Blechblasinstrumente richtig verschicken

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Einleitung

Blechbläser gelten ja gemeinhin als die "robustesten" der Musiker. Ähnliches wird auch ihren Instrumenten nachgesagt. Für viele hat ein Instrument mit Patina, Dellen und deutlichen Gebrauchsspuren "so richtig Geschichte" und kommt so richtig zünftig daher. 
Beim Spielen sind diese Altersspuren allerdings in der Regel eher hinderlich oder können  - im schlimmsten Fall - das Instrument unbrauchbar machen. Ein Großteil der Schäden entsteht leider auch erst beim Versand und sind daher besonders ärgerlich, da man das Instrument doch eigentlich in viel besserem Zustand kaufen wollte!
Daher möchte ich ein paar Tipps geben, worauf man beim Versand achten sollte. Ihre Käufer werden es ihnen danken!

Ventile und Posaunenzüge schützen

Zu den wichtigsten Teilen zählt zuerst die sogenannte Maschine - das sind die Ventile und ihre Mechanik. Ventile werden in der Produktion normalerweise auf hundertstel Millimeter genau eingepasst. Wenn die Ventilbüchsen durch äußere Gewalt verbogen werden, ist das Instrument meistens ein Totalschaden. Daher die Ventile gut und weich polstern, außen um die Polsterung herum gern eine härtere Schale. Wenn das Instrument in einem Koffer versandt wird unbedingt darauf achten, dass keine losen Teile (Mundstücke, Notenhalter etc.) durch den Koffer fliegen können. Diese können und werden die Ventilgehäuse eindellen; viele Instrumentenbauer können ein Lied davon singen, dass Ventile auf einmal nicht mehr richtig laufen nach dem der Trompetenschüler aus Faulheit das Mundstück lose in den Trompetenkoffer gepackt hat.
Bei Posaunen gilt das ganze analog für den langen Zug, auch dieser ist ein Präzisionsteil und sollte vor äußeren Einwirkungen geschützt werden. Durch seine Länge ist er besonders empfindlich und verdient beim Verpacken besondere Aufmerksamkeit. Schon leichtes Verkanten oder Druck auf die Mitte kann hier fatale Folgen haben. 


Schallbecher

Des weiteren wird oft der Schallbecher - auch Glocke oder Schallstück genannt - von Transportschäden betroffen. Auch hier geht wieder Gefahr von losen Teilen aus. Außerdem wird er selbst im Instrumentenkoffer oft beschädigt, wenn das Instrument zuviel Platz hat und sich während des Transports hin und her bewegen kann. Dann sollte man zuerst die Bewegungsfreiheit einschränken, z.B. durch zusätzliche Polsterung innerhalb des Koffers. Ein bewährter Trick ist dabei ein Schaumstoffpolster im Schallbecher oder auch ein einfacher Ball (z.B. ein Badeball oder ein einfacher Gummiball vom Discounter). Die paar Euro dafür sind meist gut angelegt und die Ball-Methode wird zum Teil sogar von Profimusikern in ihren Flightcases angewendet. Damit dieser Ball passt, muss er meistens nicht mal voll sein - es reicht, wenn er den Schallbecher auf ein kleines Bisschen Abstand von der Kofferwand bringt. Nein, Luftballons funktionieren dafür i.d.R. nicht, die sind zu weich! 

Instrumentenkorpus

Hier gilt wieder das oben gesagte - eine feste Hülle (Instrumentenkoffer, falls nicht vorhanden eine stabile Kiste) sollte sein. Darin weich polstern und Bewegungsfreiheit vermeiden, sonst nützt die härteste Hülle nichts! Und andere lose Teile im Koffer sind ebenso zu vermeiden. Dellen im Instrumentenkorpus sind zwar in der Regel - also wenn sie nicht zu groß sind und nicht an den falschen Stellen sind - lediglich ein optisches Problem, dennoch mindern sie den Wert des Instruments und  erhöhen die Reparaturkosten unnötig, da sie sich mit den oben erwähnten wenigen Tricks weitestgehend vermeiden lassen.
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