nach Japan, wo sich die Bonsai-Kunst schnell verbreitete.

Unter dem Einfluss des Zen-Buddhismus entstanden bestimmte Richtlinien, nach denen die Zwergbäume unterschiedlichen Kategorien zugeordnet wurden. Diese Richtlinien bestimmten optimale Wuchsformen, nach denen die Bonsaizüchter möglichst ihre Bonsai gestalten sollten.

Im Jahre 1878 kam der erste Bonsai nach Europa. Japan stellte die Bonsaikunst auf der Weltausstellung in Paris vor und begeisterte damit viele Menschen. Schnell verbreiteten sich das Wissen und die Begeisterung europaweit. Heute findet man weltweit Bonsaibäume, die liebevoll gezüchtet und gepflegt werden. Regelmäßig bieten Ausstellungen und Wettbewerbe die Möglichkeit, den eigenen Bonsai zu präsentieren und mit anderen Bäume zu vergleichen.

Bonsai-Zucht erfordert Geduld, Wissen und die richtigen Werkzeuge

Zunächst muss sich der Züchter überlegen, mit welcher Technik er die Bonsaigestaltung beginnen möchte. Von Samen, Stecklingen, Jungbäumen bis hin zu älteren Exemplaren, die frei in der Natur gewachsen sind, ist alles möglich. Je nach Erfahrung und Geduld des Züchters sowie nach Sorte des Baumes sollte der Bonsaizüchter überlegen, woraus er seinen Bonsai erschaffen möchte.

Anfänger, die die Welt des Bonsai erst kennenlernen möchten, sollten sich vor der aufwendigen Zucht eines Bonsai zunächst mit bereits bearbeiteten Bäumen, die schon in Bonsaiform gezüchtet wurden, vertraut machen. Die große Auswahl unterschiedlicher Bonsaiarten bietet für jeden Geschmack den richtigen Baum. Der erste Bonsai sollte ein günstiges Exemplar sein, an dem ein wenig geübt werden kann. Die Pflege eines solchen Baumes ist für einen Anfänger aufwendig genug. Er wird viel lernen müssen und dabei schnell merken, ob ihm dieses Hobby liegt. Je länger und intensiver sich ein Bonsailiebhaber mit seinen Bäumen beschäftigt, umso mehr Erfahrungen macht er. Durch viele kleine oder größere Eingriffe mit unterschiedlichem Werkzeug wird er mutiger und bekommt immer mehr Übung darin, einen Bonsai nicht nur zu pflegen, sondern auch starke Veränderungen am Baum durchzuführen. Dann ist die Zeit gekommen, sich einen hochwertigeren Baum anzuschaffen oder gar selber einen zu züchten.

Egal, für welche Zuchtmethode man sich entscheidet: Für eine erfolgreiche Bonsaizucht ist hochwertiges Spezialwerkzeug notwendig, um aus einem normalen Baum einen Bonsai zu gestalten. Besonders bei älteren Bäumen benötigt man kräftige Scheren, Zangen und teilweise auch Sägen, um die Form des Baumes so zu verändern, dass ein Bonsai daraus wird.

Mit viel Geduld entsteht über viele Jahre hinweg ein Kunstwerk, das sich ein Baumleben lang immer wieder verändert. Daher ist ein Bonsai auch niemals fertig. Er wächst ein Leben lang und muss regelmäßig mal mehr, mal weniger in Form gebracht werden, um das typische Aussehen eines Bonsai beizubehalten.

Notwendige und sinnvolle Utensilien für die erfolgreiche Bonsai-Zucht

Es gibt unzähliges Zubehör rund um das Hobby Bonsai. Besonders das Werkzeug gibt es in einer großen Vielfalt und in unterschiedlicher Qualität. Für jeden, der einen Bonsai besitzt, ist eine Grundausstattung wichtig, um den Bonsai optimal pflegen zu können und ihn nicht zu beschädigen.

Anfänger sollten sich zunächst nur eine einfache Grundausstattung anschaffen, bis sie wissen, dass ihnen das Hobby liegt. Zu dieser einfachen Ausstattung gehören natürlich die Bonsaischale, ein geeignetes Gießgerät, Bonsaidraht, ein paar Scheren und eine Zange. Weitere Scheren, Zangen und spezielle Werkzeuge sollten erst später zugekauft werden.

Bonsaischale

Grundvoraussetzung für die Haltung eines Bonsai ist die Bonsaischale. Die flache Schale bietet dem Bonsai seinen Lebensraum. Sie sollte nicht zu groß und nicht zu klein sein und gemeinsam mit dem Miniaturbaum eine harmonische Einheit darstellen. Um einen harmonischen Gesamteindruck zu erschaffen, reicht eine Schale keinesfalls für ein ganzes Bonsaileben aus. Je älter der Baum wird, desto mehr sollte auf die Harmonie geachtet werden. Je größer er ist, desto größer sollte auch die Schale sein. Je dicker der Stamm des Bonsai ist, desto höher sollte die Schale sein.

Bei der Auswahl der richtigen Bonsaischale darf aber nicht nur die passende Größe eine Rolle spielen. Neben der Größe müssen auch die Form und die Farbe der Schale berücksichtigt werden. Bei blühenden Bonsai empfiehlt sich eine andere Schalenfarbe als bei schlichten belaubten Bonsaiarten. Nadelbäume sollten ebenfalls eine speziell passende Schale erhalten. Gleiches gilt für Bäume mit rauer oder glatter Rindenstruktur.

