Baustoffe zum Mauern finden

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Baustoffe zum Mauern finden

Was man über Baustoffe zum Mauern wissen sollte

Ein Hausbau ist meist eine Entscheidung für den Rest des Lebens. Zur Realisierung stehen mehrere Bauweisen zur Verfügung. Ein solides Bauverfahren mit langer Tradition ist das Mauern, bei dem Stein auf Stein gesetzt wird. Vor der Konstruktion eines Massivhauses muss ein Bauherr zwischen unterschiedlichen Materialien mit verschiedenen Eigenschaften abwägen. Er muss die Baustoffe auswählen, welche seinen ganz individuellen Anforderungen entsprechen. So müssen zum Beispiel Außenmauern wärme- und kältedämmend sein, während Innenmauern gut schalldämmend sein sollten. Im Baustoffhandel und bei eBay gibt es eine Vielfalt an Baustoffen, mit denen sich die individuellen Ansprüche realisieren lassen. Nachfolgend erfahren Sie, welche verschiedenen Baustoffe es zum Mauern gibt und für welche jeweiligen Zwecke diese geeignet sind.

Baustoffe, die für das Mauern infrage kommen

So wie früher überzeugen auch heute Massivhäuser durch ein angenehmes Raumklima, bei dem die Wände als Temperatur- und Feuchtigkeitspuffer dienen. Zudem gewährleisten ihre Mauerwände einen optimalen Schallschutz. Ferner haben massiv gebaute Häuser in der Regel eine gute Wärmedämmung, was sie energieeffizient macht und wodurch Sie die Umwelt und Ihren Geldbeutel schonen. Darüber hinaus sind ihre Baustoffe oftmals natürliche Rohstoffe, die wieder verwertbar sind. Welches sind nun die Baustoffe, die bei der konventionellen Massivbauweise eingesetzt werden können?

Mauersteine als Grundelemente des massiven Baus

Damit ein massives Mauerwerk entsteht, wird zunächst einmal Stein auf Stein gesetzt. Die nachfolgend beschriebenen Mauersteine werden üblicherweise als Grundelemente im Massivbau eingesetzt. Vorab sollten Sie jedoch wissen, dass unabhängig vom Material, aus dem Mauersteine gefertigt sind, ihre Formate genormt sind. Basis dieser Normung ist das sogenannte Baurichtmaß, welches sich vereinfacht aus der Länge eines üblichen Bausteins von 24 cm mal der Breite von 11,5 cm plus Fuge ergibt. Alle Steinformate sind so definiert, dass man mit kleineren Steinen unter Berücksichtigung der Mörtelschicht das Maß der nächstmöglichen Größe erreicht. Bezugsgröße für die unterschiedlichen Mauersteinformate ist das Dünnformat (DF) mit einer Höhe von 5,2 cm, einer Breite von 11,5 cm und einer Länge von 24 cm, beziehungsweise das Normalformat (NF), wobei das Normalformat mit 7,1 cm etwas höher ist. Alle anderen Steingrößen stellen ein Vielfaches von DF oder NF dar und sind unter der Kennung 2 DF (2 x Dünnformat), 3 DF, 5 DF usw. im Handel zu bekommen. Die Normung der Steine ist wichtig, weil sich auch beispielsweise Türen- und Fenstergröße an diesen Maßen orientieren.

Ziegelsteine haben beim Mauern Tradition

Ziegelsteine werden aus Lehm und Ton gebrannt. Der Ziegel ist der älteste Massivbaustoff. Er ist belastbar, ein guter Feuchtigkeitsregler, speichert Wärme, ist ein idealer Baustoff für rissfeste Wände und bietet auch einen soliden Schallschutz. Sein Wärmedämmvermögen ist allerdings je nach Rohdichte unterschiedlich. Gemäß Materialeigenschaften differenziert man unterschiedliche Ziegeltypen. Der Vollziegel besteht zu 85 Prozent aus dem reinen Ziegelmaterial. Er ist schwer und bietet hohen Schallschutz, jedoch ist seine Wärmedämmung nicht besonders befriedigend. Die Alternative zum Vollziegel ist der Lochziegel, der leichter und von Löchern durchzogen ist, was ihm eine bessere Wärmedämmung verschafft.

