Bleistifte für alle Eventualitäten: Was die Härtegrade von Minen aussagen

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Bleistifte für alle Eventualitäten: Was die Härtegrade von Minen aussagen

Der Bleistift ist ein echtes Allerweltsprodukt. Jeder Grundschüler lernt zunächst, mit einem Bleistift zu schreiben, weil sich so Fehler ausradieren lassen. Und auch Erwachsene nutzen Bleistifte für ganz unterschiedliche Zwecke. Aber welcher Bleistift ist wofür geeignet? Und was hat es mit den Härtegraden auf sich?

 

Wieso gibt es verschiedene Härtegrade?

Bereits im Mittelalter gab es bleistiftähnliche Schreibgeräte, allerdings waren die eingesetzten Silberminen keine ideale Lösung. Im 16. Jahrhundert entdeckte man im englischen Borrowdale ein Grafitvorkommen, das als dünner Stab in Holz eingefasst wurde. Dieser Grafit war hervorragend zum Schreiben geeignet. Damals nahm man an, Grafit sei ein Bleierz. So entstand der Name Bleistift.

Um 1680 kamen diese Bleistifte zu uns. Die ersten Bleistiftmacher begannen mit der Arbeit. Als England ein Exportverbot für den Grafit verhängte, kam es zu Rohstoff-Engpässen. 1790 vermischte ein Österreicher namens Joseph Hardtmuth Grafitstaub mit Ton und Wasser. Er brannte diese Mischung in einem Ofen. Auf diese Weise entdeckte er, dass sich mit dem Grafit-Ton-Verhältnis der Härtegrad veränderte. Unter dem Namen Koh-I-Noor verkaufte er die Stifte. Sein Enkel verfeinerte diese Erfindung und entwickelte 1889 einen Stift mit insgesamt 17 Härtegraden. Andere Bleistifthersteller wie Faber-Castell entwarfen ebenfalls ein System mit eigenen Härtegraden. Dies hatte zur Folge, dass die herstellereigenen Härtegrade auch heute nicht einheitlich sind.

International gibt es ebenfalls keinen einheitlichen Standard, dennoch haben sich verschiedene Grundstärken etabliert. Nach den englischen Begriffen unterscheidet man B („black“), HB („hard-black“), F („firm“) sowie H („hard“). In Europa werden die Stärke H sowie die Stärke B in neun verschiedene Abstufungen unterteilt. Die Eigenschaften zwischen den einzelnen Herstellern variieren hier leicht.

  

Wofür gibt es harte Bleistiftminen?

Die Härtegrade 9H bis 6H gehören in die Kategorie „extrem hart“. Sie werden hauptsächlich für spezielle Zwecke eingesetzt, zum Beispiel in der Lithografie oder Kartografie. Auch die Härtegrade von 5H bis H in der Kategorie „sehr hart“ oder „hart“ sind im Alltag weniger häufig zu finden. Sie sind für grafische Darstellungen sowie mathematische oder technische Zeichnungen und Detailpläne geeignet. Aufgrund ihrer Härte bleiben sie auch auf rauem Zeichenkarton länger haltbar und müssen seltener angespitzt werden. Meist werden sie als Fallminenstifte oder Druckbleistifte verkauft, bei denen lediglich die Bleistiftmine ersetzt wird.

  

Was sind die mittleren und die weichen Härtegrade?

Zu den mittleren Härtegraden gehören die Stärken HB und F. Je nach persönlicher Vorliebe können Sie zum Schreiben auch zu einer härteren H-Mine oder zu einem weichen 3B-Stift greifen. Die Härtegrade B bis 3B haben die Eigenschaft „weich“ oder „tonsatt“. Sie werden meist für das Freihandzeichnen genutzt. Die Abstufungen von 4B bis hin zu 9B gehören in die Kategorie „sehr weich“ oder „tiefschwarz“. Diese Bleistiftminen werden fast nur für künstlerische Zwecke verwendet wie Skizzen, Studien oder Entwürfe. Mit den sehr weichen Stiften können Sie größere Flächen gut füllen, während Sie die etwas härteren Stifte für feinere Linien nutzen können. Wer seine künstlerischen Fähigkeiten ausprobieren will, findet bei den „Malen-mit-Bleistift“-Sets hilfreiche Tipps und Vorlagen oder kann bei den Zeichensets schauen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden