Blickfang im Garten: Samen, Anzucht und Vermehrung von Rotbuchen

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Samen, Anzucht, Vermehrung: Rotbuchen machen Ihren Garten zum Blickfang

Bei der Rotbuche, in Botaniker-Fachkreisen auch fagus sylvatica genannt, handelt es sich sowohl um einen Waldbaum als auch um eine Heckenpflanze. Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei der Rotbuche im Genauen um ein immergrünes Laubgehölz handelt, bietet die Krone einer Rotbuche im Sommer ausreichend Schatten und eine Hecke gibt einen idealen Sichtschutz ab. Eine dichte Verästelung und große, formschöne Blätter machen die Rotbuche als Heckenpflanze sehr attraktiv für angehende Heckenbesitzer. Deshalb entscheiden sich viele Hausbewohner für Rotbuchen, wenn es darum geht, ihren Garten zu verschönern. Denn mit ihrer leicht rötlich schimmernden Rinde und den großen satt grünen Blättern macht eine Rotbuche sich nicht nur nützlich, sondern auch als Blickfang ordentlich etwas her.

Rotbuche – der Baum

Die Rotbuche, die im Volksmund üblicherweise schlicht und ergreifend als "Buche" bezeichnet wird, ist ein in Deutschland und Mitteleuropa sehr weit verbreiteter Laubbaum. Wenn man es genau nimmt, ist die Rotbuche eine Unterart der eigentlichen Gattung "Buche", doch aufgrund ihrer Verbreitung und Vormachtstellung in den heimischen Wäldern, wird sie von der Allgemeinheit als "die" Buche wahrgenommen. Die Bezeichnung "Rotbuche" lässt sich auf die leicht rötlich schimmernde Verfärbung des Holzes zurückführen und macht zusätzlich den Unterschied zwischen ihr und der Hainbuche, die auch als "Weißbuche" bezeichnet wird, deutlich.

Eine Rotbuche kann in ihrer natürlichen Umgebung - dem Wald - eine Höhe von bis zu f45 Metern erreichen. Ihr Stamm kann einen Durchmesser von bis zu zwei Metern umfassen, sollte es der Rotbuche aufgrund von ausreichend Platz zum Wachsen möglich sein, sich zu entfalten. Rotbuchen im hauseigenen Garten begnügen sich in der Regel damit, eine Höhe von 30 Metern zu erklimmen. Wird eine Rotbuche an einem für sie optimalen Standort gepflanzt, beträgt ihr Wachstum pro Jahr im Durchschnitt zwischen 40 und 70 Zentimeter. Im höheren Alter wächst eine Rotbuche jedoch nicht mehr so schnell. Eine Rotbuche kann bis zu 300 Jahre alt werden.

Rotbuche – die Hecke

Für einen Großteil der Hausbesitzer ist die Rotbuche vor allem eine Heckenpflanze. Ebenso beliebt wie die Liguster-Hecke, dient sie als Sichtschutz und zur Abgrenzung des eigenen Grundstückes von dem des Nachbarn. Die Rotbuchen-Hecke gehört zu den sommergrünen Laubgehölzen und ist durch ihre Pflegeleichtigkeit und die dichte Verästelung ihrer Zweige eine der am weit verbreitetsten Heckenarten Deutschlands. Sie gilt als äußerst schnittfest und genügsam, lässt sich mühelos vermehren und hält mithilfe der richtigen Pflege Jahrzehnte lang. Selbst Schädlinge können der Rotbuche nicht viel anhaben, da die Natur das in den meisten Fällen selbst zu regulieren weiß.

Wann sollten Sie Ihre Rotbuchen-Hecke pflanzen?

Sollten Sie sich dazu entscheiden, eine Rotbuchen-Hecke pflanzen zu wollen, sollten Sie dies im Spätherbst oder im Frühling tun. Es ist ratsam, die Pflanzung entweder in den Monaten von Mitte Oktober bis Anfang Dezember oder von Anfang März bis Ende April anzugehen. Frost ist der natürliche Feind einer jeden neu angelegten Rotbuchen-Hecke. Die jungen Pflanzen würden Ihnen nach einem Frostschaden in kürzester Zeit eingehen. Solange der Wetterbericht noch keinen Frost vorhersagt, beziehungsweise sobald der Wetterbericht keinen Frost mehr vorhersagt, sind Sie im Herbst und im Frühjahr auf der sicheren Seite und können das Projekt "eigene Rotbuchen-Hecke" problem- und sorglos angehen.

