Blended Whisky

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Blended Scotch Whisky ist die dritte Gruppe nach Malt und Grain Scotch Whisky und die mit dem schlechtesten Image, jedenfalls bei den Halbgebildeten in Sachen Whisky. Während junge, schöne Menschen in Werbespots für Johnnie Walker locker mit Eiswürfeln im Glas klimpern und somit dem Kaminfeuer der Skihütte Wärme entziehen, Dewar’s männliche Genießer sich an „drallen, jungen Dingern“ in „Herren“- Magazinen erfreuen, dreht der „wahre Whiskykenner“ sich angeekelt um und will „Natur pur“ genießen. Doch halt, so schön und einfach kann keine Welt wirklich sein. Ohne Blended Scotch Whisky gäbe es heute kaum noch eine Malt Distillery und ihn herzustellen vermögen nur wahre Künstler – jetzt kann der „wahre Whiskykenner“ sich wieder umdrehen und zuhören. Malt Whisky ist ein Naturprodukt, nur begrenzt herstellbar und er schmeckt von Fass zu Fass verschieden, manchmal - oder sollte man sagen zum Glück - schmeckt er oft phantastisch, manchmal aber auch kaum genießbar. Mit diesen Eigenschaften hätte er die Zeit der Industrialisierung nicht überlebt.

Blended Scotch Whisky war dazu dar, eine wesentlich größere Menge Whisky für den Markt produzierbar zu machen und diesen Whisky zu einem standardisierten Produkt zu machen, dessen Aussehen und Farbe einen Wiederkennungswert besaßen und die somit in einer industriellen Welt eine Erfolgschance besaßen. Ansonsten wäre Malt auf ewig ein Produkt geblieben, das ein paar Bergbewohner in Kesseln kochten und sich ungereift, dafür mit so leckeren Zutaten wie stark würzenden Kräutern oder auch mal deine ein oder andere Schluck Lösungsmittel, in die trockenen Hälse schütteten.

Aber wie uns ja bekannt ist, nahm die Geschichte glücklicherweise einen anderen Verlauf und Mitte des 19. Jahrhunderts wurden zum ersten Male verschiedene Malt Whiskys mit Grain Whisky vermengt, um eine größere Menge zu bekommen und um ein Produkt zu haben, das sich immer wieder reproduzieren ließ. Die besten Nasen der Whiskyindustrie sind seitdem damit beschäftigt, aus den verschiedenen auf dem Markt sich befindenden Malt Whisky Fässern und Grain Whisky einen Johnnie Walker oder einen Dewar’s oder jeden anderen Blended Scotch Whisky zu produzieren. Genauso wie bei Malt Whisky gibt es auch hier Whiskys, die einem persönlich gut schmecken und solche, die das nicht tun. Grundsätzlich sind die meisten Blends leichter, nicht so intensiv, aber gerade das macht sie zu bestimmten Zeit oder für manche Menschen so attraktiv. An einem schönen Sommertag kann ein Whisky-Cocktail oder ein Blended Scotch mit Eis so viel belebender sein als ein dunkles Torfmonster von der Insel. Auch der grimmige Vorwurf, nur ein Malt kann wirklich individuell sein, trifft die Sache nicht. Ein Blend kann aus über 50 verschiedenen, fein aufeinander abgestimmten Destillaten aus den einzelnen Regionen bestehen. Der Blendmaster besitzt einen so feinen Geruchs- und Geschmackssinn, der es ihm erlaubt, einen Whisky zu komponieren, der harmonisch und unverwechselbar im Geschmack ist. Es bleibt das Geheimnis des Blendmasters, eine Whisky Marke zu kreieren, die in Duft, Geschmack und in der Qualität unverändert bleibt und dessen konstante Markenqualität der Whiskygenießer über viele Jahre zu
schätzen weiß.

So wie ein Survivaltraining mit Regenwurmmenüs als Urlaub etwas ganz anderes ist als eine Bildungsreise mit Museenbesuchen, muss auch beim Whisky jeder das passende wählen und das kann zu verschiedenen Zeiten auch mal ein Malt und dann wieder ein Blend sein.
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