Belstaff Markenfälschungen aus China Teil 2

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Durch die Textlimitierung bedingt, hier nun die Fortsetzung zum ersten Ratgeber. Auch hier der Hinweis, das sich der Ratgeber ausdrücklich nur auf Modelle der Kollektionen 2004 - 2011 unter dem Leadership der Clothing Company (Malenotti) bezieht.
 
Die Produzenten der aktuellen Plagiate sind immer noch dieselben, da für die hiesige Justiz nicht greifbar. Über eigene Vertriebsplattformen; Internetshops die seriös wirken, es aber nicht sind (ein Blick in die AGB, Impressum und Widerrufsbelehrung reicht da oft) wird der Hauptanteil der Belstaffplagiate vertrieben.  Wegen diverser Anfragen:
 

Nein, es gibt keine Belstaffoulets im Internet ! 

 

Wenn Sie auf solchen Seiten bestellen erhalten Sie entweder gefälschte Ware oder anstatt dessen Post vom Zoll und den Rechtsvertretern der Marke: Neben dem Ärger keine Ware zu bekommen kann es hierbei teuer werden, da sich der Markenrechtsinhaber in der Regel die Kosten für die Vernichtung der Plagiate durch den Zoll vom Besteller der gefälschten Waren zurückholt, nebst Anwaltshonorar versteht sich.  

 

Gefälschte Jacken der Modelle Gangster, Toxic, M-Blouson etc. (siehe 1. Ratgeber) suchen immer mal wieder einen neuen Besitzer. Eintagesauktionen sollte man grundsätzlich meiden. Niemand der einen vernünftigen Preis für Originalware erzielen will, schliesst durch eine so kurze Angebotsdauer potentielle Bieter aus. 

Eine gefakte Gangster mit Tourmaster Trophy Jacket Label findet hier immer einen ahnungslosen Käufer. Zudem auch auf die neuen Fälschungen der Chinesen zu achten. Aufpassen sollten Sie bei Angeboten mit den Modellen  Roadmaster, Trialmaster (Legend) und dem Steve McQueen Blouson (wurde als solcher nur für kurze Zeit verkauft und nach einem Rechtsstreit mit den Erben von Steve McQueen in der Kollektion als S.Icon Blouson geführt. Originale sind also gesuchte Raritäten und neu nicht mehr zu bekommen). 

 

Alle drei Plagiate sind aus demselben Material gefertigt. Die Fakes sehen auf den ersten Blick authentisch aus.  Hochwertige ägyptische  Baumwolle die in einem speziellem Verfahren gewachst und poliert wird erhält bei den Originalen eine antike Lederoptik (Trialmaster Legend/S. Icon Blouson/Steve McQueen Blouson) bzw. bei der Roadmaster eine seidig glänzende Oberfläche. Da können die Fälschungen nicht mithalten, da auch hier die Qualität des Materials dem Einkaufspreis entspricht. Die Chinesen bekommen die Wasserdichtigkeit nicht durch aufwändige Wachsimprägnierung hin, sondern durch den Griff in den Chemiebaukasten. Der Stoff ist dadurch bretthart.  Es werden auch zunehmend Weichmacher/Silikate zugesetzt, um den Stoff glänzender und griffiger zu machen. Die Optik wird da etwas geschönt, aber beim Ausgasen der Chemikalien kann das Plagiat Übelkeit und Kopfschmerzen verursachen.  Auf dem Foto links unten ist der Stoff einer gefälschten Legend zu sehen, der mit diesem Chemiecocktail behandelt wurde. Rechts das Original. Der Stoff wird beim Plagiat so durchtränkt, das die gesamte Gewebestruktur verstopft. Wer kein dickes Fell besitzt, sollte sich da besser nach einer anderen Lieblingsjacke umschauen....  Hier gefährdet die Profitgier der Fälscher die Gesundheit ahnungsloser Käufer.


