Bewertungen

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Hallo liebe eBayer/innen,

hier nun der angekündigte Ratgeber zu den Bewertungen.

Lassen Sie mich mit einem Zitat (das ich ein wenig abändern werde) von Douglas Adams beginnen:

"Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wazu das Universum (Bewertungssystem) da ist, und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas (ein) Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist."

Bewertungen sind ein unerschöpfliches Thema, und dazu gibt es sicherlich genauso viele Meinungen wie eBay-Mitglieder. Hier werde ich Ihnen nun meine vorstellen.

Mir fällt es immer häufiger auf, das schon in den Angeboten steht, das von dem Verkäufer nur noch nach eingegangener Bewertung eine Gegenbewertung gegeben wird. Mit welchem Recht?, frage ich mich dann.

Lassen Sie mich Ihnen zuerst erklären, wie ich es mit den Bewertungen halte.

1. Wenn ich etwas verkaufe, bekommt der Käufer nach Zahlungseingang seine Bewertung.

2. Wenn ich etwas kaufe, bekommt der Verkäufer seine Bewertung, sobald er mich bewertet hat (mit Ausnahmen, aber dazu komme ich später).

Dieses Bewertungsverhalten gründet sich auf ein ganz logisches Prinzip: Derjenige, der seinen Teil der Transaktion zuerst erfüllt, hat das Vorrecht der Bewertung. Und das ist zu 95% nunmal der Käufer. (95% weil die überwiegenden Transaktionen per Vorkasse ablaufen, 5% weil es einige sehr wenige Verkäufer gibt, die auf schon vor Zahlungseingang versenden.)

Und meiner Meinung nach, kann ein gerechtes Bewertungssystem nur, und ausschließlich, so funktionieren.

Lassen Sie mich das mal aus Sicht als Verkäuferin erklären.

Auch wenn das jetzt sehr unfreundlich klingt, aber ich muß doch nicht die Symphatie eines Käufers bewerten. Ich soll bewerten wie die Transaktion für mich gelaufen ist. Wie schnell hat der Käufer gezahlt, wie war sein Verhalten bei Problemen mit der Zahlung (wenn ich z.B. eine Erinnerung schicken mußte, oder wenn der Käufer Zahlungsprobleme hat), und wie ist sein Verhalten mir gegenüber, wenn ich eine Zahlungserinnerung gesendet habe.

Allerdings darf ich auch nicht meine Antipathie mit in eine Bewertung einfließen lassen. Wenn er pünktlich gezahlt hat, ist es mir wurscht, ob er unfreundlich oder pampig mir gegenüber wurde.

Und was hat ein Verkäufer davon, wenn er auf die Bewertung des Käufers lauert? Nichts, er kann mit seiner Gegenbewertung absolut nichts gegen einen Käufer ausrichten, auch wenn er keine Bewertung gibt, ändert das nichts.

Wenn ein Käufer auf "Krawall" aus ist, ist der Verkäufer dem gegenüber machtlos. Der Käufer wird seine negative Bewertung dann wahrscheinlich erst kurz vor Ablauf des Zeitraums der Bewertungsabgabe geben, dann ist dem Verkäufer nicht mal mehr die Gelegenheit einer Gegenbewertung gegeben. Bewertet der Käufer gleich negativ, kann der Verkäufer auch nichts dagegen machen.

!!! ES GIBT DIE MÖGLICHKEIT EINER EHRLICHEN BEWERTUNG FÜR SCHLECHTGELAUFENE TRANSKTIONEN FÜR VERKÄUFER NICHT MEHR !!! 

Ihnen bleibt nur die Möglichkeit, nicht zu bewerten, was einen Käufer wenig jucken dürfte. Und wenn Sie den Käufer positiv mit negativen Bemerkungen bewerten, verstoßen Sie gegen "eBay-Grundsätze".

Wenn Sie als Verkäufer denken, Sie können Käufer damit "strafen", wenn Sie ihn nicht bewerten, weil er keine Bewertung abgegeben hat, weit gefehlt. Ein Käufer der nicht bewerten will, legt meist auch keinen Wert auf eine Bewertung. Sie ärgern sich, das Sie keine bekommen, und dem Käufer ist es egal, ob er eine bekommt.

Sicher haben Verkäufer die Möglichkeit negative Bewertungen oder Kommentare entfernen zu lassen, aber das soll ein übermäßiger und sehr ärgerlicher Aufwand sein. Das weiß ich, Gott-sei-Dank, nicht aus eigener Erfahrung, sondern von Erzählungen.

