Beschläge für Möbel: Griffen, Knöpfe und Scharniere

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Beschläge für Möbel: Ratgeber für den Kauf und Einbau von Griffen, Scharnieren und Knöpfen

Der Schrank ist aufgebaut, die Kommode steht – kaum ein glücklicheres Gefühl im Leben eines Hobbyhandwerkers! Und dennoch sind Sie nur fast am Ziel angelangt. Denn damit ein Möbelstück erst richtig gut aussieht, müssen noch einige Details hinzugefügt werden. Diese kleinen aber wichtigen Bestandteile des Möbelstückes werden in der Regel ganz zum Schluss eingebaut. Ganz nach dem Motto „Last but not least“ sollten Sie diesen wichtigen Bestandteilen dennoch die ihnen gebührende Aufmerksamkeit widmen.

Beschläge haben ganz praktische aber auch dekorative Aufgaben. Scharniere sorgen beispielsweise dafür, dass Türen gerade aufgehängt. Griffe und Knöpfe haben die offensichtliche Aufgabe, dem Benutzer das Öffnen und Schließen zu erleichtern. Nebenbei sind sie jedoch auch für das Aussehen des Möbelstückes von größter Bedeutung.

Beschläge – eine Einführung in die Thematik

Beschläge sind Elemente, die Angriffspunkte für wirkende Kräfte bieten. Meist werden Sie an großflächigen Fronten und auf weicheren Materialien eingesetzt. Typischerweise werden Beschläge also bei der Montage von Möbeln, Türen, Toren und Fenstern eingesetzt. Auch im Schiffbau spricht man von Beschlägen, wenn es um einzelne Eisenteile geht.

Hat man also ein Möbelstück aus einem weicheren Material, zum Beispiel aus Holz oder Kunststoff, bietet ein harter Beschlag aus Metall einen Befestigungspunkt, an dem größere Kräfte wirken können und auf das Material verteilt werden. Metallkonstruktionen, die dazu dienen, ein zerlegbares Möbelstück zusammenzuhalten, werden als Verbindungsbeschläge bezeichnet.

Wie bereits erwähnt unterscheidet man bei Beschlägen zwischen dekorativen Elementen, wie Knäufe, Knöpfe, Griffe und Dekorationen, und funktionalen Elementen, wie Scharniere, Schubladenführungen oder anderen Befestigungselementen. Diese funktionalen Beschläge sind meist aus Metall gefertigt und verbinden oft zwei zueinander bewegliche Teile miteinander. Das typische Beispiel wäre hier das Scharnier an einer Tür.

Griffe und Knöpfe sind weit mehr als nur ein Mittel zum Zweck

Griffe und Knöpfe sind ein wichtiger Bestandteil von Möbelstücken. Sie sind praktisch in der Handhabung und prägen gleichzeitig das Aussehen Ihrer Einrichtungsgegenstände maßgeblich. Aus diesen Gründen sollten Sie sich für die sorgfältige Auswahl dieser wichtigen Möbelelemente etwas Zeit nehmen. Wir haben einige Kriterien für Sie zusammengestellt, die Ihnen Anhaltspunkte liefern sollten.

Stil und Pragmatismus: So sollten Sie bei der Auswahl von Griffen und Knöpfen vorgehen

Griffe und Knöpfe sind auf der gut sichtbaren Front eines Möbelstückes angebracht. Sie kommen an Kleiderschränken, Kommoden oder Wohnzimmermöbeln zum Einsatz und haben einen großen Einfluss auf den Gesamteindruck eines Möbelstückes. Zunächst sollten Sie sich daher fragen, welchen praktischen Zweck Griffe oder Knäufe an dem jeweiligen Möbel erfüllen müssen. Zunächst einmal dienen sie natürlich dazu, die Kommode, den Schrank oder die Truhe einfach zu öffnen. Haben Sie einmal versucht, eine Schranktür ohne Knauf und spezielle Mechanismen zu öffnen? Dann wissen Sie um die Wichtigkeit dieser kleinen Elemente.

