Betrug Zahlung gegen Vorkasse bei Überweisung/ Paypal

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Der Käufer hat bei Zahlung gegen Vorkasse zwei Nachteile:
Geldverlust bei Nichterhalt der Ware.
Erschwernis Rückforderung des bereits überwiesenen Betrages.

Der Verkäufer hat ihm gegenüber zwei Vorteile:
Die der ungerechtfertigten Bereicherung.
Und die Ware zu behalten bzw. anderweitig zu veräußern.
Die Tatsache, dass er dann nicht der wirtschaftlich Berechtigte des Geldes ist interessiert ihn wenig.

Problematik
Darüber hinaus hat der Verkäufer die Möglichkeit falsche Angaben bezüglich seiner Person zu tätigen. Ist es ein gewerblicher Verkäufer, kann er als juristische Person einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen, um eine berechtigte Forderung beizutreiben. (Eintretung in das gerichtliche Mahnverfahren). Diese Möglichkeit besteht begrenzt für natürliche Personen, zumahl erschwerend die Option hinzukommt, dass die personenbezogenen Daten wie Anschrift Name etc. des Unternehmers oder Privatveräußernden nicht wahrheitsgetreu sind. Bei einer Auktion handelt es sich rechtlich gesehen, beschränkt um einen Kaufvertrag im Sinne des BGB. Anders als im Saturn oder anderen Discountern trägt der Käufer das Lieferrisiko. Liefert der Verkäufer nicht die Ware kommt das Geschäft nicht zur Vollendung. (Lieferverzug, Mahnung) Er ist aber dazu verpflichtet (culpa in contrahendo). Es findet ein gegenseitiges konkludentes Einvernehmen statt. Ich kürze an dieser Stelle ab. Meine Frage, oder mein Anliegen in diesem Ratgeber: Nach sämtlichen Testberichten über die Kaufabwicklung per PayPal mit "Versicherungsschutz" und andere Maßnahmen, Möglichkeiten die dem Käufer als Option zugestanden werden können, ergibt sich die Tatsache, dass der Käufer wesentlich höhere Risiken trägt bzw. das Risikopotenzial ausschließlich beim Käufer liegt. Ich würde vorschlagen, dass eine unparteiische Gruppe oder Person ein Treuhandkonto verwaltet, wie das der Fall bei Notaranderkonten ist. (Gibt es bei ebay so ähnlich, entspricht aber nicht meinen Vorstellungen. Der Käufer muss maximal abgesichert werden.) Das Geld wird Zwischengeparkt, der Verkäufer erhält erst die Gutschrift, wenn er in Form eines entsprechenden Versendescheins von dem zuständigen postalischen Dienstleister wiederlegen kann, dass er die Ware an den Kunden übersandt hat, bzw. es wird nach Erhalt der Ware überwiesen. Verschickt der Verkäufer die Ware nicht, erhält der Käufer mit dem erfolgten Zuschlag sein Geld zurück.

Folgende Rechtsprechung zur Beweisvorsorge einer postalischen Übersendung:

Eine Glaubhaftmachung ist nicht ausreichend, wenn ein Beteiligter, dessen Widerspruch gegen einen Ablehnungsbescheid (ist eine Fallbeschreibung, hier hat ein Student geklagt, findet aber auch Anwendung bei  Lieferverzug bzw. Nichtlieferung) wegen Zuweisung eines Schreibens bei einer zuständigen Behörde (hier Käufer) eingegangen ist, lediglich behauptet, einen einfachen Brief rechtzeitig abgesendet zu haben. Zugunsten des Widerspruchsführers gilt in derartigen Fällen nicht die Vermutung; dass die Widerspruchsfrist ohne sein Verschulden nicht eingehalten wurde. Die hohe Wahrscheinlichkeit, ein der Post übergebener Brief (Paket) erreiche auch den Empfänger, reicht deshalb nicht aus. Dem Empfänger wäre es unmöglich, den Nichtzugang zu beweisen. Der Widerspruchsführer hat demzufolge die Möglichkeit, Beweisvorsorge durch die Wahl entsprechender Versendungsformen, wie z.B Einschreiben etc. zu treffen. Macht er hiervon keinen Gebrauch, trägt er die Gefahr, den Zugangsbeweis nicht erbringen zu können.Erübrigt sich in der Regel bei Paketversand. Jedefalls muss der Verkäufer im Rahmen der Beweisführungspflicht widerlegen, dass er das Paket versandt hat.

