Benzinpumpe defekt? Darauf sollten Sie bei der Reparatur achten

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Benzinpumpe defekt? Darauf sollten Sie bei der Reparatur achten

Deutschland ist eine der großen Autonationen, was sicherlich an einigen Faktoren liegen mag. Zum einen sind in Deutschland zahlreiche Global Player beheimatet, denken Sie nur einmal an Mercedes, BMW oder den Volkswagen-Konzern samt VW, Audi und Porsche. Zum anderen gilt das eigene Auto in Deutschland nach wie vor als Fortbewegungsmittel Nummer eins, auf dem Land wohl sicherlich mehr als in der Großstadt mit einem gut ausgebauten Netz an Bus und Bahn. Drittens freuen sich die deutschen Autofahrer über das größte Autobahnnetz in ganz Europa, das bisher noch ohne Maut genutzt werden kann.

So oder so ist vielen Deutschen ihr Auto fast schon heilig – weil es für die meisten einfach notwendig ist. Reparaturen werden in der Regel so schnell wie möglich vorgenommen, wobei so manche Ersatzteile nötiger sind als andere. Tatsächlich gibt es Teile, die bei einem Defekt prompt gewechselt werden müssen. Ansonsten ist das Fahrzeug unter Umständen gar nicht mehr in Betrieb zu nehmen, was für manchen Autofahrer bitter wäre. Zu welcher Kategorie die Benzinpumpe gehört, möchte Ihnen der folgende Ratgeber im Folgenden erklären.

Kurz erklärt: was ist eine Benzinpumpe?

Zunächst dürfte es natürlich wichtig sein, was die Benzinpumpe überhaupt ist und wozu das Bauteil im Automobil dient. Der richtige Name der Benzinpumpe wäre übrigens Kraftstoffpumpe, was sicherlich schon einiges aussagen sollte. Irgendwie muss die Pumpe also der Benzinzufuhr zum Motor dienen, womit Sie auch schon auf dem richtigen Weg zur Lösung wären.

Tatsächlich pumpt das Bauteil den Kraftstoff aus dem Tank zum Motor, um dessen Vergaser, Einspritzventile oder Einspritzpumpe mit dem nötigen Treibstoff zu versorgen. Dies gilt natürlich allein für Verbrennungsmotoren oder auch für sogenannte Strahltriebwerke in Flugzeugen. Ein Elektromotor benötigt diese Pumpe hingegen nicht, bezieht ein Elektroaggregat seine „Power" doch aus einem Akku oder eventuell aus einer Brennstoffzelle.

Doch zurück zur Kraftstoffpumpe: Der Treibstoff wird nicht direkt in die Zylinder gepumpt, sondern zuvor lediglich in die drei genannten Komponenten. Die Pumpe ist zudem nicht immer zwingend notwendig. Eine andere Variante der Kraftstoffbeförderung vom Tank zum Motor wäre das sogenannte Fallbenzinsystem, bei dem kurzerhand die Schwerkraft der Erde genutzt wird. Das System ist recht simpel, befindet sich der Tank hier doch über dem Vergaser. Dank der allgegenwärtigen Schwerkraft ist somit keine Pumpe nötig, was schlichtweg ein Bauteil einspart, das dem Verschleiß unterliegen kann.

Früher kam das Fallbenzinsystem durchaus in Kraftfahrzeugen und somit auch in Autos zum Einsatz. Heute jedoch wird diese Version nur noch in kleineren Krafträdern genutzt. Moderne Autos sind jedoch mit einer Benzinpumpe ausgestattet, um den Sprit vom Tank Richtung Motor zu befördern.

Nötig oder nicht: Geht es auch ohne Benzinpumpe?

Dies bringt Sie gleich zur nächsten Frage. Kann Ihr Auto ohne Benzinpumpe fahren? Die Frage dürfte recht logisch zu beantworten sein, denn wird kein Treibstoff zum Motor gepumpt, wird dieser kaum für Antrieb sorgen können, er „verhungert" regelrecht. Daher ist die Frage wenig überraschend mit einem klaren Nein zu beantworten, ohne Benzinpumpe bleibt selbst ein sonst grölender und laut blubbernder V8 so still wie ein ängstlich zitterndes Rehkitz, das sich vor einem ausgehungerten Wolf versteckt.

