Befreiung, Teil 1 - 5, Fritz Diez, Juri Oserow, 6 DVD's

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Propaganda eben, - also, was immer man davon auch (nicht) glauben mag ...

Denn das ist leider dann auch der ganz große Knackpunkt in der allgemeinen Bewertung und / oder Beurteilung dieser 5 zusammenhängenden Einzelfilme. Ein jeder wird (dh. entweder altersmäßig bzw. sehr individuell) immer etwas davon als extrem gesteuerte Propaganda erkennen und dementsprechend (a) darüber eher lachen oder das ganze (b) verurteilen, genauso wie vielleicht auch noch für die Wahrheit aus Unkenntnis oder mehr Desinteresse halten und so davon evtentuell sogar noch wirklich total begeistert sein.

Mir persönlich (er)ging es bei dieser DVD - Collection ebenso wie wschl. einigen der bisherigen potenziellen Käufer und Rezensenten hier ... zuerst doch abgeschreckt vom damals noch recht hohen Preis (der sich um 100 €, - für eine längere Zeitspanne bei - fast - allen Anbietern im Netz bewegte. Und es keine vorerst alternative Möglichkeit des ausleihens gegeben hat). Sowie dem - ganz sicher - nicht abzustreitenden, leisen Verdacht's, hier nur Filme in der Art wie z.B. "geh und sieh" oder "ich war 19" anschauen zu können, wurde mir diese Edition durch Bekannte regelrecht aufgedrängt, die meinen Geschmack gut genug kennen (interessiere mich auch für dieses Kapitel der jüngeren, unrühmlichen deutschen Geschichte und komsumiere auch fast jegliche Bücher, Filme/Doku's usw., die zum Thema derzeit verfügbar sind).

Und bzw. aber, gleich nach den ersten 2 Teilen kam die Erinnerung zurück, das ganze früher (zu DDR - Zeiten, damals noch als Schulpflichtprogramm) bereits im Kino gesehen zu haben. Nur, - eben zu dieser Zeit andere Info's bzw. Ansichten dazu gehabt zu haben und das die Eindrücke besser waren.

Nun, nach inzwischen - fast - 25 vergangenen Jahren muß natürlich einiges davon revidiert werden. Und sich daher auf die Seite der wirklich nicht ungerechtfertigten Kritiker geschlagen werden. Denn sämtliche (!!!) dieser Filme strotzen nur so von (dh. sehr einseitigen) Falschdarstellung und recht unverhohlenem Hurra - Patriotismus, wie ihn (auf der Kehrseite der Medaille) ebenso ganz typische, hollywood - gerechte, Blockbuster nicht anders zeigen.

Allerdings wurden sich auch noch dabei (das ganz große Pro - ! - hier, nicht nur für die reinen History - Fans mit dann geschulteren Augen für Details/ Authentizität), ohne die heutzutage üblichen computeranimierten SF - Effekte. noch echte Mühe und ein richtiger Aufwand gemacht bzw. hierfür betrieben.

Aber nun genug davon und mehr zu den Handlungen dieser einzelnen Filme.

Teil 1: der Feuerbogen

Die Story fängt ironischerweise nicht exakt beim historischen Datum des 22. Juni 1941 (dh, mit der Operation "Barbarossa" ... deutscher Überfall / Präventiv - Angriffskrieg, je, - nach Ansichtssache, - auf / gegen die Sowjetunion) bzw. mit der folgenreichen Unterzeichnung und darauf aufkommenden Entwicklung der Hitler - Stalin Paktes an. Sondern erst mit der Panzerschlacht bei Kursk im Sommer 1943. Zu einem Zeitpunkt also, als es schon wieder mit Russland aufwärts ging. Oder besser gesagt, als sich bereits nach der sehr verlustreichen Schlacht um Stalingrad Ende - Anfang 1942 - 1943 der Krieg zugunsten der roten Armee zu verschieben begann. Und als der Sieg nur noch eine Frage der Zeit war.. Soviel zum Thema authentische Darstellung / historische Genauigkeit. ;-)

Teil 2: der Durchbruch - und - Teil 3: die Hauptstoßrichtung

Hier wird sehr detailverliebt auf die Begebenheiten um die Schlachten in den Sümpfen von Wolchow und die Rückeroberung weiter besetzter Teile Südrußlands (einschließlich heroischer Partisanenbewegung / dem Widerstand der polnischen Heimatarmee, Aufstand im Warschauer Ghetto & der dann auch kommunistisch - antifaschischen, ehemaligen KZ - Häftlinge usw.) eingegangen.

