Bei Schellackplatten ist der Zustand entscheidend

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Schellackplatten wurden in Deutschland bis ca. 1960 hergestellt, sind also mindestens ihre 47 Jahre alt (2007). In dieser Zeit kann eine Platte eine Menge erleben und darunter leiden. Meistens ist sie aber nicht erst durch unsachgemäße Lagerung (Hitze, Staub, Schmutz, Druck, Feuchtigkeit) zu Schaden gekommen sondern schon während der Zeit als sie noch benutzt wurde z.B. durch schlechte oder abgenutzte Nadeln (graue Rillen -> klirrt, knistert), durch unvorsichtiges Hantieren mit dem Tonabnhemer was zu Kratzern, Nadellöchern, weggebrochenen Rillenstegen (Folge die Platte hängt oder springt) oder Randabsplitterungen bzw. -ausbrüchen führt. Manche Leute haben ihre Platten auch so gewaltsam auf den Plattentellerdorn gepreßt, dass das Mittelloch beschädigt ist (Ausbrüche, sternförmige Haarrisse). Daneben kommen leider oft Haarrisse vor, die meist von unebener Lagerung oder unsanftem Hinlegen stammen. Sie sind oft schwer erkennbar, am besten noch, wenn man die Platte schräg gegen das Licht hält und etwas hin- und her kiptt. Ein ordentlicher Verkäufer, der sich mit der Sache auskennt, gibt alle diese Beschädigungen an. Daneben sollte immer noch eine Angabe zum Gesamtzustand der Platte vorhanden sein. Eingebürgert hat sich ein System aus Buchstaben (N= new, neu gibt's praktisch nicht/ E= excellent, sehr gut erhaltene Platte tiefschwarz glänzend, kaum Rauschen oder Knistern/ V=very good, in Wahrheit eher schlecht, Platte matt, graue Rillen, deutlich hörbares Rauschen oder Knistern, Klirren besonders bei Dynamikspitzen) oder aber Schulnoten. Häufig wird dabei noch ein + oder - zugesetzt, um eine Abweichung nach oben oder unten anzuzeigen. Absolute Objektivität gibt es bei diesen Bewertungen nicht, aber sie sind doch ein wesentlicher Hinweis auf das was einen erwartet. Gibt der Verkäufer keine Beschreibungen im o.g. Sinne fragen Sie ruhig nach, ansonsten lassen Sie vorsichtshalber die Finger davon, denn an einer Ruine werden Sie wenig Freude haben.

Ein leidiges Thema ist auch der fachgerechte Versand von Schellackplatten, dabei geht's eigentlich ganz einfach, wenn man sich etwas Mühe gibt (ein Glas oder Porzellan würde man ja auch ordentlich vepacken): Man lege die Platte zwischen einige Pappdeckel, die sie ganz bedecken und klebe mit Klebeband fest zu. Dann braucht man einen Karton, der ausreichend groß ist, um das ganze mit wenigstens 5 cm Luft nach allen Seiten hineinpacken zu können. Den Hohlraum stopft man mit geknüllter Zeitung (oder wenn man hat, Styroporflocken) aus. Nicht hilfreich ist die Verpackung der Platte in Luftpolsterfolie o.ä. ohne Pappdeckel. Sie kann dann leicht brechen. Auf keinen Fall sollte man sie völlig ungeschützt in ein Paket legen (hab' ich schon erlebt).

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