Big Sofa oder Schlafcouch? Tipps zur Auswahl von Sofas

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Big Sofa oder Schlafcouch? Ratgeber zur Auswahl von Sofas

Es gibt nur sehr wenige Wohnzimmer, in denen es kein Sofa gibt. Eine Garnitur aus Couch und Sesseln gehört für viele Menschen zum Grundverständnis eines gemütlichen Ambientes im eigenen Heim dazu. Nur wenige andere Möbelstücke bieten ähnlich weiche Sitz- und Liegemöglichkeiten. Da es bei der Auswahl des richtigen Sofas jedoch einiges zu beachten gilt, sollten Sie bevor Sie eine neue Couch kaufen die Informationen dieses kurzen Ratgebers berücksichtigen.

Sie erfahren darin, welche Arten es gibt und welche Qualitätsmerkmale ein gutes Sofa ausmachen. Eingegangen wird dabei nicht allein auf Form, Farbgebung und Material. Besonders das Innenleben des Polsters soll eine Rolle spielen. Bei der Orientierung auf dem Sofamarkt können Sie das Wissen um den Umstand anwenden, dass Weichheit nicht alles ist. Je nach Person kann ein härteres Sofa durchaus komfortabler sein. In den folgenden Absätzen erfahren Sie mehr.

Das Sofa – Liege- und Sitzmöglichkeit in einem

Das Sofa ist ein gepolstertes Möbelstück, das seinen Platz üblicherweise im Wohnzimmer hat. Aufgrund seiner länglichen Form kann man es sowohl zum Sitzen als auch zum Liegen verwenden. Alternative Bezeichnungen für das Sofa sind Kanapee, Couch und Diwan. Ein Sofa umfasst mindestens zwei Plätze zum Sitzen. Es gibt verschiedene Unterarten des Sofas. Hierzu zählen die Ottomane, die Récamiére und das Ausklappsofa. Möbel der letzten Bauart lassen sich durch Betätigung eines Hebelmechanismus ausziehen. Dadurch kann die Sitzfläche zu einer Schlaffläche erweitert werden. Das Ostfriesensofa ist eine weitere Unterart. Es zeichnet sich durch herunterklappbare Armlehnen aus.

Die ausladende Polsterung eines Sofas soll in erster Linie Gefühle von Komfort und Entspannung vermitteln. Neben dem Wohnzimmer sind Lounge-Bereiche ein beliebter Aufstellungsort. Auch in Sprechzimmern von Psychologen ist häufig ein Sofa aufgestellt. Es soll dem Patienten ein Gefühl von Sicherheit geben.

Die Sofagarnitur

In den meisten Wohnzimmern steht das Sofa nicht allein im Raum. Häufig wird es um zwei Sessel ergänzt. Bei dieser Kombination von Sofa und Sessel spricht man von einer Sofagarnitur. Üblicherweise sind ihre Bezüge von der gleichen Farbe und vom gleichen Muster. Die Sofagarnitur ist die traditionelle Möblierungsstruktur für ein Wohnzimmer. Bei der Auswahl von Formen, Farben und Materialien stehen Ihnen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Sie können sie genau an die Optik Ihres Wohnzimmers anpassen.

Im Laufe der Zeit etablierten sich auf dem Sofamarkt unterschiedliche Trends. Zu Beginn der 1960er Jahre wurden die Möbel überwiegend aus Holz und Stoff hergestellt. Die Farben waren meistens gesetzt, erdig und funktional. In den 1960er und 1970er Jahren wurden die Farben auffälliger. Man ging zu Materialien wie Kunststoff oder Leder über und nutzte Rundecken.

Eine spezielle Form ist das Ecksofa. In der Regel verfügt es über mehr als drei Plätze zum Sitzen. Aufgrund der speziellen Fertigungsweise mit einem rechten Winkel positioniert man es üblicherweise in einer Ecke des Zimmers.

Wie finden Sie das passende Sofa?

Bei der großen Auswahl, den vielen Formen, Farben und Materialien ist die Auswahl häufig nicht einfach. Mit den folgenden Hinweisen können Sie die Auswahl ein wenig einschränken und sich einen ersten Überblick verschaffen. Mit einer differenzierten Vorstellung fällt die Orientierung bei der Auswahl wesentlich leichter. Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei.

