Bewertungsverhalten, Profil privat, etc.

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Liebe Ebayer,

ich lese gerne Eure Ratgeber um etwas dazuzulernen. Nur was ich da teilweise über einige "Hot-Spot"-Themen lesen muss, finde ich schon etwas verwunderlich. Es gibt inzwischen reichlich Ratgeber zu dem Themenkomplex Bewertungen - Bewertungsprofil "privat" - nichtöffentliche Bieterliste und bis auf wenige Ausnahmen laufen die einhellig darauf hinaus, dass man es fast immer mit unseriösen Ebayern zu tun hat, und es wird auch ausgiebig vor ihnen gewarnt.

DAS IST ALLES KÄSE!!!

Hier meine Version zum Thema, nur als Denkanstoß. Ich möchte niemanden "bekehren", jeder soll es so handhaben, wie er für richtig hält. Aber ich lasse mich nicht pauschal als unseriös abstrafen, nur weil ich es anders mache, als einige sich wünschen.

1. Reihenfolge der Bewertung

Als Käufer bewerte ich immer dann positiv, wenn ich die Ware erhalten habe, die Lieferzeit angemessen war bzw. den Angaben in der Artikelbeschreibung entsprach, die Verpackung und der Versand den Angaben der Beschreibung entsprach und - natürlich - die Ware in dem beschriebenen Zustand bei mir eingegangen ist.

Ansonsten nehme ich Kontakt mit dem Verkäufer auf und frage nach.

Ich bewerte neutral oder negativ nur in absoluten Ausnahmefällen, z.B. wenn der Verkäufer vorsätzlich betrügerisch handelte oder auf meine (zumeist wiederholten) Anfragen gar nicht - oder extrem pampig reagierte. In dem Fall fürchte ich auch keine Rachebewertung, denn in diesem Fall würde ich meinen Anwalt mit Daten füttern, die meine korrekte Handlungsweise belegen und notfalls gerichtlich gegen den Verkäufer vorgehen. Klingt hart? Was würdet Ihr tun? Und zwar völlig unabhängig davon, ob Ihr etwas bei ebay oder im Laden gekauft habt, und man Euch betrogen oder beleidigt hätte....?

Als Verkäufer sende ich dem Käufer eine email mit der Mitteilung, dass ich die Zahlung erhalten habe und wann ich den Artikel verschickt habe. Weiterhin bitte ich den Käufer um eine Mitteilung per email, wenn der Artikel eingegangen ist, ob alles in Ordnung war bzw. um eine Reklamation. Letzteres kam bislang einmal vor und wurde gütlich geregelt. Ich teile dem Käufer gleichwohl mit, dass ich mich über die Abgabe seiner Bewertung freue und nach Erhalt einer Bewertung ebenfalls bewerte. Damit ist die Transaktion dann für mich beendet.

Warum bewerte ich als Verkäufer nie zuerst? Sehr einfach: Ich will mir keinesfalls eine positive Bewertung sichern, wie das immer dargestellt wird. Aber ich will den Käufer dazu zwingen, mit mir Verbindung aufzunehmen und nach einer Lösung zu suchen, bevor er vorschnell eine Bewertung hinterlässt. Und genau hier liegt das Problem bei dem Bewertungsverfahren...

Einige Mitglieder beharren darauf, dass Verkäufer sofort nach Geldeingang zu bewerten hätten. Das nennen sie eine faire Bewertungsreihenfolge. Wenn dann die Ware kommt, und dem Käufer etwas nicht passt, kann er gepflegt und ungefährdet eine rote abgeben, ohne dass der Verkäufer eine Chance zum Nachbessern hat. Ist das vielleicht fair?

Wie oft kommt es vor, dass Verkäufer völlig schuldlos eine negative Bewertung erhalten, weil z.B. die Ware oder die Verpackung auf dem Transport beschädigt wurde? Der Käufer hat hier die Pflicht, die Sendung unverzüglich beim Auslieferer (oder Postboten) zu prüfen und im Falle einer Beschädigung eine schriftliche Bestätigung des Auslieferers zu verlangen (bekommt man problemlos) oder die Annahme zu verweigern. Aber nein, da wird das Paket angenommen, irgendwann ausgepackt, eine Beschädigung festgestellt und eine rote Bewertung vergeben. Was kann der Verkäufer dazu? Wo bleibt hier die Fairness?