Auch aus diesem Grund sind heutige Benzinpumpen wahre Marathonläufer und halten im Schnitt zwischen 5.000 bis sogar 10.000 Stunden. Was sich vielleicht nicht gerade viel anhören mag, scheint relativ, denn viele Autos werden am Tag gerade einmal eine Stunde bewegt, wenn überhaupt. Bei 5.000 Stunden Betriebsdauer würde die Kraftstoffpumpe somit 5.000 Tage ohne Murren ihren Dienst versehen. Umgerechnet wären dies über 14 Jahre. Bei 10.000 Stunden sind es sogar rund 28 Jahre.

Im Durchschnitt zeigt die Pumpe damit wohl eine längere Lebensdauer als die meisten Autos, die meist schon deutlich vorher in einer Schrottpresse landen. Trotzdem kommt es hin und wieder zu einem Defekt an der Benzinpumpe, denn letzten Endes unterliegt das Bauteil dem natürlichen Verschleiß.

Der Antrieb der Pumpe erfolgt übrigens über einen bürstenlosen Elektromotor oder einen klassischen Kommutatormotor bzw. Bürstenmotor. Obwohl die Elektrovariante die bessere wäre, setzt die Branche auf die zweite Möglichkeit, weil diese schlichtweg billiger ist.

Zweirad: die Benzinpumpe beim Motorrad

Neben dem Automobil wird die Benzinpumpe auch im Motorrad eingesetzt, zumindest bei solchen mit konventionellen Verbrennungsmotoren. Kurioserweise scheint dies beim Auto extrem wichtig, weil beim Zweirad motorversorgende Bauteile deutlich weniger nötig sind. Tatsächlich ist das Internet angefüllt mit Anleitungen, wie Fahrer ihre Benzinpumpe ausbauen und den Motor mit „Filtern in Eigenbau" schützen können.

Dass ein Motorrad im Gegensatz zu einem typischen Automobil ohne Kraftstoffpumpe läuft, dürfte an der unterschiedlichen Bauweise liegen. Beim Auto liegt der Kraftstofftank meist unter dem Kofferraum, weswegen der Treibstoff in Form von Benzin, Diesel oder auch Auto- und Erdgas einen deutlich längeren Weg zum Motor zurücklegen muss. Dieser liegt beim Auto bekanntlich vorn, zumindest bei normalen Serienmodellen. Obendrein liegt der Tank tiefer als der Motor, muss also nach oben gepumpt werden.

Beim Motorrad hingegen sitzt der Tank über dem Motor, wobei das Triebwerk quasi direkt unter dem Kraftstoffbehälter eingebaut ist. Hier dürfte also ähnlich wie beim Fallbenzinsystem die Schwerkraft für das Ankommen des Sprits im Motor bzw. dessen Vergaser oder Einspritzanlage sorgen. Manch ein Biker berichtet gar von einem Leistungsplus beim Ausbau der Benzinpumpe, ohne dass der Motor mehr Kraftstoff verlangt. Ob ein Ausbau der Pumpe allerdings sinnvoll ist, dürfte fraglich sein.

Von daher nehmen Sie vielleicht lieber Abstand von dieser Art des Tunings, eine Haftung im Schadensfall übernimmt dieser Ratgeber jedenfalls nicht. Selbstredend steht es Ihnen frei, einen Profi um Rat zu fragen oder noch besser den Hersteller Ihres Bikes. Eine gewisse Funktion dürfte der Benzinpumpe aber auch in einem Motorrad unterliegen, sonst wäre die Komponente kaum verbaut worden.

Obacht: Was gilt es beim Kauf einer Benzinpumpe zu beachten?

So oder so kann es einmal zu einem Schaden an der Benzinpumpe kommen. Gewisse Anzeichen für einen entsprechenden Defekt machen sich in der Regel übrigens schon vorher bemerkbar. Tatsächlich quittieren Benzinpumpen nicht urplötzlich ihren Dienst, sondern kündigen ihr Versagen mit gewissen Anzeichen an.

Beispielsweise könnte ein Surren zu hören sein oder die Benzinpumpe arbeitet lauter als normal. Ein weiteres mögliches Indiz für eine defekte Kraftstoffpumpe ist das Absterben des Motors oder wenn sich dieser nur schwer starten lässt. Diese Anzeichen können jedoch ebenso auf einen verstopften Aktivkohlefilter oder einen kaputten Zündanlassschalter hinweisen. Eventuell hängen die Probleme Ihres Autos auch mit dem Luftfilter zusammen, was eine klare Diagnose des Schadens nicht unbedingt vereinfacht.