Welche Art von Sofa soll es sein?

Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wer regelmäßig auf dem Sofa sitzen soll. Ein Sofa für die ganze Familie muss anderen Ansprüchen genügen als ein Sofa für eine Wohngemeinschaft oder einen allein lebenden Menschen. Weitere Aspekte, die sie berücksichtigen sollten, ist die Repräsentativität. Wer auf seinem Sofa oft Gäste empfangen will, sollte edle Stoffe wählen. Hat man mehrere Kinder, besteht ständig die Gefahr der Fleckenbildung. Hier empfehlen sich robustere Materialien. Der Verwendungszweck ist ebenso wichtig. Klären Sie für sich die Frage, ob ihr Bett vorrangig zum Fernsehen oder auch zum gelegentlichen Schlafen geeignet sein soll. Wohnen Sie allein, könnte auch eine Chaiselongue eine Alternative sein.

Bedenken Sie vor dem Kauf, dass Sie es sind, die die meiste Zeit auf dem Sofa sitzen. Richten Sie sich bei der Auswahl entsprechend nach Ihrem eigenen Wohlbefinden.

Welche Größe soll das Sofa haben?

Die Frage nach der Sofagröße hängt maßgeblich mit den Maßen Ihrer Wohnung zusammen. Ehe Sie sich auf die Suche machen, messen Sie Ihre Wohnung aus. Nur mit den korrekten Zahlen kann das Sofa genau eingepasst werden. Zur Sicherheit fertigen Sie eine Skizze mit den zugehörigen Zahlen an und überprüfen, ob alle Werte genau zueinanderpassen. Im Anschluss daran kalkulieren Sie Freiräume ein. Dies ist besonders in Bezug auf Türen relevant, die nach innen schwingen. Ist der Platz falsch berechnet, lassen sie sich unter Umständen nicht mehr schwingen.

Bedenken Sie, dass ein Sofa aufgrund der Größe des Möbelmarkts im Geschäft kleiner wirkt als bei ihnen Zuhause. Eine Couch, die im Möbelmarkt zu klein wirkt, kann in der eigenen Wohnung viel zu groß sein. Sie können Überraschungen entgehen, wenn Sie mit geeignetem Material ein rudimentäres Modell in Ihre Wohnung stellen. Hierfür können Sie Pappkartons nutzen. Eine ungefähre Vorstellung der Größenverhältnisse genügt völlig.

Höhen und Tiefen der Sitze

Für alte Menschen sind Sofas mit niedrigen Polstern eher weniger geeignet. Das Aufstehen wird dadurch unnötig erschwert. Andere Menschen sollten ebenfalls darauf achten, ihr Sofa in Abhängigkeit von ihrer Körpergröße zu wählen. Die durchschnittliche Sitzhöhe liegt bei etwa 40 cm. Ein verbreitetes Maß für die Sitztiefe ist 55 cm. Sie gilt für das aufrechte Sitzen. Welche Sitztiefe sie wählen, ist von Ihrer bevorzugten Körperhaltung abhängig. Je tiefer Sie sitzen, desto eher kommen Sie dem Liegen nahe. Variieren Sie Ihren Sitzstil häufiger, empfiehlt sich ein Sofa mit verstellbarer Sitztiefe und Sitzhöhe.

Die Art des Bezugs und die Farbe

Bei der Farbauswahl stehen Ihnen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten offen. Stoffbezüge existieren in sehr vielen Varianten. Bei der Entscheidung für ein Material können Sie ebenfalls frei Ihren Vorstellungen folgen. Viele Stoffbezüge sind aus Baumwolle, Wolle oder synthetischen Fasern gefertigt. Je nachdem, in welchem Umfang das Sofa von mehreren Personen genutzt werden soll, spielt die Belastbarkeit des Stoffs eine Rolle. Man gibt sie in Scheuertouren an. Bei flachen Geweben sollte der Wert 10.000, bei Veloursstoffen 20.000 betragen. Eine Scheuertour gibt Auskunft darüber, wie viele Reibevorgänge mit einem bestimmten Gewicht zum Verschleiß zweier Fäden führen. Eine alternative Bezeichnung für die Maßeinheit ist Martindale. Zwei weitere wichtige Werte sind der Lichtechtheitswert und der Reibechtheitswert. Die Lichtechtheit gibt an, wie haltbar die Textilfarbe unter UV-Licht-Einfluss ist. Der höchste Wert ist 8. Der höchste Reibechtheitswert ist 5.