Pro - bei den groß(artig)en Schlachtszenen, - die teilweise echte Aufnahmen eines zu der Zeit stattgefundenen Manövers waren, - wurde echte Beute, - bzw. zerstörte, soweit instandgesetzte deutsche Panzerfahrzeuge des zweiten Weltkrieges wieder verwendet. Was natürlich (abgesehen von den zugegeben lächerlichen Kameraeinstellung, gedreht aus der totalen, - bzw. der Vogel - Perspektive eines Flugzeug's und der nervigen, bombastischen Musik dabei) das Herz eines doch geschichtlich besser informierten begeistern wird.

Kontra - in einigen Szenen sind doch recht offensichtliche Plattitüten und so zeitgemäße (verglichen zur damaligen Epoche in den Produktionsjahr) Episoden zu betrachten ... hier ein paar der sicher negativen Beispiele.

1. Szene: russische Soldaten befreien auf Treibstoffsuche auf einem Güterbahnhof kommunistische / antifaschistische KZ - Häftlingen aus einem Zug, die absurderweise alle recht wohlgenährt daherkommen, sehr saubere Kleidung auf dem Leib tragen. Und zum dank (groteskerweise) erstmal nur zu Fuß einen vollgetankten schweren Waggon mit Benzin fröhlich schieben bzw. ziehen.

2. Szene: bei der Befreiung Mussolini's vom Grand Sasso knallen Skorzeny und seine Leute pauschal - dh. fast - alle (kurz zuvor noch verbündeten) der italienischen Wachsoldaten ab. Hier doch plump geschichtsverfälschend.

Teil 4: die Schlacht um Berlin - und - Teil 5: der letzte Sturm

Allein schon die Hitler Darstellung des Meininger's Fritz Diez und die (vaterländisch / patriotische) führsorglich - väterliche Verkörperung von "Pappa" Stalin, - der den verbündeten Westmächten sowie stellvertretend den hier gezeigten historischen Personen Roseevelt und Churchill nicht traut. Und ihnen bei jeder passenden Gelegenheit gemeinsames paktieren mit den "faschistischen Hunnen" unterstellen möchte, - sind, heutzutage betrachtet zwar einerseits ganz - bewießen - (halbwegs) korrekt. Andererseits aber auch wieder sehr extrem augenscheinlich - geschichtliche Schönfärberei.

Und als krönenden Abschluß finden sich in diesen beiden letzten Filmen etliche Darstellungen oder zuweilen ganze Schlüsselszenen, dh., die sogar auch Laien auf dem Gebiet hier sofort ganz negativ  - ! - auffallen sollten. Hier noch ein paar der Details zu gewissen Szenen bzw. Filmabschnitten.

1. Szene: ein russischer Panzer durchbricht die Wohnzimmerwand eines deutschen Hauses ... der Kommandant steigt aus und fragt übertrieben höflich und völlig unberührt nach dem Weg. Die Bewohner sind natürlich sämtlich stramme Antifaschisten. Und laden sogleich ihre lang erwarteten Befreier zu echtem (!) Bohnenkaffee ein. Wobei das hübsche Töchterlein sogleich einige Sätze in gutem russisch spricht und die Richtung zeigt.

2. Szene: verblendeter HJ - Junge schießt als Freischärler auf den Feind, - besser gesagt gleich auf den russischen Befehlshaber ... er wird gestellt, vorgeführt und erwartet natürlich nichts gutes. Der Kommandant sagt aber nur mehr lapidar etwas in der Art wie "seine Mutter soll ihm mal den Hintern ordentlich versohlen" ... und läßt ihn laufen.