Das Geheimnis heißt Transparenz. Verkäufer und Käufer müssten sich besser austauschen, Mitteilungen versenden. Ich mache das schon immer so und habe inzwischen viele nette und gute Feed-Backs erhalten.

2. Bewertungsprofil "privat"

Auch hier wird regelmäßig in Ratgebern gewarnt, mit solchen Mitgliedern kein Geschäfte zu machen, da man deren Bewertungprofil nicht einsehen könne und die sicher etwas zu verbergen hätten. WIEDER KÄSE. Das ist ein billiges Vorurteil ohne Einzelfallprüfung.

Auch ich habe mein Bewertungsprofil auf "privat" stehen, bei über 400 positiven und einer negativen Bewertung. Und der genaue Wortlaut dieser Negativbewertung ist auf meiner mich-Seite veröffentlicht. Warum also "privat"? Für mich ist das nur eine Frage meiner Privatsphäre. Ich finde, es geht niemanden etwas an, was ich bei wem eingekauft habe. Ich veröffentliche ja auch nicht auf meiner Webseite, was ich bei Aldi oder Karstadt eingekauft habe... Mehr dazu auf meiner mich-Seite.

3. Nichtöffentliche Bieterliste

Wieder ein Pauschalurteil, dass ein Verkäufer mit nichtöffentlicher Bieterliste etwas zu verbergen hätte, oder seine eigenen Verkäufe "pushen" möchte.

Ich verkaufe ausschließlich von privat - und nahezu nur überschüssige Artikel meiner Militaria-Sammlung. Der Käufer-/Bieterkreis ist fast immer identisch und einige daraus sind dafür bekannt, dass sie "jeden Preis" für einen Artikel hinlegen, wenn er in ihrer Sammlung fehlt. Um den anderen Bietern nicht den Spaß zu verderben, blende ich die Namen der Bieter aus. Es wird nicht "gepusht", davon halte ich nichts. Ich verkaufe auch oft genug zum Mindestpreis.

Fazit:

  • Handle ehrlich, fair und transparent.
  • Betreibe lieber zuviel als zuwenig Kommunikation mit Deinem Partner.
  • Bemühe Dich aktiv um die Lösung eines Problems, bevor Du nicht positiv bewertest.
  • Nutze die Möglichkeit, Dich auf einer mich-Seite darzustellen, das schafft Vertrauen.

...dann wirst Du bei ebay viel Spaß haben und jedem Ärger aus dem Weg gehen.

Und noch ein Schlußsatz für die Verfechter der oben erwähnten "fairen Bewertungsreihenfolge": Laut ebay-Richtlinien muss ich überhaupt nicht bewerten, die Abgabe einer Bewertung ist freiwillig! Man bewertet als Verkäufer auch nicht nur den schnellen Eingang der Bezahlung, sondern den gesamten Ablauf der Transaktion - und den kann ich erst dann bewerten, wenn die Transaktion abgeschlossen ist und nicht anhand meines Kontoauszuges. Ja, das ist eine knifflige Sache, und genau darum mache ich mir die Mühe und schreibe das hier alles...

Ich weiß, dass nicht jeder mit meiner Meinung einverstanden sein wird, das war auch nicht meine Absicht. Ich habe meine Sichtweise der Dinge dargestellt, verbunden mit meiner Erfahrung, dass es bislang so gut funktioniert hat. Dieser Ratgteber versteht sich als Denkanstoß oder Anregung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Ich empfehle an dieser Stelle auch den Ratgeber Rachebewertung / Erklärung des Ebay Bewertungssystems von solinger007 (Link mit seiner freundlichen Genehmigung), der das gleiche Thema inhaltlich etwas anders verarbeitet.

Für Verbesserungsvorschläge, Meinungen und Kritik benutze bitte die Funktion "mit Mitglied Verbindung aufnehmen", z.B. auf meiner mich-Seite.

Danke für's Lesen (...und für's Durchhalten, war ein langer Ratgeber).

alexartner

PS: Wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten  ;-)


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