Beachtenswertes beim Kauf von Kaffee- und Espressomaschinen

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Beachtenswertes beim Kauf von Kaffee- und Espressomaschinen
Kaffee - für viele Menschen ist der Start in den Tag ohne ihn undenkbar. Der verführerische Duft frisch aufgebrühten Kaffeepulvers, die sämige Crema eines gekonnt zubereiteten Espresso oder die Schaumkrone eines perfekten Cappuccino in Latte-Art-Stil - Kaffee in seinen verschiedensten Formen bietet eine Genussvielfalt für die Sinne. Nicht umsonst ist Kaffee das unangefochtene Lieblingsgetränk der Deutschen. 

War der Kauf einer Kaffeemaschine vor noch nicht allzu langer Zeit eine recht einfache Sache, steht der Konsument seit dem Siegeszug italienischer Kaffeekultur vor mehreren wichtigen Entscheidungen. Traditionelle Filtermaschine zum simplen Aufbrühen, Kaffeevollautomat, Siebträgermaschine oder Padmaschine - die Auswahl an Geräten zur Kaffeezubereitung ist mittlerweile ziemlich unübersichtlich. Wer hier den Überblick behalten möchte, sollte sich vor dem Kauf Klarheit über einige grundsätzliche Punkte verschaffen: Was möchte ich trinken? Wie wichtig ist mir Kontrolle bei der Zubereitung? Wie teuer darf die Maschine sein? Liebhaber klassischen Bohnenkaffees sind mit einer herkömmlichen Kaffeemaschine am besten beraten. Wer lieber einen Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato oder ähnliche Spezialitäten genießt, hat die Qual der Wahl. Puristen und Connaisseure werden meist zu einer Siebträgermaschine greifen. Wer es schnell und unkompliziert mag, wird Vollautomaten bevorzugen. Wer die hohen Anschaffungskosten hochwertiger Espressomaschinen oder deren Komplexität scheut, kann mit preisgünstigeren Kapsel- oder Padmaschinen leckeren Kaffee mit verschiedenen Geschmacksrichtungen zubereiten, der sich weder geschmacklich noch optisch verstecken muss.

Vorteile von Filtermaschinen

Die grundsätzliche Funktionsweise einer herkömmlichen Kaffeemaschine ist simpel und seit Jahrzehnten unverändert: Aus einem Wasserbehälter läuft Wasser durch ein Heizelement, wo es zum Verdampfen gebracht wird. Der Dampf steigt durch ein Rohr auf, kondensiert wieder und tropft kochend heiß auf das Kaffeemehl im Filterhalter. Der fertige Bohnenkaffee tropft durch den Filter in die Kaffeekanne. Die Kanne ist entweder eine Thermoskanne oder steht auf einer Heizplatte, um den Kaffee warm zu halten. Die Menge des Kaffeeswird durch die Menge des Wassers festgelegt, die zuvor eingefüllt wurde. Die Menge des verwendeten Kaffeepulvers bestimmt, wie stark der Kaffee wird. Wasserbehälter und Kannen sind meist mit Standardmarkierungen versehen und Messlöffel erleichtern die Dosierung. Diese Maschinen kommen ohne Pumpe oder Heizkessel aus und sind somit günstig in der Anschaffung. Zuverlässige Geräte sind schon für deutlich unter 50 Euro erhältlich. Viele Maschinen sind auch in diesem Preissegment mit einem Timer ausgestattet. Wer sich morgens durch Kaffeeduft wecken lassen möchte, wird diese Funktion lieben. Höherpreisige Geräte zeichnen sich oft durch ein aufwändigeres Design oder spezielle Zusatzfunktionen wie etwa eine integrierte Kaffeemühle oder die Möglichkeit des Milchaufschäumens aus.

Espressomaschinen

Wer die ganze Vielfalt italienischer Kaffeekultur genießen möchte, wird um den Erwerb einer Espressomaschine nicht herumkommen. Doch gerade hier stehen die Konsumenten vor einer schier unendlichen Auswahl, die mit günstigen Geräten zum Preis von unter 100 Euro beginnt und mit professionellen Vollautomaten oder Siebträgermaschinen für mehrere Tausend Euro endet. Was ist zu beachten, um hier einen kostspieligen Fehlkauf zu vermeiden? 