Mitunter ist der Schaden der Benzinpumpe anhand einiger Maßnahmen auszuschließen. Ein Luftfilter beispielsweise ist für wenige Euro gewechselt, gleiches gilt für den Zündanlassschalter. Ansonsten lohnt es, wenn Sie einige entsprechende Schläuche untersuchen und diese einem schlichten „Wackeltest" unterziehen. Manchmal ist der Fehler tatsächlich schon hier zu finden. Ansonsten kann wohl nur noch ein Profi helfen.

Wie Sie die richtige Benzinpumpe für Ihr Auto finden

So schwierig mitunter das hundertprozentige Erkennen einer defekten Benzinpumpe ist, so leicht ist wiederum deren Erwerb. Für die Auswahl einer passenden Pumpe genügen Informationen bezüglich Hersteller, Marke und Typ bzw. Motor Ihres Autos. Noch sicherer wird der Einkauf, wenn Sie Ihren Fahrzeugschein zu Hilfe ziehen. Dieser verrät Ihnen ganz oben die sogenannten Schlüssel- oder KBA-Nummern.

Anhand dieser Nummern wird Ihnen jede Suchmaske das exakt passende Ersatzteil verraten. Je nach Marke und Hersteller der Benzinpumpe – die meist von Zulieferern gebaut wird – müssen Sie mit 25 bis auch mal über 100 oder sogar 200 Euro rechnen. Daher könnte es eine durchaus gute Idee sein, ein gebrauchtes Ersatzteil zu besorgen. Aufgrund der langen Lebensdauer von bis zu 10.000 Stunden ist die Alternative einer gebrauchten Benzinpumpe tatsächlich interessant. Gerade bei einem älteren Auto sollten Sie daher überlegen, ob ein fabrikneues Ersatzteil überhaupt noch lohnenswert ist.

Selfmade: Können Sie die Benzinpumpe selbst wechseln?

Schließlich stellt sich dem versierten Hobbyschrauber die Frage, ob eine Benzinpumpe in Eigenregie zu reparieren ist. Möglich ist der Austausch der Pumpe in bester Selfmade-Manier auf jeden Fall, wenn Sie einigermaßen handwerkliches Geschick aufweisen sowie ein gewisses Basiswissen vorhanden ist.

Je nach Automodell kann die Reparatur etwas anders ausfallen, trotzdem dürfte das Grundprinzip das gleiche sein. Zuerst wird die Batterie abgeklemmt. Die Benzinpumpe ist übrigens am Tank platziert und meist vom Kofferraumboden aus zugänglich – bei manchen Autos hingegen über die umgelegte Rücksitzbank. Wegen der giftigen Benzindämpfe sollten Sie eine Schutzmaske tragen, außerdem für die Reparatur einen gut gelüfteten Raum nutzen.

Öffnen Sie auch den Tankdeckel. Nun gilt es einen Deckel abzuschrauben und schließlich die elektrische Verbindung zu lösen. Entfernen Sie sämtliche Anschlüsse, achten Sie auf Restbenzin in den Leitungen. Ab hier dürften Spezialschlüssel nötig sein. Ist die alte Benzinpumpe schließlich entfernt, bauen Sie die neue Pumpe ein und gehen quasi in umgekehrter Reihenfolge vor. Die Anleitung ist lediglich ein sehr grober Umriss der Methode, im Internet finden sich jedoch zahlreiche Videos mit genauer Vorgehensweise.

Für manchen Hobbyschrauber mag der Aufwand vielleicht zu viel des Guten sein, professioneller Rat ist dann sicherlich die bessere Idee. Einige spezielle Werkzeuge sind ebenfalls nötig. Außerdem sind die Benzindämpfe zu beachten. Ein letzter Tipp: Seien Sie kritisch gegenüber Ihren eigenen Fähigkeiten. Die Reparatur – Stichwort Benzindämpfe – ist nicht ganz ungefährlich und daher vielleicht besser von einem Profi zu erledigen. Entscheiden Sie daher nach reichlicher Überlegung selbst.

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