1. Die richtige Größe und Fläche

Bei der Auswahl der richtigen Beschläge kommt es zunächst ganz einfach auf die Größe an. Je größer und schwerer die zu bewegende Fläche, desto größer sollte auch der Griff bzw. Knopf sein. Bei einer alten, großen Kommode, deren Schubladen ohne moderne Rollensysteme geöffnet werden müssen, wird ein kleiner Knauf Ihnen keine Freude, sondern eher Rückenschmerzen bereiten. Ein breiterer Griff, der zur Not auch mit beiden Händen angefasst werden kann, ist hier eindeutig von Vorteil. Das gleiche gilt für große, schwere Schranktüren. Die punktuelle Krafteinwirkung eines Knopfes reicht hier oft nicht aus, um die Tür leicht zu öffnen. Griffe mit zwei Angriffspunkten sind in diesem Falle die bessere Wahl.

Bei leichten Türen und kleineren Schubladen können Sie hingegen auf kleinere, einfach zu montierende Knäufe und Knöpfe zurückgreifen. Bedenken Sie: Je kleiner die Angriffsfläche, desto mehr Kraft müssen Sie aufwenden.

2. Den passenden Stil finden

Da Beschläge wie Griffe und Knäufe auf den ersten Blick zu sehen sind, sollten Sie mit Bedacht gewählt und an den Stil des jeweiligen Möbelstückes angepasst werden. Dabei ist vor allem Ihre Kreativität gefragt. Soll der Stil des Griffes möglichst schlicht sein und sich dem Möbelstück unterordnen? Oder möchten Sie lieber auf Kontraste setzen? Das bleibt ganz Ihnen und Ihrem Einrichtungsstil überlassen. Während Puristen vielleicht auf Griffe aus gebürstetem Edelstahl setzen, werden Nostalgiker wohlmöglich bei Antik anmutenden Griffen und Knäufen fündig.

Je nach Einrichtungsstil und persönlichen Vorlieben können Sie die Beschläge Ihrer Möbel einheitlich gestalten und so ein ganz harmonisches Bild erreichen, selbst wenn die Möbel nicht alle vom gleichen Hersteller oder der gleichen Linie sind. Doch auch ein kreativer Mix aus verschiedenen Beschlägen unterschiedlichster Stile kann, gezielt eingesetzt, tolle Effekte bewirken.

3. Gibt es bereits bauliche Vorgaben?

Gerade bei älteren Möbeln sollten Sie bei der Auswahl der Beschläge bereits vorgegebene Löcher beachten. Da Knäufe und Knöpfe in der Regel nur mit einer einzelnen Schraube befestigt werden, müssen Sie in dem Falle nicht sehr viel beachten. Die mitgelieferten Schrauben sollten lediglich im Idealfall nicht kleiner sein, als das bereits gebohrte Loch, da die Knöpfe sonst nicht genug Halt finden. Doch auch hier gibt es mit speziellen Holzspachtelmassen die Möglichkeit, das Loch zu verkleinern. Wer sich diesen Aufwand sparen möchte, achtet auf den richtigen Schraubendurchmesser und ist auf der sicheren Seite, dass der Knopf hält, was er verspricht.

Bei Griffen, die mit zwei oder mehreren Schrauben befestigt werden müssen, ist größere Vorsicht gebeten. Glücklicherweise sind Schrankgriffe in der Regel genormt und in festgelegten Größen erhältlich. Messen Sie dennoch genau nach, bevor Sie sich für einen Türgriff entscheiden. Sollte der Türgriff nicht passen, müssten neue Löcher gebohrt werden und die alten Löcher wären unschön auf der Möbelfront zu sehen. Dies gilt es dringend zu vermeiden.

So montieren Sie Griffe und Knöpfe fachmännisch und professionell

Die Montage von Griffen und Knöpfen ist schnell erledigt und kann auch von Handerker-Neulingen problemlos durchgeführt werden. Sind bereits vorgebohrte Löcher vorhanden, können Sie den passenden neuen Griff einfach mit dem Schraubendreher und den dementsprechenden Schrauben befestigen. Sind keine Löcher vorhanden, müssen Sie selbst welche bohren. Bei Knöpfen und Knäufen ist auch diese Aufgabe schnell erledigt.
Bei Griffen mit mehr als einer Schraube ist bereits ein größeres Maß an Präzision gefragt. Das gleiche gilt auch für die Montage von Scharnieren. Benötigt werden in allen Fällen die folgenden Materialien und Werkzeuge:

Zunächst vermessen Sie die Fläche, auf der Sie den Griff oder Knauf anbringen möchten genau. Ein  Knauf wird bei einer Schublade eher zentriert platziert, während er bei einem Schrank an der zu öffnenden Türseite angebracht wird. In diesem Falle vermessen Sie alle Türen genau und markieren Sie den exakt gleichen Punkt für den jeweiligen Knauf mit dem Bleistift an jeder Tür. Um den gleichen Abstand der Knäufe zum Türrand einzuhalten, können Sie eine Bohrvorlage verwenden.