Quelle: Beschluss des OVG Hamburg vom 24.10.2005
Aktenzeichen: 3 Nc 37/05

Übrigens ist die Rechtsprechung vor dem BGH maßgebend die der Oberlandesgerichte.

Der einzige Nachteil: Dauert 3-4 Tage länger.
Risiko Käufer: Keine/ Der Käufer erhält die Ware
Risiko Verkäufer: Keine / Der Verkäufer erhält das Geld
Kosten: Muss man ausrechnen wie hoch die Verwaltung einer solchen Zahlungsplattform ist. Dürfte nicht all zu teuer  sein.

Sollte ein Schadensfall eintreten, wird über das Treuhandkonto bei jeder Bestellung ein Prozentsatz von der abgewickelten Transaktion erhoben. Diese geht zu Lasten des Verkäufers und dient dem Zweck den Betrag bei einem entstandenen Schadensfall dem Käufer in vollem Umfang zu erstatten.

Wer würde diese Idee unterstützen? Vorschläge, Ideen.

Ergänzung:
Sie haben sicherlich schon Erfahrungen mit Paypal gesammelt. Allerdings ist diese Zahlungsplattform NICHT sicher, wenn man diese Zahlungsform für digitale Güter oder Dienstleistung etc. gewählt hat. Selbst wenn dann eine Mängelrüge an der Ware berechtigt ist und oder die Erfüllung der Leistung nicht oder nur teilweise erfüllt, hat sich der benachteiligte Käufer in diesem Fall an den Verkäufer zu wenden. Wenn dieser sich weigert, sind Sie als Käufer schon berechtigt die Lastschrift zurückgehen zu lassen, jedoch wird Paypal das Konto des Verkäufers in der Regel nicht belasten. (Steht in den AGBs von Paypal und in den Zahlungsbedingungen). Ihr Paypal Account wird belastet, mit dem Hinweis den auszugleichen Sie verpflichetet sind. Also haben wir wieder eine Zahlungsplattform die eindeutig im Interesse des Verkäufers eine Geschäftsabwicklung vornimmt. Es gibt nur einen Fall, wann Paypal den Preis dem Verkäuferkonto belastet, wenn er nicht belegen kann, dass er die Ware an die bei ihm hinterlegte Anschrift nicht geliefert hat.
Paypal übernimmt bedingt das Lieferrisiko vom Käufer allerdings nur für haptische (greifbare) Wirtschaftsgüter. Ich prangere die Zahlungsplattform an. Wer sich die Vorteile bei paypal.de für den Käufer durchliest und bei diesem Unternehmen und dem die Vorteile des Verkäufers gegenüberstellt, also die Zahlungsgewährleistung für den Verkäufer wird feststellen, dass im Schadensfall ob betrügerisch beabsichtigt durch den Verkäufer, der Verkäufer in eindeutigen Vorteilen über diese Zahlungsplattform seinen geschäftlichen Interessen nachgehen kann.  Zumahl erschwerend betont werden muss, dass paypal Kein oder bedingtes Interesse daran hat, wie glaubhaft sie darlegen können ob sie im Recht sind oder nicht. Die Paypal Ltd. (Unternehmen mit begrenzter Haftung/ sagt schon einiges aus, warum keine hübsche Personenhandelsgesellschaft liebe Gesellschafter bei Paypal) arbeitet mit einem höchst zweifelhaftem Inkassounternehmen zusammen: Dem KSP Hamburg. Interessen denen nachgegangen wird, dienen nicht der Aufklärung im Schadensfall, sondern der Eintreibung der Forderungen in höchst zweifelhafter rechtlicher Vorgehensweise. Die Vorgehensweise dient nur dem eigenen Zweck: Einstellung in die Kapitalrücklage. Inwiefern sie bei Paypal abgesichert sind, würde ich in erhebliche Zweifel ziehen. Meiner Meinung nach alleine die Frage ob ein Rechtschutz besteht, um etwaigen Rechtsstreitigkeiten gerecht beizulegen, zugunsten der Aufklärung von Sachverhalten bzw. Unstimmigkeiten.

Fazit: Paypal, NEIN DANKE.
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