Neben dem Aussehen darf aber auch die Funktionalität einer Bonsaischale nicht vernachlässigt werden. Wichtig ist, dass die Schale Löcher im Boden hat, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Ansonsten würde es zu Staunässe kommen, die Wurzeln würden faulen und die Pflanze würde krank werden oder im schlimmsten Fall sogar sterben. Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl der Bonsaischale ist die Frostfestigkeit. Bei Outdoor-Bonsai, die Sommer wie Winter im Freien verbringen, ist es wichtig, dass die Schale frostfest ist. Indoor-Bonsai dagegen brauchen keine frostfesten Schalen, da sie bei kalten Temperaturen im Haus gehalten werden müssen.

Gießkanne und Ballbrause

Für die Bewässerung eines Bonsai-Baumes eignet sich eine normale Gießkanne nicht, um dem Bonsai die richtige Menge an Wasser zuzuführen. Bei feinem Substrat ist die Gefahr groß, dass die Substratschicht durch das Gießen mit einer herkömmlichen Gießkanne weggespült wird. Bei moosbewachsenem Untergrund perlt zu viel Wasser ab, und der Baum vertrocknet mit der Zeit.

Spezielle Bonsaigießkannen sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Am Ausguss der Gießkanne ist ein Sieb angebracht, das einen harten Wasserstrahl vermeidet. So kann der Bonsai sanft und schonend gegossen werden.

Eine ebenfalls schonende Wässerung bietet die Ballbrause. Sie besteht aus einem Gummiball, einem Metallstab und ebenfalls einem Sieb, das den Wasserstrahl nur sanft herauslässt. Die Ballbrause ermöglicht besonders gezieltes Gießen, da man die Wassermenge durch das Drücken des Gummiballes steuern kann.

Bonsaischeren

Bonsaischeren gibt es in vielen Ausführungen und Qualitäten. Je nachdem, ob Knospen, Blätter, Zweige oder Wurzeln beschnitten werden sollen, werden unterschiedliche Scheren empfohlen. Auch die Größe und das Alter des Bonsai beeinflussen die Wahl der richtigen Schere.

Zur einfachen Grundausstattung gehören hauptsächlich zwei wichtige Scheren, die jeder Bonsaibesitzer haben sollte. Eine kleine oder schmale Bonsaischere ist für kleine und mittlere Äste geeignet. Eine große oder breite Bonsaischere wird für dicke Äste genutzt. Mit diesen zwei Scherenarten können sämtliche Teile des Bonsai beschnitten und in Form gebracht werden. Um die Arbeiten zu erleichtern und die Freude an diesem Hobby zu erhalten, sollten sich Bonsaizüchter mit der Zeit zusätzlich eine Knospenschere, einen Blattschneider und eine Ast- und Stutzschere zulegen. Weitere praktische Utensilien für den Formschnitt von Bonsaibäumen sind Holzsäge und Messer. Mit der Holzsäge können kräftige Äste, die zu dick für Bonsaischeren oder Zangen sind, abgesägt werden. Mit dem Messer kann anschließend die Schnittstelle nachbearbeitet werden. Besonders im Stammbereich ist diese Nacharbeitung wichtig, um das Heilen der offenen Schnittstelle zu beschleunigen.

Konkavzange

Eine Konkavzange ist auch für Anfänger bereits ein sinnvolles Spezialwerkzeug. Aufgrund der spezifischen Form kann mithilfe dieser Zange ein schonender Schnitt direkt am Stamm vorgenommen werden. Dies ist wichtig, wenn ein störender Ast vom Stamm entfernt werden soll. Aufgrund des schonenden Schnittes wächst die Wunde schnell und sauber zu. So sind später weniger Narben zu sehen, die den Gesamteindruck des Bonsai stören würden.

Werkzeug für Fortgeschrittene

Um die Arbeit am Bonsai zu erleichtern und komfortabler zu gestalten, empfiehlt sich irgendwann die Anschaffung weiterer Werkzeuge, die speziell für die Bonsaigestaltung entwickelt wurden. Hierzu gehören Drahtbiegezange, Drahtschere, Erdschaufel, Wurzelzange und Wurzelkralle. Für eine ganz besondere und schwierigere Bonsaigestaltung, die nur fortgeschrittene Züchter wagen, gibt es noch sogenanntes Jin- und Shariwerkzeug für Bonsai. Mithilfe dieser speziellen Zangen, Krallen und Haken können gesunde Äste Todholz simulieren und den Baum künstlich altern lassen.

Werkzeugpflege

Hochwertiges Werkzeug sollte möglichst regelmäßig gepflegt werden, damit es lange Zeit optimal funktioniert. Nach jeder Arbeit mit Bonsaiwerkzeug sollten die einzelnen Teile unter fließendem Wasser abgespült werden. Am besten reinigt man das Werkzeug mit lauwarmem Wasser und entfernt Schmutz mit einer feinen Bürste. Anschließend sollte das Werkzeug gründlich abgetrocknet werden. Das regelmäßige Einreiben oder Aufsprühen eines Pflegeöls ist sehr sinnvoll, um die Funktionalität lange zu gewährleisten. Sobald Scheren oder Zange nicht mehr optimal schneiden, sollten diese mithilfe eines Schleifsteines geschärft werden.

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