Beispiel Beamtenrecht

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Der Dienstherr des Beamten hat auch auf das außerdienstliche Verhalten des Beamten ein besonderes Augenmerk zu richten.

Insbesondere fallen hier nicht nur kriminelle, rassistische oder z.B. auch antisemitische Äußerungen bzw. Handlungen unter diese Wohlverhaltensregel, sondern generell alle Abweichungen von der gesellschaftlichen Norm, falls sie nicht als vorbildlich im staatsbürgerlichen Sinn gelten dürfen.

Somit also auch untragbare "private" Äußerungen eines Beamten in politischen Versammlungen, in Leserbriefen oder in Internet-Foren:

§ 62 ...würdiges Verhalten

Der Beamte hat sich mit voller Hingabe seinem Beruf zu widmen.

(...)

Sein Verhalten innerhalb und außerhalb des Dienstes muss der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, die sein Beruf erfordert.

Quelle: Niedersächsisches Beamtengesetz (NBG) §§ 61 - 115


Infrage kommen bei Verdacht auf Zuwiderhandlung immer die Beschwerde beim Dienstherrn sowie natürlich eine Strafanzeige bei schwereren Fällen; außerdem bietet sich auch immer die Öffentlichkeit an (Presse, Radio, Fernsehen). Es gibt ja immer wieder Fälle, wo z.B. ein Kämmerer, der privat extrem überschuldet war und Teile seines pfändbaren Einkommens bereits abtreten musste, vom Dienst suspendiert wurde; auch ein Kriminalbeamter, dessen Frau ein Bordell besitzt, muss sich auf unangenehme Fragen seines Vorgesetzten einstellen. Erfahrungsgemäß sind gerade an spektakulären Fällen auch die Lokalredaktionen immer sehr interessiert.

Das öffentliche Interesse rechtfertigt hier die Kontrolle durch die Öffentlichkeit.
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