Welche Arten von Lochziegel gibt es und was sind die Unterschiede?

Es gibt zwei Arten von Lochziegeln, den Hochlochziegel und den Langlochziegel. Die Lochung verläuft beim Hochlochziegel senkrecht zur Auflagefläche, was hohe Tragfähigkeit garantiert. Nach der Größe des Querschnitts der Lochung spricht man von den Typen A (Lochquerschnitt kleiner 2,5 cm), Typ B (Lochquerschnitt kleiner 6 cm) und C (Lochquerschnitt unter 16 cm). Der Lochanteil von Hochlochziegeln liegt zwischen 15 und 50 Prozent. Ein spezieller Typ von Lochziegeln sind Leichthochlochziegel. Dadurch, dass deren Ziegelmaterial zusätzlich porosiert wird, sorgen sie aufgrund ihrer Struktur und ihres Lochanteils von rund 50 Prozent für einen besonders hohen Wärmeschutz. Beim Langlochziegel verläuft die Lochung waagerecht zur Auflagefläche, wodurch seine Tragefähigkeit etwas schlechter ist und er deshalb nur für nicht tragende Wände zum Einsatz kommt.

Was versteht man unter Wärmedämmziegel?

Unter Wärmedämmziegel versteht man Ziegel aus gebranntem Ton, denen zur Luftporenbildung Polystyrolgranulat oder Sägemehl beigemischt wird. Diese beiden Zuschlagstoffe gasen beim Brennen aus, wodurch sehr viele feine Poren entstehen, die dem Ziegel eine hohe Wärmedämmeigenschaft geben. So ist bei Verbauung von Wärmedämmziegeln keine weitere Wärmeschutzmaßnahme erforderlich. Sie sind sogar für den Bau eines Effizienz- oder Passivhauses geeignet. Ferner zeichnet sich der Wärmedämmziegel durch hohe Druckfestigkeit, geringes Gewicht und gute Wärmespeicherfähigkeit aus. Vormauerziegel und Klinker sind speziell für Außenmauern konzipiert und sollen Hintermauern, für die die zuvor genannten Ziegelarten verarbeitet werden können, vor Witterungseinflüssen wie Hitze, Regen, Frost usw. schützen. Deshalb sind sie regenabweisend und frostbeständig. Klinkersteine gibt es als Vollklinker, Keramikklinker, Hochlochklinker und Keramikhochlochklinker. Sie sind in verschiedenen Formen und Farben sowie mit unterschiedlichen Oberflächen und Lochanteilen erhältlich und eignen sich für Sicht- und Verblendmauerwerke.

Kalksandsteine sind auch im Großformat zum Mauern erhältlich

Ein anderer Mauerstein, der sich für eine solide Bauweise anbietet, ist der Kalksandstein. Die gräulich-weißen Kalksandsteine werden aus Kalk und quarzhaltigem Sand bei Temperaturen um 200 Grad Celsius unter Dampfdruck gepresst. Hinsichtlich Festigkeit, Feuchtigkeitsregulierung und Schallschutz sind sie mit den Ziegeln vergleichbar. Sie sind feuerfest, hoch belastbar, langlebig, preiswert und bieten hohen Lärmschutz. Kalksandsteine werden sowohl für Außen- als auch Innenwände verwendet. Es gibt sie ebenfalls in Voll- und Lochversion. Neben den gängigen Mauersteinformaten gibt es Kalksandstein zudem im Großformat mit Schichthöhen von 50 cm und 62,5 cm. Hauptschwachpunkt von Kalksandstein ist seine schlechte Wärmedämmung, weshalb bei seinem Einsatz im Außenwandbereich zusätzliche Wärmeschutzmaßnahmen nötig sind.

