Biere aus aller Welt

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Lagerbier und seine Unterarten

Lagerbier, oder kurz nur als Lager bezeichnet, ist ein Sammelbegriff für viele Biersorten. Bis zum 19. Jahrhundert wurden alle untergärigen Voll- und Schankbiere als Lagerbier bezeichnet. Der Gebrauch des Wortes Lager ist heutzutage im englischsprachigen Raum noch weit verbreitet, wohingegen in Deutschland solche Biere als Lager bezeichnet werden, die weniger stark gehopft sind, aber dennoch den gleichen Stammwürzgehalt haben. Die größte Verbreitung findet sich dabei im Süden Deutschlands und in Österreich. Der Name Lager bezieht sich auf die Herstellungsmethode. Untergärige Biere haben eine längere Haltbarkeit, benötigen allerdings eine kältere Umgebung beim Gärprozess. Daher wurden untergärige Biere früher in den kalten Wintermonaten gebraut, und konnten bis in den nächsten Herbst hinein gelagert werden. Einige der weltweit bekannten Lagerbiere sind Fosters aus Australien und Budweiser Budvar aus Tschechien. Innerhalb Deutschlands bekannt ist das Lagerbier der Binding-Brauerei.

Hopfig und frisch im Geschmack - das Pils

Das Pils ist eine Unterart des Lagers und zeichnet sich durch einen höheren Hopfengehalt aus. Pilsner Biere machen den größten Anteil an Bieren in Deutschland aus. Der Name Pils bezieht sich auf die Tschechischen Stadt Pilsen, in der die Pilsener Brauart beheimatet ist. Ein Bier, welches den Heimatort in seinem Namen trägt, ist Pilsner Urquell aus Tschechien, wo es seit 1842 gebraut wird. Sein Alkoholgehalt ist mit 4,4% leicht geringer, als es bei deutschem Pils üblich ist. Deutsches Pils ist zum Teil weltweit bekannt, eines der bekanntesten ist das von der Brauerei Beck hergestellte Becks. Weitere bekannte deutsche Pils-Hersteller sind Warsteiner, eine der wenigen Brauereien, welche sich noch in Familienbesitz befindet, Einbecker, eine der älteren Brauereien Deutschlands und Ursprung des Bockbieres, sowie Oettinger, eine der Brauereien mit dem höchsten Bierausstoß.

Hohe Stammwürze und höherer Alkoholgehalt - das Exportbier

Exportbier, ebenfalls eine Unterart des Lagers, zeichnet sich durch seine höhere Stammwürze und einen höheren Alkoholgehalt aus. Exportbier ist, wie der Name schon andeuten lässt, früher besonders wegen seiner langen Haltbarkeit durch die untergärige Herstellungsmethode besonders für den Export bestimmt gewesen. Export wird in Deutschland traditionell in die Dortmunder, Münchner und Wiener Brauart unterteilt, welche sich auf die verwendeten Malze bezieht. International kann die Bezeichnung Export auch für andere Biere verwendet werden.

Braunschweiger Mumme

Die Braunschweiger Mumme ist eine regionale Besonderheit. Das Bier war schwach bis stark alkoholhaltig und hatte eine für Bier ungewöhnliche Zusammensetzung, die es lange haltbar gemacht hatte. Damit wurde es zum Exportschlager des späten Mittelalters, denn es wurde von Braunschweig aus sogar bis nach Indien und in die Karibik verschifft. Mit fortschreitender Entwicklung der Kühl-und Lagertechniken, konnten andere Brauer ebenfalls bald exportierfähiges Bier herstellen, welches im Geschmack besser war als die Mumme. Dadurch verschwand es mit der Zeit vom Markt. Heutzutage gibt es die Mumme sowohl in alkoholischer als auch in nicht-alkoholischer Variante, und sie wird sowohl pur, als auch zum Kochen und Backen verwendet.