Der richtige Standort für Ihre Rotbuchen-Hecke

Eine Rotbuchen-Hecke ist relativ anspruchslos und stellt nur wenige Bedingungen an ihre Umgebung. Dieser Umstand gestaltet die Standortwahl relativ einfach. Sie können sich sowohl für einen sonnigen als auch einen schattigen Platz in Ihrem Garten entscheiden, da sich eine Rotbuchen-Hecke auch mit wenig Licht zufriedengibt. Lediglich die Bodenqualität kann über die Intensität des Wachstums entscheiden – Rotbuchen-Hecken bevorzugen nämlich einen kalkhaltigen und leicht lehmigen Boden.

Was sollten Sie beim Pflanzen einer Rotbuche beachten?

Sie haben sich für einen geeigneten Platz in Ihrem Garten entschieden und sind dazu bereit Ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Was sollten Sie beim Pflanzen unbedingt beachten und mit welchem Tipps und Tricks gedeiht Ihrer Hecke am besten?

  • Gekaufte Rotbuchen-Jungpflanzen können sowohl mit als auch ohne Ballen eingepflanzt werden. Es ergibt sich kein Nachteil daraus, sollten Sie sich dazu entscheiden, Ihre Rotbuchen mit den Ballen einzupflanzen. Lediglich beim Setzen der Jungpflanzen sollte ein anderer Abstand eingehalten werden, als wenn Sie die Pflanzung ohne Ballen vornehmen.
  • Für das Setzen der Rotbuchen gilt folgende Regel: Mit Ballen sollten Sie auf einen Meter Strecke drei bis vier Rotbuchen pflanzen. Ohne Ballen können Sie getrost sechs Pflanzen auf einem laufenden Meter positionieren. In beiden Fällen sichert Ihnen das Einhalten dieser Regel eine dichte Verästelung und somit einen optimalen Sichtschutz.
  • Achten Sie beim Setzen Ihrer Rotbuchen-Hecke darauf, dass Sie die jungen Pflanzen nicht zu tief im Boden vergraben. Es handelt sich bei der Rotbuche um einen Flachwurzler, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sich die Wurzeln zumeist kreisförmig in den oberen Schichten des Bodens ausbreiten. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, holen Sie sich Rat von Ihrem Zulieferer ein.
  • Die jungen Rotbuchen-Pflanzen benötigen nach der Pflanzung eine große Menge Wasser. Sollte kein Schauer für die nächsten zwei bis drei Tage angesagt sein, sollten Sie von daher selbst zur Gießkanne oder zum Gartenschlauch greifen. Die Erde sollte gut durchwässert sein. Achten Sie jedoch wiederum darauf, die Wurzeln nicht vollkommen unter Wasser zu setzen. Es gilt – solange das Wasser noch problemlos durch die Erde sickert, ohne zum Stillstand zu kommen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Haben Sie sich für ein Anpflanzen im Herbst entschieden, müssen Sie sich die folgenden Wochen keine Gedanken darüber machen, ob ein aufziehender Sturm Ihre Rotbuchen entwurzeln könnte. Das Wurzelwerk bildet sich relativ schnell und sorgt durch sein kreisförmiges Ausbreiten für die nötige Stabilität Ihrer jungen Rotbuchen-Hecke.

Tipps und Tricks zur Pflege Ihrer Rotbuchen-Hecke

Mithilfe der richtigen Tipps und Tricks werden Sie lange Freude an Ihrer Rotbuchen-Hecke haben:

· Achten Sie im Sommer darauf, dass Ihre Rotbuchen-Hecke ausreichend mit Wasser versorgt wird. Sollte der Regen zu lange auf sich warten lassen, ist es ratsam, selbst Abhilfe zu schaffen. Greifen Sie zum Gartenschlauch und tun Sie ihrer Rotbuchen-Hecke damit etwas Gutes.

