Bodenbeschichtung eins Hallenbodens (Garage o.ä.)

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Bodenbeschichtungen auf der Basis von Reaktionsharzen haben sich in der Industrie seit vielen Jahren bewährt.

In den meisten Fällen handelt es sich um Epoxidharz- oder Polyurethanbeschichtungen, auch Kunstharzbeschichtungen genannt.

Dabei gilt es jedoch für den Laien oder Heimwerker einige grundsätzliche Dinge zu unterscheiden, bzw. bei der Verarbeitung zu beachten.

 

Begriffserklärungen

1. Bodenversiegelung

Eine Bodenversiegelung wird mehr oder weniger dick aufgerollt. Die zu erwartende Schichtdicke liegt damit unter 1 mm.

Ausreichend, um den Boden zu schützen, gegen das Eindringen von Flüssigkeiten, gegen ein "Absanden" des Untergrunds oder zur Verfestigung der Oberfläche, ausreichend auch, um den Boden farblich ansehnlich zu gestalten und ihn leicht zu reinigen lassen.

Aber wer einen Boden mit Schäden, d.h. mit Löchern und Fehlstellen in Form von Rissen, Abtragungen oder Kanten hat, wer Unebenheiten oder eine sehr raue Oberfläche hat, der wird bei einer Bodenversiegelung all diese Problemstellen nicht bearbeiten.

Die Bodenversiegelung eignet sich also hervorragend zum Schutz und zur (farbigen) Gestaltung der Oberfläche.

2. Bodenbeschichtung

Die Bodenbeschichtung wird in der Industrie in den meisten Fällen in Schichtdicken von 2-5 mm aufgetragen. Sie wird oft als "Dickbeschichtung" bezeichnet und besteht aus gefüllten, oder auf der Baustelle zu füllenden Reaktionsharzen. (EP oder PU)

Aufgetragen wird die Bodenbeschichtung mit einem Rakel mit entsprechender Zahnleiste oder bei kleineren Flächen mit einem geeigneten Zahnspachtel (z.B. Trapez-Zahn) Bei dieser o.g. Schichtdicke sind viele Problemstellen des Bodens zu überarbeiten, zu überdecken. Tiefere Löcher und Risse im Boden müssen allerdings fachmännisch vorbearbeitet und verfüllt werden. Hervorstehende Bodenpartien, ebenso Metallteile, müssen entfernt werden.

 

Verarbeitung

1. Untergrundvorbereitung

Wichtig bei jeder Beschichtung ist die Untergrundvorbereitung. der Boden muss rau, fest, trocken, sowie fett- und ölfrei sein. Es dürfen keine Hohlstellen vorhanden sein, die irgendwann den Unterboden mit der Beschichtung zerstört. Die fachliche Vorbereitung eines Bodens ist das Kugelstrahlen oder Fräsen, um eine raue Oberfläche zu erhalten. Nach dem gründlichen Saugen oder Fegen muß eine Grundierung aufgetragen werden, welche besonders dünnflüssig ist und in die Kapillaren des Bodens eindringt. Damit wird eine "Verklammerung" mit dem Unterboden (Beton, Estich) erreicht. Die frisch aufgetragene Grundierung muss mit feinem Quarzsand abgesandet werden, um nicht zu einer glatten Schicht auszuhärten, die eine schlechte Verbindung zur darauf aufgebrachten Beschichtung sein würde. Erst nach erneutem ab- fegen des überschüssigen Sandes erfolgt das Aufbringen der Bodenbeschichtung.

2. Oberflächengestaltung

Die Oberfläche einer Bodenbeschichtung läßt sich auf vielfältige Art und Weise gestalten. Dabei spielt die Nutzung und der persönliche Geschmack eine große Rolle. Eine wichtige Frage ist sicherlich die Rauhigkeit der Oberfläche. Sie kann über eine mögliche Unfallgefahr entscheiden ! Eine, wie oden beschrieben, aufgebrachte Bodenbeschichtung ist zunächst einmal glatt, denn sie verläuft "selbstnivellierend" und verteilt sich so gleichmäßig, wie das Wasser in einer Pfütze. Besonders bei neuen Beschichtungen führt das zur Unfallgefahr, wenn Feuchtigkeit, durch Regenwasser oder betriebsbedingete Flüssigkeiten in Garagen und Werkstätten hinzukommt. Nach einiger Zeit stumpt der Boden etwas ab, was den Glanz und die Glattheit betrifft.

Die gängige "Industrievariante" zur Vermeidung von Rutschgefahr ist das Absanden, das Einstreuen von Quarzsand in die noch nicht ausgehärtete Bodenbeschichtung mit anschließender farbiger Kopfversiegelung. Doch die Industriehalle setzt andere Maßstäbe. Was die Werkstatt unter Reinigung versteht, ist das einmalige Fegen des Bodens am Freitagmittag. Jedes Wischen jedoch in der heimischen Garage wird bei einer Absandung zur Qual, da die Oberfläche aus scharfkantigen Partikel besteht. Was also tun ?

Nun, eine Variante ist die Kopfversiegelung mit einer leichten Struktur an der Oberfläche. Bereits eine dünne Schicht mit 80-100 g/m² reicht aus, um einen Anti-Rusch-Effekt zu gewährleisten.

Doch selbstverständlich spielt auch die Optik eine große Rolle. Eine Bodenversiegelung oder Beschichtung kann glänzend oder matt, glatt oder rau, farbig oder transparent sein. Sie kann mit Farbchips gestaltet sein, sodass sogar ein Marmor- oder Terrazzo-Effekt möglich ist. Eine besondere Variante für einen Bodenbelag ist die Verwendung von farbigen Farbquarzsteinen, die als eine Art "Steinteppich" sowohl für Balkon- und Terrassenflächen, als auch für Büro- und Verkaufsräume schön anzusehen sind. Auch sie können in nahezu jeder Größe und Farbe, matt oder glänzend gestaltet werden. Aber diese Art des Bodenbelages ist eine Sache für den Fachmann. Der Bodenbelag wird mit der Kelle aufgetragen und die gleichmäßige Verarbeitung will geübt sein.

 

Lieber Leser,

diese kurze Einweisung zum Thema "Bodenbeschichtung und Bodenversiegelung" soll Ihnen einen ersten Überblick geben. Sie soll und kann eine Beratung nicht ersetzen. Je nach Zuspruch werde ich an diesem Ratgeber weiterschreiben und ihn auch in Kürze mit Bildern ergänzen.  Sollten Sie als Anwender, Produkthersteller oder Verarbeiter, Vorschläge oder sinnvolle Ergänzungen haben, oder Fehler feststellen, dann werde ich diese gerne bearbeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Czudai 

 

 

 

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