Leichtbetonsteine, Mauern mit leichten Steinen

Bei der Leichtbetonsteinherstellung mischt man Zement Natursteinzuschläge wie zum Beispiel Bimsstein, Lavaschlacke oder Blähschiefer beziehungsweise gebrannte Zuschläge wie Blähton bei. Diese Zusatzstoffe verleihen dem Leichtbetonbaustein seine hervorragende Wärmedämmeigenschaft. Auch die Verbauung von Leichtbetonbausteinen erfordert keine zusätzliche Wärmedämmung. Des Weiteren haben Leichtbetonbausteine gute Schall-, Feuchte- und Brandschutzeigenschaften.

Luftiges Mauern mit Porenbetonsteinen

Porenbetonsteine werden aus Sand, Kalk, Zement und Wasser unter Zugabe eines Treibmittels, meist Aluminiumpulver, in Blöcken hergestellt, die anschließend geschnitten werden. Porenbetonsteine sind luftige Leichtbausteine mit hoher Wärmedämmung. Das Volumen von Porenbeton besteht zu 80 Prozent aus Luft. Trotz geringer Rohdichte hat der Porenbeton eine hohe Festigkeit. Er ist ein hervorragender Wärmedämmer und sorgt für perfekten Brand- und relativ guten Schallschutz. Früher bezeichnete man Porenbeton auch als Gasbeton. Ein Manko des Porenbetonsteins ist, dass er Feuchtigkeit leichter aufnimmt, als wieder abgibt. Deshalb ist eine zusätzliche Isolierung notwendig, wenn man mit ihm Außenwände hochziehen möchte, die Regen und Schnee ausgesetzt sind.

Lehmsteine zum Ausmauern von Gefachen

Ebenso sind reine Lehmsteine im Massivbau für Außenwände nur dort geeignet, wo die Niederschlagshäufigkeit gering ist. Es existieren Leichtlehmsteine und schwere Lehmsteine. Lehmbausteine werden in Deutschland vor allem im Trockenbauverfahren im Innenausbau verwendet. Im Außenbereich benutzt man sie fast nur zum Ausmauern von Gefachen in Fachwerkhäusern.

Mörtelloses Mauern mit Schalungssteinen

Ein Mauerstein, der zur Errichtung von mörtellosen Mauerwerken im Innen- und Außenbau eingesetzt wird, ist der Schalungsstein. Dieser wird in der Regel aus Leichtbeton, Holzspannplatten, aber auch aus Polystyrol-Hartschaum produziert. Da seine Verarbeitung sehr einfach ist, wird er oft von Heimwerkern, die ihr Haus selbst bauen, benutzt. Beim Bau einer massiven Mauer werden die Steine einfach aufeinandergeschichtet und die Hohlräume mit Fließbeton ausgegossen. Wenn die Mauer anschließend mit einer Dämmschicht ausgestattet wird, ergibt sich auch mit ihnen ein guter Schall- und Wärmeschutz.

Mörtelloses Mauern mit Plansteinen

Bei Plansteinen ist die Auflagefläche planparallel geschliffen. Daher können sie mit Dünnbettmörtel verbaut werden. Zudem werden ihre Stoßfugen mörtellos verzahnt. Plansteine können aus den Materialien Ziegel, Kalksandstein, Porenbetonstein oder Betonwerkstein gefertigt sein. Mit Plansteinen kann schnell gebaut werden. Da mit Dünnbettmörtel oder Kleber gearbeitet wird, ist die Wärmeleitfähigkeit einer Mauer sehr gut, sodass auf zusätzliche Dämmschichten verzichtet werden kann. Mit Plansteinen erhält man außerdem einen homogenen und schwingungsfreien Untergrund für einen Putz.