Ist Ihnen der Preis wichtig, wählen Sie eher Stoff- als Leder- oder Mikrofaserbezüge. Unter Umständen müssen Sie ein wenig suchen. Aktuell werden etwa die Hälfte aller Sofas aus Leder hergestellt. Man unterscheidet naturbelassene und gedeckte Leder. Erstere haben den Vorteil, dass sie atmungsaktiv sind und sich angenehm greifen lassen. Gedeckte Leder sind günstiger, aufgrund der deckend geschlossenen Poren allerdings nicht atmungsaktiv.

Eine zentrale Bedeutung kommt der Farbe zu. Sie trägt am stärksten zum optischen Gesamteindruck des Sofas bei. Bei der Entscheidung sollten Sie eine kleine Grundregel beachten. Ist das Sofa klein, sind durchaus grellere Farben möglich. Je größer das Sofa ist, umso gedeckter und neutraler sollten allerdings die Farben sein. Wird die einheitliche Färbung Ihnen mit der Zeit langweilig, können Sie den optischen Eindruck mit farbigen Kissen leicht verändern.

Komfort des Polsters und Qualität

Neben dem Aussehen ist die Sitzqualität das zweite große Gütekriterium eines Sofas. Es gibt härtere und weichere Ausführungen. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für Personen mit einem höheren Körpergewicht empfehlen sich härtere Polsterungen. Sie würden andernfalls in den Stoff einsinken. Dies wiederum würde zu einer ungesunden Haltung der Wirbelsäule führen.

Der Härtegrad einer Polsterung ist von ihrem strukturellen Aufbau abhängig. Sofas von guter Qualität haben eine Unterfederung. Die gespannten wellenförmigen Federn funktionieren zusammen mit elastischen Gurten. Es ist darauf zu achten, dass die Federung gut auf den Rahmen abgestimmt ist. Empfehlenswert sind Federkerne mit Einschäumung, Kaltschaumpolstern aus mehreren Schichten und Formschäume. Die Qualität eines Schaums nimmt mit seinem Raumgewicht zu. Dies hängt damit zusammen, dass mit einem höheren Raumgewicht eine höhere Dichte einhergeht. Orientieren Sie sich an einem Wert von 35 Kilogramm je Kubikmeter.

Ein weiterer Aspekt, den Sie unbedingt beachten sollten, ist die biologische Verträglichkeit des Materials. Es sollte keine FCKW-Stoffe enthalten. Darüber hinaus sollte es atmungsaktiv sein. Dies ist umso wichtiger, je mehr Leute regelmäßig darauf sitzen. Der menschliche Körper gibt permanent Schweiß ab. Ein gutes Sofa muss die Eigenschaft haben, die Flüssigkeit aufzunehmen und wieder abzugehen. Tut es dies nicht, besteht die Gefahr der Schimmelbildung.

Was gibt es bei der Pflege zu beachten?

Das Ausmaß der zu erbringenden Pflege ist in erster Linie vom Material der Polsterbezüge abhängig. Glattes Leder ist leicht zu reinigen und vergleichsweise unempfindlich gegen mechanische Beanspruchungen. Ein weiteres anspruchsloses Bezugsmaterial ist Alcantara. Es kann leicht gereinigt werden und hält Belastungen aus. Materialien dieses Typs sind für Familien mit Kindern geeignet. Achten Sie besonders auf Bezüge mit einem Fleckenschutz.

Raues Leder neigt eher dazu, Schmutz anzusammeln. Der Reinigungsaufwand ist entsprechend höher. Es hat eine andere Oberflächenqualität. Im Gegensatz zum Glattleder fühlt es sich samtartiger an. Dem Problem der höheren Empfindlichkeit wirkt man bei der Produktion durch Versiegelung mit einer Polyurethanschicht entgegen. Dadurch wird es vor allem vor Feuchtigkeit geschützt. Mit einer Behandlung dieser Art kann ein Rauledersofa auch in Familien mit Kindern geeignet sein. Bekannte Rauledersorten sind Wildleder, Nubuk und Velours.

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