Bedenken Sie, ein Käufer hat immer 100% Positiv! Auch wenn es ein "Krawall-Bruder"/eine "Krawall-Schwester" ist. Daran können Sie nichts ändern. Setzen Sie diesen Käufer auf Ihre "Black-List" und Sie müssen sich mit diesem Käufer nie wieder abgeben.

 

Und nun lassen Sie mich das noch aus der Sicht als Käuferin erklären.

Auch als Käuferin muß ich den Verkäufer nicht danach bewerten ob er mir sympathisch ist. Ich muß die Ware, die Versanddauer - wann wurde die Ware abgeschickt -  (die Versankosten nicht, siehe dazu meinen Ratgeber Versandkosten), das Verhalten bei Problemen - Artikel nicht wie beschrieben -, und die Problemlösung bewerten. Und nur das. Und wenn alles zu meiner Zufriedenheit abgelaufen ist, bewerte ich das dementsprechend. Und wenn der Verkäufer unfreundlich war, auch bei der Problemlösung, es aber alles im Rahmen ablief (zeitmäßig), dann ist er eben unfreundlich, das liegt dann in seiner "Natur" (nicht Konfliktfähig) und er wird sicher nicht freundlicher, wenn ich ihm deswegen einen grauen oder roten Punkt "reindrücke". Dazu habe ich ja die Möglichkeit bei der "detaillierten Bewertung" in der Kategorie "Kommunikation" ihm die Sternchen abzuziehen. Und ich kaufe bei diesem Verkäufer eben nicht mehr. Ihn wird das nicht stören, aber ich muß mich auch nicht mehr über ihn ägern.

Aber, wie schon gesagt, ich bewerte nur noch nach der Reihenfolge: Käufer zuerst!

Die Ausnahme, die ich am Anfang erwähnt habe, gewähre ich gewerblichen Verkäufern mit hohen Verkaufszahlen. Wenn diese Verkäufer immer erst nach dem Käufer bewerten sollten, müßten sie wahrscheinlich extra dafür jemanden einstellen (wäre ja eine Überlegung wert, neue Arbeitsplätze :-D). Diese Verkäufer müssen auf das Prinzip der automatischen Bewertung zurückgreifen.

Zum guten Schluß:

Natürlich finde ich Bewertungen wichtig, sie sind schließlich, für mich als Verkäuferin, meine Visitenkarte. Aber wer nicht bewerten will, bewertet nicht, da können wir uns noch so sehr "abstrampeln", und das gleiche gilt: wer negativ bewerten will, bewertet negativ. Auch dagegen können wir nichts machen.

Ich persönlich habe zum Glück noch keine schlechten Erfahrungen mit Bewertungen für mich als Verkäuferin (auch nicht als Käuferin :-D) gemacht. Vielleicht liegt das ja auch ein wenig an meinem Prinzip. Ein Käufer, der seine Bewertung schon bekommen hat, überlegt schon eher mal, ob er wirklich neutral oder negativ bewerten muß. Und auch ich möchte nicht unbedingt graue oder rote Punkte im meinem Bewertungsprofil haben, aber wenn es dann doch mal so sein sollte, hoffe ich auf die Objektivität der nachfolgenden Käufer.

 

Ich wünsche mir von Käufern:

überlegen Sie bitte vor einer neutralen oder negativen Bewertung, ob es wirklich so schlimm war, das diese gerechtfertigt wären. Und nehmen Sie mit dem Verkäufer vorher Kontakt auf. Geben Sie den Verkäufern bitte die Möglichkeit, Probleme zu klären. Alles andere wäre unfair und ungerecht. Bleiben Sie objektiv.

 

Ich wünsche mir von Verkäufern:

lauern Sie nicht auf Ihre Bewertung, Sie können dabei nicht gewinnen. Werden Sie objektiv.

 

Ich wünsche mir von eBay:

geben Sie den Verkäufern endlich ihr Recht wieder, schlecht gelaufenen Transaktionen auch als diese bewerten zu dürfen.

 

So, nun kennen Sie meine Meinung zu dem Thema Bewertungen. Ich maße mir nicht an, das diese die einzig Richtige ist, außer für mich.

Aber dieser Ratgeber hat seinen Sinn erfüllt, wenn ich vielleicht dem Einen oder Anderen einen überlegenswerten anderen Blickwinkel vermitteln konnte.

Vielen Dank das Sie sich die Zeit genommen.

Ganz liebe Grüße

Anna (karenina25) 

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