Mauermörtel hält Mauersteine zusammen

Im Massivbau ist Mauermörtel notwendig, der das Gesteinsgefüge zusammenhält und das Mauerwerk stabilisiert. Mörtel dient dazu, eine gleichmäßige Kraftübertragung von Stein zu Stein zu gewährleisten, Maßtoleranzen bei den Steinen auszugleichen und Zwischenräume zwischen den Mauersteinen zu schließen. Neben der Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit beeinflusst Mörtel auch den Schall-, Brand- und Wärmeschutz sowie die Ästhetik einer Mauer, falls diese nicht verputzt werden soll. Mauermörtel ist ein Grundgemisch aus Sand, einem Bindemittel wie zum Beispiel Zement oder Kalk und Wasser. Oft werden werksseitig noch weitere Zusatzstoffe und Zusatzmittel hinzugefügt.
Auch Mauermörtel ist nach DIN genormt. So unterscheidet man nach der Eigenschaft eines Mörtels, festgelegte Druckkräfte aufzunehmen, gemäß DIN 1053 zwischen den Mörtelgruppen Kalkmörtel (MG I), Kalkzement/hydraulischer Mörtel 2,5 MN/m2 (MG II), Kalkzementmörtel 10 MN/m2 (MG IIa), Zementmörtel 10 MN/m2 (MG III) und Zementmörtel 20MN/m2 (MG IIIa). Je nach Zusammensetzung und Einsatzzweck differenziert man im Wesentlichen die anschließend genannten Mauermörtelarten, die auf der Baustelle hergestellt oder auch als fertiger frischer Werksmörtel geliefert werden können. Der überwiegende Teil des heutzutage benutzten Mauermörtels ist Werk-Trockenmörtel, der in Baumärkten, im Baustoffhandel oder bei eBay verfügbar ist. Trockenmörtel wird an der Baustelle direkt vor Verarbeitung mit der vom Hersteller angegebenen Wassermenge angerührt.

Normalmörtel für dicke Fugen beim Mauern

Über Lager- und Stoßfugen können mit Normalmörtel Ziegel jeden Typs bei einer Lagerfugenhöhe von rund 1,2 cm zu einem Mauerwerk verbunden werden. Er ist in den Mörtelgruppen I bis III a für unterschiedliche Zwecke wie beispielsweise Sichtmauerwerk oder wärmedämmende Mauern erhältlich. Seine genaue Zusammensetzung hängt von seiner spezifischen Anwendung ab.

Dünnbettmörtel für dünne Fugen beim Mauern

Bei Dünnbettmörtel handelt es sich um eine Art Normalmörtel, dessen Größtkorn nicht größer als 1 mm ist. Er findet bei der Vermauerung von Steinen und Planelementen mit kleinen Maßabweichungen, das heißt kleiner als 1 mm, Verwendung. Er kann für fast alle Arten von Mauersteinen eingesetzt werden, die mit einer Fugenhöhe zwischen 1 mm und 3 mm vermörtelt werden sollen. Durch die geringe Fugendicke wird die Wärmeleitung dieses Mörtels gegenüber den Steinen verringert, was sich positiv auf die Wärmedämmung auswirkt. Dünnbettmörtel gibt es nur in einer Festigkeitsklasse, nämlich der Mörtelgruppe III.

Leichtbettmörtel, wenn beim Mauern geringe Wärmeleitfähigkeit gefragt ist

Dem Leichtbettmörtel werden bei Herstellung Leichtzuschläge aus Naturbims, Blähton oder Perlite zugefügt. Deshalb verringert er ebenfalls die Wärmeleitfähigkeit einer Mauer, die im Vergleich zum Normalmörtel eine Verbesserung um ein bis zwei Wärmeleitfähigkeitsgruppen bewirkt. Bei Belastung hat Leichtmörtel allerdings ein ungünstigeres Verformungsverhalten als Normal- und Dünnbettmörtel. Leichtmörtel kann für dieselbe Lagerfugendicke wie Normalmörtel angewandt werden.

Mittelbettmörtel für mittlere Lagerfugendicken beim Mauern

Mit Mittelbettmörtel können mittlere Lagerfugendicken, das heißt Lagerfugendicken zwischen Normal- und Dünnbettmörtel hergestellt werden. Dadurch soll die Anforderung an die Maßhaltigkeit von Steinen herabgesetzt werden.

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