Kölsch und Alt vom Niederrhein

Das Kölsch und das Altbier, meistens nur als Alt bezeichnet, sind ähnlich in der Herstellung und daher miteinander verwandt. Der Ursprung des Alt liegt in Westfalen und Niedersachsen, wo es bis in das späte 19. Jahrhundert die einzige hergestellte Biersorte war. Heutzutage wird es vornehmlich am Niederrhein in den Städten Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach getrunken, die als Altbier-Hochburgen bezeichnet werden. Der Name Alt bezieht sich auf die alte, traditionelle Brauart des Bieres. Alt und Kölsch gehören beide zu den obergärigen Bieren, die bei einer höheren Temperatur als untergärige Biere vergoren werden können. In früheren Zeiten war das vorteilhaft, da es keine technische Kühlung gab. Eines der bekannteren Altbiere wird von der Brauerei Diebels am Niederrhein gebraut, welche 1878 gegründet wurde. Der Unterschied zum Kölsch ist die Verwendung von dunkleren Malzen, die den Bieren eine dunklere Farbe verleihen, und der herbere Geschmack. Das Kölsch ist ein helles, gefiltertes und hopfenbetontes Vollbier. Welches Bier den Namenszug Kölsch tragen darf, wird von der Kölsch-Konvention geregelt. Zusätzlich handelt es sich um eine geschützte geografische Angabe der EU. Das Bierbrauen der Stadt Köln lässt sich bis auf das Jahr 1170 zurückverfolgen. Die drei größten Kölsch Brauereien sind Reissdorf, Gaffel und Früh.

Weizenbier aus dem Süden Deutschlands

Die Bierherstellung mit Weizen ist seit Jahrtausenden bekannt. Heutige Weizenbiersorten entstanden im 16. Jahrhundert, wobei man zwischen dem Hefeweizen und dem Kristallweizen unterscheidet. Das Kristallweizen wird durch Filtration von den Schwebstoffen und der Hefe befreit, während diese beim Hefeweizen noch vorhanden sind. Geschmacklich ist das Hefeweizen eher vollmundig, das Kristallweizen hingegen spritziger. Bekannte deutsche Weizenbiere sind Erdinger, Paulaner, Schöfferhofer und Franziskaner, woran man merkt, dass Weizenbiere größtenteils im Süden Deutschland gebraut werden. Die Biere der Erdinger Brauerei enthalten alle Weizen und es gibt insgesamt zehn verschiedene Sorten, darunter auch saisonale. Als eine der wenigen Brauereien in Deutschland setzt die Erdinger Brauerei noch auf die Flaschengärung. Paulaner ist benannt nach dem Paulanerorden in München, den es seit 1634 gibt.
Ein besonderes Weizenbier ist die Berliner Weiße, welches aus Gersten- und Weizenmalz hergestellt wird. Anders als bei normalen Bieren erfolgt bei der Berliner Weiße eine zweite Milchsäuregärung, die einerseits die Haltbarkeit erhöht, andererseits aber auch einen säuerlichen Geschmack hervorruft. Daher wird es häufig mit süßem Fruchtsirup getrunken. Der Ursprung des Bieres lässt sich auf das 16. Jahrhundert zurückführen. Eine weitere regionale Spezialität ist die Goslarer Gose, welche bereits vor gut 1000 Jahren bekannt war. Die Herstellung beinhaltet ebenfalls eine Milchsäuregärung, welche dem Bier einen säuerlichen Geschmack verleiht. Eine Variante der Gose gibt es mit dem Zusatz von Kochsalz und Koriander, wobei diese dann nicht mehr dem deutschen Reinheitsgebot entspricht.                

Bier aus Übersee

Während in Deutschland die meisten Biere nach dem Reinheitsgebot gebraut werden, wird dem Bier auf dem amerikanischen Kontinent meist entweder Reis oder Mais hinzugefügt. Zu den bekannteren amerikanischen Biersorten gehören Budweiser und Miller. Das Budweiser Bier kann leicht mit dem tschechischen Budweiser Budvar verwechselt werden, wobei das Rezept des amerikanischen Budweisers ebenfalls von böhmischen Emigranten überliefert wurde. Das amerikanische Budweiser wird daher in Europa, mit Ausnahme von Großbritannien und Irland, unter dem Namen Bud vermarktet. Budweiser wird mit bis zu 30% Reis hergestellt. Miller wurde 1855 gegründet und bietet eine Vielzahl an Biersorten an. Die Besonderheit des Miller Genuine Drafts ist, dass es nicht pasteurisiert ist, sondern viermal kalt bei einer Temperatur von 1,5 Grad Celsius gefiltert wird. Corona, ein weltweit bekanntes Bier aus Mexiko, wird ebenfalls mit Reis und Mais hergestellt. Zusätzlich enthält es noch Papain, ein Enzym aus der Schale und dem Kern der Papaya. Tsingtao, ein ursprünglich von deutschen Einsiedlern gebrautes Bier aus China, wurde bis zur Privatisierung nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Mittlerweile enthält das Bier ebenfalls Reis als Zusatz. Tsingtao gehört zu den bekannteren chinesischen Bieren und ist auch in Europa erhältlich.