      


                

Warnung vor Plagiat des New Tourist Trophy Jackets      

Das die Chinesen nur brutal darauf aus sind das Design der Belstaffjacken 1:1 zu fälschen, um Käufer zu täuschen kann für diese gefährlich werden. Nicht nur aufgrund der toxischen Belastung einiger Jacken sondern wegen fehlender Funktionalität und dem minderwertigem Material. Wer z.B. der Versuchung ein New Tourist Trophy Jacket billig in Fernost einzukaufen nicht widerstehen kann, sollte mal ein Auge auf das Foto unten werfen. Die Protektoren (im Bild aufgeschnitten) sind aus billigstem Schaumstoff. Bei einem Sturz mit dem Bike....Tschüss Schlüsselbein oder Welcome Radialfraktur. Eine Rutschpartie über dem Asphalt kann beim Original dank Teflon beschichtetem Cordura500-Gewebe noch glimpflich abgehen. Mit der chinesischen Variante dürften die eingesparten Euros beim Kauf dem Hautarzt Ihres Vertrauens zugute kommen. Ironie beiseite. Bei Sicherheitsbekleidung sollte der Verstand immer das letzte Wort haben. Allein der Einkaufspreis für dieses Spezialgewebe übersteigt bei einer regulär gefertigten Jacke den Betrag, den man für ein gefälschtes Produkt in China vor Ort bezahlen muß. 


 


 

Der Renner in China sind derzeit alle Taschen aus der Canvas Kollektion. Egal ob Shoulder Bag , Back Pack, Body Bag, Side Bag, Large Man Bag, Medium Man Bag oder Travel Bag. Gibt es alles Made in China. Die Plagiate sind relativ einfach zu entlarven. Bestimmte kostenintensive Verarbeitungsschritte sparen sich die Fälscher halt und bei der billigen chinesischen Baumwolle merkt sogar ein Laie, das man da kein Hochpreisprodukt in Händen hält. Der schwere Stoff riecht i.d.R. immer etwas muffig. Es wird in großen Stückzahlen produziert. Plagiate der Taschen werden auch als 1:1 Kopie unter diversen Fremdlabeln angeboten.

Daunenjacken wurden von Belstaff bereits in China produziert, logisch das es hier eine Reihe von optisch gut gemachten Plagiaten gibt. In den letzten Jahre war in dieser Produktkategorie der Minicricket Blouson der einzige Vertreter. Aktuell sind chinesische Plagiate des New Brent Parkas (altes Modell) und des New Colibry Blousons auf dem Markt. Die Schwachstelle ist wie so oft das Jackenmaterial. Fühlt sich an wie dünne Plastikfolie nicht wie das authentische Material.  Beim Pelzkragen des Blousons wurde auch echtes Fell benutzt. Den kurzen und dichten Flor des Originals (Kaninchen) besitzt das Fell nicht. Kann sein das der früherer Besitzer mal gebellt hat. Wen es interessiert wie die Tiere dort zu Tode gebracht werden, empfehle ich mal einen Besuch auf der PETA Website.

Laien, die auch schon die brutal schlecht gefälschten Lederjacken oder den Saunaersatz in Form einer Gangster für echt gehalten haben, wären bei diesen Fakes jedenfalls restlos überfordert.

 

Bild unten Fake des New Colibri Blousons. Im Bildausschnitt der Fellkragen des Plagiats (beim Original kurzes, dichtfloriges Kaninchenfell) .


     
 

Vorsicht vor den aktuellen Plagiaten aus türkischer Produktion. Eingekauft auf den einschlägig bekannten Märkten  landen neuerdings als Urlaubsmitbringsel die Modelle Preston Bomber (im Bild unten Plagiat) Gallet Blouson, Racemaster 1970, New Canary II Blouson, Sammy Miller Blouson, New Greenford Blouson, Crowford Jacket, Kerala Jacket und Fantasiemodelle mit Belstafflogo bei Ebay. Die Fakes sind relativ einfach zu entlarven, da Material und Ausführung dem Einkaufspreis entsprechen. Achten Sie bei Damenmodellen auf die Größenangaben (meist werden hier die gängigen Größenschilder für Herrenkonfektion - (M-L-XL-XXL etc) - benutzt.  Damenjacken mit solchen Größenangaben stammen aus Fälscherproduktion.