Vollautomaten

Vollautomatische Espressomaschinen werden ihrem Namen durchaus gerecht: Der Nutzer stellt eine Tasse unter den Auslass, wählt durch Knopfdruck bzw. Schaltereinstellung sein Getränk und die Maschine erledigt den Rest. Egal ob Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato oder Café au Lait - der Vollautomat ermöglicht es auch dem Laien, köstliche Kaffeekreationen zuzubereiten. Vollautomaten sind grundsätzlich mit einem Mahlwerk ausgestattet, wodurch gewährleistet ist, dass der Kaffee immer aus frisch gemahlenen Bohnen zubereitet wird. Mit Pumpenkraft wird das Brühwasser über einen Durchlauferhitzer zur Brühgruppe geleitet. Je nach Ausstattungsgrad beinhalten Vollautomaten auch Milchaufschäum- sowie Selbstreinigungsfunktion. Bei manchen Geräten muss Milch für Cappuccino oder Latte Macchiato separat aufgeschäumt werden, oft ist die Funktion auch integriert. In letzterem Fall wird die Milch in einen speziellen Behälter gefüllt. Man sollte darauf achten, dass der Milchbehälter leicht entnehmbar ist und im Kühlschrank aufbewahrt werden kann. Bei Vollautomaten ohne Selbstreinigungsfunktion sollten alle Elemente für die Reinigung leicht herausnehmbar sein.
Kaffeevollautomaten sind bestens geeignet für Büros, in denen mehrere Personen unterschiedliche Kaffeesorten konsumieren, denn die Zubereitung ist unkompliziert und das Angebot an Getränken ist vielfältig. Aber auch in privaten Haushalten haben Vollautomaten schon lange Einzug gehalten, denn sie ermöglichen gehobenen Kaffeegenuss ohne großen Zeit- und Arbeitsaufwand.

Siebträgermaschinen

Der wahre Kaffeegourmet wird sich jedoch meistens für eine Siebträgermaschine entscheiden. Hier hat er die volle Kontrolle über die Zubereitung und kann auf jeden einzelnen Schritt des Brühvorgangs Einfluss nehmen. Das Grundprinzip einer Siebträgermaschine besteht in der Anwendung von Druck während des Brühvorgangs. Während bei einer herkömmlichen Filterkaffeemaschine Brühwasser und Kaffeepulver vermengt werden und für längere Zeit im Filter verbleiben - wobei eine große Menge an Bitterstoffen freigesetzt wird -, wird bei einer Siebträgermaschine heißes Wasser mit hohem Druck durch sehr fein gemahlenes, komprimiertes Kaffeemehl gepresst. Bei diesem Vorgang werden eine Vielzahl von Aromen und ätherischen Ölen aus dem Kaffeemehl gelöst, die sich in der sogenannten Crema sammeln, einer schaumähnlichen, braunen Schicht, die sich auf einem gut gebrühten Espresso absetzt. Auf diese Weise zubereiteter Kaffee ist nicht nur aromatischer, sondern in der Regel auch wesentlich bekömmlicher als normaler Filterkaffee.

Was ist beim Kauf einer Siebträgermaschine zu beachten?

Gerade in der Produktgruppe der Siebträgermaschinen sind Preis- und Qualitätsunterschiede enorm. Oft werden Billiggeräte mit Zahlen wie etwa 15 oder gar 18 Bar Druck beworben. Tatsache ist jedoch, dass der optimale Brühdruck für einen Espresso, der die Basis für so gut wie alle italienischen Kaffeekreationen bildet, bei 9 bis 10 Bar liegt. Merkmale für eine wertige Espressomaschine liegen woanders. Etwa in den verwendeten Materialien für Kessel, Leitungen oder Brühgruppe. Während in Billigmaschinen vorwiegend Aluminium für Kessel und Brühgruppe sowie Kunststoff oder Gummi für Leitungen verwendet werden, bestehen Bauteile hochwertiger Maschinen meist aus Kupfer oder Messing. Solche Geräte sind nicht nur stabiler und langlebiger, sondern haben ganz andere Eigenschaften in Bereichen wie Druck- und Temperaturstabilität. Wem etwas daran liegt, verlässlich gute Espressi brühen zu können, der wird gerade auf solche Merkmale größten Wert legen. Das Zauberwort lautet "Reproduzierbarkeit", d. h.möglichst jeder "Shot" sollte auf gleich hohem qualitativen Niveau gelingen. Mit einer Maschine, deren Bauteile Temperaturschwankungen bis 20°C zulassen und über deren Druckverhältnisse sich so gut wie keine Aussagen machen lassen, ist jeder wirklich gelungene Espresso eher ein Zufall.