· Nach starken Regenfällen sollten Sie einen prüfenden Blick riskieren. Das Wurzelwerk darf nicht überschwemmt werden, da es sehr schädlich für Ihre Rotbuchenhecke sein kann, allzu lange unter Wasser zu stehen – es droht in solchen Fällen Fäulnisgefahr.

· Der ideale Zeitpunkt für eine Beschneidung ist zu dem Zeitpunkt gegeben, nachdem die Rotbuchen-Hecke im Frühjahr geblüht hat. Ein früher Schnitt gibt der Hecke in den nächsten Monaten genug Zeit, um von neuem auszutreiben. Die Pflanzen können bis zu 20 Meter hoch werden, gewünscht wird in den meisten Fällen jedoch lediglich eine Höhe von zwei bis drei Metern. Sollte es aufgrund eines besonders rasanten Wachstums Ihrer Hecke nötig sein, können Sie auch getrost des Öfteren zur Schere greifen. Formschnitte sind in der Regel auch mehrmals wiederholt im Jahr durchführbar.

Mit dem richtigen Schnitt zum Erfolg

Rotbuchen-Hecken gelten als äußerst schnittfest. Sie verzeihen ihrem Besitzer einen Schnitt bis ins alte Holz und treiben dennoch nach kurzer Zeit wieder in voller Pracht aus. Das häufige Beschneiden einer Rotbuchen-Hecke führt zum einen zu einer dichteren Verästelung und zum anderen zu der Verbreiterung der Hecke. Sollte das Letztere nicht erwünscht sein, können Sie dies wiederum durch einen oder mehrere Schnitte eindämmen. Das häufige Beschneiden sorgt dafür, dass Ihre Rotbuche zwar in die Breite, aber dafür verhältnismäßig weniger in die Höhe wächst. Seien Sie also vorsichtig und stutzen Sie die Höhe Ihre Rotbuchen-Hecke im ersten Jahr nicht allzu fleißig.

Wann sollten Sie zur Schere greifen

Der erste Schnitt des Jahres sollte im Frühjahr angegangen werden. Hierbei gilt es zu beachten, dass die Temperatur nicht mehr unter minus fünf Grad Celsius sinken sollte, da dies schädlich für die Schnittstellen und im Umkehrschluss auch für Ihre Rotbuchen-Hecke ist – Frostschäden an den Schnittstellen drohen. Für einen zweiten Schnitt bieten sich die Monate Juni und Juli an. Sollten Sie bis Ende Juli zur Schere greifen, haben die daraufhin wachsenden Jungtriebe bis zum Winter noch genügend Zeit heranzureifen und sich ausreichend zu entwickeln, um die kalten Monate zu überstehen. Kleinere Korrekturschnitte sind das ganze Jahr über möglich.

Was tun Sie bei einem Schädlingsbefall

Wie bei dem Großteil der Pflanzenwelt ist auch eine Rotbuchen-Hecke nicht vor Schädlingen gefeit. Doch was sollten Sie am besten tun, wenn sich Läuse daran machen, Ihrer Rotbuchen-Hecke zu Leibe zu rücken? Sollten Sie überhaupt etwas tun?

Wenn Sie bereits kurze Zeit nach der Pflanzung Ihrer Jungpflanzen an diesen Läuse entdecken, ist es ratsam einzugreifen. So kurz nach dem Setzen, sind die Rotbuchen noch geschwächt und nicht dazu in der Lage, ihre Angreifer ohne Ihre Hilfe abzuschütteln. Zu aller erst sollten Sie deshalb zur Harke greifen und den Boden ordentlich lockern. Danach gilt es, die Erde ausreichend zu wässern. Diese Maßnahmen unterstützen das schnellere Treiben der Wurzeln und somit die Selbstheilungskräfte Ihrer Pflanzen.

Erfreuen Sie sich bereits seit mehreren Jahren an Ihrer Rotbuchen-Hecke, ist ein Befall von Schädlingen zwar ärgerlich, aber für Sie kein Grund zur Sorge. Im Allgemeinen reguliert sich das von selbst und Sie können auf die Natur vertrauen. Marienkäfer sind die Polizei des Pflanzenreiches und sollte Ihre Hecke einmal von Läusen heimgesucht werden, können Sie sich über jedes einzelne gefräßige Exemplar freuen.

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