Tipp: Achten Sie auf das Fabrikat des Zippers. Vielfach benutzen die türkischen Fälscher einheimische Produkte, die nicht zum Lieferantenkreis von Belstaff gehören ;-) Im Bild unten der Zipper einer gefälschten Toxic aus der Türkei.

 



 

Ein Sammy Miller Replica Jacket  aus der Türkei ist seit 2009 auf dem Markt. Im deutschen Fachhandel kostet die Jacke aktuell 859,- EUR. Dies nur als Gedächtnisstütze, wenn hier bei Ebay Festpreise zwischen 200,- und 350,- EUR ausgerufen werden. Solche Kurse sind nur möglich, wenn man entsprechend günstig einkauft.  Angeboten wird das Fake auf den einschlägigen B2B Börsen in Schwarz, Gunmetall,  Blau und ganz aktuell in diversen Brauntönen.  Eine leicht verändertes Modell dieses Plagiats gibt jetzt es auch als Damenmodell mit Metallpatch am Ärmel und seitlichen Reissverschluss.

Vorsicht! Die türkischen Fälschungen werden mit Silikaten behandelt um den Wachseffekt der echten Belstaffjacken zu kopieren.

       

Es gibt auch einige seriöse Angebote bei Ebay. Ab und zu taucht mal ein Einzelstück auf. Die Sammy Miller besitzt eine Vintageoptik, die durch ein spezielles Verfahren in Handarbeit erzielt wird. Dadurch resultiert auch der höhere Preis gegenüber einer konventionellen Trialmaster. Von der Sammy Miller gibt es auch eine günstigere Wintervariante, die sich ebenfalls in der Verarbeitung und Optik vom Plagiat deutlich unterscheidet.

 

Ein sicheres Indiz für türkische Plagiatsproduktion. Die gefälschte Metallplakette. Geistert auch in diversen anderen Modellen herum. Original sieht ganz anders aus ;-)



 

Abgerundet wird das aktuelle Angebot aus der Türkei mit gefälschten Cardigan Hood Logo (Offwhite und Black), R.A. Cardigan Hood (Army Green) und Logoshirts L/S Longsleeve in (New Dove und Smog). Auf den meisten Angebotsbildern sind die Plagiate der neuesten Generation von Laien nicht vom Original zu unterscheiden; die erkennen das erst nach dem ersten Waschgang.  

Die Ware stammt von B2B Portalen oder Webseiten der Fälscher , die als Großhandelsportale (Ebay ist zugemüllt mit gefälschter Markenware -La Martina, Ed Hardy, Polo Ralph Lauren, Dsquared, Burberry, Tommy Hilfiger etc., die von dort stammt) auftreten. Meist haben die Einkäufer genauso wenig Ahnung wie Ihre preisbewusste Kundschaft. Die Original Belstaff Cardigans sind für Preise je nach Modell zwischen 160,- und 230,- EUR im Handel. Das Material der Fälschungen gleicht eher billigem Sweatshirtstoff, bei den Logoshirts wirkt der Stoff fester und hochwertiger, ist aber keine Belstaffqualität.  Werden die ahnungslosen Käufer meist erst bemerken, wenn die Bewertung in der ersten Euphorie bereits abgegeben wurde. Die Verkäufer allerdings auch, siehe Link am Ende des Ratgebers.

Ich empfehle jedem Schnäppchenjäger den Gang in einen regulären Store um dort die Ware mal selbst anzufassen und anzuprobieren. Original und Fake lassen sich bei Kenntnis der Ware ganz leicht unterscheiden. Schauen Sie sich neben der Verarbeitung (Nähte, Innenverarbeitung, Reissverschlüsse) und dem  e n g e n  italienischen Zuschnitt auch die Patches an den Ärmeln genau an. Jede Wette das Sie anschließend ein Fake von einem Original unterscheiden können. Verkaufspreise für unter 100,- EUR bei Cardigans sind für reguläre Neuware von gewerblichen Händlern kaum zu realisieren.  

Es reichen da manchmal nur minimale Kenntnisse. Diese Longsleeves (Fälschungen im Bild unten) gibt es bis auf eine Ausnahme (das Shirt mit der stilisierten Schwinge) so nicht von Belstaff. Originalware wird als Unterwäsche -T-Shirt mit kurzem Arm- in Lizenz von Canepa (Italien)  produziert.  Die Longsleeves stammen aus türkischer Fälscherproduktion; gibt es in diversen Farben.