Technische Unterschiede

Aber nicht nur qualitativ, sondern auch technisch gibt es große Unterschiede bei Siebträgermaschinen. Gängige Einsteigermodelle sind in der Regel Einkreismaschinen. Hier wird sowohl für die Brühgruppe als auch für die Dampferzeugung der gleiche Heizkreislauf verwendet. Per Knopfdruck wird zwischen Brühbetrieb und Dampferzeugung umgeschaltet. Nach erfolgtem Dampfbetrieb muss die Maschine manuell entlüftet werden.Komfortabler, aber auch aufwändiger und somit wesentlich kostspieliger sind dagegen Zweikreissysteme. Brühgruppe und Dampflanze werden dabei unabhängig voneinander beheizt. Lästiges Entlüften des Dampfkreislaufs entfällt. Manche Zweikreisgeräte sind optional mit einem Fest-Wasseranschluss ausgerüstet. Ist ein solcher Wasseranschluss technisch realisierbar, bietet er ein bemerkenswertes Komfort-Plus. In der Maschine ist immer frisches Wasser vorhanden und abgestandenes Wasser im Tank ist kein Thema mehr. Professionelle Espressomaschinen sind in jedem Fall zweikreisig, darüber hinaus aber meist auch noch mehrgruppig. Das bedeutet, es steht nicht nur eine Brühgruppe zur Espressozubereitung zur Verfügung, sondern zwei oder gar drei. In der Gastronomie, wo es auf die schnelle Zubereitung einer Vielzahl von Getränken ankommt, sind mehrgruppige Maschinen unerlässlich, für den Privatgebrauch aber eher überdimensioniert - bei Preisen von mehreren Tausend Euro für die meisten Verbraucher auch kaum erschwinglich.

Handhebelmaschinen für anspruchsvolle Baristas

Eine Sonderform innerhalb der Siebträgermaschinen sind Handhebelmaschinen. Der Brühdruck wird hier nicht über Pumpe und Ventile erzeugt, sondern durch einen per Hand zu betätigenden Hebel. Der Barista hat hier die absolute Kontrolle über den Brühvorgang, doch der erfolgreiche Betrieb einer 
Handhebelmaschine setzt gleichzeitig eine große Erfahrung voraus. Wer sich eine Siebträgermaschine zulegen möchte, sollte bedenken, dass diese Geräte in der Regel nicht mit einer Mühle ausgestattet sind. Eine Kaffeemühle muss separat angeschafft werden und bedeutet einen weiteren beachtlichen Kostenfaktor, denn mit fertig gemahlenem Espressokaffee werden meist keine zufriedenstellenden Ergebnisse erreicht, zumal gemahlener Kaffee schnell sein Aroma verliert.

Fazit

Die Wahl der richtigen Kaffee & Espressomaschinen mag anfangs schwierig erscheinen, doch sobald man für sich entschieden hat, was einem wichtig ist, kann man die Suche gezielt angehen. Liebhaber von Filterkaffee haben es da einfacher als Anhänger der italienischen Linie. Wer es unkompliziert mag und Perfektion nicht bis ins letzte Detail betreiben muss, ist sicher mit einem Vollautomaten gut bedient. Wer hingegen Kaffeekultur leben will, sollte zu einer Siebträgermaschine greifen, da nur sie alle Raffinessen der Zubereitung ermöglicht. Gerade bei hochwertigen Espressomaschinen lohnt sich oft auch die Suche nach gut erhaltenen Gebrauchtgeräten. Solche Maschinen sind in der Regel langlebig und lassen sich gut warten. Manch gut gepflegte Maschine ist über Jahrzehnte im Einsatz und macht vielen Besitzern Freude. Ob es ein Einsteigermodell oder ein High-End-Gerät wird, entscheidet letzten Endes nicht nur das zur Verfügung stehende Budget, sondern auch die eigene Vorliebe beim Kaffeegenuss.

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