Hier könnten - dh. spätestens - beim betrachten Parallelen vor dem geistigen Auge zu einer änlichen, - und vergleichbaren Szene bei der Langfassung von "der Untergang" aufkommen, - Hitlerjunge erschießt russischen Soldaten. Die sich zwar möglicherweise doch so zugetragen haben kann, oder aber wieder auch nicht.

3. Szene: bei der Durchfahrt durch den Zoo / Berliner Tiergarten kommt ein russischer Panzerfahrer auf die verwegene Idee, doch mal einen Rundblick oben aus dem Turm zu machen. Bekommt natürlich sofort einen Kopfschuß, hat aber absurderweise noch Zeit, - recht ungläubig und anklagend ein "wieso" zu stammeln ... oder, - in einer anderen Einstellung laufen die Infanteristen auf ein MG - Nest zu (natürlich ohne getroffen zu werden), Und schalten die Schützen erstmal ganz pauschal mit Kolbenschlägen gegen den Helm aus (clever , - weil spart ja auch sehr effizient die eigene Munition).

4. Szene: Hitler, - hier wieder einmal mehr als ein nur geisteskrankes, stark zitterndes (aus Angst, nicht durch seine Parkinson Erkrankung) Häufchen Elend gezeigt, hat nicht den Mut, sich selbst zu erschießen. Aber kein Problem damit, Eva Braun (die sich rein kräftemäßig locker hätte wehren können !) zu erwürgen, - als sie hysterisch angesichts des gemeinsamen Selbstmordes wird ... also muß Kammerdiener Heinz Linge eben ran und ihn erlösen.

5. als Rotarmisten den Reichstag stürmen, um das inzwischen bekannte Bild ihrer Hissung der roten Fahne auf dem Dach zu fotgrafieren (ps. das ganze wurde allerdings erwiesenermaßen erst viel später nochmal mit falschen Beschuß für die Propaganda nachgestellt), wird dieser von den Deutschen (nicht, - wie in Wahrheit der aus französischen Freiwilligen bestandenen SS - Division "Charlemagne" tagelang) dermaßen lächerlich kurz verteidigt, so das die Angreifer Zeit noch haben, ihr theatralisches Talent gut unter Beweis zu stellen ... bei Treffern von vorne wird sich kunstfertig beim Sterben noch mehrmals im Kreis gedreht usw., nur um dann böse auf's Gesicht zu fallen.

In der Zusammenfassung am Ende wird auch ganz kalter Krieg - like nicht von russischen Opfern des Krieges gesprochen. Sondern gleich ausschließlich von 20 Millionen Sowjetmenschen (von denen zwar etliche auf Stalins eigenes Konto gegangen sind, - was sich leider allerdings nur schwer feststellen läßt).

Wie auch immer, als nun wirklich allgemeines und abschließendes (Fazit) kann hier nur gesagt werden. An jeder (dafür und - ! - dagegen) hier bisher, schon bereits früher abgegeben Rezensionen ist etwas sehr wahres dran.

Daher sollte auch alles (1.) besser vor (!) dem Kauf nochmal ausgeliehen werden. Und (2.) zusätzlich zum dann hier gesehenen bzw. bei Fragen auch unbedingt gleich noch einmal die verfügbaren Quellen nachgeforscht werden.

Sonst lieber nicht alles hier dann immer gleich für bare Münze nehmen, - sehr großzügig über solche Patzer hinweg sehen und (dh. auch wenn dies eigentlich nicht der reine Zweck von sog. Anti - Kriegsfilmen sein sollte) sich auch ein wenig darüber eher amüsieren. Also, bitte immer erst hinterher Kaufentscheidung treffen.

kaufen ? sorry, nur für Fans geeignet bzw. lediglich als Ausleihtip zu empfehlen. ;-)
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