Bonsai - richtig düngen

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Wie dünge ich meinen Bonsai richtig
Welchen Dünger zu welcher Jahreszeit?
Was bewirken die verschiedenen Nährstoffe?


Nährstoffe
Zu den wichtigsten Nährstoffen gehören Stickstoff (N), Phosphat (P), Kalium (K), Magnesium (Mg) und verschiedene Spurenelemente.
Stickstoff wird für alle Wachstumsprozesse der Pflanzen gebraucht und steuert deren Entwicklung. Viel Stickstoff bedeutet starkes Wachstum, wenig Stickstoff schwächeres Wachstum. Wird Stickstoff jedoch sehr einseitig verwendet verringert sich die Widerstandsfähigkeit der Pflanze. Deshalb müssen auch andere Nährstoffe im richtigen Verhältnis zu Verfügung stehen.
Phosphat ist für den Energiehaushalt, Blüten- und Fruchtbildung der Pflanzen wichtig. Auf einen entsprechender Phosphatanteil muss besonders bei lehmhaltiger Erde geachtet werden, da Lehm relativ viel Phosphat bindet.
Kalium fördert die Holzentwicklung und dadurch auch Frost- und Trockenresistenz.
Stickstoff, Phosphat und Kalium gehören mindestens in jeden guten Dünger. Je nach Pflanzenart, Jahreszeit und aktuellen Bedürfnissen in unterschiedlichem Mengenverhältnis.
Magnesium ist ein Baustein des Chlorophylls und an einigen wichtigen Stoffelwechselprozessen beteiligt. Bei Nadelgehölzen ist der Magnesiumbedarf höher als bei Laubgehölzen.
Spurenelemente sollten bei guten Düngern auch enthalten sein. Sie sind zwar in den meisten handelsüblichen Erdmischungen vorhanden, aber wird zur Wurzelförderung ein gut durchlässiges und nährstoffarmes Substrat (wie z.B. Akadama) verwendet, sind die zusätzlichen Spurenelemente schon von Bedeutung.
Auf dem Packungsaufdruck des Düngers ist das NPK-Verhältnis angegeben.
Die Zahlen geben den Anteil des Nährstoffes in % an. Bei einer Angabe von z.B. 10:5:5 bedeutet das der Dünger enthält (u.a.) 10 % Stickstoff, 5 % Phosphat und 5 % Kaliumoxyd. Das NPK-Verhältnis entspräche in diesem Beispiel 2:1:1. Ist eine weitere Zahl in Klammern dahinter angegeben, bezieht sie sich auf den Magnesiumgehalt.
 
Welchen Dünger wann anwenden?
Bäume haben im Jahresverlauf recht unterschiedlichen Bedarf an verschiedenen Nährstoffen.
Im Frühjahr wird für die Bildung von neuen Knospen und Blättern reichlich Stickstoff (sofern vorhanden) in Form von Aminosäuren aufgenommen.
Ab Beginn der heißen Jahreszeit (ca. Juni) ist die ausreichende Versorgung mit Kalium zur Vermeidung von Blattschäden wichtig. Die Stickstoffdüngung wird dann reduziert.
Phophat sollte während der gesamten Vegetationszeit genügend zur Verfügung stehen.
Wird bei einem Baum kräftiger Zuwachs gewünscht, empfiehlt sich ab dem Frühjahr bis ca. Juni eine Düngung im Verhältnis von etwa 2:1:1. Im Sommer wird der Stickstoffanteil reduziert auf circa 1:1:1 bei gleichbleibender Düngemenge.  Ab Ende August bis in den Herbst sollte die Düngung mehr Kalium betont sein, etwa 1:2:3.
Sollen sich die Wurzel noch besser entwickeln, z.B. bei Findlingen, wird zunächst weniger Dünger (NPK ca. 1:1:1) gegeben. Wird nach dem ersten kräftigen Austrieb nun Zuwachs erwünscht, kann die Düngemenge erhöht werden. Auch hier wird im Herbst der Stickstoffanteil wieder reduziert.
Ist der Aufbau des Bonsai beendet, wird jetzt mehr auf die  feine Verzweigung geachtet. Durch regelmäßiges und frühzeitiges Pinzieren wird der Austrieb gestoppt und es erfolgt nur noch geringer Zuwachs. Dadurch ist der Stickstoffbedarf nur noch gering. Die Düngung sollte jetzt nur sehr sparsam erfolgen und wenn, dann im Verhältnis 1:2:3.

Organischer Dünger
Bei organischem Dünger sind die Nährstoffe Bestandteile der organischen Verbindungen. Sie sind so nicht direkt für die Pflanzen verfügbar, sondern erst durch das Aufbrechen der Verbindungen durch Mikroorganismen.
Ein Vorteil ist, dass die Nährstoffe erst nach und nach freigesetzt werden. Die Pflanze wird somit über einen längeren Zeitraum mit Nährstoffen versorgt, je nach Aktivität der Mikroorganismen. Ein weiterer Vorteil, die Gefahr einer Übersalzung oder einer Überdüngung ist gering.
Nachteilig ist, dass die Aktivität der Mikroorganismen, und damit die Freisetzung von Nährstoffen vom Wetter abhängig ist. Auch kann bei dem Abbau des Düngers ein unangenehmer Geruch entstehen.
 
Mineralische Dünger
Bei mineralischem Dünger liegen die Nährstoffe in Form von Salzen vor. Durch Wasser aufgelöst sind sie direkt für die Pflanzen verfügbar. Überdosierungen sind aber unbedingt zu vermeiden. Zu hohe Salzkonzentrationen im Boden können die Pflanzen schädigen.
Manche mineralische Flüssigdünger werden auch über das Blatt aufgenommen. Bei akutem Nährstoffmangel oder bei Wurzelschäden ist das sehr nützlich.
Mineralische Dünger sollten bei Bonsai (und auch anderen Topfpflanzen) als Flüssigdünger angewendet werden. Eine genaue Dosierung von Dünger in Salzform ist bei einer geringen Erdmenge nur sehr schwer.
Es besteht auch die Möglichkeit verschiedene Depotdünger zu verwenden. Die Nährstoffe werden dort nur nach und nach freigesetzt. Es wird eine große Auswahl mit unterschiedlichen Zusammensetzungen und unterschiedlicher Wirkungsdauer angeboten.

Weitere Infos zu organischem Dünger Biogold finden Sie in unserem Ratgeber:
Biogold-organischer-Bonsaidünger

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