Belgische Sortenvielfalt von Lambic bis Fruchtbier

Die wohl größte Anzahl an Bierspezialitäten in Europa findet sich in Belgien. Insgesamt gibt es über 1000 belgische Biersorten, wovon gut die Hälfte zu den normalen Bieren zählen, welche in den rund 140 Brauereien gebraut werden. Belgisches Bier wird häufig in Flaschen verkauft, da es bei ihrer Lagerzeit von zwei bis drei Jahren noch nachreift und den Geschmack verfeinert. Um die Einflüsse von Licht abzuwenden, wird Bier in braune und dunkelgrüne Flaschen abgefüllt.
Das Lambic, ein sogenanntes spontangäriges Bier, unterscheidet sich im Gegensatz zu ober- oder untergärigen Bieren darin, dass die Hefe nicht gesondert zugesetzt wird. Die Biergärung erfolgt durch das Einfangen von Hefesporen aus der Raumluft, während das Bier in einem offenen Bottich oder Trog gelagert wird. Die Gärung erfolgt anschließend in Eichen- oder Kastanienfässern und kann vom Menschen nicht weiter beeinflusst werden. Bis zum Eintritt der Gärung können Monate vergehen und auch der Geschmack variiert beim fertigen Bier recht stark, da keine genormten Hefen verwendet werden. Das Lambic unterscheidet sich von normalen Bieren besonders durch die lange Gärung von ca. drei Jahren und den säuerlichen Geschmack. Das Kriek, ein bekanntes Fruchtlambic, ist ein beliebtes Sommergetränk auf Basis des Lambics, welches mit Sauerkirschen versetzt wird. Der Name kommt von dem flämischen Wort für Sauerkirschen, Kriek. Weitere Sorten von Fruchtlambics gibt es mit Himbeere, Pfirsich, Erdbeere oder Schwarzer Johannisbeere.

Obergärige Biere aus Großbritannien und Irland

Mit dem Begriff Ale werden in England alle obergärigen Biere außer Stout und Porter bezeichnet. Früher wurden unter dem Begriff alle ungehopften, vergorenen Getränke zusammengefasst, während „Beer“ für gehopfte Getränke stand. Newcastle Brown Ale, bis 2007 geografisch geschützt, ist ein sehr bekanntes Ale, welches in über 40 Länder exportiert wird. Der Geschmack wird als malzig-süß bezeichnet und es besitzt starke Röstaromen und eine Karamellnote.
Stout und Porter sind dunkle, häufig tiefschwarze obergärige Biere. Starkes Porter wurde Stout genannt, was allerdings eher auf den Geschmack als auf den Alkoholgehalt zurückzuführen ist, da Porter häufig mehr Alkohol enthält. In Irland wurde das Porter zum Stout weiterentwickelt. Ein sehr bekanntes Stout ist das Guinness aus Dublin, welches im Jahre 1759 gegründet wurde. Die Schaumkrone von Stouts ist kleiner und dichter als beispielsweise bei Pilsner und farblich eher ins Cremige gehend. Die Biere werden meist aus stark gerösteter unvermälzter Gerste und Gerstenmalz hergestellt, seltener wird auch Karamellmalz hinzugefügt. Porter waren traditionell stark gehopft und daher herb und besitzen einen malzigen Geschmack. Der Ursprung des Porters geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Während Porter in England meist nur 5 % Volumen Alkohol enthalten, sind Porter in Deutschland und in anderen Teilen Europas mit 7-9 % Volumen Alkohol eher stärker und untergärig.

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