 

 

     

         

 

Zumeist werden diese Plagiate als  Frei von Rechten Dritter und EU weit verkäuflich angeboten.  Meist von Accounts, hinter denen nicht gerade Fachleute aus der Modebranche zu vermuten sind. Gewerbliche Händler fallen oft ebenso auf die Ware herein, die auch auf B2B Portalen oder Restpostenseiten für gewerbliche Händler angeboten wird. Wer die Ware, die er anbietet nicht 100%ig kennt,  die Echtheit nicht selbst beurteilen kann und einfach blind auf Angaben Dritter vertraut, sollte sich ein anderes berufliches Betätigungsfeld suchen. Abmahnkosten und Ersatzansprüche dürften die vermeintlichen Gewinne in diesen Fällen schon sehr bald übersteigen.            

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn auch Bilder der Ware zur Verwendung in eigenen Angeboten mitgeliefert werden.

Belstaff Fachhändler verwenden i.d.R immer nur  e i g e n e  Fotos ihrer Ware. Diese Bilder sind dann  urheberrechtlich geschützt. Kann man immer schön in den AGB's der Händler nachlesen. 



 

Ein Wort zu Lederjacken

Bei Lederwaren gibt es hier ein sehr umfangreiches Sortiment an Belstaffplagiaten. Imitationen der Brad, des New Marten Blazers, der Gangster in Leder, der Cougar, der Lady Pusher und des Douglas Blazers sowie der Panther wurden schon erfolgreich bei Ebay angeboten und verkauft. Hier haben die Chinesen seit 2009 ständig neue Modelle auf den Markt gebracht. Im Umlauf sind auch Plagiate aus ukrainischer Produktion. Belstaff verwendet bei der Herstellung nur erstklassiges Leder, das z.B. bei Replicaleder durch dessen patentierte Verarbeitung leicht als Originalware zu identifizieren  ist.
Schauen sie sich entsprechende Angebote seriöser Händler bei Ebay oder im Internet genau an. Achten Sie auf die Nabung des Leders und die Verarbeitung und vergleichen Sie. Falls die Fotos im Angebot nicht aussagefähig sind - fordern Sie vom Verkäufer bessere Bilder an für den Fall, das beim Einstellen auf die Option xxl Fotos verzichtet wurde. Bieten Sie niemals auf Artikel bei denen der Verkäufer keine eigenen Fotos benutzt und sich auf Webseiten von Händlern oder der Belstaffhomepage bedient.
Grundsätzlich rate ich in ein Fachgeschäft zu gehen und die Originalware dort anzuprobieren (allein schon wegen dem unterschiedlichen Zuschnitt der Modelle). Preise von über 1000,- EUR begründen sich nicht durch ein paar Belstaffetiketten oder Logos. Plagiate in Leder werden in China für um die 150,- EUR gehandelt. Dies mal so als Tipp, verstärkt auf Verarbeitung und Lederqualität zu achten.  Kennern reicht in der Regel ein Blick auf dass Leder um ein Plagiat zu entlarven.
WARNUNG: Von der Brad und Panther gibt es z.B. auch Plagiate aus Italien*, die man als Laie meist  n u r  am Leder und der Verarbeitung erkennen kann!  Viele der hier im Ratgeber aufgeführten Merkmale helfen Ihnen bei diesen Fälschungen nämlich nicht weiter. Ich habe da schon einige Fälschungen gesehen mit Etiketten, Labeln und Druckknöpfen, die m.E. authentisch waren.
Da sind selbst schon erfahrene Powerseller beim Wareneinkauf auf dem grauen Markt drauf reingefallen. Also, wer keine echte Ware kennt sollte daher Anzeigenmärkte und Ebay meiden. Das Glücksgefühl ein Schnäppchen gemacht zu haben verfliegt schnell,  wenn man ein Original des gleichen Modells  zum Vergleich in Händen hatte. Seinen sie also besonders bei weichem Leder (bzw. dem was Sie dafür halten -Kunstleder können beim heutigen Stand der Textiltechnik die wenigsten Konsumenten auf Anhieb erkennen-) gewarnt und schauen doppelt hin oder schnuppern mal an der Ware. Auch der Geruch verrät das Plagiat aus Kunstleder. Ebenso bei starrem, hartem und schwerem Leder lieber nochmal ganz genau hinschauen und das Schnäppchen mit Ladenware vergleichen.
 