Bei Griffen müssen Sie zudem darauf achten, dass diese komplett in Waage angebracht werden. Ein schiefer Griff stört das Gesamtbild eines Möbelstückes enorm. Hierzu kommt die Wasserwaage zum Einsatz. Haben Sie alle Löcher markiert, können Sie mit dem Bohren beginnen – der schwierigste Teil ist damit bereits geschafft.

Nun montieren Sie die Griffe und Beschläge mit den dazugehörigen Schrauben und einem passenden Schraubendreher.

Scharniere – kleine Bauelemente, die einiges leisten müssen

Scharniere werden immer dort angebracht, wo zwei Ebenen an einer Kante beweglich miteinander verbunden werden sollen. Ein Scharnier besteht daher aus zwei Teilen, die je an einer Ebene montiert werden. Dazwischen befindet sich ein Gelenk, das die Bewegung ermöglicht. Das Scharnier muss dabei die Last der Tür und die Kraft der Bewegung aufnehmen können.

Es gibt unterschiedliche Arten von Scharnieren. Einige werden außen, andere werden hingegen im Inneren des Möbelstückes angebracht. Wir möchten Ihnen die verschiedenen Varianten vorstellen und Ihnen zeigen, wie Sie bei der Auswahl der passenden Scharniere für Ihre Möbel vorgehen.

So finden und montieren Sie die passenden Scharniere für Ihre Möbel

Bei der Auswahl der passenden Scharniere kommt es ganz auf das jeweilige Möbelstück an. Alte, massive Möbel haben meist schwere, gusseiserne, außen angebrachte Scharniere. Möchten oder müssen Sie diese ersetzen, sollten Sie sich nach ähnlichen Modellen umschauen, um dem Stil des Einrichtungsgegenstandes treu zu bleiben.

Bei modernen, wiederzerlegbaren Möbeln werden Scharniere in der Regel innen angebracht. Sie sind damit von Außen praktisch unsichtbar und stören das Bild nicht. Man unterscheidet dabei unterschiedliche Anschlagarten:

  • Eckanschlag (die Türkante schließt von außen gesehen mit der Ecke des Seitenteils ab)
  • Innenanschlag (Türkante liegt innerhalb des Seitenteils)
  • Mittelanschlag/Zwillingsanschlag (Türkante schließt mittig auf dem Seitenteil)

Erkundigen Sie sich vorher genau, für welche Anschlagart Ihr Möbelstück konstruiert wurde. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ziehen Sie im Zweifelsfalle lieber einen Fachmann zurate.

Bei Möbeln unterscheidet man zwischen einfachen Scharnieren (Rollscharnieren), Stangenscharnieren und sogenannten Topfscharnieren.

Rollscharniere sind einfach konstruierte Gelenke, die auch schwere Türen zuverlässig halten können. Hierzu werden mindestens zwei Scharniere in regelmäßigem Abstand zueinander angebracht. Stangenscharniere werden häufig auch Klavierband genannt. Sie bestehen aus dünnem Metall und sind mit vielen kleineren Scharnieren und wird häufig bei Flügeln, Klavieren und Aufklappbaren Möbelstücken verwendet.

Topfscharniere sind deutlich komplexer aufgebaut und besteht aus zwei Teilen. Im Inneren des Schrankes ist der sogenannte Hebel am Korpus befestigt, in der Tür ist der sogenannte Topf. Diese beiden Teile sind durch den Bandarm verbunden. Vorgefertigte Scharniere lassen sich in der Regel recht einfach montieren, da alle zu bohrenden Löcher einfach anhand der Teile eingezeichnet und gebohrt werden können. Topscharniere bieten dabei den Vorteil, dass kleine Arretierungsschrauben es erlauben, die Tür an einer Seite etwas zu heben oder abzusenken. So kann die Tür komplett gerade gehalten werden.

 

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