*Allein in der Region Treviso -also direkt vor der Haustür der Belstaffproduktion- wurden nach Angaben der örtlichen Polizeibehörden im Jahr 2009 über 60 illegal arbeitende Betriebe entdeckt, die gefälschte Markenware (darunter auch Belstaff) produzierten. Hierzu einige interessante Zeitungsartikel (siehe Link: in italienischer Sprache). Diese Betriebe (ital. laboratorio cinese) sind eine existenzielle Bedrohnung für die kleinen traditionellen italienischen Familienbetriebe, die von Aufträgen der einheimischen Modebranche abhängig sind. Auch Belstaff hat Teile seiner Produktion in über ein Dutzend solcher Familienbetriebe die in Treviso, Padova und Rovigo ansässig sind ausgelagert bzw. vergibt die Produktion ganzer Kollektionen (z.B. Polizia di Stato) an Dritte.

 

Ich habe es oben mal angesprochen. Unterschätzen Sie gerade bei Lederwaren nicht die mögliche toxische Belastung von Plagiaten aus China. Dimethylfumarat, kurz DMF ein Antischimmelmittel oder das bei der Gerbung mit Chrom entstehende Chromat können schwerste Allergien beim Träger von derart behandelten Produkten hervorrufen. Auch die illegalen Betriebe der chinesischen Plagiatsmafia in Italien importieren das mit Schadstoffen belastete Leder aus China. Leider machen sich viele Schnäppchenjäger hierüber die geringsten Gedanken.

Die Produktionskosten in den Sweatshops (20 Stunden Betrieb - 7 Tage die Woche - Stoffe und Leder Billigstmaterial aus China) der Plagiatsproduzenten betragen ganze 8 EUR pro Stück. Für Fachleute ist die Fälschung sehr einfach an der Verarbeitung und der Oberflächenstruktur des Materials zu erkennen. Im Schnitt gehen solche Plagiate für um die 400,- EUR (aus meinen Beobachtungen heraus sind Preise unter 450,- EUR für gängige Belstaff Lederjacken so eine Reizschwelle, bei der viele Käufer unvorsichtig werden)  über den virtuellen Ladentisch.  Hier stimmt dann wieder die alte Ebayformel:  G E I Z...F R I S S T...H I R N.   In den Belstaffoutlets in Schönau, Berlin oder Salzburg werden in der Regel Preisabschläge von 30% eingeräumt. Wenn also Neuware (keine Ladenhüter) für ein Drittel des Kaufpreises und darunter angeboten wird sollten sie sich das Angebot sehr genau anschauen, bevor sie ihr sauer verdientes Geld für Produkte ausgeben, die eigentlich in den Sondermüll gehören.


Von den gefälschten Lederjacken ist die Cougar das am häufigsten bei Ebay und auf Anzeigenmärkten im Netz verkaufte Modell neben Brad, Panther und New Marten Blazer. Daher besonders genau hinschauen, da die Käufer das Plagiat früher oder später wieder loswerden wollen. Am liebsten dort, wo man das Stück erworben hat (in der Zeit zwischen Mai und Oktober 2008 wurden bei Ebay Deutschland mehrere Dutzend gefälschte Cougar für Preise um die 400,- EUR verkauft).  
 

Noch ein kleiner Tipp. Ein chinesischer Produzent hat fast die gesamte Kollektion an Lederjacken kopiert. Neben den untypischen Innenfuttervarianten und dem Billigleder fallen diese Fakes sofort an den Etiketten auf (Es fehlt der Etikettaufkleber -mit allen Angaben zur Jacke-) und es ist immer ein Belflexetikett dabei. Belflex ist eine von Belstaff entwickelte wasserabweisende Stoffqualität. Da fragt sich der Kenner was das wohl bei einer Lederjacke zu suchen hat. 

Das gefälschte Etikett fällt auch sofort an dem Aufkleber mit der Grössenangabe auf (siehe Foto Links).  Achten Sie auch darauf das eine echte Lederjacke nie in einem Staubbeutel verpackt daherkommt, sondern in einem Kleidersack. Die chinesischen Fälscher benutzen hier eine grottenschlecht gefälschte Version eines Staubbeutels für Taschen (siehe Foto Mitte).  Markant bei diesen Jacken ist der blasse Ärmelpatch, der in der Optik deutlich von der echten Ware abweicht (siehe Foto Rechts).


             

  

 

Ich habe mich in den letzten Jahren mit dem Thema Belstaff sehr intensiv beschäftigt und beobachte den Markt weltweit ständig. Konzentriert man sich auf eine bestimmte Marke ist es relativ einfach die Plagiate und Maschen von Fälschern und Warenbetrügern zu entlarven. Der Ratgeber soll dem Leser und potentiellen Käufer sensibilisieren nicht ganz so sorglos draufloszubieten.

Die meisten Käufer von Plagiaten begehen den Fehler sich nicht ausreichend über die zu kaufenden Produkte zu informieren. Es wird einfach nur nach dem Preis geschaut und oft blind geboten. Wer den Ratgeber genau gelesen und die Fotostrecken gesehen hat, dürfte allerdings jetzt wissen wie man sich über Originalware informiert und worauf man beim Kauf zu achten hat nämlich: Am Material und der Verarbeitung erkennt man bislang sicher jedes Plagiat. 

Abzuwarten bleibt auch, welche Entwicklung die Marke unter den neuen Eigentümern nehmen wird.  Die Marke hat beim Wechsel von Made in England zu Made in Italy eindeutig gewonnen. Mit neuem Design und der weiteren Produktionsverlagerung Richtung China wird die Marke m.E. verlieren. Die inflationäre Anzahl an Plagiaten anderer Marken, die ihre Produktion nach Fernost ausgelagert haben sollte Warnung genug sein. La Martina geht seit geraumer Zeit den Bach herunter. Armani und Burberry zehren noch vom guten Markennamen. Ebay ist da ein guter Indikator. Am Wiederverkaufswert erkennt man sehr gut den Stellenwert einer Marke....In den letzten Jahren wurde die Einstellung von Plagiaten durch den Inhaber der Markenrechte bei Ebay über das VERI-Programm konsequent unterbunden. Mittlerweile laufen wieder verstärkt Auktionen mit eindeutig identifizierbaren Fakes durch. Von daher die grundsätzliche Empfehlung für Käufer immer alle Daten beim Kauf von Markenartikeln über Ebay abzuspeichern - zur eigenen Sicherheit- bei einer Löschung sind alle Daten und somit Beweise weg.  Für Verkäufer den Rat nur Artikel einzustellen, deren Herkunft man einwandfrei nachvollziehen kann. Was man auf einen türkischen Touristenmarkt, Anzeigenmärkten oder auf einer der zahlreichen Webseiten der chinesischen Plagiatsmafia günstig erwirbt, kann sonst bei einem Weiterverkauf hier bei Ebay zu einem sehr teuren Lehrgang in Sachen Markenrecht werden.  

 


Kaufen Sie ein Plagiat (welches nicht als solches angeboten wurde) bei Ebay haben Sie einen Rechtsanspruch auf Lieferung eines Originals bzw. Schadenersatzanspruches in Höhe des Kaufpreises für ein Original (siehe auch Hinweise im ersten Ratgeber und die Rechtsprechung des BGH mit Urteil vom 28. März 2012 - VIII ZR 244/10 ).  

 

 



Der Belstaffratgeber wird in der Hauptsache durch Stichwortverlinkung und der Bildersuche bei Google gefunden - Meist zwischen den Suchergebnissen mit chinesischen Fakeshops ;-)



Das Allerletzte:

(für den Inhalt der in den beiden Teilen des Belstaffratgebers verlinken Websites und angegebenen Links übernehme ich keine Haftung)

 

 

 

 
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